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	<title>Das Unwort &#187; Deutsch</title>
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	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
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		<title>Von Günther, seinen Hähern und kollernden Eicheln</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/03/17/von-gunther-seinen-hahern-und-kollernden-eicheln/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 22:12:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Unübersehbar]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Günther Eich]]></category>
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		<description><![CDATA[In letzter Zeit häufen sich bei mir die Suchanfragen nach &#8220;Tage mit Hähern Interpretation&#8221;. Ich habe bisher immer gedacht, es handele sich dabei um Spam &#8211; nach einer kurzen Recherche überwältigte mich aber nun die Erkenntnis: Es handelt sich bei &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/03/17/von-gunther-seinen-hahern-und-kollernden-eicheln/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit häufen sich bei mir die Suchanfragen nach &#8220;Tage mit Hähern Interpretation&#8221;. Ich habe bisher immer gedacht, es handele sich dabei um Spam &#8211; nach einer kurzen Recherche überwältigte mich aber nun die Erkenntnis: Es handelt sich bei &#8220;Tage mit Hähern&#8221; tatsächlich um ein Gedicht. Und zwar um einen, hm, naturverbundenen Worthaufen aus der Feder eines gewissen Günther Eich.</p>
<p>Günther weilt zwar nicht mehr unter uns, jedoch ist sein Verscheiden noch nicht lange genug her, als dass ich Ihr Verlangen nach dem ganzen Gesicht &#8211; Verzeihung, Gedicht hier befriedigen könnte.</p>
<p>Aber lassen Sie mich Ihnen ganz im Vertrauen sagen: Das ist auch nicht so schlimm. Denn dieses Gedicht ist wirklich eines der dämlichsten, das ich kenne. Es geht, soviel sei verraten, um Tage mit Hähern. Wobei die Häher natürlich Symbol sind für die Natur als Ganzes, die Suche nach der Erkenntnis, das Scheitern, die Welt und auch die Nicht-Welt, die Unterwelt oder die Scheibenwelt. Oder zumindest einiges davon.<span id="more-777"></span></p>
<p>Es schreibt Günther in seinem grandiosen Gedicht, ganz ungelogen:</p>
<p style="text-align: center;"><em>Der Häher wirft mir<br />
die blaue Feder nicht zu.</em></p>
<p style="text-align: left;">Wie soll er denn auch?! Häher haben keine blauen Federn, Günther, und werfen können sie auch nicht. Aber, achja, es ist ja ein Gedicht. Nur kein Realismus, denn dieser ist gar grauslig verpönt.  Es wird interessanter:</p>
<p style="text-align: center;"><em><span class="postbody">In die Morgendämmerung kollern<br />
die Eicheln seiner Schreie. </span></em></p>
<p style="text-align: left;"><span class="postbody">Ich kollere auch gleich. Da hat Günther-Baby ein neues Verb erfunden. Oder er stammt aus einer sehr eigentümlichen Region Deutschlands, wo man dieses Verb kennt. Kennt jemand dieses Verb? Wenn ja, woher kommt dieser jemand?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span class="postbody"> Die Eicheln des Verstehens jedenfalls kollern noch nicht in mein Gehirn. Aber immerhin klingt das alles ja hochlyrisch. Ob es nun einen Sinn hat, ist ja eigentlich auch egal.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span class="postbody">Günther schwadroniert nun noch ein bisschen metaphorisch-esoterisch über den Häher (&#8220;<em>Sein Flug gleicht dem Herzschlag</em>&#8230;&#8221; man ergänze an dieser Stelle ein orgastisches Stöhnen&#8230;) und kommt schließlich hochdramatisch zum Schluss:</span></p>
