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	<title>Das Unwort &#187; Unwort zu&#8230;</title>
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	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
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		<title>Unwort zu&#8230; Re:publica 2009 und die Hybris der Blogger</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 23:23:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unwort zu...]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
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		<description><![CDATA[Vom 1. bis 3. April trafen sich in Berlin rund 1400 Blogger, Twitterer und Podcaster zur &#8220;Re:publica 2009&#8243;. Unter dem Motto &#8220;Shift happens&#8221; diskutierten die Teilnehmer die Veränderungen im und durch das Web 2.0. Völlig zweifellos findet nicht erst seit &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/04/04/unwort-zu-republica-2009-und-die-hybris-der-blogger/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" src="http://re-publica.de/09/banner/180x66_b.gif" alt="" width="180" height="66" /> Vom 1. bis 3. April trafen sich in Berlin rund 1400 Blogger, Twitterer und Podcaster zur &#8220;Re:publica 2009&#8243;. Unter dem Motto &#8220;Shift happens&#8221; diskutierten die Teilnehmer die Veränderungen im und durch das Web 2.0.</p>
<p>Völlig zweifellos findet nicht erst seit der Finanzkrise eine Veränderung in der Medienlandschaft statt. Die Nutzung des Internets nimmt zu, die Auflagen der Printmedien und die Anzeigenpreise nehmen ab. Es stellen sich daher folgende Fragen:</p>
<ul>
<li>Wer übernimmt die Aufgaben der sterbenden Printmedien, sowohl, was die Arbeitsplätze als auch und besonders was die Funktion in der Gesellschaft angeht?</li>
<li>Noch rentiert sich Onlinejournalismus in akzeptabler Qualität nicht &#8211; welche Geschäftsmodelle sind denkbar?</li>
<li>Wer soll Onlinejournalismus betreiben und wie?</li>
</ul>
<p>Dass die Re:publica auf keine dieser Fragen eine befriedigende Antwort findet, ist die Folge eines grundlegenden Irrtums, dem die meisten der Teilnehmer und Referenten der Veranstaltung unterliegen: &#8220;Blogs sind 2009 zum Mainstream geworden&#8221;, sagte Mitveranstalter Markus Beckedahl der dpa.<span id="more-795"></span></p>
<p>Es ist gleichgültig, wie hoch man die Zahl der aktiven deutschen Blogs ansetzt (125.000? Oder 500.000? Oder irgendwo dazwischen?) und welche Definition man für Mainstream akzeptiert. Fest steht jedoch: Blogs sind in Deutschland definitiv <em>nicht</em> Mainstream.</p>
<p>Verständlich, dass Blogger gerne annehmen, dass sie wichtig sind &#8211; da aber die überwältigende Mehrheit der Deutschen (noch) keine Ahnung hat, was Blogs sind, ist es unsinnig, schon jetzt in Hybris zu verfallen und großspurig hinauszuposaunen, wie verwerflich und rückständig doch die Arbeit der etablierten Medien sei. Das  geschah erstaunlich häufig während der Re:publica.</p>
<p>Dies spiegelt sehr deutlich die Tendenz der deutschen Blogosphäre wieder, sich selbst zu wichtig zu nehmen. &#8220;Journalismus&#8221; ist auf der Re:publica ein Schimpfwort, und wenn nicht das, dann ist es doch zumindest negativ konnotiert. Es scheint wichtig zu sein, die etablierten Medien abzulösen &#8211; nur wie, das ist hier keinem klar. Journalismus, so scheint es, will irgendwie keiner. &#8220;Fangt einfach an zu bloggen&#8221;, ertönt ein Ratschlag vom Podium bei der Frage nach dem &#8220;Wie&#8221; beim politischen Bloggen. Das Ziel, die deutsche Medienlandschaft verändern zu wollen, während man gleichzeitig nicht weiß, wie man journalistisch arbeitet, erscheint dann doch etwas zu hoch gesteckt. Selbstzweifel aber tauchen auf der Re:publica nicht auf.</p>
