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	<title>Das Unwort &#187; Kiel</title>
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	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
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		<title>Alle Jahre wieder &#8211; nachhaltiges Wählen auf kommunaler Ebene</title>
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		<pubDate>Sat, 24 May 2008 21:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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		<description><![CDATA[Denken Sie doch mal daran, liebe Bürgerinnen und Bürger, sich zu freuen, dass Sie in einer Demokratie leben. Versuchen Sie es einfach mal. Beim Einkaufen. Oder beim Verharren im Wartezimmer (da haben Sie doch sowieso nichts zu tun). Oder beim &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/05/24/alle-jahre-wieder-nachhaltiges-wahlen-auf-kommunaler-ebene/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Denken Sie doch mal daran, liebe Bürgerinnen und Bürger, sich zu freuen, dass Sie in einer Demokratie leben. Versuchen Sie es einfach mal. Beim Einkaufen. Oder beim Verharren im Wartezimmer (da haben Sie doch sowieso nichts zu tun). Oder beim Geschlechtsverkehr.</p>
<p>Freuen Sie sich also, bürger Lieberinnen und Lieber, dass wir in einer Demokratie leben und es uns deshalb so gut geht.</p>
<p>Wegen dieser Einleitung könnte ich mich eigentlich von der SPD als Kandidat zur Bundespräsidentenwahl aufstellen lassen, nicht wahr? Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Thema, under Bürgerinnen lieber Bürg, ist die Wahl, die ja nun morgen stattfinden wird. Für diejenigen von Ihnen, die jetzt in Panik verfallen und sich selbst für ernsthaft dement halten: Es sind nur Kommunalwahlen, und zwar in Schleswig-Holstein.</p>
<p>Wie langweilig, denken Sie jetzt.</p>
<p>Aber nein, lieber Underinnen bürg Under, mitnichten! Sie wissen ja, die Wahlen sind wichtig. Sie sind gewissermaßen, um in etwas antiquierten Worten zu sprechen, die Tretmühlen unserer Demokratie. Es ist zwar anstrengend, hinzugehen, aber es geschieht für einen guten Zweck. Sie wissen schon. Kampf gegen rechts und so.<span id="more-163"></span></p>
<p>Wie das vor Wahlen immer so ist, haben politisch engagierte und/oder gut bezahlte Bürgerinnen und Bürger die Stadt mit Wahlplakaten zugepflastert. Und so hängen in Kiel jetzt streng frisierte CDU-Frauen neben dicklichen SPD-Kandidaten, die aussehen, als ob sie gerade dem Wacken Open Air-Festival entlaufen wären, umrahmt von erstaunlich besonnen aussehenden Grünen. An die FDP kann ich mich nicht erinnern.</p>
<p>Es gibt hier sogar einen CDU-Kandidaten, ich habe leider seinen Namen vergessen, der, glaubt man seinen Plakaten, sowohl für den Landtag als auch für den Kreistag kandidiert. Wie er das anstellen will, ist mir schleierhaft, zumal wir ja morgen gar nicht den Landtag wählen. Aber bitte sehr, versuchen kann er es ja gern. Ich sage nur: Hochmut kommt vor dem Fall!</p>
<p>Oder war&#8217;s <a href="http://frederichormuth.wordpress.com/" target="_blank">Hormuth</a>?</p>
<p>Kann nicht sein, denn der ist ja schon da&#8230;</p>
<p>Egal. Mündig und bürgerlich, wie ich bin, habe ich mir natürlich die Kommunalwahlprogramme jeder Partei, die ich für bedeutsam halte, zugelegt.</p>
<p>Naja &#8211; ich gebe zu, es war etwas anders. Ich ging friedlich durch die Fußgängerzone, als ich plötzlich hinterrücks von einer CDU-Wahlkämpferin angefallen wurde. Trotz ihrer wahrlich martialischen Berufsbezeichnung hatte sie nur beschränkt Grausames mit mir vor: Sie drückte mir das Kommunalwahlprogramm der CDU mitsamt EM-Planer in die Hand, während sie sagte: &#8220;Möchten Sie einen EM-Planer?&#8221;</p>
