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	<title>Das Unwort &#187; Bahn</title>
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	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
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		<title>Stuttgart 21: Totale Verwirrung in Baden-Württemberg</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 19:08:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich war das Thema schon tot. Stuttgart 21 &#8211; vom Parlament beschlossen, von der Bahn gewollt, vom Volk ignoriert. Von solchen Projekten werden im Jahr einige Dutzend auf den Weg gebracht. Niemand interessiert sich dafür. Dass das Land Baden-Württemberg und &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/07/stuttgart-21-totale-verwirrung-in-baden-wurttemberg/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1265" class="wp-caption alignleft" style="width: 277px"><a href="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/10/stu21.jpg"><img class="size-full wp-image-1265 " title="Stuttgart 21 - Foto: Jens Zehnder / pixelio.de" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/10/stu21.jpg" alt="Stuttgart 21 - Foto: Jens Zehnder / pixelio.de" width="267" height="174" /></a><p class="wp-caption-text">Wir können alles, außer PR: Stuttgart 21 - Foto: Jens Zehnder / pixelio.de</p></div>
<p>Eigentlich war das Thema schon tot. Stuttgart 21 &#8211; vom Parlament beschlossen, von der Bahn gewollt, vom Volk ignoriert. Von solchen Projekten werden im Jahr einige Dutzend auf den Weg gebracht. Niemand interessiert sich dafür. Dass das Land Baden-Württemberg und die Deutsche Bahn Hand in Hand für einige Milliarden Euro das halbe Land umgraben wollen, war den Leuten herzlich egal. Kaum rollten aber die Bagger an und bedrohten den unglaublich hässlichen Stuttgarter Sackbahnhof, da regte sich plötzlich des Volkes Zorn. Die Menschen erkannten, dass der Bebauungsplan zwar recht hübsch, weil bunt, ist, er aber gleichzeitig vorsieht, dass 282 Bäume im pittoresken Stuttgarter Schlossgarten gefällt werden sollen. Und der ganze Bahnhof gleich mit. Seitdem kocht die Stimmung in Stuttgart. Die Menschen sind <em>dagegen</em>. Die Regierung ist <em>dafür</em>. Die SPD ist erst <em>das eine</em> und dann <em>das andere</em>.<span id="more-1264"></span></p>
<p>Bei einer ziemlich hitzigen Demonstration letzte Woche kam dann irgendein wildgewordener Polizistenchef auf die Idee, seinen armen Untergebenen die Räumung des Schlossgartens zu befehlen. Aber doch bitte mit Wasserwerfern, Pfefferspray und Schlagstöcken, wie denn auch sonst. Dass dabei mehr als einhundert Menschen verletzt wurden, ist nicht nur rein menschlich bedauerlich<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/07/stuttgart-21-totale-verwirrung-in-baden-wurttemberg/#footnote_0_1264" id="identifier_0_1264" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und auch f&uuml;r die Krankenkassen ein ziemlicher Schlag &amp;#8211; man sollte umgehend die Beitr&auml;ge erh&ouml;hen!">1</a>)</sup>, sondern auch ein PR-Gau erster Güte. Stuttgart 21 war in der letzten Woche erstaunlich präsent in den Medien. Und zwar ausschließlich negativ. Das Bild vom älteren Herrn, der aus den Augen blutet und weggetragen wird, geisterte durch die Medien. Dagegen kann auch der strahlendste Pressesprecher nichts mehr tun. Die Folge: Die munteren Baden-Württemberger zeigten ihrer Regierung den Stinkefinger. Bei der nächsten Landtagswahl hätten die Grünen gefühlte 80 Prozent. Das weckt dann tatsächlich auch noch den schläfrigsten Mappus aus dem Dornröschenschlaf.</p>
<p>Heiner Geißler soll es nun richten. Der Mann tatterte sich heute in sein neues Amt als Vermittler, und es ging gut los. Zunächst hatten die Gegner des Projektes gesagt, dass sie die Vermittlung akzeptieren. Ja, sogar auf die Forderung nach einem Baustopp während der Gespräche wollten sie verzichten, meldete die französische Nachrichtenagentur AFP. Dann, um 17 Uhr, tritt Geißler in Stuttgart vor die Presse. In den bunten Strauß von Mikrofonen spricht er, dass es während der Verhandlungen doch einen Baustopp gibt. Das sei mit den Konfliktparteien so abgesprochen. Die Welt staunt.</p>
