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	<title>Das Unwort &#187; Unseriös</title>
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	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
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		<title>Kohl für Krabbe</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 21:34:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Aufstehen]]></category>
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		<category><![CDATA[Kohlrabi]]></category>

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		<description><![CDATA[Es folgt eine Einteilung der Menschheit in zwei Schubladen. Vergessen Sie alle anderen Schubladen, denn nur diese zwei sind wesentlich: Es gibt die Am-Morgen-Duscher und die Am-Abend-Duscher. Am-Abend-Duscher brauchen ihre Körperpflege, um mit einem guten Gefühl in Morpheus&#8217; Arme zu &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2012/02/03/kohl-fur-krabbe/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es folgt eine Einteilung der Menschheit in zwei Schubladen. Vergessen Sie alle anderen Schubladen, denn nur diese zwei sind wesentlich: Es gibt die Am-Morgen-Duscher und die Am-Abend-Duscher.</p>
<p>Am-Abend-Duscher brauchen ihre Körperpflege, um mit einem guten Gefühl in Morpheus&#8217; Arme zu entschwinden. Duschen sie nicht, können sie nicht entschwinden, da sie sich (zu Recht) unrein fühlen. Und sie stinken.</p>
<p>Am-Morgen-Duscher brauchen ihre Dosis Heißwasser, um den innerlichen Empathie-Motor zu starten, den Lebenswillen-Generator anzuwerfen. Quasi für den göttlichen Hauch. Duschen sie nicht, haucht es nicht. Und das ist garstig. Und sie stinken.</p>
<p>Ich bin ein Am-Morgen-Duscher. <span id="more-1381"></span></p>
<p>Der Generator ist gerade im Begriff, anzuspringen, der Hauch nähert sich schon, ich spüre es schon fast, da klingelt es an der Tür.</p>
<p>Für Schimpfworte ist am Morgen mehr Energie übrig als für andere Hirnfunktionen. Man muss sich doch wundern, woher das kommt.</p>
<p>Ich schlinge mein Handtuch um mich und steige aus der Wanne. Ich zeichne mit meinen Füßen einige feuchte Spuren auf den Badezimmerboden und untermale das Ganze mit Geräuschen à la &#8220;Das Monster aus dem Darkmoor kommt gestapft, um euch alle zu zerfleischen&#8221;. Ich schalte die Gegensprechanlage ein und brülle Monster-like &#8220;Ja!&#8221;.</p>
<p>Als Antwort kommt nur ein unidentifizierbares Rauschen. Es klingt, als ob mein Monster-Bruder vor der Tür steht.</p>
<p>Ich drücke tropfend den Summer, öffne die Tür und stecke meinen Kopf heraus. Auf dem Hausflur ist es noch drei Mal kälter als in meiner Wohnung. Die Haare gefrieren mir auf dem Kopf.</p>
<p>Die Tür an der anderen Seite des Flurs öffnet sich. Herein stampft ein großer, dicker Mann in einer graublauen Winterjacke. Er hat einen kugelrunden Kopf, der von grauen Haaren und einem ebenso grauen Bart perfekt umrandet wird. Er trägt eine grüne Gemüsekiste vor sich her, darin liegen feierlich aufgereiht zwei Kohlrabiknollen und ein Blumenkohl. Darauf ein Blatt Papier, die Rechnung offenbar.</p>
<p>Der Mann kommt auf mich zu und brummelt dabei beständig etwas in seinen Bart, was ich nicht verstehe. Ich schaue ihn an, als ob er tatsächlich das Monster aus dem Darkmoor sei. Er kommt direkt vor mir zum Stehen, so dass er mich mit der Kohl-Kiste fast umhaut, und sagt dann: &#8220;Herr Krabbe, nä?&#8221;</p>
<p>&#8220;Äh. Nein.&#8221; Ich bin mir trotz der Uhrzeit recht sicher.</p>
<p>&#8220;Ach. Ja dann ist das wohl für jemand anders. Ich konnte das Klingelschild so schlecht lesen. Das kann ja schon mal passieren, das bitte ich zu entschuldigen, schönen Tag wünsch ich, na Mensch&#8230; &#8221; Spricht&#8217;s und dreht sich immerfort redend um.</p>