<p>Das ist schon symptomatisch, weil gelogen. Sie hätte ebensogut &#8220;Der Haifisch hat Zähne, und die trägt er im Gesicht&#8221; sagen können, das wäre genauso angebracht gewesen. Denn offensichtlich ging es ihr nicht um den EM-Planer, sondern um das Programm. Und sie hätte mich auch nicht zu fragen brauchen, da ich es ja schon in der Hand hatte, bevor sie anfing zu sprechen.</p>
<p>Derart überrumpelt wollte ich natürlich auch den anderen Parteien eine Chance geben und besorgte mir auch deren Programme.</p>
<p>Das Erste, was mir aufällt, ist: Die FDP hatte am wenigsten Lust. Es findet sich im liberalen Heftchen kein einziges Bild. Das Programm ist eine unmotivierte Aneinanderreihung von Buchstaben. Nicht mal zum Blocksatz konnte man sich im FDP-Denkerstübchen durchringen.</p>
<p>Das Programm der FDP habe ich also leider nicht gelesen, weil ich dazu keine Lust hatte.</p>
<p>Die CDU bezieht sich (wohl unwissend) auf <a href="http://www.das-unwort.de/2008/05/08/aktives-nachhaltiges-phrasendreschen/" target="_blank">einen meiner Artikel</a> und wirbt &#8220;<em>für ein nachhaltiges Kiel</em>&#8220;. Davon wird mir nachhaltig und effektiv übel. Aber immerhin gibt es viele Bilder, sogar teilweise bunt, und eine Menge lustiger Phrasen.</p>
<p>Die SPD hat sich augenscheinlich dieses Jahr eine große Runde von Finanzexperten eingeladen, die nach einer Behandlung mit bewusstseinserweiternden Mitteln zu dem Ergebnis gekommen sind, durch Folgendes die finanzielle Situation der Stadt verbessern zu können:</p>
<p>&#8220;Wir nutzen die kaufmännische Buchführung (Doppik) und entwerfen zur Konsolidierung der Finanzen ein Ressourcenverbrauchskonzept.&#8221;</p>
<p>Herzlichen Glückwunsch. Warum sich durch eine veränderte Art der Buchführung die Menge des zur Verfügung stehenden Geldes erhöht, erschließt sich wohl nur den zugedröhnten Finanzexperten. Trotzdem: Ein neues Konzept ist immer gut. Noch dazu eines mit solch einem schönen Namen.</p>
<p>In Kiel wird es im nächsten Jahr Geld regnen, denn: &#8220;Aufgabenkritik wird zu mehr Effizienz und Effektivität führen.&#8221;</p>
<p>Entweder ist das ein Euphemismus für die Reduzierung von Ausgaben oder eine mir unbekannte Methode des Gelddruckens.</p>
<p>Die Grünen beschäftigen augenscheinlich einige Autoren in ihren Reihen. Anders kann ich mir den grünen Roman nicht erklären, den ich da lesen musste&#8230;</p>
<p>Die Grünen sind übrigens für die Wiedereinrichtung einer Straßenbahn in Kiel. Die gab es schon mal, die Bahn &#8211; in den 80er Jahren wurde sie jedoch aus mir völlig schleierhaften Gründen abgerissen.</p>
<p class="MsoNormal">Natürlich braucht es dafür einen schönen Namen. Einen, der dynamisch ist und zugleich modern. Der Weltoffenheit ausdrückt. Die Grünen nennen es &#8220;StadtRegionalBahn&#8221; und verfallen DerSelbenKrankheitWieDieDeutscheBahnAG. Da gibt es ja auch nur noch ServicePoints, RestaurantWagen und FahrKartenAutomaten.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Die Stadtregionalbahn ist übrigens &#8220;mit 356 Millionen Euro Investitionskosten sehr kostengünstig.“</p>
<p class="MsoNormal">Den Gagschreiber der Grünen will ich auch!</p>
<p><span style="font-size:12pt;"> </span></p>
<p>Weiterhin wird stolz berichtet: &#8220;Einen großen Erfolg unserer Politik stellt die innovative Bauausstellung (InBA) 2008 mit dem Schwerpunkt &#8216;energetisches Bauen&#8217; dar. &#8221;</p>
