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	<title>Das Unwort &#187; Sprache</title>
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	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
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		<title>Kampf dem θ</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 15:18:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Unübersehbar]]></category>
		<category><![CDATA[Aussprache]]></category>
		<category><![CDATA[Elizabeth]]></category>
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		<description><![CDATA[Was, fragen Sie sich jetzt, ist denn bitte das da? Ein Fleck auf dem Monitor? Eine durchgestrichene Null? Eine Pille? Die Unendlichkeit in vertikal?(1) Schauen Sie noch mal genau hin: θ Na, Erleuchtung gehabt? Es ist Griechisch. Und bevor Sie jetzt schreiend weglaufen: Es handelt sich hierbei zwar um den griechischen Buchstaben Theta, jedoch meine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was, fragen Sie sich jetzt, ist denn bitte das da? Ein Fleck auf dem Monitor? Eine durchgestrichene Null? Eine Pille? Die Unendlichkeit in vertikal?<sup>(1)</sup></p>
<p>Schauen Sie noch mal genau hin:</p>
<div style="font-size: 50px; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; text-align: center;">θ</div>
<p>Na, Erleuchtung gehabt? Es ist <a href="http://www.das-unwort.de/2008/05/14/vom-hahen-und-spahen/" target="_blank">Griechisch</a>. Und bevor Sie jetzt schreiend weglaufen: Es handelt sich hierbei zwar um den griechischen Buchstaben Theta, jedoch meine ich den Laut, den das Theta im internationalen phonetischen Alphabet symbolisiert, nämlich das englische Ti-Äitsch.</p>
<p>Erschreckend viele Mitbürgerinnen und Mitbürger haben eine geradezu panische Angst vor dem Ti-Äitsch. Seinetwegen vermeiden sie, wann immer möglich, Englisch zu sprechen, denn es könnte ja sein, dass man ein Wort mit diesem bösen Laut aussprechen muss. Wer sich seiner Unfähigkeit bewusst ist oder sämtliche linguistischen Bemühungen schon eingestellt hat, ignoriert das komplizierte Gezischel völlig und verwendet stattdessen überall ein weiches S. Die Folge ist ein ur-teutonischer Akzent &#8211; ein Klangerlebnis sondergleichen. <span id="more-1198"></span></p>
<p>Besonders kompliziert wird es, wenn der Teutone in seinem unterstützenswerten Bemühen, in die Tiefen der Anglistik einzudringen und Namen wie den des britischen Staatsoberhauptes in der <em>mother tongue</em> (sprich: massa tonk) auszusprechen, auf ein Wort trifft, das beide Laute, nämlich das schön geschwungene weiche S und das gemeingefährliche θ, miteinander verbindet. Zum Beispiel der urenglische Name Elizabeth. Damit ist nicht nur die adrett gekleidete alte Dame von der Insel mit den lustigen Hüten gemeint, sondern auch &#8211; ganz aktuell &#8211; eine Stadt in Südafrika, wo zur Zeit gelegentlich ein gut besuchtes Fußballspiel stattfindet. Am Namen Elizabeth haben sich schon Generationen von deutschen Hofreportern die Zunge zerbrochen &#8211; jetzt tun es ihnen die Sportreporter nach. Erstaunlich, zu welch einer Verwirrung dieser einfache Name in einem deutschen Mundraum führt<sup>(2)</sup>. Kollektiv, so habe ich das Gefühl, sagen Reporter und Kommentatoren:</p>
<p><a href="../elithebiss.mp3">http://www.das-unwort.de/elithebiss.mp3</a></p>
<p>Elithebiss.</p>
<p>Als ob sie sagen wollten: Ihr wisst schon, was gemeint ist, frickelt&#8217;s euch halt selbst zurecht.</p>
<p>Man muss aber auf der anderen Seite auch sagen, dass das θ ein ziemlich ungwöhnlicher Laut ist. Wie kommt man eigentlich auf sowas? War es in England möglicherweise einst Mode, die Zunge zwischen die Zähne zu stecken? Waren die Zungen der alten Briten möglicherweise länger, so dass sie geθwungen waren, S-Laute so auszusprechen? Oder hat sich einfach nur mal irgendein einflussreicher Engländer derart auf die Zunge gebissen, dass er nie wieder ordentlich reden konnte und seine <em>follower </em>((<a href="http://www.twitter.com/unwort" target="_blank">Huch, wie modern</a>!)) haben es ihm nachgemacht?</p>