<p style="text-align: center;"><em>Ungesehen liegt in der Finsternis<br />
die Feder vor meinen Schuh.</em></p>
<p style="text-align: left;"><span class="postbody">Wer nach der Lektüre dieses bahnbrechenden Satzes nicht sofort von der finalen Erkenntnis vergewaltigt wird, der hat Günther einfach nicht verstanden. Aber <em>ach</em>, das ist ja ohnehin das Los des Künstlers&#8230; dieses ewige Unverstanden-Sein, die damit einhergehende Unvollkommenheit, aber auch gleichzeitig die Katharsis, die der Künstler durch diesen seinen Abstand zur unverstehenden, unverzeihlichen, unnahbaren, unardigburgen Gesellschaft erreicht&#8230; ja, Günther, ich fühle mich dir verbunden&#8230;</span></p>
<p style="text-align: left;"><span class="postbody">Ähem.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span class="postbody">Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie wären Schüler und müssten sich mit Günthers Häherfetischtext herumschlagen. Müssten womöglich gar herausfinden, was uns der Autor mit seinem Text sagen will. Und stellen Sie sich mal vor, Sie dürften nicht schreiben, was Sie wirklich denken (&#8220;Eich scheint in dieser Phase seines Schaffens harten Drogen eher zugesprochen zu haben als noch in der früheren Phase, die immerhin noch durch gelegentliche gedankliche Klarheit gekennzeichnet war&#8221;), sondern Sie müssten das schreiben, was der Lehrer hören will. Ganz im Ernst. </span></p>
<p style="text-align: left;"><span class="postbody">Und so schreibt ein bemitleidenswerter Schüler folgenden hilfesuchenden Eintrag<a href="http://www.schoolwork.de/forum/beitrag_46718.html" target="_blank"> in einem Hausaufgabenforum</a>:</span><span class="postbody"> &#8220;Also soweit ich das verstanden habe, sucht das lyrische Ich den Sinn des Lebens, oder allgemein einfach Antworten. Dafür steht doch die blaue Feder, oder?&#8221; </span></p>
<p style="text-align: left;"><span class="postbody">&#8220;Das lyrische Ich sucht den Sinn des Lebens&#8221; &#8211; das ist die größte Plattitüde, die der schulische Sprachgebrauch zu bieten hat. Sie passt auf jedes Gedicht, ja, auf jedes noch so beschissen dahingesprühte Graffiti lässt sie sich beziehen. Aber genau das will der Pädagoge hören. Und die blaue Feder ist <em>natürlich </em>das Symbol für die Suche nach der Erkenntnis. Was denn auch sonst. Die Finsternis steht dementsprechend für das Nicht-Vorhandensein von Erkenntnis oder Erkennenwollen und der Schuh ist das Symbol für das ewig Voranschreitende, das Rotieren der Welt, die Zeit, das Leid, das Kleid und auch die Stagnation des Reallohnes deutscher Schustergesellen.<br />
</span></p>
<p style="text-align: left;">Liebe Schüler: Ich kann euch bei der Interpretation des Gedichts nicht helfen. Sagt am besten eurem Lehrer, dass ihr das Gedicht scheiße findet und dass ihr gerne Goethe besprechen würdet. Im Übrigen sei es euch scheißegal, dass Goethe gerade nicht im Lehrplan steht; bei Goethe wisse man wenigstens, dass er meschugge war und warum er es war und außerdem hat er nicht über Nichtigkeiten wie kollernde Eichelhäher geschrieben und ob ihr jetzt nicht vielleicht einfach nach Hause gehen könnt, das führe doch alles zu nichts.</p>
<p style="text-align: left;">Liebe Leser, die keine Schüler sind: Seien Sie froh, dass Sie sich mit Eichs Hähern nicht beschäftigen müssen. Ich bin es auch.</p>
