<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Das Unwort &#187; Geschichte</title>
	<atom:link href="http://www.das-unwort.de/tag/geschichte/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.das-unwort.de</link>
	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
	<lastBuildDate>Mon, 12 Jul 2010 11:49:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
<xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" />
		<item>
		<title>Herzlichen Glückwunsch&#8230; der 9. November</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/11/09/herzlichen-gluckwunsch-der-9-november/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2009/11/09/herzlichen-gluckwunsch-der-9-november/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 19:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[9. November]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Mauer]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Mauer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.das-unwort.de/?p=1013</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe die Artikelserie &#8220;Herzlichen Glückwunsch&#8221;, in der längst vergessene oder auch gänzlich unbekannte Jahrestage zelebriert werden, in letzter Zeit sträflich vernachlässigt. Welcher Tag wäre geeigneter, um dies zu ändern, als dieser 9. November. Selbst der Hinterwäldlerischste von Ihnen(1) weiß durch den medialen Terror dieser Tage, dass vor zwanzig Jahren die Mauer fiel. Aber damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe die Artikelserie &#8220;Herzlichen Glückwunsch&#8221;, in der längst vergessene oder auch gänzlich unbekannte Jahrestage zelebriert werden, in letzter Zeit sträflich vernachlässigt. Welcher Tag wäre geeigneter, um dies zu ändern, als dieser 9. November. Selbst der Hinterwäldlerischste von Ihnen<sup>(1)</sup> weiß durch den medialen Terror dieser Tage, dass vor zwanzig Jahren die Mauer fiel. Aber damit nicht genug &#8211; Sie werden sehen, am 9. November ist im Grunde alles passiert, was für die deutsche Geschichte irgendwie von Bedeutung ist.<sup>(2)</sup></p>
<p>Die Idee eines deutschen Nationalstaates ist ja nicht so sonderlich neu; die gab es schon im Jahre 1848. Damals gab&#8217;s nicht nur ein Deutschland, sondern ganz viele kleine. Das fanden einige Leute total doof und haben ein Parlament wählen lassen, das in Frankfurt tagte. Einer der Parlamentarier war Robert Blum. Den haben die, die das Parlament ihrerseits doof fanden, am 9. November 1848 in Wien erschossen. Das ist wichtig, weil das Parlament 1849 aufgelöst wurde und es zunächst Essig war mit einem (mehr oder weniger) demokratischen deutschen Gesamtstaat. Wenn der Blum noch gelebt hätte, wäre das garantiert anders gewesen, ist klar. Muss ja so sein, sonst wäre der <strong>9. November 1848</strong> ja kein wichtiges Datum.<sup>(3)</sup> <span id="more-1013"></span></p>
<p>Im November 1918 geht es dem inzwischen vereinten Deutschland ziemlich schlecht, weil sein Kaiser Willi so blöd war, den Österreichern zu erlauben, einen Krieg gegen die Serben anzufangen. Willi hat leider nicht ganz begriffen, dass er damit einen Weltkrieg auslöst &#8211; das darf er nun ausbaden. Passenderweise verkündet dann auch Prinz Max von Baden, seines Zeichens Reichskanzler, am<strong> 9. November 1918</strong>, dass der Kaiser abdankt. Und im Übrigen solle doch jetzt der Ebert von der SPD lieber Reichskanzler sein, auf Wiedersehen.</p>
<div id="attachment_1017" class="wp-caption alignleft" style="width: 288px"><img class="size-full wp-image-1017" title="Scheidemann rufend im Fenster / Foto: Bundesarchiv" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/11/scheidemann.jpg" alt="Scheidemann rufend im Fenster / Foto: Bundesarchiv" width="278" height="332" /><p class="wp-caption-text">Scheidemann rufend im Fenster / Foto: Bundesarchiv</p></div>
<p>Ebert ist erstmal schockiert, da ergreift sein Parteifreund Philipp Scheidemann &#8211; ja, er heißt so-  die Gelegenheit, steigt ins Fenster des Reichstagsgebäudes und ruft die Republik aus. Was auch immer es bedeutet, jedenfalls ist das Deutsche Reich, denn so heißt es ja noch, von dem Zeitpunkt an ganz offiziell Republik. Schade, dass Scheidemann mit der Idee nicht so allein ist, denn auch ein Kommunist namens Karl Liebknecht will eine Republik, aber bitte eine Räterepublik. Er hat allerdings gerade kein bequemes Fenster zur Verfügung, deswegen stellt er sich in den Tiergarten. Zwei Leute wollen die Republik, aber welche Art von Republik, darauf können sie sich partout nicht einigen. Also schießen sie erstmal ein wenig herum und killen ein paar Zivilisten. Das bringt sie der Lösung zwar nicht näher, aber macht einen guten und geschichtlichen Eindruck &#8211; der 9. November 1918. Geschichte zum Anfassen. Und Deutschland ist eine Republik, Hurra.</p>