<p>Ich hasse übrigens wenige Dinge so sehr wie Kohlrabi.</p>
<p>Und ich habe inzwischen ein neues Klingelschild.</p>
<p>Unwort des Tages: Herr Krabbe.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small> <p><a href="http://www.das-unwort.de/?flattrss_redirect&amp;id=1381&amp;md5=d53e726024373bb3a6d162704207e32f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.das-unwort.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bunga Bunga auf dem Schreibtisch</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2011/08/24/bunga-bunga-auf-dem-schreibtisch/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 20:34:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Bunga Bunga]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos]]></category>
		<category><![CDATA[Himmel]]></category>
		<category><![CDATA[Merkzettel]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schon ziemlich schwierig, in dieser unserer Welt den Überblick zu behalten. Schließlich geschehen in jeder Sekunde so unendlich viele verschiedene Dinge. Die meisten von denen sind total unwichtig (zum Beispiel FDP-Parteitage) &#8211; manche jedoch sind von überragender Bedeutung &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2011/08/24/bunga-bunga-auf-dem-schreibtisch/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon ziemlich schwierig, in dieser unserer Welt den Überblick zu behalten. Schließlich geschehen in jeder Sekunde so unendlich viele verschiedene Dinge. Die meisten von denen sind total unwichtig (zum Beispiel FDP-Parteitage) &#8211; manche jedoch sind von überragender Bedeutung und bringen die Menschheit voran (zum Beispiel Grünen-Parteitage). Das Chaos der Welt gedanklich zu ordnen und darin gleichsam einen Weltenplan zu erkennen, der sich mit der eigenen Weltanschauung vereinbaren lässt, das ist die Aufgabe, an der viele Menschen scheitern. Mich eingeschlossen.</p>
<p>Was für eine Einleitung.<span id="more-1376"></span></p>
<p>Wer nicht am Überblick über die Parteitage scheitert, der scheitert an der Ordnung der eigenen Gedanken. Das geht zumindest mir so. Wie oft stehe ich ratlos in der Küche herum und frage mich, was zum Geier ich eigentlich in der Küche wollte? Wie oft rufe ich meine Mutter an, um sie zu fragen, warum ich sie noch gleich anrufen wollte? Wie oft sage ich am Tag &#8220;Ach jaaa&#8230;&#8221;?</p>
<p>Sie glauben mir also ohne Weiteres, dass ich ohne Checklisten und Merkzettel nicht fähig wäre, das Leben eines zivilisierten Norddeutschen zu führen. Merkzettel sind etwas Wunderbares. Kleine gelbe quadratische Klebezettel &#8211; ein Geschenk des Himmels.</p>
<p><a href="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2011/08/bunga.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1377" title="Bunga Bunga" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2011/08/bunga.jpg" alt="" width="335" height="338" /></a>Mit Geschenken des Himmels ist es ja so: Man muss sich ihrer würdig erweisen. Und manchmal kommen mir Zweifel, ob ich würdig bin. Zum Beispiel liegt auf meinem Schreibtisch jetzt ein Zettel, auf dem &#8220;Bunga Bunga&#8221; steht. Sonst nichts. Und ich habe keinen blassen Schimmer, woran mich diese zwei bedeutsamen Worte erinnern sollen.</p>
<p>Ich zweifle nun. Daran, dass ich würdig genug bin, mit kleinen gelben Klebezetteln zu arbeiten. An der Funktionsweise der Himmelsgabe. Und an mir.</p>