<p>Mit kleinen Schritten zum Ziel. Deswegen mag ich Kommunalpolitik so gerne&#8230; es geht um Spielplätze, Videokameras und Ausstellungen. Es muss sehr frustrierend sein, damit Wahlkampf führen zu müssen.</p>
<p>Was ist eigentlich &#8220;energetisches Bauen&#8221;? Das klingt ein wenig nach einer Selbsthilfegruppe für Architekten&#8230;</p>
<p>Liebe Bürgerinnen und Bürger. Trotz all dem Schmu, der in den Kommunalwahlprogrammen steht, trotz all der -innen und -ins, die Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Kielerinnen und Kieler, ins Auge kriechen und Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Zusammenhang der Sätze kaum mehr gedanklich durchdringen lassen: Gehen Sie zur Wahl. Denn nur dort haben Sie die Wahl, ahahaha.</p>
<p>Im Ernst: Wenn Sie sich amüsieren wollen, lesen Sie mal Wahlprogramme. Nirgends werden Sie so viele Phrasen finden, so viel Schönklingendes Wohlschmeckendes Positives, aber auch irgendwie Nichtssagendes: Im Land der Wahlprogramme, dort, wo man den Sinn des Satzes nach den Sprachfiguren ausrichtet. Und das Ganze dann, im Unterschied zu Thomas Mann, doch irgendwie schlecht klingt:</p>
<p>&#8220;Die Serviceorientierung des Jobcenters muss weiter verbessert und den Bürgerinnen und Bürgern die Sicherheit gegeben werden, hier nicht nur gefordert, sondern auch sinnvoll gefördert zu werden.&#8221;</p>
<p class="MsoNormal">&#8220;Nicht nur Floskeln, sondern auch wohl formulieren!&#8221;, möchte man da rufen&#8230;</p>
<p class="MsoNormal">Ich habe morgen die Qual der Wahl. Ich werde den wählen, der am besten Deutsch kann.</p>
<p class="MsoNormal">Unwort des Tages: Kielerinnen und Kieler.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>O Gallienus, where are thou? Der Bibliothekstragödie zweiter Teil.</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Mar 2008 20:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Mensch ist ja ein Raubtier (biologischerdings zwar eher ein Allesfresser, so wie der hier). Er ist aber gelegentlich auch ein wenig beschränkt und zweckentfremdet sich selbst. Er jagt zum Beispiel nicht mehr wüste Wildschweine oder schmackhafte Schuppentiere, sondern garstig &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/03/07/o-gallienus-where-are-thou-der-bibliothekstragodie-zweiter-teil/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Mensch ist ja ein Raubtier (biologischerdings zwar eher ein Allesfresser, so wie <a href="http://www.denkfabrik-info.de/mediac/400_0/media/aasgeier.jpg" target="_blank">der hier</a>). Er ist aber gelegentlich auch ein wenig beschränkt und zweckentfremdet sich selbst. Er jagt zum Beispiel nicht mehr wüste Wildschweine oder schmackhafte Schuppentiere, sondern garstig Geschriebenes.</p>
<p>Was hat denn der geraucht, fragen Sie nun und haben Recht mit Ihrer Skepsis. Es ist so: Ich bin dieser Tage quasi <i>gezwungen</i>, den geistigen Ergüssen mir gänzlich unbekannter Personen hinterherzujagen, und das auch noch in einer beängstigenden Umgebung. Ich suche also Bücher in unserer Universitätsbibliothek. Genauer: In der Seminarbibliothek der Klassischen Altertumskunde. <span id="more-138"></span></p>
<p>Ich bin dazu nun nicht von Frau Salesch oder so verurteilt worden (das wäre ja noch einigermaßen verständlich), nein, ich habe es mir fast schon <i>ausgesucht</i>, will sagen, ich tue es <i>freiwillig</i>. Das muss man sich mal vorstellen! Aber was tut man nicht alles für einen Bachelor in Geschichte.</p>
