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	<title>Das Unwort &#187; Berlin</title>
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	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
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		<title>Gulasch für Horst und Blumen für die Herde</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 21:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[Unübersehbar]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Protokoll]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Samstag hat die Bundesversammlung mal wieder unseren Lieblingshorst zum Köhler Bundespräsidenten gemacht. So ganz glatt lief die hochoffizielle Prozedur aber nicht ab&#8230; irgendwer hatte da hinter den Kulissen schon mal vorsorglich zu viel Alkohol zu sich genommen (denn schließlich war ja auch letzter Bundesliga-Spieltag, öööööööiiii!!!!) und ließ sich durch die Pädagogik zu einem großen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_842" class="wp-caption alignleft" style="width: 288px"><img class="size-medium wp-image-842" title="Lecker Gulasch! / Foto: Markus Merz" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/05/gulasch-300x225.jpg" alt="Lecker Gulasch!" width="278" height="208" /><p class="wp-caption-text">Lecker Gulasch! / Foto: Markus Merz</p></div>
<p>Am Samstag hat die Bundesversammlung mal wieder unseren Lieblingshorst zum <span style="text-decoration: line-through;">Köhler</span> Bundespräsidenten gemacht. So ganz glatt lief die hochoffizielle Prozedur aber nicht ab&#8230; irgendwer hatte da hinter den Kulissen schon mal vorsorglich zu viel Alkohol zu sich genommen (denn schließlich war ja auch letzter Bundesliga-Spieltag, öööööööiiii!!!!) und ließ sich durch die Pädagogik zu einem großen Fehler verleiten. Und das kam so:</p>
<p>Irgendwann kurz vor der Mittagszeit sperrten die Bundestagsangestellten 1224 Wahlmänner und -frauen in den Plenarsaal des Bundestages ein (eigentlich waren es nur 1223, denn einer hatte lieber einen Herzinfarkt und konnte deswegen nicht kommen). Dazu kamen der <a href="http://www.ruhrfan.net/uploads/pics/lammert_norbert_01.jpg" target="_blank">Norbert</a>, seines Zeichens Präsident des Bundestages, und eine Horde Gäste auf den Besuchertribüne. <span id="more-841"></span></p>
<p>Nachdem also Norbert eine erquickliche Rede gehalten und die Bundesversammlung einige sinnbefreite Geschäftsordnungsanträge der vier armseligen rechten Wahlmänner abgelehnt hatte, begann die laaange Wahlprozedur, zu der jeder der 1224, nein 1223, Anwesenden einzeln aufgerufen wurde. <a href="http://www.tagebucharchiv.de/grafik,bilder/aktuelles/Horst_Koehler_2007.jpg" target="_blank">Horst</a> wurde das zu langweilig und er floh aufs Schloss  Bellevue, lecker Mittag essen, denn seine Köche hatten gar feines Gulasch gekocht. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Ich weiß, was Sie denken. Ich mag es auch nicht. Aber wir haben eben für so etwas keinen Sinn, Sie und ich. Wir sind ja nur <span style="text-decoration: line-through;">Burger</span> Bürger.</p>