<p>Mit θicherheit gibt es darauf eine etymologische Antwort<sup>(3)</sup>. Aber die ist langweilig.</p>
<p>Unwort des Tages: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BHaW-KxA0sg" target="_blank">North Cothelstone Hall</a>.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1198" class="footnote">Mathematikerwitz.</li><li id="footnote_1_1198" class="footnote">besser Mund- als Strafraum&#8230;</li><li id="footnote_2_1198" class="footnote">Ich bin ein serviceorientierter Blogger: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Etymologie" target="_blank">Bitteschön</a>.</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8230; und jetzt beugen &#8230; sehr gut! &#8230; noch etwas tiefer&#8230; !</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/07/22/und-jetzt-beugen-sehr-gut-noch-etwas-tiefer/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2009/07/22/und-jetzt-beugen-sehr-gut-noch-etwas-tiefer/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 18:48:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Beugung]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Verben]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutsch ist zwar eine schöne, aber auch eine ziemlich schwere Sprache. Das merkt man zum Beispiel daran, dass es bei zwei anscheinend ähnlichen Wörtern wie schwer und schwierig immer wieder Probleme in der Verwendung gibt, wie ich eben unglaublich anschaulich demonstriert habe. Und bei anscheinend und scheinbar übrigens auch. Wenden wir uns mit Grausen von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_891" class="wp-caption alignleft" style="width: 292px"><img class="size-medium wp-image-891" title="(Foto: Ugo Cei)" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/07/gym-300x260.jpg" alt="(Foto Ugo Cei)" width="282" height="245" /><p class="wp-caption-text">(Foto: Ugo Cei)</p></div>
<p>Deutsch ist zwar eine schöne, aber auch eine ziemlich schwere Sprache. Das merkt man zum Beispiel daran, dass es bei zwei anscheinend ähnlichen Wörtern wie <em>schwer </em>und <em>schwierig </em>immer wieder Probleme in der Verwendung gibt, wie ich eben unglaublich anschaulich demonstriert habe. Und bei <em>anscheinend </em>und <em>scheinbar </em>übrigens auch.</p>
<p>Wenden wir uns mit Grausen von Adjektiven und Adverbien ab und den Verben zu. Wie Sie wahrscheinlich wissen, gibt&#8217;s im Deutschen zwei Grüppchen von Verben: <span style="text-decoration: line-through;">Ost und West</span> starke und schwache. Die werden verschieden gebeugt. Ich demonstriere Ihnen das jetzt mal:</p>
<p>Ein schüchternes, zurückhaltendes, unterdrücktes, leicht zu beeinflussendes schwaches Verb ist zum Beispiel <em>kacken</em>. Setzt man dies ins Präteritum, so heißt es: <em>Er kackte</em>.<span id="more-884"></span></p>
<p>Ein aggressives, unterdrückendes, mächtiges, gewaltbehaftetes starkes Verb ist zum Beispiel <em>vertragen</em>. Setzt man dies ins Präteritum, so heißt es: <em>Er vertrug</em>.</p>
<p>Nachdem wir uns dies noch ein mal genau betrachtet haben, stellen wir ernüchtert fest: Es gibt einen Unterschied. Sehen Sie selber, nä? Fragen Sie aber nicht nach dem Grund des Unterschieds. Fragen Sie bei Sprache sowieso nie nach dem Grund. Sprache ist grundlos grundlos. Und zwar gründlich.</p>