<p>Am <strong>9. November 1923</strong> will ein kleiner schnauzbärtiger Mann mit großen Plänen und einem mächtigen Knacks im Hirn die Republik, inzwischen gab man ihr den wohlklingenden Namen &#8220;Weimarer Republik&#8221;, wieder abschaffen. Denn er mag sie nicht. Und er hat ein paar Leute um sich geschart, die die Weimarer Republik auch nicht mögen. Adolf Hitler möchte gern von München nach Berlin marschieren &#8211; möglichst schnell und möglichst im Triumph. Und natürlich werden sich ihm ganz viele Leute ganz schnell anschließen, ist ja klar.</p>
<p>Adolf kommt doch nicht ganz so weit wie geplant und wird mit seinen Kumpanen mitten in München von der Polizei zusammengeschossen. Er will sich, vor Heldenmut strotzend, schnell aus dem Staub machen, wird aber trotzdem verhaftet. Und zu einer witzigen, weil lachhaft kurzen &#8220;Haftstrafe&#8221; verurteilt.</p>
<p>Nicht nur, aber auch deswegen können Adolfs Helfer am <strong>9. November 1938 </strong>die Reichspogromnacht anzetteln. Denn irgendwer, man weiß bis heute nicht, wer, hat den kleinen Österreicher mit den großen Plänen 1933 zum Reichskanzler gemacht.</p>
<p>Nun hat Deutschland ein Problem, ist irgendwie aber trotzdem der Meinung, die Lösung für alle Probleme gefunden zu haben, und die Schuldigen übrigens auch: die Juden. Und zwar alle. Logo. Deswegen werden am 9. November 1938 Synagogen, Wohnungen und Geschäfte zerstört; dem Ganzen fallen mehrere Hundert Menschen zum Opfer.</p>
<p>Nach diesem dunklen Kapitel gibt es mal wieder mehrere Staaten auf deutschem Boden. Diesmal nicht 287, sondern nur zwei. Aber die meisten finden, dass auch das schon ein bisschen viel ist. Und es sind so verdächtig viele Russen da &#8211; nein, das kann nicht gut sein. Und dann kommen die SEDler auch noch irgendwie auf die Idee, eine Mauer zu bauen, obwohl doch niemand die Absicht hatte, eine Mauer zu errichten. Mitten durch Berlin. Die Idee ist so beschissen und absurd, der Plan so beknackt, dass er auf Dauer nicht funktionieren kann &#8211; trotzdem macht man&#8217;s. Und der Hinweis sei erlaubt: Die Idee, Mauern zu bauen und dadurch Frieden und Sicherheit herzustellen, ist auch heute noch nicht so ganz überwunden. Natürlich ist es schwierig, aus der Geschichte zu lernen, wenn man nicht hinhört, wenn die Geschichte schreit. Und die Geschichte schreit am <strong>9. November 1989</strong> ziemlich laut, und zwar in Gestalt eines stammelnden Günter Schabowski, der auf der berüchtigten Pressekonferenz vom 9. November auf die Frage, wann es denn nun zu den Reiseerleichterungen komme, blubbert: &#8220;Nach meiner Kenntnis&#8230; ist das sofort, unverzüglich.&#8221; Und sich wundert, das alles aufspringt, um die Meldung über den Ticker zu geben.</p>
<p>Es war also &#8216;ne Menge los am 9. November. Und so wie&#8217;s aussieht, war es heute etwas ruhiger. Ist ja auch mal ganz nett.</p>
<p>Unwort des Tages: Schutzwall.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1013" class="footnote">Ich möchte demjenigen nicht zu nahe treten, denn zweifelsohne hat es auch was Gutes, in Hinterwald zu wohnen. Fragen Sie mich nicht, was, aber irgendwas gibt es immer.</li><li id="footnote_1_1013" class="footnote">Ich übertreibe an dieser Stelle ein wenig, aber ich finde, das macht den Text lebendiger.</li><li id="footnote_2_1013" class="footnote">Schon Nostradamus hatte ja gesagt, dass der 9. November 1848 ein wichtiges Datum sein wird, weil ein Robertus Bluoml hingerichtet werden wird. Wissenschaftler erklären sich den Schreibfehler im Nachnamen durch Überlieferungsfehler oder dadurch, dass sich Nostradamus mit dem Hammer auf den Finger gehauen hat. Jedenfalls <em>muss</em> ja der 9. November 1848 ein wichtiges Datum gewesen sein, weil das ja Nostradamus schon gesagt hatte.</li></ol>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.das-unwort.de/2009/11/09/herzlichen-gluckwunsch-der-9-november/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Geschichte von Karl, der sich zuerst mit Zwentibold und dann mit Giselbert anlegte und schließlich Herrscher von ganz Lothringen wurde</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/08/21/die-geschichte-von-karl-der-sich-zuerst-mit-zwentibold-und-dann-mit-giselbert-anlegte-und-schlieslich-herrscher-von-ganz-lothringen-wurde/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2008/08/21/die-geschichte-von-karl-der-sich-zuerst-mit-zwentibold-und-dann-mit-giselbert-anlegte-und-schlieslich-herrscher-von-ganz-lothringen-wurde/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 20:44:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Unkritisch]]></category>
		<category><![CDATA[Unübersehbar]]></category>
		<category><![CDATA[Franken]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[GZSZ]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich]]></category>
		<category><![CDATA[Karl]]></category>
		<category><![CDATA[Karolinger]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Soap]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://web274.host89.sitepush.net/?p=339</guid>