<p>Unwort des Tages: Bunga Bunga.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small> <p><a href="http://www.das-unwort.de/?flattrss_redirect&amp;id=1376&amp;md5=55743d836eb5c4ba1f6e7b264dbff5fd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.das-unwort.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Zeugen schlagen zurück</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2011/08/01/die-zeugen-schlagen-zuruck/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 13:31:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ungläubig]]></category>
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		<category><![CDATA[Dusche]]></category>
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		<category><![CDATA[Sekte]]></category>
		<category><![CDATA[Zeugen Jehovas]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einer Nachtschicht fühlt sich auch 12:23 Uhr an wie der frühste Morgen: bleierne Müdigkeit in den Gliedern und keine &#8211; oder krude &#8211; Gedanken im Hirn. Ich unterscheide mühsam Kloschüssel und Badewanne voneinander, befeuchte Ersteres, besteige Letzteres und verharre &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2011/08/01/die-zeugen-schlagen-zuruck/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einer Nachtschicht fühlt sich auch 12:23 Uhr an wie der frühste Morgen: bleierne Müdigkeit in den Gliedern und keine &#8211; oder krude &#8211; Gedanken im Hirn. Ich unterscheide mühsam Kloschüssel und Badewanne voneinander, befeuchte Ersteres, besteige Letzteres und verharre erstmal zehn Minuten regungslos unter der heißen Dusche.</p>
<p>Es klingelt.</p>
<p>Mein Badezimmer liegt direkt neben der Haustür &#8211; das äußerst unflätige Schimpfwort muss, wer auch immer da steht, definitiv gehört haben. Recht so.</p>
<p>Ich schiebe den Duschvorhang zur Seite, greife mir etwas Rotes, das so aussieht wie ein Handtuch, halte es mir notdürftig vor mein Genital und stapfe tropfend durch den Flur.</p>
<p>Vor der Tür stehen zwei ältere Damen. Die Linke ist etwas rundlich und trägt ein graumeliertes Ex-Haarkunstwerk und eine dicke Brille mit schwarzen Rändern. Die Rechte hat eine erblondete Turmfrisur. <span id="more-1372"></span></p>
<p>&#8220;Hallo&#8221;, flötet die Grauhaarige, &#8220;ich wollte nur mal gucken, ob Ihre Klingel funktioniert.&#8221; Sie grinst militant.</p>
<p>Ich stehe nackt mit Handtuch vor den beiden Frauen und gucke die Linke ziemlich blöd an. Mit den kurzen Armen hat sie ein kleines blaues Büchlein vor ihren Bauch geklemmt. Ich erkenne nur ein Wort des Titels, aber das reicht schon: &#8220;<a href="http://www.das-unwort.de/2007/06/29/folge-dem-christus-nach-jehovas-zeugen-feiern-rauschendes-glaubensfest-in-der-aol-arena/" target="_blank">Botschaft</a>&#8220;.</p>
<p>Tropf, tropf&#8230;</p>
<p>Die Blicke der Turmfrisur tasten mich in Zeilupe ab, ich kann es förmlich spüren. Von oben nach unten und dann wieder zurück. Ganz genüsslich. Ich werde aggressiv.</p>
<p>&#8220;Wie Sie sehen, dusche ich gerade. Vielen Dank, tschüs.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja&#8230; !&#8221;, bringt die Turmfrisur noch heraus, da ist die Tür schon wieder zu.</p>
<p>Auf dem Rückweg in die Dusche frage ich mich, warum ich mich eigentlich bedankt habe. Und beschließe, später den Flur zu feudeln, wo er doch schon mal nass ist.</p>