<p>Nun ist es ja aber so, dass das Stadium der totalen Verwirrung per definitionem immer dann eintritt, wenn man es nicht erwartet. Zum Beispiel jetzt: Dass Mappus und Grube einen Baustopp im Grunde ihres Herzens nicht wollen, ist klar. Wie Geißler sie dazu gekriegt hat, dem zuzustimmen, weiß nur der Geier. Und Geier sind sehr schweigsame Tiere. Besonders in Baden-Württemberg.</p>
<p>Die Lösung des Problems kommt in diesem Falle von selbst und vervollständigt die Verwirrung: Einen Baustopp, sagen Mappus und Grube heute Abend unisono, werde es nicht geben. Grube sagt sogar, man habe noch gar nicht über Inhalte gesprochen. Mappus sagt, das Projekt werde wie geplant fortgesetzt. Da fragt sich der handelsübliche Bürger nun: Ja, ist derGei ßler denn schon greis im Gehirn oder wie kommt er auf die Idee eines Baustopps?</p>
<p>Man möge sich das einmal verdeutlichen: Das Land Baden-Württemberg, der Bund und die Bahn geben mindestens vier Milliarden Euro für ein Projekt aus und sind offenbar nicht fähig, eine gescheite Krisen-PR auf die Beine zu stellen. In Stuttgart scheint niemand mehr zu wissen, was Sache ist. Die Verwirrung ist komplett. Und die Presse wird immer schlechter, so das denn noch möglich ist.</p>
<p>Es ist zwar unterhaltsam zu sehen, wie viele neue Facetten die Akteure dieses Dramas an ihrer Geschichte noch finden. Langweilig wurde es nämlich bisher nie. Gleichzeitig packt mich aber auch das Mitleid. Freilich nicht mit den Bäumen im Schlossgarten, sondern mit dem armen Herrn Geißler, der offenbar in Rekordzeit gescheitert ist. Und mit Herrn Mappus, den nur noch ein erfolgreicher Krieg gegen Frankreich, ein Hochwasser oder ein plötzlicher Tod aller Grünenpolitiker vor der Abwahl retten kann. Und mit Herrn Grube und seiner Bahn, auf die die Menschen, <a href="http://www.das-unwort.de/2008/04/17/tamara-und-das-fegefeuer-oder-der-opnv-in-schleswig-holstein/" target="_blank"></a><a href="http://www.das-unwort.de/2007/11/13/vielen-dank-dass-sie-versucht-haben-mit-der-deutschen-bahn-zu-reisen/" target="_blank">mich </a>eingeschlossen, nun noch schlimmer schimpfen als je zuvor.</p>
<p>Aber irgendwie sind sie ja auch selber Schuld.</p>
<p>Unwort des Tages: Baustopp.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1264" class="footnote">Und auch für die Krankenkassen ein ziemlicher Schlag &#8211; man sollte umgehend die Beiträge erhöhen!</li></ol> <p><a href="http://www.das-unwort.de/?flattrss_redirect&amp;id=1264&amp;md5=fa1e4d2860e91b5295898876de98217f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.das-unwort.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fahrkarte für den Autobot</title>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 21:48:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf der Suche nach einem Verkehrsmittel, das gerade nicht von Aschewolken oder Streiks betroffen ist, stößt der handelsübliche Zentraleuropäer schnell auf die Eisenbahn. Doch vor das ach so genüsslich-stressfreie Fahrvergnügen hat der liebe Gott den Erwerb eines Tickets gestellt. Das &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/05/24/fahrkarte-fur-den-autobot/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1183" class="wp-caption alignleft" style="width: 196px"><img class="size-full wp-image-1183" title="Autobot vor der Verwandlung / Foto Siegfried Fries, pixelio.de" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/05/fahrkarten.jpg" alt="Autobot vor der Verwandlung / Foto Siegfried Fries, pixelio.de" width="186" height="347" /><p class="wp-caption-text">Autobot vor der Verwandlung / Foto Siegfried Fries, pixelio.de</p></div>