<p>Ich orientierungsloser Drittsemester sitze nun also seit einer Woche jeden Tag vor den ächzenden Rechnern im Bibliotheksvorraum und filtere die kryptischen Suchergebnisse nach Brauchbarem. Es geht nämlich um Gallienus, liebe Leser. Gallienus, ein römischer Kaiser, von dessen Existenz Sie bisher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts gewusst haben. Und genau das ist auch das Problem, das der gute Gallienus hat &#8211; im Grunde interessiert sich eigentlich kein Schwein für ihn. Das mag daran liegen, dass er in einer Zeit lebte, in der das Römische Reich alle paar Monate den Kaiser gewechselt hat (eine Tradition, die im heutigen Italien fortlebt).</p>
<p>Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Menschen, die sich aus irgendeinem Grunde dazu berufen fühlen, Bücher über Gallienus zu schreiben. Normalerweise möchte man solche Menschen entweder ignorieren oder wegsperren, in diesem Falle jedoch muss ich doch tatsächlich nach ihren geistigen Ergüssen Ausschau halten. In der hinreißenden Ordnung unseres universitären Buchsuchprogramms finde ich auch tatsächlich einige Bücher, die sich mit Gallienus beschäftigen oder zumindest so tun, als ob. Das Ernstbleiben fällt mir allerdings schwer (noch dazu in einer streng überwachten Bibliothek, wo man ja bekanntermaßen standrechtlich erschossen wird, wenn man auch nur laut furzt), und das auch noch aus verschiedenen Gründen: Da scheint es doch tatsächlich einen Forscher namens Schlumberger zu geben, den man sich natürlich zweifelsohne als kleinen blauen Mann mit weißer Mütze vorzustellen hat; außerdem scheint die Gallienus-Forschung Menschen mit nur <i>einem Namen</i> vorbehalten zu sein: Alföldi. Da gibt es dann einen A. Alföldi, der ein bahnbrechendes Werk über die &#8220;Weltkrise&#8221; des dritten Jahrhunderts verfasste, da gibt es eine M. R. Alföldi, die sich vornehmlich der antiken Münzkunde verschrieben hatte. Verschrieben hat sich auch der nächste Alföldi, aber bei seinem Namen: Alföldy nennt sich der Autor des bombastischen Werkes &#8220;Die Krise des Römischen Reiches: Geschichte, Geschichtsschreibung&#8230;&#8221; und so weiter. Und diese drei sind augenscheinlich nicht mal miteinander verwandt! Die einzige Verbindung scheint tatsächlich die Faszination für Gallienus und Kumpanen zu sein (und die Tatsache, dass sie alle drei aus Ungarn kommen. Was bedeutet, dass sie doch verwandt sind, aber lassen wir das).</p>
<p>Nun hatte ich tatsächlich mal ein Buch gefunden, das zu lesen ich erträumte (&#8220;The Numbering of the victories of the emperor Gallineus and of the loyality of his legions&#8221;, der Schreibfehler scheint zum Buch dazuzugehören), natürlich von S.M. A. Alföldi persönlich. Es scheint jedoch tatsächlich so etwas wie eine höhere Gerichtsbarkeit zu geben, denn: Wie eben von mir gewünscht, hat man den Alföldi tatsächlich weggesperrt. <b>In die Geschlossene</b>. Leider aber nur sein Buch, nämlich in das sogenannte <i>Geschlossene Magazin.</i></p>
<p>Begleiten wir B. Kruse, stud. phil., auf seinem Weg in den Fettnapf.</p>
<p>B. Kruse fragt sich, nachdem er in der großen Zentralbibliothek eine geschlagene Viertelstunde vor dem Übersichtsplan campiert hat: <i>Wo ist das geschlossene Magazin</i>? Man bedenke: B. Kruse fragt sich. Er denkt nicht. Er fragt nur.</p>
<p>Und so fragt er, der er einst sein Abitur gemacht hat, die freundliche Frau mit dem modischen Kurzhaarschnitt an der Auskunft (die in der Zentralbibliothek polternd <b>WEGWEISUNG</b> genannt wird): &#8220;Entschuldigung, ich suche das geschlossene Magazin&#8230;&#8221;, und erntet einen Blick, als ob er soeben aus jenem entflohen wäre.</p>