<p>Unwort des Tages: Blöde Ausrede.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small> <p><a href="http://www.das-unwort.de/?flattrss_redirect&amp;id=1372&amp;md5=caaf78aebb83bbcd79688540c7714a60" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.das-unwort.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Kühlschrank ist nicht genug</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2011/07/22/der-kuhlschrank-ist-nicht-genug/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 20:29:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Kühlschrank]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist eine moderne Tragödie. &#8220;Privileg&#8221; heißt mein Kühlschrank, steht gleich hinter meiner Küchentür und tut Tag und Nacht das, was ich von ihm verlange: Kalt sein. Innen. Doch ich bin unzufrieden. Ich bin undankbar. Ich bin meinem treuen Kühlschrank &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2011/07/22/der-kuhlschrank-ist-nicht-genug/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine moderne Tragödie. &#8220;Privileg&#8221; heißt mein Kühlschrank, steht gleich hinter meiner Küchentür und tut Tag und Nacht das, was ich von ihm verlange: Kalt sein. Innen. Doch ich bin unzufrieden. Ich bin undankbar. Ich bin meinem treuen Kühlschrank gegenüber asozial.</p>
<p>Mein Kühlschrank ist mir nicht genug. <span id="more-1364"></span></p>
<p>Denn er ist schmutzig. Nun sagen Sie, ich solle ihn dann doch einfach saubermachen. Zugegeben, das ist auf den ersten Blick korrekt. Aber seien wir investigativ, seien wir hintergründig, seien wir öffentlich-rechtlich. Betrachten wir das Problem in seiner Gänze. Da drängt sich nämlich die Frage auf, die das ganze Dilemma aufzeigt, ja, gleichsam enthüllt: Warum, frage ich Sie, sollte ich meinen Kühlschrank jetzt noch saubermachen, wo ich doch ohnehin bald einen neuen kaufen will? Das ist doch ein berechtigter Einwand. Müssen Sie schon zugeben.</p>
<p>Denn bedenken Sie: Mein Privileg-Kühlschrank ist alt. Sehr alt. Er war schon alt, als ich ihn anno 2006 bekam. Leicht angegraut, ein wenig zerkratzt und mit einem vergilbten Preisschild verziert. Auf dem stand: &#8220;90 .-&#8221; Und das war damals schon zu viel Geld für das Ding.</p>
<p>Inzwischen ist er noch älter, noch gelber, und noch lauter. Ich schließe nachts die Tür zur Küche, nur damit mich mein Kühlschrank nicht weckt. Ich kann in der Küche nicht telefonieren, weil mein Gesprächspartner stets denkt, ich würde von der Front per Satellitentelefon zu ihm sprechen. Nachbarn rufen regelmäßig die Polizei, weil sie vermuten, dass ich in meiner Wohnung Mordopfer zersäge.</p>
<p>Das permanente Summen, Brummen und Gluckern soll mir wohl signalisieren, dass das Weißgerät weisungsgemäß die wahnsinnig wohlschmeckenden Wohltaten wirkungsvoll kühlt. Leider erweckt diese zur Schau gestellte Arbeitswut aber auch den Verdacht in mir, dass mein Kühlschrank zehn Mal mehr Strom verbraucht als alle anderen Haushaltsgeräte in meinem Wohnblock zusammen. Und dass mein Kühlschrank für den Stromausfall in Lübeck, den Fernwärmeausfall in Flensburg und das Erdbeben vor Japan verantwortlich ist. Und dass wir, wenn ich mir einen neuen Kühlschrank kaufe, unser Ziel, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40% zu reduzieren, auch wirklich erreichen können.</p>
<p>Letztendlich ist es für den Fortbestand dieses unseres Planeten und für die Bilanz der Regierung Merkel (in dieser Reihenfolge) von höchster Wichtigkeit, dass ich mir einen neuen Kühlschrank kaufe. Deswegen finde ich, dass das durchaus förderungswürdig ist. Ich werde morgen mal bei Frau Merkel anrufen und sie fragen.</p>