<p>Auf der Suche nach einem Verkehrsmittel, das gerade nicht von <a href="http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,695053,00.html" target="_blank">Aschewolken</a> oder <a href="http://www.focus.de/panorama/welt/luftverkehr-nach-aschewolke-sorgt-streik-von-british-airways-fuer-flugausfaelle_aid_511728.html" target="_blank">Streiks</a> betroffen ist, stößt der handelsübliche Zentraleuropäer schnell auf die Eisenbahn. Doch vor das ach so genüsslich-stressfreie Fahrvergnügen hat der liebe Gott den Erwerb eines Tickets gestellt. Das kostet erstens Geld und ist zweitens gar nicht so einfach, da sich die Deutsche Bahn äußerst effizient davor drückt, dem Kunden seine Fahrkarte in einem persönlichen Gespräch zu verkaufen. Vielmehr möge der Kunde bitte eines dieser roten Monstren aufsuchen, die die Bahnhofsgebäude bevölkern und ein ganz klein wenig an schlecht designte <a href="http://www.divisionbell.com/uploaded_images/3d-autobot-797312.jpg" target="_blank">Autobots</a> erinnern.</p>
<p>Ich stehe gerade von einem Autobot herum, da tippt es mich auf die Schulter. Ich drehe mich um.</p>
<p>Ein kleines, weißhaariges Männlein in preiswerter Kleidung steht mit leicht derangiertem Blick vor mir und schaut mich mit weit aufgerissenen Augen an. Neben das Männlein drapiert sich eine genau so kleine, blonde Frau mit einer schwarzen Brille. Sie steckt in einer irritierenden, übergroßen signalroten Jacke. Heute haben Autobots anscheinend Ausgang.<span id="more-1181"></span></p>
<p>&#8220;Könn&#8217;n Sie uns wohl helfn? Wir wolln ne Karte lösen&#8221;, sagt das Männlein in so breitem Norddeutsch, dass ich sogar hier im geschäftigen Kieler Hauptbahnhof die endlose Weite der Tieflandschaft zu spüren glaube.</p>
<p>Akrobat, der ich bin, wische ich in Sekundenschnelle den entgeisterten Ausdruck von meinem Gesicht. Ich bin überzeugt, pfadfinderlich freundlich dreinzuschaun, als ich sage:</p>
<p>&#8220;Ja, gern.&#8221;</p>
<p>&#8220;Also sie &#8221; &#8211; er zeigt auf die signalrote Jacke &#8211; &#8220;will nach Eggernförde. Aber nich von hiä aus, nä, sonnern von Suchsdorf! Also sie brauch nur von Suchsdorf zahln. Weil is billigä, nä.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich verstehe.&#8221; Das tue ich wirklich. &#8220;Schauen Sie, drücken Sie hier auf die gelbe Schaltfläche, dann wählen Sie hier aus, dass Sie einen alternativen Abreiseort eingeben wollen, und da geben Sie dann ein&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Wäs? Moment&#8230;&#8221;</p>
<p>Ich komme mir vor wie der hyperintelligente Android Data, der einem ahnungslosen Klingonen den Schiffscomputer der Enterprise erklärt. Ich tue es noch einmal, und diesmal langsam. Das Männlein nickt zwar, aber ich glaube nicht, dass meine Erläuterungen bis in sein Innerstes vordringen, denn er sagt, just als ich als Abfahrtsort &#8220;Suchsdorf&#8221; eingebe:</p>
<p>&#8220;Ja aber sie zahlt ja nich von hiä, nä, sonnern von Suchsdorf&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Das steht ja auch da, sehen Sie, da steht&#8217;s.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ah.&#8221;</p>
<p>&#8220;So, das kostet jetzt sieben Euro zehn.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wäs, das kann abä nich sein, nä, weil die Hinfahrt hat ja nuä viä gekosset.&#8221;</p>
<p>&#8220;Haben Sie vielleicht eine Bahncard?&#8221;</p>
<p>Das Männlein schaut die signalrote Jacke an. Die schüttelt mit dem Kopf.</p>
<p>&#8220;Nä&#8221;, übersetzt das Männlein und schaut mich misstrauisch an. Das Vertrauen in meine Fähigkeiten als Autobot-Flüsterer scheint aus ihm zu weichen.</p>
<p>&#8220;Dann müssen Sie wohl leider die sieben Euro bezahlen&#8221;, stelle ich fest.</p>
<p>&#8220;Abä sie zahlt ja nuä von Suchsdorf, nä!&#8221;, beharrt das Männlein.</p>
<p>&#8220;Ja, das habe ich auch so eingegeben&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Abä dann kannas ja nich so teuä sein!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ähh.&#8221; Auf mehr habe ich keine Lust.</p>
