<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Das Unwort &#187; Politik</title>
	<atom:link href="http://www.das-unwort.de/tag/politik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.das-unwort.de</link>
	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
	<lastBuildDate>Mon, 12 Jul 2010 11:49:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
<xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" />
		<item>
		<title>Unser Obama heißt Steinmeier!</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/09/06/unser-obama-heist-steinmeier/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2008/09/06/unser-obama-heist-steinmeier/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Sep 2008 20:12:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[Beck]]></category>
		<category><![CDATA[Kanzlerkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.das-unwort.de/?p=447</guid>
		<description><![CDATA[Herzlichen Glückwunsch, Frank-Walter Steinmeier, zur Kanzlerkandidatur der drittstärksten deutschen Partei, muahahahaha. Nein, im Ernst. Der Frank wurde heute zum Kanzlerkandidaten gekürt. Und morgen soll es sogar der SPD-Vorstand erfahren, oder so. Da fragt man sich doch, wer in der SPD eigentlich entscheidet. Der Zufall vielleicht. Das würde auch die gänzlich unsozialistischen Umfragewerte erklären&#8230; Nun also [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herzlichen Glückwunsch, Frank-Walter Steinmeier, zur Kanzlerkandidatur der drittstärksten deutschen Partei, muahahahaha.</p>
<p>Nein, im Ernst. Der Frank wurde heute zum Kanzlerkandidaten gekürt. Und morgen soll es sogar der SPD-Vorstand erfahren, oder so. Da fragt man sich doch, wer in der SPD eigentlich entscheidet. Der Zufall vielleicht. Das würde auch die gänzlich unsozialistischen Umfragewerte erklären&#8230;</p>
<p>Nun also Steinmeier. Eine bessere Wahl als Beck ist er wohl; das aber auch nur deswegen, weil meine Oma auch eine bessere Wahl als Beck wäre.</p>
<p>Damit möchte ich meine Oma nicht kompromittieren; ich liebe diesen Apfelkuchen mit Streuseln&#8230; aber als Kanzlerin hätte sie vielleicht nicht ganz so viel Ausstrahlung wie in den heimischen vier Wänden. Aber bestimmt mehr als Kurt &#8220;the ball&#8221; Beck.<span id="more-447"></span></p>
<p>Steinmeier gegen Merkel. Das ist das deutsche Duell um die Kanzlerschaft. Das ist wie Obama gegen McCain, nur eben auf deutsch. Und nicht ganz so pompös. Und es interessiert auch weniger Leute.</p>
<p>Steinmeier ist unser Obama. Unser Don Quijote, der, auf dem Klepper Müntinante reitend und von seinem fülligen Knappen Kurto Becka zwar konsequent, aber nörgelnd begleitet, gegen die merkelschen Windmühlen kämpft und sich dabei im tiefsten Mittelalter wähnt&#8230;</p>
<p>Ob mit Steinmeier-Quijote der große Change kommt, den Kollege Obama drüben den Amis andrehen will? Ich wage es zu bezweifeln. Dafür ist Steinmeier ein bisschen zu trocken. Leicht eingestaubt, könnte man sagen. Er ist zu langweilig. Er ist weiß, und zwar auch, was das Haupthaar angeht. Er ist unsportlich. Verheiratet. Eloquent.</p>
<p>Außerdem muss Steinmeier klein meiern, denn er hat nicht wie Obama eine von zwei großen Parteien hinter sich. Steinmeiers SPD zersetzt sich gerade selbst und bewegt sich, wenn der Trend so weitergeht, zum Zeitpunkt der Bundestagswahl knapp über der Wahrnehmungsgrenze.</p>