		<description><![CDATA[Es sind Geschichten, wie sie nur das Mittelalter schreibt. Und, darauf basierend, heutige Daily Soaps wie GZSZ beziehungsweise Telenovelas wie &#8220;Frieda im Glück&#8221;/&#8221;Laura mit Rock im Wald sich freut&#8221;/&#8221;Julias Weg zum Ruhm&#8221;/&#8221;Anjas neuer Matratzenladen&#8221; etc. Die Geschichte geht so: Da ist einer, der heißt Karl, der Sohn von Ludwig, der wiederum Sohn von Karl war. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind Geschichten, wie sie nur das Mittelalter schreibt. Und, darauf basierend, heutige Daily Soaps wie GZSZ beziehungsweise Telenovelas wie &#8220;Frieda im Glück&#8221;/&#8221;Laura mit Rock im Wald sich freut&#8221;/&#8221;Julias Weg zum Ruhm&#8221;/&#8221;Anjas neuer Matratzenladen&#8221; etc.</p>
<p>Die Geschichte geht so:</p>
<p>Da ist einer, der heißt Karl, der Sohn von Ludwig, der wiederum Sohn von Karl war. Ludwig starb, kurz bevor seine schöne Frau Adelheid (Tochter von Adalhard) seinen Sohn Karl gebären konnte. Weil sich aber Ludwig von seiner Frau Ansgard getrennt hat und noch zu ihren Lebzeiten seine zweite Frau Adelheid schwängerte, ist Karl ein Bastard.</p>
<p>Karl sollte eigentlich König werden, wie sein Vater (Ludwig) und dessen Vater (Karl). König wird aber erstmal ein Mann mit dem klangvollen Namen Odo, anerkannt durch Arnulf, der auch König ist. Fulko der Erzbischof und Heribert der Graf wollen aber Karl zum König machen, was auch Arnulf nach leichter Überredung einsieht. Arnulf aber wendet sich dann wieder gegen Karl und entscheidet sich für Odo, was Fulko und Heribert nicht toll finden. Nur Arnulfs Sohn Zwentibold bleibt bei Karl. Allerdings wenden sich nun auch Fulko und Herbiert gegen Karl, so dass er in die schönen lothringischen Lande fliehen muss. Aus Frust heiratet er die quirlige Frederun.<span id="more-339"></span></p>
<p>Weil Odo nun jedoch abnippelt, wird Karl doch König, was ihn sehr freut. Fulko wird sein Erzkanzler und Herivaeus, den auch Odo schon kannte und mochte, wird Notar.</p>
<p>Nun könnte alles gut sein, wäre da nicht der böse <em>Robert</em>, seines Zeichens Odos Sohn. Der wird gar plötzlich ganz mächtig und für Karl zu einer Gefarl, ähh, Gefahr. Zwischendrin segnet Frederun erst Ihren Mann und dann das Zeitliche.</p>
<p>Karl will aber auch Lothringen haben und wird dabei von Reginar unterstützt, muss sich dabei aber mit dem dort herrschenden Zwentibold anlegen. Das schafft Karl leider nicht so ganz, kann sich dafür aber mit Rollo, dem rolligen Wikingerkönig, einigen. Außerdem heiratet er die englische Schönheit Eadgifu Ogiva, deren Namen er nicht aussprechen kann, und schreiben auch nicht, aber das stört Eadgifu nicht, weil sie seine Sprache ohnehin nicht versteht.</p>
<p>Zwentibolds Herrschaft in Lothringen ist nun aber vorbei, und es fällt an Ludwig (einen anderen, nicht Karls Vater) beziehungsweise Ludwigs Herzog Gebhard, der mit Konrad verwandt ist. Der Herzog aber fällt im Kampf gegen die Ungarn, und Reginar, der ja auch in Lothringen ist, mag Ludwig und Konrad auf einmal nicht mehr. Als dann Ludwig den Löffel abgibt und Konrad zum König gewählt wird, lässt sich Reginar wieder von Karl helfen, der ja auch Lothringen will. Diesmal hat Karl Glück und darf in Lothringen weiterspielen.</p>
<p>Konrad ärgert sich gar sehr, während sich Karl und Reginar freuen. Ratbod allerdings, der Erzbischof von Beruf ist und der Reginar gar nicht abkann, wird auch von Karl eingestellt. Das Problem dieser Rivalität erledigt sich, als Reginar und auch Ratbod in seltener Eintracht kurz hintereinander über den Jordan gehen. Dem Ratbod folgt Ruotger nach und Reginars Sohn heißt Giselbert. Die sind gemeinschaftlich empört über den Aufstieg des Emporkömmlings Hagano, der vielleicht mit Frederun verwandt ist, vielleicht aber auch nicht.</p>
<p>Giselbert und seine Kumpanen finden Konrad doof, der ja König auf der anderen Seite ist. Der haucht allerdings nun sein Leben aus und ihm folgt nach ein Sachse namens Heinrich. Heinrich und Giselbert können sich besser leiden, was für Karl ungute Folgen hat. Denn Karl mag Hagano, aber alle anderen, also Giselbert und auch Heinrich, die mögen Hagano nicht. Doch die Wogen glätten sich noch einmal, weil Herivaeus, der immer noch lebt, gut reden kann.</p>