<p>&#8220;Nä&#8230;&#8221;, spricht es und schüttelt mit dem Kopf,  nimmt seine Signaljacke unter den Arm und entschwindet.</p>
<p>Entgeisterung kehrt für einen kurzen Moment auf mein Gesicht zurück. Doch dann erinnere ich mich an <a href="http://www.das-unwort.de/2008/04/17/tamara-und-das-fegefeuer-oder-der-opnv-in-schleswig-holstein/" target="_blank">eines</a> <a href="http://www.das-unwort.de/2007/11/13/vielen-dank-dass-sie-versucht-haben-mit-der-deutschen-bahn-zu-reisen/" target="_blank">meiner</a> <a href="http://www.das-unwort.de/2007/09/25/alle-jahre-wieder-kommt-das-mehdornkind-auf-die-kunden-nieder/" target="_blank">Erlebnisse</a> im Zusammenhang mit der Bahn und weiß: Es liegt nicht an mir. Die Bahn ist schuld.</p>
<p>Unwort des Tages: Eggernförde.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>In zwölf Stunden von Kiel nach Berlin &#8211; eine Omnibus-Odyssee</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/09/16/in-zwolf-stunden-von-kiel-nach-berlin-eine-odyssee/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Sep 2008 21:33:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wollte nach Berlin. Mal raus aus Kiel – hier ist es zwar ganz schön, aber es zieht mich doch manchmal auch dorthin, wo es nicht ganz so, sagen wir, idyllisch ist wie hier. Nicht so, hmm, reduziert in der &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/09/16/in-zwolf-stunden-von-kiel-nach-berlin-eine-odyssee/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte nach Berlin. Mal raus aus Kiel – hier ist es zwar ganz schön, aber es zieht mich doch manchmal auch dorthin, wo es nicht ganz so, sagen wir, idyllisch ist wie hier. Nicht so, hmm, reduziert in der Vielfalt der Möglichkeiten.</p>
<p>Ich wollte Musik machen in Berlin. Mit einem Bass. Gleichzeitig bin ich Student, habe also kein Geld, was zwar übertrieben ist, der Wahrheit aber doch recht nahe kommt. Paradox, nicht wahr?</p>
<p>Ergo kann ich nicht mit der Bahn nach Berlin fahren, denn Bahnfahren ist teuer. Sparticket hin oder her.</p>
<p>Das Busunternehmen Autokraft (seines Zeichens Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG) bietet Studenten für unglaublich günstige 30 Euro eine Hin- und auch Rückfahrt von Kiel nach Berlin an. Fahrtzeit: sechs Stunden. So weit, so gut.</p>
<p>Ich als paranoider Musiker bin jedoch nicht bereit, mein Instrument in den Gepäckraum eines Reisebusses zu verfrachten.</p>
<p>Das Konfliktpotenzial habe ich, schlau wie ich bin, im Vorfeld erkannt und die Autokraft angerufen. Nachdem ich drei Minuten in der Warteschleife verbracht habe, dann beim Fahrtdienstleiter in Wellsee anrufen musste und mit ihm zehn Minuten lang ein erquickliches Gespräch führte, wusste ich: Ja, ich darf meinen Bass mit in den Fahrgastraum nehmen. Er wird den Fahrer informieren, sagt er.<span id="more-455"></span></p>
<p>„Wissen Sie Bescheid?“, frage ich den Fahrer dann beim Einsteigen und deute auf meinen Bass, den ich auf dem Rücken trage.</p>
<p>„Nö, is’ mir auch wurscht.“</p>
<p>„Ähm – ja. Ok. Ich nehm’ den dann mit in den Fahrgastraum, ja…?“</p>
<p>„Ja, ist mir wurscht.“ Er sieht aus, als ob es ihm tatsächlich wurscht wäre. Und alles andere auch.</p>
<p>Wie schön, dass ich so ausführlich mit der halben Autokraft-Belegschaft hier in Kiel telefoniert habe.</p>
<p>Bevor sich der Bus dazu durchringt, auf der Autobahn Berlin anzusteuern, macht er noch eine Sightseeing-Tour durch die schönsten, weil verlassensten Dörfer Ostholsteins und Lauenburgs. Zum Beispiel Breidenfelde. Warum es sich für ein Busunternehmen wie die Autokraft lohnt, dieses grandiose Dorf anzusteuern, ist mir ein Rätsel.</p>
<p>In Eutin steigt eine Horde Kinder zu. Fünfte Klasse, mit dem obligatorischen genervten Pädagogen im Schlepptau. Neben dem Mütze und kurze Hosen tragenden Pädagogen sind noch zwei der Kinder bemerkenswert: Der eine hat die schlechteste Frisur des Jahrhunderts &#8211; eine Vokuhila in Reinstform, Marke Wolle Petri in seinen schlimmsten Tagen.</p>