<p>Immerhin hat Frank-Walter Steinmeier mit dem transatlantischen Kollegen Barack Hussein Obama eins gemeinsam: Sie sind beide mit ihren Vornamen gestraft&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: Steinbeck.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.das-unwort.de/2008/09/06/unser-obama-heist-steinmeier/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Alle Jahre wieder &#8211; nachhaltiges Wählen auf kommunaler Ebene</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/05/24/alle-jahre-wieder-nachhaltiges-wahlen-auf-kommunaler-ebene/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2008/05/24/alle-jahre-wieder-nachhaltiges-wahlen-auf-kommunaler-ebene/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 May 2008 21:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Kiel]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprogramm]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://unwort.wordpress.com/?p=209</guid>
		<description><![CDATA[Denken Sie doch mal daran, liebe Bürgerinnen und Bürger, sich zu freuen, dass Sie in einer Demokratie leben. Versuchen Sie es einfach mal. Beim Einkaufen. Oder beim Verharren im Wartezimmer (da haben Sie doch sowieso nichts zu tun). Oder beim Geschlechtsverkehr. Freuen Sie sich also, bürger Lieberinnen und Lieber, dass wir in einer Demokratie leben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Denken Sie doch mal daran, liebe Bürgerinnen und Bürger, sich zu freuen, dass Sie in einer Demokratie leben. Versuchen Sie es einfach mal. Beim Einkaufen. Oder beim Verharren im Wartezimmer (da haben Sie doch sowieso nichts zu tun). Oder beim Geschlechtsverkehr.</p>
<p>Freuen Sie sich also, bürger Lieberinnen und Lieber, dass wir in einer Demokratie leben und es uns deshalb so gut geht.</p>
<p>Wegen dieser Einleitung könnte ich mich eigentlich von der SPD als Kandidat zur Bundespräsidentenwahl aufstellen lassen, nicht wahr? Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Thema, under Bürgerinnen lieber Bürg, ist die Wahl, die ja nun morgen stattfinden wird. Für diejenigen von Ihnen, die jetzt in Panik verfallen und sich selbst für ernsthaft dement halten: Es sind nur Kommunalwahlen, und zwar in Schleswig-Holstein.</p>
<p>Wie langweilig, denken Sie jetzt.</p>
<p>Aber nein, lieber Underinnen bürg Under, mitnichten! Sie wissen ja, die Wahlen sind wichtig. Sie sind gewissermaßen, um in etwas antiquierten Worten zu sprechen, die Tretmühlen unserer Demokratie. Es ist zwar anstrengend, hinzugehen, aber es geschieht für einen guten Zweck. Sie wissen schon. Kampf gegen rechts und so.<span id="more-163"></span></p>
<p>Wie das vor Wahlen immer so ist, haben politisch engagierte und/oder gut bezahlte Bürgerinnen und Bürger die Stadt mit Wahlplakaten zugepflastert. Und so hängen in Kiel jetzt streng frisierte CDU-Frauen neben dicklichen SPD-Kandidaten, die aussehen, als ob sie gerade dem Wacken Open Air-Festival entlaufen wären, umrahmt von erstaunlich besonnen aussehenden Grünen. An die FDP kann ich mich nicht erinnern.</p>
<p>Es gibt hier sogar einen CDU-Kandidaten, ich habe leider seinen Namen vergessen, der, glaubt man seinen Plakaten, sowohl für den Landtag als auch für den Kreistag kandidiert. Wie er das anstellen will, ist mir schleierhaft, zumal wir ja morgen gar nicht den Landtag wählen. Aber bitte sehr, versuchen kann er es ja gern. Ich sage nur: Hochmut kommt vor dem Fall!</p>
<p>Oder war&#8217;s <a href="http://frederichormuth.wordpress.com/" target="_blank">Hormuth</a>?</p>
<p>Kann nicht sein, denn der ist ja schon da&#8230;</p>
<p>Egal. Mündig und bürgerlich, wie ich bin, habe ich mir natürlich die Kommunalwahlprogramme jeder Partei, die ich für bedeutsam halte, zugelegt.</p>
<p>Naja &#8211; ich gebe zu, es war etwas anders. Ich ging friedlich durch die Fußgängerzone, als ich plötzlich hinterrücks von einer CDU-Wahlkämpferin angefallen wurde. Trotz ihrer wahrlich martialischen Berufsbezeichnung hatte sie nur beschränkt Grausames mit mir vor: Sie drückte mir das Kommunalwahlprogramm der CDU mitsamt EM-Planer in die Hand, während sie sagte: &#8220;Möchten Sie einen EM-Planer?&#8221;</p>