<p>Ebenso ernüchtert stellen wir fest: Das Vorhandensein dieser beiden Verbgrüppchen hat nicht nur keinen Grund, sondern es ist auch noch in sich erschreckend unlogisch: <em>Verklagen </em>klingt wie <em>vertragen</em>, denkt man<sup>(1)</sup> und müsste doch nach demselben Prinzip gebeugt werden. Dementsprechend müsste es doch <em>er verklug </em>heißen, richtig?</p>
<p>Für die Legastheniker unter Ihnen: <em>Er verklug </em>ist aber <em>nicht </em>korrekt.</p>
<p>Ich habe somit nachgewiesen, dass das alles überhaupt keinen Sinn hat. Warum, könnten wir uns nun fragen, warum beugen wir unsere Verben gerade so und nicht anders? Die Antwort darauf ist einfach: Beugten wir anders, klänge es beschissen.</p>
<p>Stellen Sie sich vor, es gäbe nur starke Verben.<sup>(2)</sup> Was das für Folgen hätte! Ich habe da mal eine kleine Tabelle der erschreckendsten Veränderungen vorbereitet:</p>
<p></p>
<table class="wptable rowstyle-alt" id="wptable-1" >
	<thead>
	<tr>
		<th class="sortable" style="width:250px" align="left">Präsens</th>
		<th class="sortable" style="width:250px" align="left">Präteritum</th>
	</tr>
	</thead>
	<tr>
		<td style="width:250px" align="left">schmecken</td>
		<td style="width:250px" align="left">er schmock</td>
	</tr>
	<tr class="alt">
		<td style="width:250px" align="left">weiterleiten</td>
		<td style="width:250px" align="left">er litt weiter</td>
	</tr>
	<tr>
		<td style="width:250px" align="left">reifen</td>
		<td style="width:250px" align="left">er riff</td>
	</tr>
	<tr class="alt">
		<td style="width:250px" align="left">streben</td>
		<td style="width:250px" align="left">er stribb</td>
	</tr>
	<tr>
		<td style="width:250px" align="left">speisen</td>
		<td style="width:250px" align="left">er sposs</td>
	</tr>
	<tr class="alt">
		<td style="width:250px" align="left">wischen</td>
		<td style="width:250px" align="left">er wosch</td>
	</tr>
	<tr>
		<td style="width:250px" align="left">vergilben</td>
		<td style="width:250px" align="left">er vergolb</td>
	</tr>
	<tr class="alt">
		<td style="width:250px" align="left">erleuchten</td>
		<td style="width:250px" align="left">er erlauch</td>
	</tr>
	<tr>
		<td style="width:250px" align="left">spucken</td>
		<td style="width:250px" align="left">er spock</td>
	</tr>
	<tr class="alt">
		<td style="width:250px" align="left">schniefen</td>
		<td style="width:250px" align="left">er schnoff</td>
	</tr>
</table><p>
</p>
<p>Bei <em>drehen </em>und <em>flehen </em>müssten wir uns entscheiden: Beugen wir es wie <em>gehen </em>oder wie <em>sehen</em>? Oder gar wie <em>verstehen</em>? Die Resultate sind gleich bescheiden: Er <em>dring</em>, er <em>flah</em>, er <em>drand</em>.</p>
<p>Fazit: Seien wir froh, dass wir so beugen, wie wir beugen. Das ist zwar nicht logisch und auch für Fremdsprachler kaum nachvollziehbar, aber immerhin <em>klingt </em>es gut.</p>
<p>Unwort des Tages: Weitergelitten.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_884" class="footnote">Rein sprachlich natürlich. Nicht vom Inhalt her.</li><li id="footnote_1_884" class="footnote">Das klingt leicht rechtsradikal, ist aber im Grunde gar nicht so gemeint.</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Lockruf der Trendelweppe</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/12/14/der-lockruf-der-trendelweppe/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Dec 2008 14:12:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unkritisch]]></category>
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		<description><![CDATA[Die deutsche Sprache ist begeisternd, liebe Leser. Ganz ohne Zweifel. Haben Sie zum Beispiel bemerkt, dass Sie aus zusammengesetzten Nomina ganz einfach neue Wörter bauen können? Sie müssen nur die Anfangsbuchstaben der Nomina vertauschen. Obwohl ich ja bekanntlich kein Germanist bin, habe ich mir dazu ein paar Gedanken gemacht und Erstaunliches herausgefunden. Das Streitenseifen. Besonders [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die deutsche Sprache ist begeisternd, liebe Leser. Ganz ohne Zweifel.</p>