<p>Das zweite Kind ist bemerkenswert klein. An der Art, wie es spricht, meine ich zu erkennen, dass es möglicherweise einen türkischen Migrationshintergrund haben könnte.</p>
<p>Er hat schon beim Einsteigen Ohrstöpsel in den Gehörgängen und entfernt sie auch dann nicht, wenn er mit seinen Klassenkameraden spricht. Das tut er aber eigentlich auch nicht, denn kaum hat er hingesetzt, dreht er den mp3-Player auf gefühlte 150 Dezibel auf. Ich sitze nämlich etwa zwei Meter von ihm entfernt und kann immer noch sehr gut unterscheiden, ob der Knirps gerade deutschen oder englischen HipHop hört. Wohl wegen der Abwechslung…</p>
<p>Sobald er sich hingesetzt hat, beginnt er, wie irre mit dem Kopf vor und zurück zu wippen. Seine Hände ruhen dabei im Schoß. Das Ganze sieht aus, als ob er eine motorische Störung hätte; der Knirps hingegen denkt wohl, dass das unkontrollierte Wippen zum richtigen HipHop dazugehört. Das Kopfzucken hat übrigens nichts mit dem Rhythmus zu tun. Das kann ich ja wegen der angenehmen Akustik auch sehr gut beurteilen…</p>
<p>Bad Boy scheint seine Lieder gut auswendig zu kennen, denn er spricht leidenschaftlich einige Textbrocken mit.</p>
<p>Das Bild, das sich mir also bietet, ist folgendes: Ein etwa elfjähriger Wicht, der sich seine Kapuze übergezogen hat, wie bekloppt taktlos mit dem Kopf wippt und dabei tonlos vor sich hinbrabbelt:</p>
<p>„Halt dein Maul, du weißt gar nichts…haha! Junkie…komm lutsch’ mein’ Schwanz… hahaha! Halt dein Maul, du Penner…wer hat Angst vor’m schwarzen Mann…?!“</p>
<p>Es war natürlich eine äußerst erquickliche Busfahrt.</p>
<p>Schade nur, dass diese Busfahrt geschlagene zwölf Stunden gedauert hat. Denn mitten in der wüstesten Weite Mecklenburg-Vorpommerns blieben wir liegen: Unserem nigelnagelneuen Bus waren sämtliche Keilriemen davongeflogen. Und auch die Schrompflscheiben waren kaputt. Oder so ähnlich. Jedenfalls konnte und wollte der Bus keinen einzigen Schritt mehr tun – wir standen also auf dem Seitenstreifen. Fünf Stunden lang. Busse zogen kommentarlos an uns vorbei. Die Polizei kam und sprach, wir sollten vom Seitenstreifen gehen. Können vor lachen, Herr Wachtmeister…</p>
<p>Es kam nach zwei Stunden ein Techniker, herbeibeordert von der Autokraft. Warum er so lange gebraucht hat – niemand weiß es. Vielleicht musste er seinen Servicewagen erst noch zusammenschrauben. Jedenfalls stellte er nach einer halben Stunde weisen Herumdokterns fest: Geht nix. Und ging.</p>
<p>Bis die Nasen von der Autokraft es geschafft hatten, einen Ersatzbus zu organisieren, gingen weitere drei Stunden ins Land, in denen ich mir ein schönes mecklenburgisches Maisfeld betrachten sowie Windmühlen und Frostbeulen zählen durfte. Danke, liebe Autokraft.</p>
<p>Als ich dann in Berlin war, habe ich meine ganze Kraft zusammengenommen, bin an Angies Kanzlerinnenamt vorbei schnurstracks zum neuen Berliner Hauptbahnhof gegangen (Sie wissen schon, das Teil, das immer auseinanderfällt) und habe mir dort triumphal eine Zugfahrkarte für den Rückweg gekauft. Selten war mir der Preis so egal.</p>
<p>Unwort des Tages: Autokraft.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vielen Dank, dass Sie versucht haben, mit der Deutschen Bahn zu reisen</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Nov 2007 20:48:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Verspätung]]></category>
		<category><![CDATA[Zug]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ja schon ziemlich schwierig, sich in diesen Wochen nicht mit der Deutschen Bahn an sich und insbesondere mit den permanent streikenden Zugführerinnen und Zugführern zu beschäftigen. Zumindest in Form von Tagesschau oder Tageszeitung. Richtig unangenehm wird es aber &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2007/11/13/vielen-dank-dass-sie-versucht-haben-mit-der-deutschen-bahn-zu-reisen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ja schon ziemlich schwierig, sich in diesen Wochen nicht mit der Deutschen Bahn an sich und insbesondere mit den permanent streikenden Zugführerinnen und Zugführern zu beschäftigen. Zumindest in Form von Tagesschau oder Tageszeitung.</p>