<p>Ach ne, die ist ja im Urlaub&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: A++</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small> <p><a href="http://www.das-unwort.de/?flattrss_redirect&amp;id=1364&amp;md5=229cfdaa809b636430219f2fc839a679" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.das-unwort.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Shampoo für Schapur</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2010/10/12/shampoo-fur-schapur/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 18:21:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Antike]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelorarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Schapur]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Valerian]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine vorerst letzte Amtshandlung als Student ist das Anfertigen einer fesselnden Bachelorarbeit. Ich habe mich dafür entschieden, die Arbeit über jemanden zu schreiben, mit dem ich mich in den letzten Jahren schon öfter auseinandersetzen durfte und der mir deshalb intellektuell &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/12/shampoo-fur-schapur/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1274" class="wp-caption alignleft" style="width: 194px"><a href="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/10/valerian.jpg"><img class="size-full wp-image-1274  " title="Hat die Haare schön: Kaiser Valerian" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/10/valerian.jpg" alt="Hat die Haare schön: Kaiser Valerian" width="184" height="177" /></a><p class="wp-caption-text">Hat die Haare schön: Kaiser Valerian</p></div>
<p>Meine vorerst letzte Amtshandlung als Student ist das Anfertigen einer fesselnden Bachelorarbeit. Ich habe mich dafür entschieden, die Arbeit über jemanden zu schreiben, mit dem ich mich in den letzten Jahren schon öfter auseinandersetzen durfte und der mir deshalb intellektuell nahesteht<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/12/shampoo-fur-schapur/#footnote_0_1262" id="identifier_0_1262" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was f&uuml;r ein Ausdruck!">1</a>)</sup>: Der römische Kaiser Valerian, seines Zeichens hochnäsiger Vertreter der aussterbenden Klasse von römischen Aristokraten, der das Glück hatte (oder das Pech, je nach Perspektive), von 253 bis etwa 260 Imperator und Obermufti des Römischen Reiches sein zu dürfen. Sein Sohn Gallienus hat mich im Laufe meines Studiums mehrfach belästigt, wie man <a href="http://www.das-unwort.de/2008/03/13/bei-anruf-mord-der-bibliothekstragodie-dritter-teil/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.das-unwort.de/2008/03/07/o-gallienus-where-are-thou-der-bibliothekstragodie-zweiter-teil/" target="_blank">hier</a> nachlesen kann. Vom Clan der Licinier, so heißen die nämlich mit Nachnamen, komme ich also gerade nicht los.</p>
<p>Ähnlich wie ich hatte auch jemand anders ein Faible für Licinier: Schapur, der Großkönig von Persien. Seiner Vorliebe für tattrige Römer ging der Perser nach, indem er den ältesten und dämlichsten Licinier, den Valerian nämlich, gefangennahm und nie wieder herausließ. Und das kam so:<span id="more-1262"></span></p>
<p>Im Jahr 253 rief der amtierende Kaiser Trebonianus Gallus den Valerian zur Hilfe. Kaiser Gallus musste sich nämlich gegen einen Aemilianus wehren, der selber Kaiser werden wollte. Bevor nun die Truppen von Gallus und Aemilianus gegeneinander kämpfen konnten, um herauszufinden, welcher von beiden der tollere Kaiser ist, haben sich Gallus&#8217; Truppen entschlossen, der Schlacht aus dem Weg zu gehen, indem sie ihren Chef umbringen. Valerian stand nun mit seinen Truppen belämmert in der Gegend umher, denn das mit dem Kaiser-Helfen hatte irgendwie nicht so recht hingehauen. Um sich selbst etwas aufzubauen und die Sache interessanter zu gestalten, riefen Valerians Truppen nun ihren eigenen Chef zum Kaiser aus. Jetzt hätten Valerians und Aemilianus&#8217; Truppen gegeneinander kämpfen müssen, aber diesmal hatten Aemilianus&#8217; Truppen keine Lust und machten ihren Chef kalt, so dass Valerian aus dem turbulenten Jahr 253 als Kaiser hervorging, ohne es wirklich gewollt zu haben. Er hatte halt einfach zu lange überlebt.</p>