<p>Das ist schon symptomatisch, weil gelogen. Sie hätte ebensogut &#8220;Der Haifisch hat Zähne, und die trägt er im Gesicht&#8221; sagen können, das wäre genauso angebracht gewesen. Denn offensichtlich ging es ihr nicht um den EM-Planer, sondern um das Programm. Und sie hätte mich auch nicht zu fragen brauchen, da ich es ja schon in der Hand hatte, bevor sie anfing zu sprechen.</p>
<p>Derart überrumpelt wollte ich natürlich auch den anderen Parteien eine Chance geben und besorgte mir auch deren Programme.</p>
<p>Das Erste, was mir aufällt, ist: Die FDP hatte am wenigsten Lust. Es findet sich im liberalen Heftchen kein einziges Bild. Das Programm ist eine unmotivierte Aneinanderreihung von Buchstaben. Nicht mal zum Blocksatz konnte man sich im FDP-Denkerstübchen durchringen.</p>
<p>Das Programm der FDP habe ich also leider nicht gelesen, weil ich dazu keine Lust hatte.</p>
<p>Die CDU bezieht sich (wohl unwissend) auf <a href="http://www.das-unwort.de/2008/05/08/aktives-nachhaltiges-phrasendreschen/" target="_blank">einen meiner Artikel</a> und wirbt &#8220;<em>für ein nachhaltiges Kiel</em>&#8220;. Davon wird mir nachhaltig und effektiv übel. Aber immerhin gibt es viele Bilder, sogar teilweise bunt, und eine Menge lustiger Phrasen.</p>
<p>Die SPD hat sich augenscheinlich dieses Jahr eine große Runde von Finanzexperten eingeladen, die nach einer Behandlung mit bewusstseinserweiternden Mitteln zu dem Ergebnis gekommen sind, durch Folgendes die finanzielle Situation der Stadt verbessern zu können:</p>
<p>&#8220;Wir nutzen die kaufmännische Buchführung (Doppik) und entwerfen zur Konsolidierung der Finanzen ein Ressourcenverbrauchskonzept.&#8221;</p>
<p>Herzlichen Glückwunsch. Warum sich durch eine veränderte Art der Buchführung die Menge des zur Verfügung stehenden Geldes erhöht, erschließt sich wohl nur den zugedröhnten Finanzexperten. Trotzdem: Ein neues Konzept ist immer gut. Noch dazu eines mit solch einem schönen Namen.</p>
<p>In Kiel wird es im nächsten Jahr Geld regnen, denn: &#8220;Aufgabenkritik wird zu mehr Effizienz und Effektivität führen.&#8221;</p>
<p>Entweder ist das ein Euphemismus für die Reduzierung von Ausgaben oder eine mir unbekannte Methode des Gelddruckens.</p>
<p>Die Grünen beschäftigen augenscheinlich einige Autoren in ihren Reihen. Anders kann ich mir den grünen Roman nicht erklären, den ich da lesen musste&#8230;</p>
<p>Die Grünen sind übrigens für die Wiedereinrichtung einer Straßenbahn in Kiel. Die gab es schon mal, die Bahn &#8211; in den 80er Jahren wurde sie jedoch aus mir völlig schleierhaften Gründen abgerissen.</p>
<p class="MsoNormal">Natürlich braucht es dafür einen schönen Namen. Einen, der dynamisch ist und zugleich modern. Der Weltoffenheit ausdrückt. Die Grünen nennen es &#8220;StadtRegionalBahn&#8221; und verfallen DerSelbenKrankheitWieDieDeutscheBahnAG. Da gibt es ja auch nur noch ServicePoints, RestaurantWagen und FahrKartenAutomaten.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Die Stadtregionalbahn ist übrigens &#8220;mit 356 Millionen Euro Investitionskosten sehr kostengünstig.“</p>
<p class="MsoNormal">Den Gagschreiber der Grünen will ich auch!</p>
<p><span style="font-size:12pt;"> </span></p>
<p>Weiterhin wird stolz berichtet: &#8220;Einen großen Erfolg unserer Politik stellt die innovative Bauausstellung (InBA) 2008 mit dem Schwerpunkt &#8216;energetisches Bauen&#8217; dar. &#8221;</p>
<p>Mit kleinen Schritten zum Ziel. Deswegen mag ich Kommunalpolitik so gerne&#8230; es geht um Spielplätze, Videokameras und Ausstellungen. Es muss sehr frustrierend sein, damit Wahlkampf führen zu müssen.</p>
<p>Was ist eigentlich &#8220;energetisches Bauen&#8221;? Das klingt ein wenig nach einer Selbsthilfegruppe für Architekten&#8230;</p>