<p style="text-align: left;">Unwort des Tages: <span class="postbody">Ungesehen liegt in der Finsternis die Feder vor meinen Schuh. </span></p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Von schwulen Zwergen und blasenden Walen &#8211; ein linguistischer Artikel</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 06:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
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		<description><![CDATA[Erschreckend wenige Menschen befassen sich wirklich bewusst mit dem, was sie die meiste Zeit des Tages tun: reden. Sie nehmen einfach so hin, dass sie den Mund aufmachen und da dann unsinnige Laute herauskommen, die, klebt man sie in Gedanken &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/07/16/von-schwulen-zwergen-und-blasenden-walen-ein-linguistischer-artikel/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erschreckend wenige Menschen befassen sich wirklich bewusst mit dem, was sie die meiste Zeit des Tages tun: reden. Sie nehmen einfach so hin, dass sie den Mund aufmachen und da dann unsinnige Laute herauskommen, die, klebt man sie in Gedanken zu Strukturen zusammen, mehr oder weniger Sinn ergeben. Sie nehmen einfach so hin, dass ein Mensch, der möglicherweise nur eine Straße weiter wohnt, eine komplett andere Sprache spricht und nicht ein einziges Wort verstehen würde, wenn Sie hingingen und ihm einen Heiratsantrag machten (oder, etwas handfester, für die männlichen Leser: &#8230; ihm mit dem Tode drohten).</p>
<p>Lassen Sie sich gelegentlich mal fallen, liebe Leser, und schauen Sie sich an, was Sie da eigentlich den ganzen Tag lang reden. Achten Sie mal nicht auf den Inhalt der Sätze, die Sie verzapfen, da werden Sie nämlich bekloppt. Ich kenne das.</p>
<p>Achten Sie mal auf so Kleinigkeiten.</p>
<p>Zum Beispiel das, was der Brite so schön <em>compounding </em>nennt. Also das unmotivierte Aneinanderkleistern von Nomina, so dass die einen neuen Sinn ergeben. Zum Beispiel Handschuh. Ein Schuh für die Hand. Ist doch sinnig, oder? Leuchtet jedem sofort ein.</p>
<p>Die meisten dieser Wörter sind aber gar schrecklich zweideutig, wenn Sie es nur so wollen! Der Schreibtisch, zum Beispiel. Gar ein intelligentes Möbelstück?</p>
<p>Oder der Schreibtischtäter &#8211; ein sexueller Perversling mit einem Fetisch für hölzerne Unbeweglichkeit?</p>
<p>Und was für eine Art Wicht ist eigentlich ein Gleichgewicht? Ein Gleich-Geh-Wicht, also ein schwuler Zwerg? Oder einer, der gleich wieder geht, nachdem er gekommen ist, also ein sexfixierter Zwerg?<span id="more-330"></span></p>
<p>Entfernen wir uns von den Nomina und schauen in das Reich der Tiere. Die englische Kreativität beim Finden eines Begriffs für flatternde Falter habe ich <a href="http://www.das-unwort.de/2007/12/08/unwort-videocast-11/" target="_blank">an anderer Stelle</a> schon gelobt: <em>butterfly.</em> Man möge sich bildlich vorstellen, wie in goldene Alufolie verpackte englische Butter über grüne Wiesen fliegt.</p>
<p>Der deutsche Begriff ist jedoch nicht weniger seltsam: Schmetterling. Als ob man das höchst aggressive Verb <em>schmettern </em>mit einer verniedlichenden Endung entschärfen könnte! Schauen Sie sich mal so ein Schmetterding an &#8211; sieht der aus, als ob er durch die Luft <em>schmettert</em>? Er flattert doch eher, oder? Warum also nicht Flatterling?</p>
<p>Sie haben doch bestimmt auch alle Moby Dick gelesen. Sie wissen schon, den, den wir Ismael nennen sollen. Also nicht den Wal.</p>