<p>Kaiser war damals ein beschissener Job, weil an allen Ecken und Kanten irgendwelche anderen Leute Kaiser werden wollten<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/12/shampoo-fur-schapur/#footnote_1_1262" id="identifier_1_1262" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die wussten n&auml;mlich noch nicht, was f&uuml;r ein beschissener Job das Kaisersein so ist">2</a>)</sup>, und außerdem kamen von überall Barbarenhorden angelaufen und wollten Nahrung, Geld, Land und Frauen.</p>
<p>Auf der anderen Seite des Mittelmeers gab es jemanden mit dem unhandlichen mittelpersischen Namen <em>Šhpwhry. </em>So ein Konsonantenhaufen klingt für neuzeitliche Ohren etwas befremdlich<em>, </em>weswegen  man das Männlein gemeinhin Schapur nennt. Der Herr war  Großkönig von Persien und hatte ein ziemlich großes Reich, das dem des  Valerian in rein gar nichts nachstand, fand er.</p>
<div id="attachment_1275" class="wp-caption alignright" style="width: 242px"><a href="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/10/schapur-kl.jpg"><img class="size-full wp-image-1275 " title="Hat die Haare schöner: Schapur I." src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/10/schapur-kl.jpg" alt="Hat die Haare schöner: Schapur I." width="232" height="301" /></a><p class="wp-caption-text">Hat die Haare schöner: Schapur I.</p></div>
<p>Schapur selbst war leider gar nicht so groß, wie sein Titel vermuten lässt. Deswegen hat er stets einen witzigen Hut aufgesetzt, der ihn größer wirken ließ. Der Hut hatte dafür aber den entscheidenden Nachteil, dass er ein bisschen bescheuert aussah, nämlich so, als hätte der Perser eine gigantische Shampoo-Flasche auf seinen Kopf geschnallt, die beständig und tröpfchenweise die Haarpracht des Herrschers mit herrlichen Haarpflegemittel benetzt. Das verlieh unter Persern augenscheinlich eine unvergleichliche Autorität.</p>
<p>Dass Valerian nun in seinem Römischen Reich Problemchen mit grausamen Goten, gemeinen Germanen und belämmerten boranischen Barbarenhorden hatte, hat Shampoo-Schapur auch gemerkt. Deswegen nahm er ein paar Tausend potente Perser und eine Menge Reserveshampoo mit und zog nach Westen.</p>
<p>Dieser antike Aktionismus stellt die moderne Geschichtsforschung vor einige wirklich schwerwiegende Probleme. Leider sind aus dieser Zeit unglaublich wenige Sachverhalte sicher überliefert &#8211; den Ablauf der Ereignisse zu rekonstruieren, ist manchmal nicht und meistens nur ungenau möglich.<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/12/shampoo-fur-schapur/#footnote_2_1262" id="identifier_2_1262" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ein Problem, das Neuzeit-Historiker nicht haben &amp;#8211; im Zweifel findet sich immer irgendwo ein Brief von Napoleon an irgendeine Frau, in dem er dann zum Beispiel schreibt: &amp;#8220;Frau, ich gehe heut, am 17.9.1807, mit meiner Armee nach Preu&szlig;en und werde dort dies und jenes tun!&amp;#8221; Und schon braucht sich niemand mehr darum streiten, wann Napoleon denn nun nach Preu&szlig;en ging und was er dort wollte. Leider sind die Briefe von Schapur und Valerian nicht erhalten.">3</a>)</sup> Und da Historiker unglaublich aggressiv sind,  streiten sie sich schon seit Jahrzehnten darum, was denn Schapur nun wann gemacht hat und wieso.</p>