<p>Haben Sie zum Beispiel bemerkt, dass Sie aus zusammengesetzten Nomina ganz einfach neue Wörter bauen können? Sie müssen nur die Anfangsbuchstaben der Nomina vertauschen.</p>
<p>Obwohl ich ja bekanntlich kein Germanist bin, habe ich mir dazu ein paar Gedanken gemacht und Erstaunliches herausgefunden.</p>
<ul>
<li>Das <strong>Streitenseifen</strong>. Besonders bei Kindern beliebtes Einschmieren mit wahlweise Schnee, Schokoladenbrotaufstrich oder ähnlich Teurem, was aus einem Streit resultiert und in einem solchen kulminiert. Ein ewiger Kreis.</li>
<li>Der <strong>Rattenlost</strong>. Eine Wohngemeinschaft langschwänziger Nagetiere. Ziehen häufig unangemeldet und ohne Miete zu zahlen ein. Äußerst unangenehme Nachbarschaft.</li>
<li>Der <strong>Mahnenfast</strong>. In Zentralafrika übliches Fasten nach dem Tod eines Cousins zweiten Grades. Gerät heutzutage immer mehr außer Mode, da in Zentralafrika ohnehin meistens gefastet wird.</li>
<p><span id="more-643"></span></p>
<li>Der <strong>Leppengetränder </strong>und die <strong>Trendelweppe</strong> sind zwei langschnäblige, kackbraune Singvögel. Der Tränder ruft sein Weibchen zumeist Anfang März mit hohen Fieps- und Pfeiftönen. Die Weppe ruft nicht, weswegen diese Art vom Aussterben bedroht ist.</li>
<li>Der <strong>Blollegecock </strong>darf hier aus Jugendschutzgründen nicht näher beschrieben werden.</li>
<li>Der <strong>Hasserwahn </strong>ist typisch menschlich und tritt bei erhöhtem Alkoholpegel auf &#8211; zumeist nach dem Genuss der hochprozentigen schottischen Spezialitäten <strong>Stollzock </strong>und <strong>Rottenschock</strong>.</li>
<li>Ein <strong>Stippenlift</strong> ist ein Aufzug für schlanke, großbusige Frauen.</li>
<li>Der <strong>Meihnachtswann </strong>und die <strong>Wadebanne </strong>sind zwei finnische Märchenfiguren, die sich einst in einer Sauna kennen lernten und dort nach einer zehnminütigen Kennenlernphase ihre Tochter <strong>Eihnachtswengel </strong>und ihren Sohn<strong> Mußfatte </strong>zeugten.</li>
<li>Dipl. <strong>-Taubenhaucher </strong>(FH) kann nur werden, wer eine theorielastige Ausbildung absolviert. Taubenhaucher versuchen, nur mit der Kraft ihrer Lungen graues Gefieder von öffentlichen Plätzchen zu verscheuchen &#8211; in der Regel vergeblich.</li>
<li><strong>Spuckschlecht </strong>wird in Kirschkernweitspuckvereinen traditionell derjenige genannt, der am kürzesten gespuckt, sich jedoch trotzdem an den Früchten den Magen verdorben hat.</li>
<li>Der <strong>Weberlurst</strong>. Eine braunschwarze, breiige Masse.<strong> </strong>Weberlurst war die traditionelle Mahlzeit der Weber im 19. Jahrhundert. Die Zutaten sind heute glücklicherweise weitestgehend in Vergessenheit geraten. Man vermutet, dass  der Konsum von Unmengen von Weberlurst maßgeblich zum <span style="text-decoration: line-through;">Erbrechen</span> Ausbrechen des Weberaufstandes von 1844 beigetragen hat.</li>
</ul>
<p>Unwort des Tages: Pikiwedia.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Von schwulen Zwergen und blasenden Walen &#8211; ein linguistischer Artikel</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/07/16/von-schwulen-zwergen-und-blasenden-walen-ein-linguistischer-artikel/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 06:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erschreckend wenige Menschen befassen sich wirklich bewusst mit dem, was sie die meiste Zeit des Tages tun: reden. Sie nehmen einfach so hin, dass sie den Mund aufmachen und da dann unsinnige Laute herauskommen, die, klebt man sie in Gedanken zu Strukturen zusammen, mehr oder weniger Sinn ergeben. Sie nehmen einfach so