<p>Da klickt es bei B. Kruse, stud. phil., Abiturschnitt 2,5, und er vollendet hastig seinen Satz: &#8220;&#8230; oder heißt es geschlossenes Magazin, weil man da nicht &#8216;reindarf?&#8221;</p>
<p>Das zustimmende Nicken des Kurzhaarschnitts in Kombination mit einem mitleidigen Blick macht B. Kruse bewusst, dass er in einem erstaunlichen Fettnapf watet. In dem Bewusstsein, letzteren kaum noch vergrößern zu können, lässt er sich noch schnell erklären, wie man sich ein Buch aus der GESCHLOSSENEN ausleiht und verlässt fluchtartig den Raum.</p>
<p>Dieser Tage wälze ich also verdammt viele verdammt alte Bücher auf der Suche nach Informationen über Gallienus (derer gibt es übrigens nicht viele) und die Dinge, die Gallienus im Römischen Reich getan oder auch nicht getan hat. Dazu gibt es, wie auch sonst, unzählige Meinungen. Selbst der dreiköpfige Hund Alföldi/y scheint sich uneins zu sein und vertritt drei verschiedene Meinungen. Ich bin der Überzeugung: Hätte Gallienus ein Buch über sich geschrieben (wenn er denn schreiben konnte), er hätte noch eine andere Meinung vertreten.</p>
<p>Manchmal wünscht man sich, eine praktische zusammenklappbare Zeitmaschine zu haben. Die stellt man dann an seinem Arbeitsplatz in der Bibliothek auf den Tisch, beamt sich mal eben zu Gallienus, dem ollen Stecher, fragt ihn, warum er denn nun diese Heeresreform durchführt, wundert sich über seinen Gesichtsausdruck und seine Antwort (&#8220;Was denn für eine Heeresreform???&#8221;), beamt sich wieder zurück, bevor Gallienus gewalttätig wird, ignoriert die entsetzten Blicke des Bibliothekspersonals und schreibt eine Hausarbeit mit dem Titel &#8220;Alföldi/ys Irrtum: Gallienus, der Reformunwillige&#8221;. Danach bekommt man sowohl Pulitzer- als auch Nobelpreis, heiratet eine schöne, wenn auch blöde Frau, zeugt schöne, wenn auch blöde Kinder und setzt sich in einem Haus in Südfrankreich zur Ruhe (von Frau und Kindern).</p>
<p>Das Leben könnte so einfach sein.</p>
<p>Isses aber nicht.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Gallienus, wo bist du????</p>
<p>Gallienus!!!!!</p>
<p>Aaaaahhhh&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: Alföldi.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Modische Eskalation in Kiel</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2007 18:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Handtasche]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich war heute in der Stadt, und das will was heißen. Schließlich bin ich ja sowas wie ein moderner Misanthrop. &#8230; Na, wieder da von Wikipedia? Dann kann&#8217;s ja weitergehen. Also, ich war heute in der Stadt. Da gibt es &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2007/11/25/modische-eskalation-in-kiel/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war heute in der Stadt, und das will was heißen. Schließlich bin ich ja sowas wie ein moderner Misanthrop.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Na, wieder da von Wikipedia? Dann kann&#8217;s ja weitergehen.</p>
<p>Also, ich war heute in der Stadt. Da gibt es Menschen. Viele Menschen. Sonntags sind es nicht ganz so viele (denn die meisten sind in der Kirche), aber man bekommt trotzdem etwas geboten. <span id="more-110"></span></p>
<p>Ich fand ja die zwei chinesischen Touristinnen schon ziemlich ungewöhnlich, die sich  Ende November an einem scheißkalten Tag mit schneidendem Wind und grauem Himmel in Kiel vor eine zubetonierte, 350 m² umfassende Süßwasserlache stellen und sich breit grinsend mit einem streicholzschachtelgroßen Technikmonster gegenseitig fotografieren.</p>