<p>Da heißt es doch ständig &#8220;Wal! Da bläst er!&#8221;, wenn ein Wal gesichtet wird. Warum bedient sich der Mann im Krähennest solch yodaesken Satzbaus? Warum sagt er nicht einfach: &#8220;Hey yo, mal alle herhören, da unten schwimmt so&#8217;n Riesenvieh &#8216;rum!&#8221; oder auch walweise (haha) einfach nur: &#8220;Da bläst ein Wal!&#8221; Ich sage doch bei nahender blechernder Gefahr nicht &#8220;Auto! Da kommt es!&#8221; oder bei noch größerer, intellektueller Gefahr &#8220;Klausur! Morgen ist sie!&#8221;</p>
<p>Aber wirklich hinterfragt wird solch eine stilistische Fragwürdigkeit anscheinend nie. Ich wette mit Ihnen: Wenn Sie irgendwo in Norwegen oder sonstwo Whale-Watching betreiben und Sie begegnen auf See unverhofft einem mutierten, wasserbewohnenden Säugetier mit &#8216;ner ziemlich großen biologischen Masse, dann sagen Sie <em>garantiert </em>mit pathetischer Inbrunst: &#8220;Wal! Da bläst er!&#8221;</p>
<p>Selbst dann, wenn der Wal gar nicht bläst. Wetten?</p>
<p>Die deutsche Sprache ist interessanter, als Sie glauben, liebe Leser:</p>
<p>Noch mal zurück zu den Nomina. Wenn jetzt der Juan Carlos mit der Queen&#8230;, ist das dann ein Staatsakt? Und wenn ja: Was ist dann ein Gründungsakt?</p>
<p>Unwort des Tages: Gegengewicht.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Vom Hähen und Spähen</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/05/14/vom-hahen-und-spahen/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 May 2008 20:02:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die deutsche Sprache ist zwar schön, aber auch schaurig. Nicht zuletzt deswegen, weil die Deutschen in ihrer Reformsucht (wahrscheinlich Luthers Erbe&#8230; sola scriptura&#8230;) nicht einmal davor zurückschrecken, ihrer eigene Rechtschreibung zu reformieren. Und das gleich mehrmals! Trotz und wegen aller &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/05/14/vom-hahen-und-spahen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/auml.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-204" style="float:left;margin-left:10px;margin-right:10px;" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/auml.png?w=300" alt="" width="218" height="83" /></a>Die deutsche Sprache ist zwar schön, aber auch schaurig. Nicht zuletzt deswegen, weil die Deutschen in ihrer Reformsucht (wahrscheinlich Luthers Erbe&#8230; sola scriptura&#8230;) nicht einmal davor zurückschrecken, ihrer eigene Rechtschreibung zu reformieren. Und das gleich mehrmals!</p>
<p>Trotz und wegen aller Reformen und Reförmchen bleiben viele Begriffe in unserer Sprache erhalten, deren Schreibung auf den ersten Blick so gar nicht einleuchten will. Und damit dieser Artikel nicht so lang und weilig wird und weil ich ohnehin noch vorhabe, mich an anderer Stelle über die Krankheit Rechtschreibung auszulassen, beschränke ich mich an dieser Stelle auf ein besonderes Phänomen in unserer Sprache. Ein Phänomen, um das uns die Engländer, Franzosen und Chinesen beneiden, denn sie besitzen es nicht. Sie verzehren sich jedoch danach (zumeist, ohne es zu wissen &#8211; die schlimmere Form des Verzehrens, weil ihr ja die Verdrängung des Verzehrens vorausging, man also genau genommen noch kränker ist).</p>
<p>Es geht um den wunderbaren Buchstaben</p>
<p style="text-align:center;"><font size=5><b>Ä</b></font></p>
<p style="text-align: left;">Den gibt es ja außer bei uns eigentlich nur in Finnland, Schweden, Estland und in den Weiten der osteuropäischen Pampa.</p>
<p>Trotzdem ist das Ä sehr wichtig, denn es macht sehr wohl einen Unterschied, ob man A schreibt oder Ä. Sogar und besonders in Finnisch:</p>