<p>Zwischendurch möchte auch Johann, der eine Papstmütze auf hat, noch etwas dazu sagen, und schreibt einen laaaaaaangen Brief, der eigentlich keinen interessiert, weil es da um so grundsätzliche Dinge geht wie &#8220;Wer darf denn eigentlich ein Bistum vergeben?&#8221;. Der Brief ist adressiert an Hermann, der Bischof ist und Heinrich mag. Heinrich hat also in Karls Gebiet eingegriffen, worüber sich Karl gar fürchterbar aufregt. Heinrich und Karl schließen mitten auf dem Rhein aber einen kleinen Vertrag und mögen sich wieder, was Karl aber nichts mehr nützt, weil er nämlich dann gestürzt wird, weil er Hagano, den er wirklich mag, ein Kloster schenken will, das aber seiner (also Karls) Tante Rothild gehört, der Tochter von Karl (also Karls Opa). Hugo, Roberts Sohn und Rothilds Schwiegersohn, zettelt einen Aufstand gegen Karl an, an dem sich auch Giselbert beteiligt. Robert wird jetzt König und keiner mag Karl mehr; Robert nippelt jetzt aber ab, als er gegen Karls Heer verliert, was Karl freut, ihm aber nichts bringt, weil er so blöd ist, sich von Heribert (einem anderen!) gefangennehmen zu lassen. Er wird ins Verlies geworfen und seine Frau Eadgifu Ogiva flieht mit einem Sohn, den sie noch schnell vorher geboren hat, nach England zu ihrem Vater Edward, der aber ein Jahr später vor Schreck stirbt (er hat eine hohe Latenzzeit). Jetzt wird Rudolf König, der Sohn von Richard und Schwiegersohn von Robert, der ja in der Schlacht gegen Karl abgenippelt war.</p>
<p>Wenn dies nicht der derzeitige Stand der Forschungen zum westfränkischen König Karl III. wäre, könnte man meinen, das sei dem wirren Hirn eines unterbezahlten Drehbuchautors entsprungen. Das Mittelalter war, wie Sie sehen, nicht unbedingt nur düster, sondern auch Schauplatz etlicher Familientragödien und Intrigen. Verurteilen Sie unsere mittelalterlichen Vorfahren aber nicht zu schnell! Denn wer weiß, was Sie aushecken würden, wenn Sie Giselbert hießen&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: Karl.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.das-unwort.de/2008/08/21/die-geschichte-von-karl-der-sich-zuerst-mit-zwentibold-und-dann-mit-giselbert-anlegte-und-schlieslich-herrscher-von-ganz-lothringen-wurde/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>O du Wissenschaft &#8211; Kommunikationsprobleme mit Medizinern</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/05/29/o-du-wissenschaft-kommunikationsprobleme-mit-medizinern/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2008/05/29/o-du-wissenschaft-kommunikationsprobleme-mit-medizinern/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 May 2008 17:20:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Arzt]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://unwort.wordpress.com/?p=211</guid>
		<description><![CDATA[Wir alle tendieren ja dazu, vor uns hin zu leben, ohne groß nachzudenken. Auch wenn wir so große Gehirne haben und ja so fürchterlich verkopft sind: Die meiste Zeit des Tages tun wir andere Dinge als angestrengt nachzudenken. Es soll sogar Menschen geben, die nie angestrengt nachdenken&#8230; Das ist auch ganz gut so, behaupte ich. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir alle tendieren ja dazu, vor uns hin zu leben, ohne groß nachzudenken. Auch wenn wir so große Gehirne haben und ja so fürchterlich verkopft sind: Die meiste Zeit des Tages tun wir andere Dinge als angestrengt nachzudenken. Es soll sogar Menschen geben, die <em>nie </em>angestrengt nachdenken&#8230;</p>
<p>Das ist auch ganz gut so, behaupte ich. Denn wenn Sie anfangen, nachzudenken und sich gar grundsätzliche philosophische Fragen zu stellen wie &#8220;Wer bin ich?&#8221; oder &#8220;Was soll ich?&#8221; oder schlimmer noch &#8220;Was kann ich?&#8221; (beliebter ist da schon die Frage &#8220;Wo bin ich?&#8221;, besonders nach Alkoholkonsum), dann kommen Sie ganz schnell dahinter, dass Sie auf viele dieser Fragen keine Antworten finden. Zum Beispiel: &#8220;Was ist Leben?&#8221; Keiner weiß es wirklich. Jeder hat vielleicht eine Erklärung, aber wissen tut es keiner.</p>
<p>Nun kann man sich aber auch noch ganz andere äußerst philosophische Fragen stellen und kommt dann zu interessanten, aber befremdlichen Erkenntnissen wie: Kommunikation ist unmöglich.</p>
<p>Um Ihnen das näherzubringen, liebe wissenschaftsbegeisterte Leser, zitiere ich aus einem gar erquicklichen Referat, das der berühmte Philosoph Dr. Felix Kucher anlässlich des europäischen Tags der Sprachen am 26. September im Diözesanhaus in Klagenfurt hielt (Download des Referatstextes <a href="http://www.kphe-kaernten.at/aktu/beri/2007-09-26/Kucher_Sprache_und_Kommunikation.pdf" target="_blank">hier</a>): &#8220;<em>Es ist unmöglich, sich<br />
mitzuteilen. Der Sophist Gorgias, ein Zeitgenosse des Sokrates, stellte als radikaler Skeptiker<br />
die berühmten Thesen auf:<br />
1. Nichts existiert.<br />
2. Wenn etwas existierte, könnte man es nicht erkennen.<br />
3. Wenn man es erkennen könnte, könnte man es nicht mitteilen.</em>&#8220;<span id="more-165"></span></p>
<p>Ein bekloppter alter Grieche, könnten Sie nun sagen. Aber nein, sage ich, schauen Sie doch, erkennen Sie doch (&#8220;Wobei auch Erkenntnis nicht möglich ist, weil es ja keine Realität gibt!&#8221;, ertönt da Kants schrille Stimme mit ostpreußischem Akzent aus dem Grabe).</p>
<p>Erkennen Sie, dass das keine alte griechische Sicht der Dinge ist, sondern dass auch moderne Menschen wie Niklas Luhmann (und an seinem Namen erkennen Sie, wie modern er ist) Erdrückendes über die Kommunikation feststellen:</p>
<p><em>&#8220;,, (&#8230;) Menschen können nicht kommunizieren, nicht einmal ihre Gehirne können<br />