<p>Für die Meinungsbildung der großen Mehrheit der Bevölkerung spielen Blogs nach wie vor keine Rolle. Das wird sich auch nicht ändern, solange sich selbst A-Blogger in selbstreferenziellem Laberkram ergehen oder sich damit begnügen, mal eben schnell auf dieses oder jenes hinzuweisen, sei es nun ein tolles Video bei Youtube oder ein umwerfendes neues technisches Gerät. Um eine wirkliche Veränderung in der Medienlandschaft erzeugen zu können, müssen Blogs ihre Belanglosigkeit hinter sich lassen und selbst Inhalte erstellen. Selbst recherchieren und kritisch nachfragen. Selbst aktiv werden. Denn wenn sie Inhalte erzeugen, die es noch nicht bei Medien wie Spiegel und Co &#8211; ob nun online oder offline &#8211; gibt, werden sie interessant für diejenigen, die bisher noch nichts mit Blogs zu tun hatten. Und darum sollte es gehen, wenn man sich Gedanken über die Zukunft des Web 2.0 machen will. Es ist nicht von Bedeutung, ob und wie es mit Twitter oder Video-Microblogging weitergeht. Es interessiert außerhalb der Re:publica niemanden, welche Chancen und Herausforderungen sich durch Open-Source-Filme ergeben. Es muss darum gehen, das neue Medium Blog &#8211; denn für Millionen Menschen ist es neu! &#8211; für den ganz normalen Internetbenutzer interessant zu machen.</p>
<p>Blogs werden erst dann relevant und somit wichtig, wenn sie nicht nur für Menschen interessant sind, die sich ohnehin viel im Internet bewegen. Wie in den USA &#8211; dort genießen Blogs eine deutlich höhere Aufmerksamkeit sowohl in den Medien als auch in der Politik. Das liegt daran, dass die amerikanischen Blogger mehr Mut, Zeit und Geld für eigenen Content haben. Die eigentliche Frage ist also mal wieder die nach dem Geld &#8211; eine Antwort darauf gibt es bislang nicht. Auch und besonders nicht auf der Re:publica.</p>
<p>Von amerikanischen Zuständen ist die deutsche Blogosphäre aber noch weit entfernt. Das will auf der Re:publica aber niemand so recht wissen. Hier werden die üblichen A-Blogger gefeiert und als Paradebeispiel hochgehalten. Man sieht sich mitten im Zentrum einer Entwicklung, die ja unbestreitbar stattfindet &#8211; die aber eben nicht Mainstream ist, die noch nicht fähig ist, Gesellschaft und Medienlandschaft zu verändern. Das sollte sich auch im Selbstverständnis der Blogger widerspiegeln.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Unwort zu&#8230; &#8220;Der Baader Meinhof Komplex&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Sep 2008 19:01:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein dunkler Pkw hält in einem Wald irgendwo im deutsch-französischen Grenzgebiet. Er wirbelt bunte Blätter auf, es ist Herbst. Sie holen einen gefesselten Hanns Martin Schleyer aus dem Kofferraum. Wer ihn erschießt, sehen wir nicht. Das letzte Bild ist ein &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/09/18/das-unwort-zum-baader-meinhof-komplex/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_471" class="wp-caption alignleft" style="width: 265px"><img class="size-medium wp-image-471" title="baadenss" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/09/baadenss-300x198.jpg" alt="Baader und Ensslin" width="255" height="167" /><p class="wp-caption-text">Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek)</p></div>
<p>Ein dunkler Pkw hält in einem Wald irgendwo im deutsch-französischen Grenzgebiet. Er wirbelt bunte Blätter auf, es ist Herbst. Sie holen einen gefesselten Hanns Martin Schleyer aus dem Kofferraum. Wer ihn erschießt, sehen wir nicht. Das letzte Bild ist ein fallender Schleyer. Keine Diskussionen, keine Politik, nur pure Gewalt.</p>
<p>Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel erzählen in ihrem „Der Baader Meinhof Komplex“ die Geschichte der Rote-Armee-Fraktion (RAF) von ihrer Entstehung bis zum Ende des Deutschen Herbstes 1977. Zehn Jahre Zeitgeschichte in einem Film zu komprimieren und dabei noch für den durchschnittlichen Besucher verständlich zu bleiben, das ist ein hoch gestecktes Ziel.</p>