<p><em>Nain </em>heißt nicht etwa nein, wie der Teutone nun gewohnt stumpfsinnig denken könnte. Nein, <em>nain </em>heißt &#8220;ich sah&#8221;.  Bringen wir nun zu Testzwecken das Ä ein, wird es zu <em>näin </em>und heißt &#8220;ich hatte Sex&#8221;. Sie sehen also, das Ä ist wichtig. Und Sie lernen, im Finnland-Urlaub niemals &#8220;Nein, nein!&#8221; zu sagen, denn das heißt: &#8220;Ich sah, dass ich Sex hatte&#8221;. Oder zumindest so ähnlich.<span id="more-159"></span></p>
<p>Im Deutschen sind wir nicht minder pingelig mit unserem Ä. Jedoch verunstalten und verwursten wir es gewohnt aggressiv und verwenden es auf vielfältige Weise. Der Laut [ä] ist zwar immer derselbe, kann jedoch scheinbar auf verschiedene Weisen geschrieben werden. Fast schon englische Verhältnisse sind das (die Briten sprechen ja im Allgemeinen die Dinge so aus, wie sie <em>nicht </em>geschrieben stehen)!</p>
<p>Da gibt es die einfache, weil tautologische Erkenntnis: Der Mäher mäht. So weit, so klar. Das Schaf mäht auch, und zwar doppelt, nämlich sowohl akustisch als auch auf Mäher-ähnliche Wäsä, äh, Weise.</p>
<p>Die mähen aber beide gleich, nämlich mit H nach dem Ä. Genau wie der Näher, der sich entweder nähert oder auch näht (oder sich nähend nähert). Und der Späher, der spät noch späht.</p>
<p>Der Säer allerdings, des Säens mächtig, der sät. Ganz ohne H. Während der Seher, der vom Säer gelegentlich akustisch nur schwär unterscheidbär ist, der sieht. Warum sät der Säer und säht nicht? Warum sieht der Seher und seht nicht?</p>
<p>Und, wichtige Frage: Was macht eigentlich der Eichelhäher? Häht er oder hät er? Hat er überhaupt was zu Hähen? Oder was?</p>
<p>Die Analyse der Lautes [ä] führt uns unweigerlich zur <em>geliebten </em>altgriechischen Sprache, in denen es von Äs nur so wimmelt. Die sehen da natürlich anders aus, nämlich so: <strong>η</strong><span style="font-family: Symbol;"> </span>.   Wann immer Sie also so ein auslaufendes, kleines N sehen, wissen Sie nun: Ähä, ein Ä. Die neuen Griechen sprechen das zwar immer als I aus (das ist auch der Grund dafür, dass die so viele Is haben. Ein I ist ein I ist ein Ä ist ein H. Verstehen Sie?). Damals aber haben die Griechen wohl zu Irene, die sich Griechisch <strong>Eιρήνη </strong>schreibt (und &#8220;Frieden&#8221; heißt) <strong>Eyrännäh </strong>gesagt. Das ist noch schlimmer als Schantall und Schakkelinä, oder?</p>
<p>Eine der beliebtesten deutschen Interjektionen (besonders oft verwendet von Schülern und Studenten) lässt sich dann auch prima und realitätsnah in griechischer Schreibweise wiedergeben:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/ha.jpg"><img class="size-full wp-image-203" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/ha.jpg" alt="" width="124" height="166" /></a></p>
<h2 style="text-align:center;"><strong>Hä?</strong></h2>
<p>Weichen Sie also bei Rechtschreibproblemen ruhig auf diese Schreibweise aus, liebe gebildete Leser. Schreiben Sie, wenn Sie nicht genau wissen, was der Mäher macht: Er m<strong>η</strong>t. Der Näher n<strong>η</strong>t. Der Säer s<strong>η</strong>t. Und nicht zuletzt, ganz ohne Zweifel: Der Eichelhäher h<strong>η</strong>t die Eicheln. Was er da nun genau macht, wissen wir nicht. Aber das muss auch so sein, schließlich verstähen wir nichts vom Hähen, nur vom <strong>η</strong>en.</p>
<p>Unwort des Tages: Hä?</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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