<p>Richtig unangenehm wird es aber erst, wenn man dann tatsächlich mal mit der Bahn reisen muss.</p>
<p>Und es hat mich heute getroffen. Ich musste nach Eutin zu einem Termin.  Reimt sich, ist aber trotzdem wahr. Da ich kein Auto besitze (was nicht an Al &#8220;Rettet-die-Welt&#8221; Gore liegt, sondern an meiner erschreckenden Geldknappheit), bin ich auf öffentliche Verkehrmittel angewiesen. Nun ist die Strecke Kiel-Eutin mit dem Bus zwar zu bewältigen, dies dauert in der Regel jedoch etwa zwei Stunden. Und da ich kein Busfahrfetischist bin, sondern einfach nur von A nach B möchte, muss ich wohl oder übel die Bahn nehmen.<span id="more-103"></span></p>
<p>Da fährt laut Plan jede Stunde ein Zug von Kiel nach Lübeck, der unter anderem in Eutin halten soll. Das passiert in der Regel auch erschreckend pünktlich, zumindest sind mir auf dieser Strecke selten größere Verspätungen untergekommen. Und heute, an einem Tag, wo niemand streikt, wird es ja wohl auch so sein, hoffte ich.</p>
<p>Pustekuchen.</p>
<p>Erstes Hindernis beim Bahnfahren ist immer das Erwerben von Fahrkarten. Man möchte meinen, dass die Deutsche Bahn AG daran interessiert ist, möglichst viele Fahrkarten zu verkaufen und deswegen jeden Kunden freundlich und mit offenen Armen empfängt, um ihm im Rahmen eines persönlichen Lebensberatungsgesprächs bei Kaffee und Kuchen eine Fahrkarte zu verkaufen.</p>
<p>Die Realität sieht, warum auch immer, anders aus. Da stehen auf unseren Bahnhöfen große graue Kästen, die uns die Fahrkarten verkaufen sollen, und versprühen den Charme von Sozialwohnungen. Und genau wie die Bewohner von letzteren nehmen sie auch gerne Geld, aber bevorzugt in kleinen Scheinen.</p>
<p>Sprich: Wenn der Kunde es wagt, nur einen 20-Euro-Schein mit sich zu führen, kann er den Erwerb seiner Fahrkarte getrost gleich wieder vergessen, denn er wird nur ein stummes, aber hämisches Kichern des Automaten ernten.</p>
<p>Ich marschiere also weg vom hämisch lachenden Automaten hin zur obligatorischen Bahnhofscroissanterie.</p>
<p>&#8220;Könnten Sie mir bitte den 20er kleinmachen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein, kann ich nicht.&#8221;</p>
<p>Ich muss ein wenig eigentümlich dreingeschaut haben, denn die Fachfrau für Croissantveräußerungen weist mir gnadenvoll den Weg zu &#8220;dem Türken bei Sultan&#8217;s&#8221;, der mache das doch bestimmt.</p>
<p>Ich frage nicht, warum Frollein es nicht selbst tun will, und begebe mich zum &#8220;Türken bei Sultan&#8217;s&#8221;, der mir freundlich und problemlos meinen Riesenschein in handliche Papierfetzen wechselt.</p>
<p>Der Automat ist&#8217;s zufrieden und schluckt gerade genüsslich mein mühsam ertauschtes Geld, da nähert sich von rechts eine bebrillte Gestalt, gekleidet in eine rot-gelbe Regenjacke.</p>
<p>&#8220;Fährst du nach Lübeck??&#8221;</p>
<p>Das sind ist einer der Mitfahrjäger, die an jedem größeren Bahnhof auf Menschen lauern, die für weniger als den normalen Fahrpreis an ihrem Schleswig-Holstein-Ticket partizipieren wollen. So kommen alle Beteiligten deutlich günstiger von A nach B &#8211; mit dem Nachteil, dass man, sobald man einen Fahrkartenautomaten auch nur zu lange anschaut, sofort von einer Horde bebrillter Regenjackenträger bedrängt wird.</p>
<p>&#8220;Nach Eutin.&#8221;</p>
<p>Als mein Verhandlungspartner herausfindet, dass ich Student bin und zudem auch noch eine Bahncard habe und mir der Fahrkartenautomat daher schon von ganz alleine ein unschlagbar günstiges Preisangebot unterbreitet, wird er verlegen.</p>
<p>Ich, ehemaliger Pädagogik-Student und hingebungsvoller Samariter, springe ihm zur Seite.</p>
<p>&#8220;Sieht so aus, als ob es für dich günstiger wäre, wenn du mich nicht mitnimmst, nicht wahr?&#8221;, frage ich und grinse ihn kumpelhaft an.</p>