<p>Schapur hat sich sowas  wohl schon gedacht und war so nett, der Nachwelt im Iran ein gigantisches Relief und eine Inschrift in der Ich-Form zu hinterlassen, in der er haarklein<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/12/shampoo-fur-schapur/#footnote_3_1262" id="identifier_3_1262" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und es sind viele Haare!">4</a>)</sup> auflistet, was er gemacht hat. Da steht dann: &#8220;Ich, Schapur, Großkönig von Persien und auch von diesem und jenem Gebiet, habe den Kaiser Valerian mit eigenen Händen gefangen genommen, als ich gerade die Städte Carrhae und Edessa belagerte&#8230;&#8221;</p>
<p>Diese total ausführliche Inschrift reicht den modernen Historikern nicht. Die zweifeln immer. Weil sie es <em>können</em>. Die fragen dann zum Beispiel:</p>
<ul>
<li>Mit eigenen Händen? Das kann ja wohl nicht stimmen. Das ist doch eine Metapher. Oder nicht?</li>
<li>Wann war denn das überhaupt?</li>
<li>Wieso hat er Carrhae und Edessa belagert?</li>
<li>Sind die Städte denn eingenommen worden? Davon steht da nämlich nichts.</li>
<li>Warum macht er denn eigentlich eine Inschrift? Und warum in dieser Sprache? Und ist die überhaupt echt?</li>
<li>Außerdem stimmt ja die mittelpersische Grammatik in dem Text gar nicht.</li>
<li>Und die Liste der eroberten Städte in dieser Inschrift kann so auch nicht stimmen, nein nein, das ist ganz ausgeschlossen&#8230;!</li>
</ul>
<p>Und über all diese Punkte wird dann ausführlichst gestritten. Da werden Bücher und Aufsätze geschrieben, als gäbe es kein Morgen<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/12/shampoo-fur-schapur/#footnote_4_1262" id="identifier_4_1262" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Unter berufsm&auml;&szlig;ig r&uuml;ckw&auml;rtsgewandten Historikern ist diese Ansicht verzeihlich">5</a>)</sup>.</p>
<p>Schapur wusste noch nicht, dass sich 1800 Jahre später Menschen darüber den Kopf zerbrechen, ob er beispielsweise die Stadt Antiochia eingenommen hat oder nicht. Er machte sich darüber vermutlich wenig Gedanken,  nahm die Stadt einfach ein, tötete ein paar Tausend Menschen und ließ den Rest ins sonnige Persien deportieren.</p>
<p>Valerian (der depperte römische Kaiser) fand das nicht so toll und zog ihm mit einigen Leuten entgegen. Auf irgendeine Weise haben sich Schapur und Valerian dann einige Jahre lang bekämpft<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/12/shampoo-fur-schapur/#footnote_5_1262" id="identifier_5_1262" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nur die zwei wissen, wer wirklich wann wohin gezogen ist und welche Stadt wann wem geh&ouml;rte &amp;#8211; ich gehe davon aus, dass auch die Zeitgenossen niemals einen &Uuml;berblick hatten">6</a>)</sup>, bis Schapur dann den in Würde ergrauten Valerian gefangen nahm. Wie das nun genau vonstatten gegangen ist, weiß nur der Geier. Deswegen werden wir es wohl nie erfahren, denn der Geier ist vermutlich tot. Schließlich ist das alles ja schon über 1500 Jahre her.</p>
<p>Meine unterhaltsame Bachelorarbeit widmet sich nun außerdem der Frage, was denn mit Valerian geschehen ist, nachdem Shampoo-Schapur ihn gefangen genommen hat. Erfrischenderweise gibt es darüber eigentlich gar keine Quellen, so dass ich schreiben kann, was ich will, ohne dass mich jemals irgendjemand wird widerlegen können. Das ist ein bisschen wie hier beim Unwort. Nur langweiliger.</p>