<p>Liebe Bürgerinnen und Bürger. Trotz all dem Schmu, der in den Kommunalwahlprogrammen steht, trotz all der -innen und -ins, die Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Kielerinnen und Kieler, ins Auge kriechen und Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Zusammenhang der Sätze kaum mehr gedanklich durchdringen lassen: Gehen Sie zur Wahl. Denn nur dort haben Sie die Wahl, ahahaha.</p>
<p>Im Ernst: Wenn Sie sich amüsieren wollen, lesen Sie mal Wahlprogramme. Nirgends werden Sie so viele Phrasen finden, so viel Schönklingendes Wohlschmeckendes Positives, aber auch irgendwie Nichtssagendes: Im Land der Wahlprogramme, dort, wo man den Sinn des Satzes nach den Sprachfiguren ausrichtet. Und das Ganze dann, im Unterschied zu Thomas Mann, doch irgendwie schlecht klingt:</p>
<p>&#8220;Die Serviceorientierung des Jobcenters muss weiter verbessert und den Bürgerinnen und Bürgern die Sicherheit gegeben werden, hier nicht nur gefordert, sondern auch sinnvoll gefördert zu werden.&#8221;</p>
<p class="MsoNormal">&#8220;Nicht nur Floskeln, sondern auch wohl formulieren!&#8221;, möchte man da rufen&#8230;</p>
<p class="MsoNormal">Ich habe morgen die Qual der Wahl. Ich werde den wählen, der am besten Deutsch kann.</p>
<p class="MsoNormal">Unwort des Tages: Kielerinnen und Kieler.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.das-unwort.de/2008/05/24/alle-jahre-wieder-nachhaltiges-wahlen-auf-kommunaler-ebene/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Aktives, nachhaltiges Phrasendreschen</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/05/08/aktives-nachhaltiges-phrasendreschen/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2008/05/08/aktives-nachhaltiges-phrasendreschen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 May 2008 21:02:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[Contergan]]></category>
		<category><![CDATA[Grünenthal]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltig]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Politikersprech]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[substantiell]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://unwort.wordpress.com/?p=199</guid>
		<description><![CDATA[Wie schön, dass der Mensch fähig ist, zu sprechen. &#8220;Langage&#8221; nannte das der berühmte Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure. Warum auch immer. Das u hat er vielleicht vergessen und uns deswegen ein neues Fachwort beschert&#8230; er war halt Wissenschaftler. Und dazu noch einer, der sich freiwillig mit Linguistik beschäftigte. Solche Menschen ekeln mich geradezu an&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie schön, dass der Mensch fähig ist, zu sprechen. &#8220;Langage&#8221; nannte das der berühmte Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure. Warum auch immer. Das u hat er vielleicht vergessen und uns deswegen ein neues Fachwort beschert&#8230; er war halt Wissenschaftler. Und dazu noch einer, der sich freiwillig mit Linguistik beschäftigte. Solche Menschen ekeln mich geradezu an&#8230;</p>
<p>Glücklicherweise sind die Fieberträume des Saussure nicht Thema dieses Artikels. Es geht vielmehr um  unsere typisch deutsche Angewohnheit, im Bewusstsein unserer eigenen Wichtigkeit sofort und als hätte man einen Schalter umgelegt hochgestochen und sinnentleert daherzufaseln, sobald wir um ein Statement gebeten werden.</p>