<p>Er druckst herum.</p>
<p>Ich wende mich wieder dem Automaten zu, der noch mehr Geld will.</p>
<p>Die Regenjacke spricht nun: &#8220;Ja also man weiß es nicht, wenn du willst, kannst du ja bei mir trotzdem auch mitfahren, es kann ja für dich günstiger werden trotzdem noch, wenn ich sonst keinen mitnehmen kann später oder so. Also wenn du auf Zeit pokern willst, kannst du ja bei mir mitfahren oder so.&#8221;</p>
<p>Ich versuche, das Gesagte zu verstehen, scheitere jedoch und wünsche der Regenjacke eine gute Fahrt. Ich ergattere vom gierigen Automaten mein unverschämt günstiges Ticket und mache mich auf den Weg zum Bahnsteig.</p>
<p>Planmäßige Abfahrtszeit meines Zuges ist 14.44 Uhr. Just zu jener Zeit meldet sich die holde, automatisierte Bahnhofssprecherin zu Wort: &#8220;<em>Ding-däng-dong.</em> Meine Damen und Herren auf Gleis<strong> eins</strong>. Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf verzögert sich die Abfahrt Ihres Zuges um etwa <strong>zwei </strong>Minuten. Wir bitten um Ihr Verständnis.&#8221;</p>
<p>Das ist doch keine Ansage wert, denke ich mir und wende mich wieder dem stumpfen Starren in jene Richtung zu, in der ich den Zug erwarte. E.T. meldet sich jedoch nach nicht einmal einer Minute erneut: &#8220;<em>Ding-däng-dong.</em> Meine Damen und Herren auf Gleis<strong> eins</strong>. Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf verzögert sich die Abfahrt Ihres Zuges um etwa <strong>fünf </strong>Minuten. Wir bitten um Ihr Verständnis.&#8221;</p>
<p>Aha.</p>
<p>Langsam wird mir ziemlich kalt, es ist meinem subjektiven Empfinden nach der kälteste Tag in diesem Herbst und ich stehe schon eine Viertelstunde auf Gleis 1, zusammen mit etwa 75 Leidensgenossen.</p>
<p>Zehn Minuten lang passiert nichts. Es ist inzwischen 15 Uhr. Da meldet sich das Alien erneut zu Wort: &#8220;<em>Ding-däng-dong.</em> Meine Damen und Herren auf Gleis<strong> eins</strong>. Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf verzögert sich die Abfahrt Ihres Zuges um etwa <strong>zehn </strong>Minuten. Wir bitten um Ihr Verständnis.&#8221;</p>
<p>E.T. kann augenscheinlich nicht zählen oder bedient sich einer anderen, nicht-erdlichen Zeitrechnung. Die zehn Minuten sind schon längst um.</p>
<p>Da kommt ein Zug. Es ist aber der falsche, erklärt uns wortgewandt E.T.s Schwester, die es aber tatsächlich zu geben scheint, denn ihre Betonung der Zahlen klingt im Gegensatz zu E.T.  sehr natürlich:</p>
<p>&#8220;Meine Damen und Herren auf Gleis eins fährt ein Regionalbahn aus Preetz bitte steigen Sie dort nicht ein in wenigen Minuten wird für Sie hinter dem Triebwagen dieses Zuges bereitgestellt verspäteter Regionalexpress nach Bad Kleinen vielen Dank für Ihr Verständnis&#8221;</p>
<p>Man hört ihr die Probleme in der Zeichensetzung jedoch förmlich an.</p>
<p>Ich und meine Leidensgenossen wandern also hinter den Zug aus Preetz, der die Bezeichnung &#8220;Zug&#8221; eigentlich kaum verdient, denn es sind eher zwei zufällig aneinander geklebte Waggons, die in gemächlichem Tempo in den Kieler Hauptbahnhof eintrudeln. Eine Handvoll Menschen steigt aus. Und wir dürfen nicht einsteigen. Ist aber egal, hineinpassen würden wir ohnehin nicht alle.</p>
<p>Es geschieht wieder eine ganze Weile lang nichts, wenn man vom langsamen Gefrieren meiner Zehen absieht. E.T. meldet sich gelegentlich zu Wort und verkündet in gewohnt abgehackter Manier die Verspätung unseres Zuges um 10 (ja, noch einmal!), 15, 20 und 25 Minuten, aber man solle doch Verständnis haben.</p>
<p>Natürlich habe ich Verständnis. Ich platze fast schon vor lauter Verständnis. Am liebsten würde ich mein Verständnis in die große graue Bahnhofshalle schreien.</p>
<p>Kein Wunder, dass der Streik der Lokführer nichts bringt, wenn man einen Streik-Tag nicht von einem streikfreien Tag unterscheiden kann&#8230;</p>
<p>Um 15.20 Uhr fährt dann endlich mein Zug ein. Um 15.30 Uhr fahre ich los, mit ziemlich genau einer dreiviertel Stunde Verspätung (E.T.-Zeitrechnung: 25 Minuten).</p>