<p>Ein paar Stunden später waren alle Stimmen gezählt und gefühlte fünf Millionen Menschen von gefühlten fünf Dutzend Reportern interviewt worden. Die Wahlherde wurde wieder eingesperrt und wartete nun auf das finale Lamm, den Norbert, der das Ergebnis verkündigen sollte. Norbert aber stand belämmert draußen vor der Tür und wartete seinerseits auf Horst, der ja gerade in Bellevue Gulasch aß. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Die Wahlherde scharrte schon mit den Hufen. <a href="http://www.spiegel.de/img/0,1020,153706,00.jpg" target="_blank">Wolfgang</a>, der mal Norberts Job gehabt hatte, sprach schon mit <a href="http://www.nrhz.de/flyer/media/11443/OskarLafontaineDLSolingen.jpg" target="_blank">Oskar</a>, der mal <a href="http://www.welt.de/multimedia/archive/00196/Franz-Muentefering-_196347g.jpg" target="_blank">Franzens</a> Job hatte, so langweilig war ihm. <a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Interview/2006/04/__Bilder/ulla-schmidt-will-ein-effektives-gesundheitssystem983314,property=poster.jpg" target="_blank">Ulla</a> schlief. <a href="http://www.mehrgenerationenhaeuser.de/coremedia/generator/mgh/de/__Bilder/Ursula_20von_20der_20Leyen_20neu,property=BigImage,slc=mgh_2Fde.jpg" target="_blank">Ursula</a> lackierte Fingernägel, nämlich die von <a href="http://de.timeturk.com/images/news/5153.jpg" target="_blank">Wolfgang</a>, denn der konnte nicht fliehen.</p>
<p>Nun hatte irgend ein pädagogischer Bundestagsangestellter die zündende Idee, man könne doch schon mal die fünfköpfige Bläsergruppe hineinschicken, die <em>nach </em>der Verkündigung des Wahlergebnisses die Nationalhymne spielen sollte, damit sich die arme Wahlherde nicht so langweilt.  Im Übrigen bekommen die Fraktionsvorsitzenden ja auch <em>nach </em>der Wahl immer Blumen, und die könnte man ja eigentlich auch schon mal reinschicken. Das erzeugt immer so eine tolle Stimmung, wenn Blumen überreicht werden&#8230; hach&#8230;</p>
<p>Und so enterten mit gigantischen Blasinstrumenten beladene Musiker den Plenarsaal, sehr zum Erstaunen der Wahlherde und auch der Weltpresse. Ihnen folgten einige verwirrt aussehende Bundestags-Damen mit überdimensionierten Blumensträußen. Die meisten machten nach zehn Schritten unverrichteter Dinge wieder kehrt, vielleicht ahnten sie, was sie da taten. Zwei Blumensträuße jedoch erreichten ihr Ziel: Oskar und Peter wurden beschenkt, bedankten sich artig und versteckten das Gestrüpp flugs unter ihren Tischen, in der Hoffnung, dass 1221 Abgeordnete und einige Hunderttausend Fernsehzuschauer vielleicht gerade nicht hingeguckt hatten oder alle temporär erblindet waren.</p>
<p>Denn was der Bundestagspädagoge in seinem Delirium nicht bedacht hatte, war, dass ja noch niemand das Wahlergebnis kannte und bisher noch alle davon ausgingen, dass ein zweiter Wahlgang möglich ist. Bläser und Blumen teilten der Welt und den Abgeordneten mit, dass schon der erste Wahlgang erfolgreich war. Und das hieß: Horst ist gewählt. Prompt standen dann die CDUler und FDPler auf und applaudierten für Horst, der von alldem nichts mitbekam und gerade vom Gulasch-Tisch in Bellevue aufstand. Norbert, dem vor der Tür langsam kalt wurde, hatte ihn nämlich angerufen.</p>
<p>Horst sprang nun dynamisch in seine Limousine, blieb aber im Berliner Verkehr stecken. Möglicherweise hat er nun das erste Mal in seinem Leben herzhaft geflucht &#8211; wahrscheinlich aber deswegen, weil er den Nachtisch in Bellevue nicht mehr essen konnte. Lecker Schokopudding. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Horst kam aber zum Glück irgendwann doch noch an, ging mit Norbert in den Plenarsaal und nahm seine Wahl zum Bundeshorst an (oh, Überraschung!). Dann wurde die Nationalhymne gesungen (oh, Überraschung!) und die Fraktionsvorsitzenden bekamen Blumensträuße (oh, Überraschung!) beziehungsweise holten ihre Blumensträuße unter den Tischen hervor.</p>