kommunizieren, nicht einmal das Bewusstsein kann kommunizieren. Nur die Kommunikation kann kommunizieren.&#8221; </em>(Luhmann in seinem Buch &#8220;Soziologische Aufklärung&#8221;, zitiert nach Dr. Felix Kucher)</p>
<p>Luhmann bringt den besten Beweis für die antike These des Gorgias, finden Sie nicht?</p>
<p>Wissenschaft ist so, liebe Leser. Falls Sie es noch nicht wussten: Der Wissenschaftler gibt sich &#8211; von einem etwas lotterhaften Aussehen einmal abgesehen &#8211; nur dadurch zu erkennen, dass er auf eine auf Außenstehende weltfremd wirkende Weise wiederholt widrige Wahrheiten verkündet. Möglichst verpackt in Fremdwörter.</p>
<p>In einer philosophischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Logik" target="_blank">Bildbeschreibung in der Wikipedia</a> heißt es dann auch beinahe lyrisch: &#8220;<em>Die beiden Hunde veritas und </em><em>falsitas jagen den Hasen </em><em>problema, die Logik eilt mit dem Schwert </em><em>syllogismus bewaffnet hinterher.&#8221;</em></p>
<p>Wer einen Hund mit dem Namen &#8220;Veritas&#8221; findet, kriegt von mir einen Preis in Form eines Schokohasen, der <em>wie </em>heißt?</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Genau.</p>
<p>Sowieso hat ja jede Branche ihre Eigenheiten.</p>
<p>Mein Geschichtsdozent verkündete heute: &#8220;Die Gegenwart ist die Ausnahme.&#8221; Das muss man natürlich so sehen, wenn man Historiker ist. Kann man aber auch mal anzweifeln. Wäre dann aber eine philosophische Frage, und ich kann Kants Geschrei nicht mehr ertragen, deswegen lasse ich das an dieser Stelle mal sein&#8230;</p>
<p>Kommunikationsprobleme in Komibination mit Wissenschafts-Sprech begegnen Ihnen übrigens immer dann besonders häufig, wenn Sie das Pech haben, sich mit einem Mediziner unterhalten zu müssen. Dieses Pech habe ich deswegen besonders häufig, weil geschätzte 30% meines Bekanntenkreises im medizinischen Bereich arbeiten.</p>
<p>Nehmen wir aus diesen 30% einmal ein <span style="text-decoration:line-through;">Fallbeil</span> Fallbeispiel heraus.</p>
<p>Ich bat die emsige Medizinstudentin Ina D. schon vor einiger Zeit, mir lustige Wörter aus dem hochinteressanten Bereich der Humanmedizin zu senden. Ich hatte nämlich mitbekommen, dass es dort von Nasen nur so wimmelt. Denn die Mediziner kennen nicht nur wie wir Normalos die großen Nasen, kleinen Nasen, dicken Nasen und die Haken- und Adlernasen sowie Knubbel- und Kartoffelnasen, oh nein! In der Medizin gibt es noch ganz viele andere Nasen: Proteinasen, Collagenasen, Urokinasen, Abbokinasen und viele mehr. Und, nicht zu vergessen, die Phosphorylasekinase.</p>
<p>Beliebt und bekannt auch das Nipplesharing, das tatsächlich das meint, was Sie gerade versuchen, <em>nicht </em>zu denken. Falls also jemand von Ihnen aus irgendwelchen Gründen nur eine Brustwarze haben sollte, dann gehen Sie zu Ihrem Hausarzt und sagen: &#8220;Ich würde gerne Nippelsharing machen &#8211; wären Sie so nett?&#8221;</p>
<p>Exzessives Nipplesharing ist allerdings ungesund für die Psyche, wie das Beispiel des Bond-Bösewichts Scaramanga beweist. Weil er eine dritte Brustwarze hatte, lief er vor Frust und Scham stets mit einem goldenen Colt durch die Gegend.</p>
<p>Ina D. war so nett, mir nicht nur Dinge über Nasen zu beichten, sondern auch ausführlich zu berichten, warum es denn in der Medizin so viele Nasen gibt und was das denn alles zu bedeuten hätte. Selbstverständlich habe ich nichts davon verstanden und kann es Ihnen demzufolge auch nicht wiedergeben.</p>
<p>Lassen Sie mich Ihnen jedoch noch mitteilen: Da ist noch die Hypoxanthinguaninphosphoribosyltransferase. Klingt wie &#8220;Guten Morgen, schnall die Heizung an!&#8221; auf Marsianisch, ist aber ein durchaus gebräuchlicher Begriff unter Medizinern, scheint mir. Frau D. jedenfalls erklärte mir die Hypoxanthinguaninphosphoribosyltransferase so:</p>
<p>&#8220;Das ist ein Enzym, was Purinnucleotide synthetisiert.&#8221;</p>
<p>Ich habe mir da schon gedacht, dass Sie Unwissende das nicht verstehen, und habe dann noch mal nachgehakt: &#8220;Ähh und jetzt bitte auf Deutsch&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Naja, herstellt halt.&#8221;</p>
<p>&#8220;&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Oder meinst du die Purinnucleotide?&#8221;</p>
<p>&#8220;<em>Ja!&#8221;</em></p>
<p>&#8220;Ja also Thymin und das andere macht das <em>blah </em>&#8230; Ne, das macht es nicht, es stellt ATP und GTP her&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;???&#8221;</p>
<p>&#8220;Es ist schwierig, das zu erklären&#8230; Guck&#8217; doch einfach bei Wikipedia&#8230; !&#8221;</p>
<p>Wikipedia als Kommunikationskiller. <em>Das </em>ist mal ein Thema für eine philosophische Arbeit&#8230; Herr Kant&#8230;?!</p>