hin, dass ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erschreckend wenige Menschen befassen sich wirklich bewusst mit dem, was sie die meiste Zeit des Tages tun: reden. Sie nehmen einfach so hin, dass sie den Mund aufmachen und da dann unsinnige Laute herauskommen, die, klebt man sie in Gedanken zu Strukturen zusammen, mehr oder weniger Sinn ergeben. Sie nehmen einfach so hin, dass ein Mensch, der möglicherweise nur eine Straße weiter wohnt, eine komplett andere Sprache spricht und nicht ein einziges Wort verstehen würde, wenn Sie hingingen und ihm einen Heiratsantrag machten (oder, etwas handfester, für die männlichen Leser: &#8230; ihm mit dem Tode drohten).</p>
<p>Lassen Sie sich gelegentlich mal fallen, liebe Leser, und schauen Sie sich an, was Sie da eigentlich den ganzen Tag lang reden. Achten Sie mal nicht auf den Inhalt der Sätze, die Sie verzapfen, da werden Sie nämlich bekloppt. Ich kenne das.</p>
<p>Achten Sie mal auf so Kleinigkeiten.</p>
<p>Zum Beispiel das, was der Brite so schön <em>compounding </em>nennt. Also das unmotivierte Aneinanderkleistern von Nomina, so dass die einen neuen Sinn ergeben. Zum Beispiel Handschuh. Ein Schuh für die Hand. Ist doch sinnig, oder? Leuchtet jedem sofort ein.</p>
<p>Die meisten dieser Wörter sind aber gar schrecklich zweideutig, wenn Sie es nur so wollen! Der Schreibtisch, zum Beispiel. Gar ein intelligentes Möbelstück?</p>
<p>Oder der Schreibtischtäter &#8211; ein sexueller Perversling mit einem Fetisch für hölzerne Unbeweglichkeit?</p>
<p>Und was für eine Art Wicht ist eigentlich ein Gleichgewicht? Ein Gleich-Geh-Wicht, also ein schwuler Zwerg? Oder einer, der gleich wieder geht, nachdem er gekommen ist, also ein sexfixierter Zwerg?<span id="more-330"></span></p>
<p>Entfernen wir uns von den Nomina und schauen in das Reich der Tiere. Die englische Kreativität beim Finden eines Begriffs für flatternde Falter habe ich <a href="http://www.das-unwort.de/2007/12/08/unwort-videocast-11/" target="_blank">an anderer Stelle</a> schon gelobt: <em>butterfly.</em> Man möge sich bildlich vorstellen, wie in goldene Alufolie verpackte englische Butter über grüne Wiesen fliegt.</p>
<p>Der deutsche Begriff ist jedoch nicht weniger seltsam: Schmetterling. Als ob man das höchst aggressive Verb <em>schmettern </em>mit einer verniedlichenden Endung entschärfen könnte! Schauen Sie sich mal so ein Schmetterding an &#8211; sieht der aus, als ob er durch die Luft <em>schmettert</em>? Er flattert doch eher, oder? Warum also nicht Flatterling?</p>
<p>Sie haben doch bestimmt auch alle Moby Dick gelesen. Sie wissen schon, den, den wir Ismael nennen sollen. Also nicht den Wal.</p>
<p>Da heißt es doch ständig &#8220;Wal! Da bläst er!&#8221;, wenn ein Wal gesichtet wird. Warum bedient sich der Mann im Krähennest solch yodaesken Satzbaus? Warum sagt er nicht einfach: &#8220;Hey yo, mal alle herhören, da unten schwimmt so&#8217;n Riesenvieh &#8216;rum!&#8221; oder auch walweise (haha) einfach nur: &#8220;Da bläst ein Wal!&#8221; Ich sage doch bei nahender blechernder Gefahr nicht &#8220;Auto! Da kommt es!&#8221; oder bei noch größerer, intellektueller Gefahr &#8220;Klausur! Morgen ist sie!&#8221;</p>
<p>Aber wirklich hinterfragt wird solch eine stilistische Fragwürdigkeit anscheinend nie. Ich wette mit Ihnen: Wenn Sie irgendwo in Norwegen oder sonstwo Whale-Watching betreiben und Sie begegnen auf See unverhofft einem mutierten, wasserbewohnenden Säugetier mit &#8216;ner ziemlich großen biologischen Masse, dann sagen Sie <em>garantiert </em>mit pathetischer Inbrunst: &#8220;Wal! Da bläst er!&#8221;</p>
<p>Selbst dann, wenn der Wal gar nicht bläst. Wetten?</p>
<p>Die deutsche Sprache ist interessanter, als Sie glauben, liebe Leser:</p>