<p>Ich hoffe, dass die Protokollmenschen des Bundestages ihre Pädagogen zukünftig an eine etwas kürzere Leine nehmen. Das mutete doch zwischenzeitlich etwas seltsam an, das alles&#8230;</p>
<p>Aber egal. Glückwunsch, Horst. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Unwort des Tages: Pädagoge.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>In zwölf Stunden von Kiel nach Berlin &#8211; eine Omnibus-Odyssee</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Sep 2008 21:33:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich wollte nach Berlin. Mal raus aus Kiel – hier ist es zwar ganz schön, aber es zieht mich doch manchmal auch dorthin, wo es nicht ganz so, sagen wir, idyllisch ist wie hier. Nicht so, hmm, reduziert in der Vielfalt der Möglichkeiten. Ich wollte Musik machen in Berlin. Mit einem Bass. Gleichzeitig bin ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte nach Berlin. Mal raus aus Kiel – hier ist es zwar ganz schön, aber es zieht mich doch manchmal auch dorthin, wo es nicht ganz so, sagen wir, idyllisch ist wie hier. Nicht so, hmm, reduziert in der Vielfalt der Möglichkeiten.</p>
<p>Ich wollte Musik machen in Berlin. Mit einem Bass. Gleichzeitig bin ich Student, habe also kein Geld, was zwar übertrieben ist, der Wahrheit aber doch recht nahe kommt. Paradox, nicht wahr?</p>
<p>Ergo kann ich nicht mit der Bahn nach Berlin fahren, denn Bahnfahren ist teuer. Sparticket hin oder her.</p>
<p>Das Busunternehmen Autokraft (seines Zeichens Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG) bietet Studenten für unglaublich günstige 30 Euro eine Hin- und auch Rückfahrt von Kiel nach Berlin an. Fahrtzeit: sechs Stunden. So weit, so gut.</p>
<p>Ich als paranoider Musiker bin jedoch nicht bereit, mein Instrument in den Gepäckraum eines Reisebusses zu verfrachten.</p>
<p>Das Konfliktpotenzial habe ich, schlau wie ich bin, im Vorfeld erkannt und die Autokraft angerufen. Nachdem ich drei Minuten in der Warteschleife verbracht habe, dann beim Fahrtdienstleiter in Wellsee anrufen musste und mit ihm zehn Minuten lang ein erquickliches Gespräch führte, wusste ich: Ja, ich darf meinen Bass mit in den Fahrgastraum nehmen. Er wird den Fahrer informieren, sagt er.<span id="more-455"></span></p>
<p>„Wissen Sie Bescheid?“, frage ich den Fahrer dann beim Einsteigen und deute auf meinen Bass, den ich auf dem Rücken trage.</p>
<p>„Nö, is’ mir auch wurscht.“</p>
<p>„Ähm – ja. Ok. Ich nehm’ den dann mit in den Fahrgastraum, ja…?“</p>
<p>„Ja, ist mir wurscht.“ Er sieht aus, als ob es ihm tatsächlich wurscht wäre. Und alles andere auch.</p>
<p>Wie schön, dass ich so ausführlich mit der halben Autokraft-Belegschaft hier in Kiel telefoniert habe.</p>
<p>Bevor sich der Bus dazu durchringt, auf der Autobahn Berlin anzusteuern, macht er noch eine Sightseeing-Tour durch die schönsten, weil verlassensten Dörfer Ostholsteins und Lauenburgs. Zum Beispiel Breidenfelde. Warum es sich für ein Busunternehmen wie die Autokraft lohnt, dieses grandiose Dorf anzusteuern, ist mir ein Rätsel.</p>