<p>Wir kamen dann noch über den Begriff der Neoblase, was wohl eine künstliche Blase ist, die aus dem Darm hergestellt wird (&#8220;Da muss man dann aber aufpassen, dass sie sich nicht selbst verdaut&#8230;&#8221;), auf den gar heimeligen ['pautsch]. Ich schreibe das deshalb in Lautschrift, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie das in der Realität &#8211; RUHE, KANT! &#8211; aussieht&#8230;</p>
<p>Der/die/das ['pautsch] soll wohl auch eine besondere Neoblase sein. Vielleicht sogar eine, die sich nicht verdaut, wer weiß das schon.</p>
<p>Memo an mich selbst: Versuche nie, einen Mediziner einen medizinischen Begriff erklären zu lassen. Es führt zu Kommunikationsstörungen.</p>
<p>Unwort des Tages: Nipplesharing.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.das-unwort.de/2008/05/29/o-du-wissenschaft-kommunikationsprobleme-mit-medizinern/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Herzlichen Glückwunsch&#8230; Die längste Friedensperiode der deutschen Geschichte!</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/05/08/herzlichen-gluckwunsch-die-langste-friedensperiode-der-deutschen-geschichte/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2008/05/08/herzlichen-gluckwunsch-die-langste-friedensperiode-der-deutschen-geschichte/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 May 2008 23:01:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Augsburger Religionsfriede]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensperiode]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Liechtenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Weltkrieg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://unwort.wordpress.com/?p=197</guid>
		<description><![CDATA[Ihnen ist bestimmt auch so friedlich zu Mute wie mir, nicht wahr? Das liegt daran, dass wir seit Adolfs Aktionismus der turbulenten Expansionspolitik den Rücken gekehrt haben. Sowas kostet ja Geld und auch Nerven. Diese geradezu typisch deutsche Friedfertigkeit äußert sich auch in der immer wieder geäußerten Behauptung, wir würden ja nun in der friedlichsten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ihnen ist bestimmt auch so friedlich zu Mute wie mir, nicht wahr? Das liegt daran, dass wir seit Adolfs Aktionismus der turbulenten Expansionspolitik den Rücken gekehrt haben. Sowas kostet ja Geld und auch Nerven.</p>
<p>Diese geradezu typisch deutsche Friedfertigkeit äußert sich auch in der immer wieder geäußerten Behauptung, wir würden ja nun in der friedlichsten Zeit seit Menschengedenken leben. Das ist natürlich wie überall sonst auch eine Frage der Betrachtungsweise: Nur weil heutzutage traditionelle Kriege nur noch fünf Prozent aller bewaffneten Konflikte ausmachen, heißt das ja nicht, dass allen Menschen auf einmal Engelsflügel gewachsen sind.</p>
<p>Im Internet und auch im wirklichen Leben trifft man auch häufig auf die damit zusammenhängende Behauptung, wir hätten ja das Glück, in der längsten Friedensperiode der deutschen Geschichte zu leben. Das ist, mit Verlaub, nicht ganz richtig. Beziehungsweise erst seit heute richtig. Denn: Die längste Friedensperiode der deutschen Geschichte war von 1555 (das war der Augsburger Religionsfrieden &#8211;  Kurzform: Katholiken und Protestanten hatten sich gegenseitig abgeschlachtet, damit war jetzt Schluss) bis 1618 (Beginn des Dreißigjährigen Krieges &#8211; Kurzform: Katholiken und Protestanten beschlossen, sich wieder gegenseitig abzuschlachten). Dazwischen lagen 63 Jahre.</p>
<p>Wie wir ja wissen, endete der Weltkrieg (Runde zwei) am 8.5.1945 des Nachts. Damit liegen zwischen dem heutigen Tag und dem Ende des Krieges genau 63 Jahre. Feiern Sie also nun, liebe Deutschinnen und Deutsche, dass wir es geschafft haben, unseren Friedensrekord zu übertreffen! Wir sind die friedlichste deutsche Generation seit 1555! Wir sollten uns dafür selbst einen Orden verleihen, zum Beispiel das friedfertige Eiserne Kreuz. Oder so.</p>
<p>Da wir den Rekord ja nun gebrochen haben, können wir wieder irgendwem den Krieg erklären. Wer bietet sich denn da an? Die Franzosen? Das wäre langweilig und wenig innovativ. Die Briten? Hatten wir auch schon. Und da verlieren wir auch immer. Die Polen? Das wäre doch mal eine Möglichkeit, die scheinen das ja ohnehin schon seit Jahren zu erwarten&#8230;</p>
<p>Wobei man ja sagen muss, dass es politisch sinnvoller wäre, in Liechtenstein einzumarschieren, um &#8220;mit diesem Steuerrrrparrradies endgültig abzurrrrechnen!!!!&#8221;, wie Adolf es ausdrücken würde, wenn er denn noch könnte. Er kann ja aber nicht mehr.</p>
<p>Wen nehmen wir denn dann als Führer? Die Merkel&#8230;?!</p>
<p>Vielleicht erobern wir Liechtenstein doch lieber auf anderem Wege&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: Friedensperiode.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.das-unwort.de/2008/05/08/herzlichen-gluckwunsch-die-langste-friedensperiode-der-deutschen-geschichte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bizarre Grüße aus der Heraldik</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/04/30/bizarre-gruse-aus-der-heraldik/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2008/04/30/bizarre-gruse-aus-der-heraldik/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Apr 2008 13:36:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Unübersehbar]]></category>