<p>Noch mal zurück zu den Nomina. Wenn jetzt der Juan Carlos mit der Queen&#8230;, ist das dann ein Staatsakt? Und wenn ja: Was ist dann ein Gründungsakt?</p>
<p>Unwort des Tages: Gegengewicht.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Vom Hähen und Spähen</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/05/14/vom-hahen-und-spahen/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 May 2008 20:02:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die deutsche Sprache ist zwar schön, aber auch schaurig. Nicht zuletzt deswegen, weil die Deutschen in ihrer Reformsucht (wahrscheinlich Luthers Erbe&#8230; sola scriptura&#8230;) nicht einmal davor zurückschrecken, ihrer eigene Rechtschreibung zu reformieren. Und das gleich mehrmals! Trotz und wegen aller Reformen und Reförmchen bleiben viele Begriffe in unserer Sprache erhalten, deren Schreibung auf den ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/auml.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-204" style="float:left;margin-left:10px;margin-right:10px;" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/auml.png?w=300" alt="" width="218" height="83" /></a>Die deutsche Sprache ist zwar schön, aber auch schaurig. Nicht zuletzt deswegen, weil die Deutschen in ihrer Reformsucht (wahrscheinlich Luthers Erbe&#8230; sola scriptura&#8230;) nicht einmal davor zurückschrecken, ihrer eigene Rechtschreibung zu reformieren. Und das gleich mehrmals!</p>
<p>Trotz und wegen aller Reformen und Reförmchen bleiben viele Begriffe in unserer Sprache erhalten, deren Schreibung auf den ersten Blick so gar nicht einleuchten will. Und damit dieser Artikel nicht so lang und weilig wird und weil ich ohnehin noch vorhabe, mich an anderer Stelle über die Krankheit Rechtschreibung auszulassen, beschränke ich mich an dieser Stelle auf ein besonderes Phänomen in unserer Sprache. Ein Phänomen, um das uns die Engländer, Franzosen und Chinesen beneiden, denn sie besitzen es nicht. Sie verzehren sich jedoch danach (zumeist, ohne es zu wissen &#8211; die schlimmere Form des Verzehrens, weil ihr ja die Verdrängung des Verzehrens vorausging, man also genau genommen noch kränker ist).</p>
<p>Es geht um den wunderbaren Buchstaben</p>
<p style="text-align:center;"><font size=5><b>Ä</b></font></p>
<p style="text-align: left;">Den gibt es ja außer bei uns eigentlich nur in Finnland, Schweden, Estland und in den Weiten der osteuropäischen Pampa.</p>
<p>Trotzdem ist das Ä sehr wichtig, denn es macht sehr wohl einen Unterschied, ob man A schreibt oder Ä. Sogar und besonders in Finnisch:</p>
<p><em>Nain </em>heißt nicht etwa nein, wie der Teutone nun gewohnt stumpfsinnig denken könnte. Nein, <em>nain </em>heißt &#8220;ich sah&#8221;.  Bringen wir nun zu Testzwecken das Ä ein, wird es zu <em>näin </em>und heißt &#8220;ich hatte Sex&#8221;. Sie sehen also, das Ä ist wichtig. Und Sie lernen, im Finnland-Urlaub niemals &#8220;Nein, nein!&#8221; zu sagen, denn das heißt: &#8220;Ich sah, dass ich Sex hatte&#8221;. Oder zumindest so ähnlich.<span id="more-159"></span></p>
<p>Im Deutschen sind wir nicht minder pingelig mit unserem Ä. Jedoch verunstalten und verwursten wir es gewohnt aggressiv und verwenden es auf vielfältige Weise. Der Laut [ä] ist zwar immer derselbe, kann jedoch scheinbar auf verschiedene Weisen geschrieben werden. Fast schon englische Verhältnisse sind das (die Briten sprechen ja im Allgemeinen die Dinge so aus, wie sie <em>nicht </em>geschrieben stehen)!</p>
<p>Da gibt es die einfache, weil tautologische Erkenntnis: Der Mäher mäht. So weit, so klar. Das Schaf mäht auch, und zwar doppelt, nämlich sowohl akustisch als auch auf Mäher-ähnliche Wäsä, äh, Weise.</p>
<p>Die mähen aber beide gleich, nämlich mit H nach dem Ä. Genau wie der Näher, der sich entweder nähert oder auch näht (oder sich nähend nähert). Und der Späher, der spät noch späht.</p>