<p>In Eutin steigt eine Horde Kinder zu. Fünfte Klasse, mit dem obligatorischen genervten Pädagogen im Schlepptau. Neben dem Mütze und kurze Hosen tragenden Pädagogen sind noch zwei der Kinder bemerkenswert: Der eine hat die schlechteste Frisur des Jahrhunderts &#8211; eine Vokuhila in Reinstform, Marke Wolle Petri in seinen schlimmsten Tagen.</p>
<p>Das zweite Kind ist bemerkenswert klein. An der Art, wie es spricht, meine ich zu erkennen, dass es möglicherweise einen türkischen Migrationshintergrund haben könnte.</p>
<p>Er hat schon beim Einsteigen Ohrstöpsel in den Gehörgängen und entfernt sie auch dann nicht, wenn er mit seinen Klassenkameraden spricht. Das tut er aber eigentlich auch nicht, denn kaum hat er hingesetzt, dreht er den mp3-Player auf gefühlte 150 Dezibel auf. Ich sitze nämlich etwa zwei Meter von ihm entfernt und kann immer noch sehr gut unterscheiden, ob der Knirps gerade deutschen oder englischen HipHop hört. Wohl wegen der Abwechslung…</p>
<p>Sobald er sich hingesetzt hat, beginnt er, wie irre mit dem Kopf vor und zurück zu wippen. Seine Hände ruhen dabei im Schoß. Das Ganze sieht aus, als ob er eine motorische Störung hätte; der Knirps hingegen denkt wohl, dass das unkontrollierte Wippen zum richtigen HipHop dazugehört. Das Kopfzucken hat übrigens nichts mit dem Rhythmus zu tun. Das kann ich ja wegen der angenehmen Akustik auch sehr gut beurteilen…</p>
<p>Bad Boy scheint seine Lieder gut auswendig zu kennen, denn er spricht leidenschaftlich einige Textbrocken mit.</p>
<p>Das Bild, das sich mir also bietet, ist folgendes: Ein etwa elfjähriger Wicht, der sich seine Kapuze übergezogen hat, wie bekloppt taktlos mit dem Kopf wippt und dabei tonlos vor sich hinbrabbelt:</p>
<p>„Halt dein Maul, du weißt gar nichts…haha! Junkie…komm lutsch’ mein’ Schwanz… hahaha! Halt dein Maul, du Penner…wer hat Angst vor’m schwarzen Mann…?!“</p>
<p>Es war natürlich eine äußerst erquickliche Busfahrt.</p>
<p>Schade nur, dass diese Busfahrt geschlagene zwölf Stunden gedauert hat. Denn mitten in der wüstesten Weite Mecklenburg-Vorpommerns blieben wir liegen: Unserem nigelnagelneuen Bus waren sämtliche Keilriemen davongeflogen. Und auch die Schrompflscheiben waren kaputt. Oder so ähnlich. Jedenfalls konnte und wollte der Bus keinen einzigen Schritt mehr tun – wir standen also auf dem Seitenstreifen. Fünf Stunden lang. Busse zogen kommentarlos an uns vorbei. Die Polizei kam und sprach, wir sollten vom Seitenstreifen gehen. Können vor lachen, Herr Wachtmeister…</p>
<p>Es kam nach zwei Stunden ein Techniker, herbeibeordert von der Autokraft. Warum er so lange gebraucht hat – niemand weiß es. Vielleicht musste er seinen Servicewagen erst noch zusammenschrauben. Jedenfalls stellte er nach einer halben Stunde weisen Herumdokterns fest: Geht nix. Und ging.</p>
<p>Bis die Nasen von der Autokraft es geschafft hatten, einen Ersatzbus zu organisieren, gingen weitere drei Stunden ins Land, in denen ich mir ein schönes mecklenburgisches Maisfeld betrachten sowie Windmühlen und Frostbeulen zählen durfte. Danke, liebe Autokraft.</p>
<p>Als ich dann in Berlin war, habe ich meine ganze Kraft zusammengenommen, bin an Angies Kanzlerinnenamt vorbei schnurstracks zum neuen Berliner Hauptbahnhof gegangen (Sie wissen schon, das Teil, das immer auseinanderfällt) und habe mir dort triumphal eine Zugfahrkarte für den Rückweg gekauft. Selten war mir der Preis so egal.</p>
<p>Unwort des Tages: Autokraft.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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