		<category><![CDATA[gelöwter Leopard]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Heraldik]]></category>
		<category><![CDATA[Leopard]]></category>
		<category><![CDATA[leopardierter Löwe]]></category>
		<category><![CDATA[Löwe]]></category>
		<category><![CDATA[Wappen]]></category>
		<category><![CDATA[Wappenkunde]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://unwort.wordpress.com/?p=192</guid>
		<description><![CDATA[Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Überhaupt entwickelt jede Berufsgruppe, die etwas auf sich hält, seien es Maurer oder Buchhalter, mit der Zeit eine eigene Sprache, die mit möglichst vielen unverständlichen Fachbegriffen durchtränkt wird, damit auch ja niemand Fremdes etwas versteht. Heute am sehr frühen Morgen wurde ich in der Universität mit dem Phänomen der Heraldik konfrontiert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Überhaupt entwickelt jede Berufsgruppe, die etwas auf sich hält, seien es Maurer oder Buchhalter, mit der Zeit eine eigene Sprache, die mit möglichst vielen unverständlichen Fachbegriffen durchtränkt wird, damit auch ja niemand Fremdes etwas versteht.</p>
<p>Heute am sehr frühen Morgen wurde ich in der Universität mit dem Phänomen der Heraldik konfrontiert. Heraldik, für die 99%, die es nicht wissen: Das ist die Wissenschaft, die sich mit Wappen beschäftigt. Wohlgemerkt mit Wappen und nicht mit Fahnen oder gar Flaggen.</p>
<p>Die Heraldik ist genauso pervers und verkehrt herum wie die Mathematik. Ich erinnere mich noch an den Matheunterricht, in dem eigentlich immer gegen den Uhrzeigersinn gezählt und nummeriert wurde, weil das ja mathematisch so üblich sei (man möge mir widersprechen, falls nötig &#8211; die Mathematik ist nicht mein bevorzugter Lebensraum).<span id="more-154"></span></p>
<p>Genauso tun&#8217;s die Heraldiker: Wenn man einen Wappenschild betrachtet, so ist nicht etwa links links und rechts rechts, oh nein! Hier ist links rechts und rechts links. Dies hat nichts mit dem Geschlecht oder der Intelligenz der Heraldiker zu tun, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass man den Schild aus der Perspektive des Trägers betrachte. Sagen die Heraldiker.</p>
<p>Es gibt ja Milliarden von verschiedenen Dingen, die man sich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Schild schreiben kann. Jungfrauen, Hirschgeweihe, <a href="http://www.das-unwort.de/2007/06/29/folge-dem-christus-nach-jehovas-zeugen-feiern-rauschendes-glaubensfest-in-der-aol-arena/" target="_blank">den Christus</a>, Türmchen, Herzchen, Hasen, Eichhörnchen &#8211; es gibt nichts, was es nicht gibt. Auf dem offiziellen Wappen der Demokratischen Volksrepublik Korea prangt denn auch nebst anderen hochtrabenden technischen Errungenschaften stolz ein Strommast.</p>
<p>Das ist ja aber auch alles nicht so einfach. Die Wissenschaft oder auch die Kunst, ein Wappen richtig zu beschreiben, nennt man &#8211; aus welchem Grund auch immer, und es hat zumindest im heraldischen Sinne nichts Anzügliches  &#8211; die <em>Blasonierung</em>. Die bringt so lustige Formulierungen hervor wie &#8220;<em>vorn in rot ein linksgewendeter goldener Löwe</em>&#8221; oder &#8220;<em>vorne geschacht in Grün und Weiß, hinten in Silber ein aufgerichteter roter Panther.</em>&#8221; Heraldiker klingen also eigentlich immer ein bisschen so, als ob sie gerade auf LSD wären.</p>
<p>Wenn man nichts Anderes zu tun hat, möge man sich damit beschäftigen, habe ich mir heute Morgen gedacht. Es gibt ja Leute, die haben Freude daran. Bittesehr.</p>
<p>Was ich dann erfuhr, gab mir allerdings den Rest:</p>
<p>Heraldisch gesehen ist ein Löwe, der ja ziemlich oft auf Wappen auftaucht, ein Katzenvieh mit Mähne, das auf zwei Tatzen steht und zur Seite schaut. Also sowas wie der Löwe im Landeswappen von Thüringen:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap1.png"><img class="size-medium wp-image-193" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap1.png?w=259" alt="Wappen Thüringen" width="192" height="223" /></a></p>
<p>Das ist heraldisch gesehen ein normaler Löwe.</p>
<p>Dann gibt es noch den Leoparden. Der unterscheidet sich vom Löwen nur dadurch, Biologen müssen jetzt ganz stark sein, dass er nicht steht, sondern geht und außerdem noch nach vorne schaut. Eine Mähne hat er trotzdem, der Leopard. Zum Beispiel diese Viecher hier:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap2.png"><img class="size-medium wp-image-194" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap2.png?w=272" alt="Wappen England" width="215" height="237" /></a></p>
<p>Das ist das englische Wappen. Keine Ahnung, was die Engländer mit Leoparden zu tun haben, aber das ist ja ihre Sache.</p>