<p>Der Säer allerdings, des Säens mächtig, der sät. Ganz ohne H. Während der Seher, der vom Säer gelegentlich akustisch nur schwär unterscheidbär ist, der sieht. Warum sät der Säer und säht nicht? Warum sieht der Seher und seht nicht?</p>
<p>Und, wichtige Frage: Was macht eigentlich der Eichelhäher? Häht er oder hät er? Hat er überhaupt was zu Hähen? Oder was?</p>
<p>Die Analyse der Lautes [ä] führt uns unweigerlich zur <em>geliebten </em>altgriechischen Sprache, in denen es von Äs nur so wimmelt. Die sehen da natürlich anders aus, nämlich so: <strong>η</strong><span style="font-family: Symbol;"> </span>.   Wann immer Sie also so ein auslaufendes, kleines N sehen, wissen Sie nun: Ähä, ein Ä. Die neuen Griechen sprechen das zwar immer als I aus (das ist auch der Grund dafür, dass die so viele Is haben. Ein I ist ein I ist ein Ä ist ein H. Verstehen Sie?). Damals aber haben die Griechen wohl zu Irene, die sich Griechisch <strong>Eιρήνη </strong>schreibt (und &#8220;Frieden&#8221; heißt) <strong>Eyrännäh </strong>gesagt. Das ist noch schlimmer als Schantall und Schakkelinä, oder?</p>
<p>Eine der beliebtesten deutschen Interjektionen (besonders oft verwendet von Schülern und Studenten) lässt sich dann auch prima und realitätsnah in griechischer Schreibweise wiedergeben:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/ha.jpg"><img class="size-full wp-image-203" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/ha.jpg" alt="" width="124" height="166" /></a></p>
<h2 style="text-align:center;"><strong>Hä?</strong></h2>
<p>Weichen Sie also bei Rechtschreibproblemen ruhig auf diese Schreibweise aus, liebe gebildete Leser. Schreiben Sie, wenn Sie nicht genau wissen, was der Mäher macht: Er m<strong>η</strong>t. Der Näher n<strong>η</strong>t. Der Säer s<strong>η</strong>t. Und nicht zuletzt, ganz ohne Zweifel: Der Eichelhäher h<strong>η</strong>t die Eicheln. Was er da nun genau macht, wissen wir nicht. Aber das muss auch so sein, schließlich verstähen wir nichts vom Hähen, nur vom <strong>η</strong>en.</p>
<p>Unwort des Tages: Hä?</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Aktives, nachhaltiges Phrasendreschen</title>
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		<pubDate>Thu, 08 May 2008 21:02:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie schön, dass der Mensch fähig ist, zu sprechen. &#8220;Langage&#8221; nannte das der berühmte Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure. Warum auch immer. Das u hat er vielleicht vergessen und uns deswegen ein neues Fachwort beschert&#8230; er war halt Wissenschaftler. Und dazu noch einer, der sich freiwillig mit Linguistik beschäftigte. Solche Menschen ekeln mich geradezu an&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie schön, dass der Mensch fähig ist, zu sprechen. &#8220;Langage&#8221; nannte das der berühmte Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure. Warum auch immer. Das u hat er vielleicht vergessen und uns deswegen ein neues Fachwort beschert&#8230; er war halt Wissenschaftler. Und dazu noch einer, der sich freiwillig mit Linguistik beschäftigte. Solche Menschen ekeln mich geradezu an&#8230;</p>
<p>Glücklicherweise sind die Fieberträume des Saussure nicht Thema dieses Artikels. Es geht vielmehr um  unsere typisch deutsche Angewohnheit, im Bewusstsein unserer eigenen Wichtigkeit sofort und als hätte man einen Schalter umgelegt hochgestochen und sinnentleert daherzufaseln, sobald wir um ein Statement gebeten werden.</p>