<p><span id="more-472"></span>Um alle großen Anschläge der RAF in seinem Film unterzubringen, bricht Eichinger mit den üblichen Regeln der Dramaturgie. Er erklärt nicht, er stellt nur dar. Er reiht Anschlag an Anschlag. Die Schauspieler haben kaum Zeit, ihre Rollen auszufüllen – sie bleiben meist Schemen, überlagert von der ungeheuerlichen Gewalt, vom Terror.</p>
<p>Die Besetzung liest sich wie das Who-is-who der deutschen Schauspielszene. Selbst kleine Rollen wie BKA-Präsident Horst Herold oder Petra Schelm sind mit Bruno Ganz und Alexandra Maria Lara hochkarätig besetzt. Moritz Bleibtreu als Baader ist ein grundlos Rasender, ein Macho, ein Unsympath. Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) ist von Anfang an nur Hass. Sie verkörpert die kompromisslose Entscheidung der RAF für die Gewalt.</p>
<p>Doch ebenso wie Baader für den Zuschauer als Charakter nicht greifbar wird, bleibt Ensslins Hass auf die Gesellschaft nicht nachvollziehbar. Das Drehbuch lässt den Terroristen keine Zeit, zu Menschen zu werden. Baader und Ensslin sind zu schnell Terroristen, um ihren Hass auf die Gesellschaft für den Zuschauer begreifbar machen zu können.</p>
<p>Eine Ausnahme bildet Martina Gedeck als Ulrike Meinhof. Ihr gibt Eichinger mehr Raum. Er zeigt Meinhof als eine Hineingezogene. Als eine Unbedarfte, die der Anziehungskraft und der Energie der Ensslin erliegt. Die schließlich ihre Kinder widerspruchslos weggibt und vollends dem Wahn der RAF verfällt. Die im Stammheimer Gefängnis am Konflikt mit Ensslin zerbricht. Die Wandlung von der bürgerlichen Journalistin über die Terroristin hin zur Selbstmörderin spielt Gedeck angenehm zurückgenommen und unaufgeregt – ihre Meinhof sticht aus der großen Menge der Figuren hervor.</p>
<div id="attachment_473" class="wp-caption alignright" style="width: 316px"><img class="size-full wp-image-473" title="schleyer" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/09/schleyer.jpg" alt="Kein Erbarmen mit dem Betrachter: Schleyers Entführung" width="306" height="202" /><p class="wp-caption-text">Kein Erbarmen mit dem Betrachter: Schleyers Entführung</p></div>
<p>Eichinger bemüht sich ebenso wie in seinem Film „Der Untergang“, sachlich zu erzählen, wie es gewesen sein muss. Er versucht, so realistisch wie möglich zu sein. Selbst die Schüsse auf Buback und Schleyer sind genau abgezählt.</p>
<p>Dementsprechend verzichtet Regisseur Uli Edel auf ausgefallene Kamerafahrten. Selbst die Filmmusik hält sich meist auffällig zurück. „Der Baader Meinhof Komplex“ ist technisch und dramaturgisch unaufgeregt inszeniert.</p>
<p>Der Film krankt jedoch an seinem Ziel, alle wichtigen Ereignisse um die RAF von 1967 bis 1977 darzustellen. Es bleibt kaum Zeit für Erklärungen oder Hintergründe. Und so wird ein Zuschauer, der sich in der Materie nicht auskennt, der Handlung nur schwer folgen können.</p>
<p>Was den Film trotzdem zu einem beeindruckenden Erlebnis macht, ist seine Intensität. Ähnlich wie in Eichingers „Der Untergang“ kommt der Zuschauer nicht zur Ruhe, bleibt ihm nichts an Brutalität erspart. Die Morde an Dutschke und Buback sowie die Schießerei bei Schleyers Entführung werden aus nächster Nähe gezeigt. Doch die Gewalt verkommt nie zum Selbstzweck; Eichinger ergötzt sich nicht an seinen Actionsequenzen, wie es genretypische Regisseure gern tun.</p>
<p>Sein Film trägt zur RAF-Debatte durch eben jene Brutalität bei. Er zeigt in aller Härte die Taten der RAF und lässt somit keinen Platz mehr für einen Klassenkampf-Mythos. Die Ideologie der Terroristen lässt Eichinger aus. Um zu verstehen, was die RAF war, braucht es kein Hintergrundwissen um Klassenkampf-Theorien – diese Bilder sprechen für sich.</p>
<p>Das Schlusswort im „Baader Meinhof Komplex“ hat Brigitte Mohnhaupt, die nach dem Selbstmord der Stammheimer Häftlinge ihre Gefährten tonlos mahnt: „Hört auf, sie so zu sehen, wie sie nicht waren.“</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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