<p>Nun gibt es in der Heraldik noch zwei Dinge, die ich mir &#8211; versprochen! &#8211; nicht ausgedacht habe, nämlich den <em>gelöwten Leoparden</em> und den <em>leopardierenden Löwen</em>.</p>
<p>Der gelöwte Leopard ist ein Leopard, der zwar nach vorne schaut wie ein Leopard, jedoch steht wie in Löwe. Das gibt es zum Beispiel in der schönen thüringischen Stadt Remda. Genauer: Das gab es dort. Man hat das nicht etwa deshalb geändert, weil man herausfand, dass es weder in der Realität noch in gottverlassenen Käffern wie Remda gelöwte Leoparden gibt. Schuld am Tode dieses Wappens ist ein Anfall von Sparsamkeit. 1997 wurde Remda nämlich mit der Nachbargemeinde Teichel zusammengeschlossen. Und da gab&#8217;s dann natürlich auch ein neues Wappen, ist klar.</p>
<p>Hier also, in memoriam, nochmal der remdaische gelöwte Leopard:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wapremda.png"><img class="size-full wp-image-196" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wapremda.png" alt="Wappen Remda" width="198" height="237" /></a></p>
<p>Leopardierte Löwen dagegen sind Löwen, die zwar löwentypisch zur Seite schauen, jedoch leopardentypisch laufen. Die gibt es zum Beispiel in Dänemark:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap3.png"><img class="size-medium wp-image-195" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap3.png?w=171" alt="Wappen Dänemark" width="171" height="300" /></a></p>
<p>Sie sehen, liebe Leser: Es gibt mehr Raubkatzen auf der Welt als sie denken. Einige schauen, andere stehen, und wieder andere haben ab- und eigenartige Farbkombinationen. Aber den Heraldiker stört das alles nicht. Hauptsache, man findet einen interessanten Namen dafür.</p>
<p>Unwort des Tages: Gelöwter Leopard.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.das-unwort.de/2008/04/30/bizarre-gruse-aus-der-heraldik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>25</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ICH WILL ABER!!!!! &#8211; Kinderschicksal in der Antike</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2007/11/16/ich-will-aber-kinderschicksal-in-der-antike/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2007/11/16/ich-will-aber-kinderschicksal-in-der-antike/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2007 22:21:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unkritisch]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Antike]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Oxyrhynchos]]></category>
		<category><![CDATA[Papyrus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://unwort.wordpress.com/2007/11/16/ich-will-aber-kinderschicksal-in-der-antike/</guid>
		<description><![CDATA[Noch ein Artikel über die Jugend. Diesmal allerdings kein Artikel über die Jugend von heute, sondern einer, der Ihnen mal ganz pragmatisch die Probleme der Kindeserziehung in der Antike aufzeigt. Das Zitat unten ist der glücklicherweise erhaltene Brief des kleinen Theon an seinen gleichnamigen Vater, geschrieben wohl im zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus, irgendwo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch ein Artikel über die Jugend. Diesmal allerdings kein Artikel über die <a href="http://www.das-unwort.de/2007/06/11/generation-gangbang-deutschlands-jugend-auf-dem-weg-in-den-abgrund/" target="_blank">Jugend von heute</a>, sondern einer, der Ihnen mal ganz pragmatisch die Probleme der Kindeserziehung in der Antike aufzeigt.</p>
<p>Das Zitat unten ist der glücklicherweise erhaltene Brief des kleinen Theon an seinen gleichnamigen Vater, geschrieben wohl im zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus, irgendwo in den Wüstenlandschaften Ägyptens. Gefunden hat man den Papyrus in Oxyrhynchos (das ist keine ansteckende Krankheit, sondern eine antike Stadt in Ägypten).</p>
<p><em>&#8220;An Theon von seinem Sohn Theonchen. Theon grüßt seinen Vater Theon. Das hast Du toll gemacht. Nicht mitgenommen hast Du mich mit die in die Stadt. Wenn Du mich nicht mit Dir nach Alexandria nehmen willst, dann schreibe ich die keinen Brief und spreche nicht mit Dich und wünsch Dich nicht Gesundheit. Wenn du mich nicht mitnehmen willst, wird es so. Und Mama hat zu Archelaos gesagt: „Er macht mich nervös, nimm ihn weg.“ Aber das hast Du schön gemacht, Geschenke hast Du mir geschickt, und was für große! Sie haben mich an jenem Tag ausgetrickst, am 12., als Du Dich eingeschifft hast. Also schicke jetzt nach mir, ich bitte Dich! Wenn Du nicht schickst, dann esse und trinke ich nichts. So! Ich wünsche Dir Wohlergehen. Am 18. Tybi.&#8221;</em></p>
<p>Sie sehen, an den Konflikten zwischen Kindern und ihren Eltern hat sich in den letzten 1800 Jahren nicht sonderlich viel geändert. Neu ist nur die &#8220;Stille Treppe&#8221; (und der Beruf der Fernseh-Diplom-Pädagogin).</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.das-unwort.de/2007/11/16/ich-will-aber-kinderschicksal-in-der-antike/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