<p>Haben Sie schon mal zu Ihrem Geschlechtspartner gesagt: &#8220;Ich trage mich mit dem Gedanken, unsere zwischenmenschliche Beziehung am heutigen Abend auf effektive Weise nachhaltig aktiv zu gestalten&#8221;?  Oder beim Schlachter: &#8220;Zur Befriedigung eines aus dem Instinkt erwachsenen menschlichen Bedürfnisses und zur Ankurbelung und nicht zuletzt auch Aufrechterhaltung des Stoffwechsels, der mich und auch Sie am Leben erhält und in Zukunft erhalten muss, soll, darf und kann, erwerbe ich hiermit zweihundertundneunzig Gramm feinsten Hackfleisches, das vor einiger Zeit aus sowohl Schweine- als auch Rindfleisch zusammengeführt worden ist.&#8221;<span id="more-157"></span></p>
<p>So redet doch keiner! Aber sobald die Leute Abgeordneter im Kreis-, Land- oder Bundestag oder Pressesprecher bei der Wurstwasser AG sind, beim Amt arbeiten (und sei es als Papierschneidemaschinenbediener) oder aus irgend einem anderen Grund im Beruf einen Anzug tragen, fangen sie an, sinnlose Phrasen zu dreschen. Ohne, dass es nötig wäre oder jemandem hilft. Das scheint ganz einfach mit dem Beruf verwoben zu sein. So, als ob es im Arbeitsvertrag eine Klausel gäbe: &#8220;Der Arbeitnehmer hat sich in der Öffentlichkeit möglichst verwaschen, unpräzise und hochgestochen auszudrücken.&#8221;</p>
<p>Achten Sie mal darauf, was die Politiker bei den O-Tönen in den Nachrichten sagen. Achten Sie auf so schöne Worte wie &#8220;nachhaltig&#8221;, &#8220;effektiv&#8221;, &#8220;aktiv&#8221; und &#8220;ergebnisoffen&#8221;.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-200" style="margin-right:10px;" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/cont.jpg?w=300" alt="" width="286" height="159" />Ein wunderschönes Beispiel heute in der Tagesschau. Thema Contergan. Die verantwortliche Firma Grünenthal hat sich dazu durchgerungen, den Opfern des Medikaments die ungeheure Summe von 50 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. O-Ton von Pressesprecherin Annette Fusenig, die so hingebungsvoll lächelte, als ob Contergan ein Aphrodisiakum sei und sie es gerade teste:</p>
<p>&#8220;Unsere Haltung in dem Fall ist ganz <em>eindeutig</em>: Contergan <em>ist </em>und <em>bleibt </em>Teil unserer Firmengeschichte. Das bedeutet für uns, dass wir hier moralische Verantwortung übernehmen und unsere <span style="text-decoration:underline;"><strong><em>freiwillige</em></strong></span> (hier schreit sie fast) Einzahlung von <strong>fünfzig!!!!!!! </strong>(man kann die Ausrufezeichen förmlich hören)<strong> </strong>Millionen Euro ist ein <em>substantieller </em>Beitrag, um die Lebenssituation der Betroffenen <em>nachhaltig </em>und <em>dauerhaft </em>zu verbessern.&#8221;</p>
<p>Politikersprech aus dem Munde einer Frau im besten Alter. Warum tut sie das? Warum redet sie so? Warum sagt sie, die Haltung sei <em>eindeutig</em> ? Hat der Redakteur ihr vorgeworfen, mit gespaltener Zunge zu reden? Warum ist die Verantwortung <em>moralisch</em>? Ist die nicht immer moralisch? Oder gibt es auch unmoralische Verantwortung? Warum ist der Beitrag <em>substantiell</em>?  Wie verbessert man denn eine Situation <em>nachhaltig </em>und <em>dauerhaft</em>?</p>
<p>Das ist, mit Verlaub, Laberkram. Es ist einfach eine schlechte Angewohnheit, die die gute Frau da von den Politikern abgeguckt hat. Und die wiederum setzen auf die Psyche: &#8220;Aktiv gestalten&#8221; klingt einfach besser als &#8220;mitmachen&#8221;, und ein paar eingestreute Worte wie &#8220;substantiell&#8221; und &#8220;effektiv&#8221; machen nun mal den Eindruck, als wäre man unendlich wichtig und hätte ein wachsames Auge auf alle Probleme unseres Landes.</p>
<p>Ich finde ja: Wenn man nichts weiß, sollte man einfach mal die Klappe halten und die nunmehr entstandene  Stille effektiv und auch nachhaltig genießen.</p>
<p>Unwort des Tages: Substantiell.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.das-unwort.de/2008/05/08/aktives-nachhaltiges-phrasendreschen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