<p>Haben Sie schon mal zu Ihrem Geschlechtspartner gesagt: &#8220;Ich trage mich mit dem Gedanken, unsere zwischenmenschliche Beziehung am heutigen Abend auf effektive Weise nachhaltig aktiv zu gestalten&#8221;?  Oder beim Schlachter: &#8220;Zur Befriedigung eines aus dem Instinkt erwachsenen menschlichen Bedürfnisses und zur Ankurbelung und nicht zuletzt auch Aufrechterhaltung des Stoffwechsels, der mich und auch Sie am Leben erhält und in Zukunft erhalten muss, soll, darf und kann, erwerbe ich hiermit zweihundertundneunzig Gramm feinsten Hackfleisches, das vor einiger Zeit aus sowohl Schweine- als auch Rindfleisch zusammengeführt worden ist.&#8221;<span id="more-157"></span></p>
<p>So redet doch keiner! Aber sobald die Leute Abgeordneter im Kreis-, Land- oder Bundestag oder Pressesprecher bei der Wurstwasser AG sind, beim Amt arbeiten (und sei es als Papierschneidemaschinenbediener) oder aus irgend einem anderen Grund im Beruf einen Anzug tragen, fangen sie an, sinnlose Phrasen zu dreschen. Ohne, dass es nötig wäre oder jemandem hilft. Das scheint ganz einfach mit dem Beruf verwoben zu sein. So, als ob es im Arbeitsvertrag eine Klausel gäbe: &#8220;Der Arbeitnehmer hat sich in der Öffentlichkeit möglichst verwaschen, unpräzise und hochgestochen auszudrücken.&#8221;</p>
<p>Achten Sie mal darauf, was die Politiker bei den O-Tönen in den Nachrichten sagen. Achten Sie auf so schöne Worte wie &#8220;nachhaltig&#8221;, &#8220;effektiv&#8221;, &#8220;aktiv&#8221; und &#8220;ergebnisoffen&#8221;.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-200" style="margin-right:10px;" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/cont.jpg?w=300" alt="" width="286" height="159" />Ein wunderschönes Beispiel heute in der Tagesschau. Thema Contergan. Die verantwortliche Firma Grünenthal hat sich dazu durchgerungen, den Opfern des Medikaments die ungeheure Summe von 50 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. O-Ton von Pressesprecherin Annette Fusenig, die so hingebungsvoll lächelte, als ob Contergan ein Aphrodisiakum sei und sie es gerade teste:</p>
<p>&#8220;Unsere Haltung in dem Fall ist ganz <em>eindeutig</em>: Contergan <em>ist </em>und <em>bleibt </em>Teil unserer Firmengeschichte. Das bedeutet für uns, dass wir hier moralische Verantwortung übernehmen und unsere <span style="text-decoration:underline;"><strong><em>freiwillige</em></strong></span> (hier schreit sie fast) Einzahlung von <strong>fünfzig!!!!!!! </strong>(man kann die Ausrufezeichen förmlich hören)<strong> </strong>Millionen Euro ist ein <em>substantieller </em>Beitrag, um die Lebenssituation der Betroffenen <em>nachhaltig </em>und <em>dauerhaft </em>zu verbessern.&#8221;</p>
<p>Politikersprech aus dem Munde einer Frau im besten Alter. Warum tut sie das? Warum redet sie so? Warum sagt sie, die Haltung sei <em>eindeutig</em> ? Hat der Redakteur ihr vorgeworfen, mit gespaltener Zunge zu reden? Warum ist die Verantwortung <em>moralisch</em>? Ist die nicht immer moralisch? Oder gibt es auch unmoralische Verantwortung? Warum ist der Beitrag <em>substantiell</em>?  Wie verbessert man denn eine Situation <em>nachhaltig </em>und <em>dauerhaft</em>?</p>
<p>Das ist, mit Verlaub, Laberkram. Es ist einfach eine schlechte Angewohnheit, die die gute Frau da von den Politikern abgeguckt hat. Und die wiederum setzen auf die Psyche: &#8220;Aktiv gestalten&#8221; klingt einfach besser als &#8220;mitmachen&#8221;, und ein paar eingestreute Worte wie &#8220;substantiell&#8221; und &#8220;effektiv&#8221; machen nun mal den Eindruck, als wäre man unendlich wichtig und hätte ein wachsames Auge auf alle Probleme unseres Landes.</p>
<p>Ich finde ja: Wenn man nichts weiß, sollte man einfach mal die Klappe halten und die nunmehr entstandene  Stille effektiv und auch nachhaltig genießen.</p>
<p>Unwort des Tages: Substantiell.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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