<p>Ich komme also mit einer dreiviertel Stunde Verspätung in Eutin an. Und habe dafür auch noch knapp fünf Euro bezahlt. One way.</p>
<p>Zum Glück kam der Zug auf der Rückfahrt pünktlich, sonst wäre ich wahrscheinlich auf dem Eutiner Provinzbahnhof ausgerastet.</p>
<p>Unwort des Tages: Die Bahn kommt.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Alle Jahre wieder kommt das Mehdornkind auf die Kunden nieder&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 14:04:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
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		<category><![CDATA[Mehdorn]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; und zieht ihnen das Geld mit Wucht aus der Tasche: Endlich wird das Bahnfahren wieder teurer. Mir war schon ganz langweilig &#8211; schließlich gab es seit einem dreiviertel Jahr keine Erhöhung der Fahrpreise mehr. Um durchschnittlich 2,9 Prozent sollen &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2007/09/25/alle-jahre-wieder-kommt-das-mehdornkind-auf-die-kunden-nieder/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; und zieht ihnen das Geld mit Wucht aus der Tasche: Endlich wird das Bahnfahren wieder teurer. Mir war schon ganz langweilig &#8211; schließlich gab es seit einem dreiviertel Jahr keine Erhöhung der Fahrpreise mehr.</p>
<p>Um durchschnittlich 2,9 Prozent sollen die Preise im Nah- und Fernverkehr nun steigen, heißt es heute. Auch Bahncards und Sitzplatzreservierungen sollen teurer werden.</p>
<p>Eigentlich lohnt es sich nicht wirklich, sich darüber aufzuregen, denn dann würde man seine Gesundheit ernsthaft gefährden &#8211; schließlich hat die Bahn in den letzten Jahren JEDES Jahr die Preise erhöht.</p>
<p>Natürlich seien die Energie- und Personalkosten wieder gestiegen. Das mag ja auch sein. Nur sollten die Bahnpreismacher, wer immer sie auch sein mögen, sich einmal vor Augen halten, wie teuer Bahnfahren jetzt schon ist. Und es ist, im Vergleich mit dem europäischen Ausland, exorbitant teuer. Da hilft auch ein Labyrinth von Spartarifen nichts, das erwiesenermaßen nicht mal Bahnangestellte jemals verstanden haben.</p>
<p>Seien wir realistisch: Die Bahn kommt zwar meistens pünktlich, gelegentlich aber auch mal überhaupt nicht. Das Personal ist in der Regel gleichgültig bis unfreundlich, die Züge laut, stinkig, schmutzig und heruntergekommen. Und trotzdem ist Bahnfahren unglaublich teuer und in den meisten Fällen im direkten Vergleich zum Auto oder gar dem Flugzeug nicht im geringsten konkurrenzfähig.</p>
<p>Ich stand neulich vor der Entscheidung, wie ich nach Stuttgart reise. Ich habe mich über die Bahntarife informiert und bin fast vom Stuhl gefallen: Eine achteinhalbstündige Bahnfahrt nach Stuttgart hätte mich 119 Euro gekostet. One way.</p>
<p>Mein einstündiger Flug, den ich dann gebucht habe, kostet 100 Euro. Hin und zurück.</p>
<p>Noch Fragen, Herr Mehdorn?</p>
<p>Und jetzt kommen Sie mir nicht mit der Umwelt. Ich würde ja auch liebend gern Bahn fahren und meinetwegen auch die paar Stunden zusätzliche Reisezeit in Kauf nehmen, aber<em> for heaven&#8217;s sake</em> nicht dann, wenn ich dafür auch noch doppelt so viel bezahlen muss. Und das <strong>vor </strong>der diesjährigen Preiserhöhung. Tut mir ja leid für die Umwelt, aber ich bin kein Krösus.</p>
<p>Alle reden sie davon, den Verkehr auf die Schiene verlagern zu wollen. Und gleichzeitig geht es um die Privatisierung der Bahn, was das Streben nach geilen Bilanzen und damit Preiserhöhungen zur Folge hat. Das ist genauso schwachsinnig wie Studiengebühren einzuführen, um damit mehr Menschen zum Studieren bewegen zu wollen.</p>
<p>Logik scheint nicht die Stärke der Entscheider in dieser Bundesrepublik zu sein. Schade eigentlich.</p>
<p>Unwort des Tages: Die Bahn.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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