<p>Das ist aber schon wieder zu ungewöhnlich. Wirklich interessant sind die Leute, die man eigentlich jeden Tag sieht, jedoch jedes Mal aufs Neue beschließt, sie lieber nicht gesehen zu haben.</p>
<p>Ich werde nichts über Vorderasiaten in Jogginganzügen schreiben, denn das wäre politisch nicht korrekt.</p>
<p>Ich schreibe über Mädchen. Schlimmer: Pubertierende Mädchen.</p>
<p>Die kommen so dahergeschlendert. Zu zweit, natürlich.</p>
<p>Die eine blond, die andere brünett. Ist ja schon mal ein schönes Duo, möchte man meinen.  Ich schätze sie mal auf etwa 16, und das nicht nur, damit dieser Text hier legal ist.</p>
<p>Nun, diese zwei leidlich attraktiven Wesen schlendern die Straße hinunter auf die Bushaltestelle zu, an der ich auf meinen Bus warte. Gefühlsmäßig der kälteste Ort Kiels, aber das tut hier nichts zur Sache.</p>
<p>Schauen wir uns eine der beiden, gleichermaßen (deutsches Wort für quasi) als Exemplum (lateinisches Wort für Beispiel), mal genauer an.</p>
<p>Die spindeldürren Beine stecken in einer dunkelblauen Jeans, die Füße in überdimensionierten Wildleder-Stiefeln (geschätzte Kosten für letztere: 249 Euro). Um den Hals ist ein ebenso monströser grauer Schal geschlungen, in dem der Kopf fast komplett verschwindet (eine Anleihe an Taliban-Turbane?!). Die schulterlangen blonden Haare werden von einem schwarzen Haarreif gehalten. Unter der dunklen, modischen, weil zu kurzen Jacke lugt frech das pinke Unterhemd hervor. Mir wird schon beim Hinsehen kalt.</p>
<p>Im Arm trägt sie eine weiße Handtasche mit Blümchen drauf. Und noch eine, eine hellbraune.</p>
<p>Ich wende mich von diesem zwar modisch erschreckenden, aber dennoch alltäglichen Anblick ab.</p>
<p>Mein Interesse an diesen beiden Wesen wird eigentlich erst erregt, und ich betone, dass es nur das Interesse ist, als sich Blondie während ihres innigen Geschnatters mit Brownie so zu mir hindreht, dass ich ihre braune Handtasche noch mal sehe.</p>
<p>Die braune Handtasche ist ein Hund. Ein kleiner, brauner Hund mit eingedrückter Schnauze und spitzen Ohren. Ein hässliches, knopfäugiges, vierbeiniges Säugetier, dass sich mit seiner Rolle als Placebo-Handtasche wohl abgefunden hat. Jedenfalls legt es nicht das seiner Art entsprechende Verhalten an den Tag, nämlich das Rudel zusammenzurufen und die Weiber zu umkreisen, sie zu verspeisen und abzureisen. Es scheint dem Gespräch der beiden Heranwachsenden vielmehr mit großem Interesse zu folgen. Mir unerklärlich.</p>
<p>Ich tat das, was der Hund hätte tun sollen, ich schnappte nämlich. Jedoch schnappte ich nur Fetzen des Gespräches auf:</p>
<p>&#8220;O man, Harriet, das kann ich dir jetzt schon sagen, dass er fremdgeht &#8230; sowieso nicht dein Freund wird, weil ich dich dabei nicht unterstützen werde &#8230;  wo feiern wir eigentlich Silvester?&#8221;</p>
<p>Meine sozio-neologistisch-psychologische Analyse: Harriets Freundin will was von dem, von dem auch Harriet etwas will und will Harriet nun davon überzeugen, dass er nicht gut für sie ist, damit sie ihn für sich alleine hat. Sollte Harriet darauf nicht eingehen, so wird sie ihre Handtasche auf sie hetzen.</p>
<p>Das sind Geschichten, wie sie das Leben schreibt, lieber Leser, und zwar sonntags in Kiel.</p>
<p>Da, wo die Handtaschen Hunde sind und die chinesischen Touristinnen sich noch selbst fotografieren.</p>
<p>Unwort des Tages: Braune Handtaschen.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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