<p>Unwort des Tages: <em>Šhpwhry.</em></p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1262" class="footnote">Was für ein Ausdruck!</li><li id="footnote_1_1262" class="footnote">Die wussten nämlich noch nicht, was für ein beschissener Job das Kaisersein so ist</li><li id="footnote_2_1262" class="footnote">Ein Problem, das Neuzeit-Historiker nicht haben &#8211; im Zweifel findet sich immer irgendwo ein Brief von Napoleon an irgendeine Frau, in dem er dann zum Beispiel schreibt: &#8220;Frau, ich gehe heut, am 17.9.1807, mit meiner Armee nach Preußen und werde dort dies und jenes tun!&#8221; Und schon braucht sich niemand mehr darum streiten, wann Napoleon denn nun nach Preußen ging und was er dort wollte. Leider sind die Briefe von Schapur und Valerian nicht erhalten.</li><li id="footnote_3_1262" class="footnote">Und es sind viele Haare!</li><li id="footnote_4_1262" class="footnote">Unter berufsmäßig rückwärtsgewandten Historikern ist diese Ansicht verzeihlich</li><li id="footnote_5_1262" class="footnote">Nur die zwei wissen, wer wirklich wann wohin gezogen ist und welche Stadt wann wem gehörte &#8211; ich gehe davon aus, dass auch die Zeitgenossen niemals einen Überblick hatten</li></ol> <p><a href="http://www.das-unwort.de/?flattrss_redirect&amp;id=1262&amp;md5=fd575f40509b9da39c926478c6fff8fd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.das-unwort.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stuttgart 21: Totale Verwirrung in Baden-Württemberg</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 19:08:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich war das Thema schon tot. Stuttgart 21 &#8211; vom Parlament beschlossen, von der Bahn gewollt, vom Volk ignoriert. Von solchen Projekten werden im Jahr einige Dutzend auf den Weg gebracht. Niemand interessiert sich dafür. Dass das Land Baden-Württemberg und &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/07/stuttgart-21-totale-verwirrung-in-baden-wurttemberg/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1265" class="wp-caption alignleft" style="width: 277px"><a href="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/10/stu21.jpg"><img class="size-full wp-image-1265 " title="Stuttgart 21 - Foto: Jens Zehnder / pixelio.de" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/10/stu21.jpg" alt="Stuttgart 21 - Foto: Jens Zehnder / pixelio.de" width="267" height="174" /></a><p class="wp-caption-text">Wir können alles, außer PR: Stuttgart 21 - Foto: Jens Zehnder / pixelio.de</p></div>
<p>Eigentlich war das Thema schon tot. Stuttgart 21 &#8211; vom Parlament beschlossen, von der Bahn gewollt, vom Volk ignoriert. Von solchen Projekten werden im Jahr einige Dutzend auf den Weg gebracht. Niemand interessiert sich dafür. Dass das Land Baden-Württemberg und die Deutsche Bahn Hand in Hand für einige Milliarden Euro das halbe Land umgraben wollen, war den Leuten herzlich egal. Kaum rollten aber die Bagger an und bedrohten den unglaublich hässlichen Stuttgarter Sackbahnhof, da regte sich plötzlich des Volkes Zorn. Die Menschen erkannten, dass der Bebauungsplan zwar recht hübsch, weil bunt, ist, er aber gleichzeitig vorsieht, dass 282 Bäume im pittoresken Stuttgarter Schlossgarten gefällt werden sollen. Und der ganze Bahnhof gleich mit. Seitdem kocht die Stimmung in Stuttgart. Die Menschen sind <em>dagegen</em>. Die Regierung ist <em>dafür</em>. Die SPD ist erst <em>das eine</em> und dann <em>das andere</em>.<span id="more-1264"></span></p>
<p>Bei einer ziemlich hitzigen Demonstration letzte Woche kam dann irgendein wildgewordener Polizistenchef auf die Idee, seinen armen Untergebenen die Räumung des Schlossgartens zu befehlen. Aber doch bitte mit Wasserwerfern, Pfefferspray und Schlagstöcken, wie denn auch sonst. Dass dabei mehr als einhundert Menschen verletzt wurden, ist nicht nur rein menschlich bedauerlich<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/10/07/stuttgart-21-totale-verwirrung-in-baden-wurttemberg/#footnote_0_1264" id="identifier_0_1264" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und auch f&uuml;r die Krankenkassen ein ziemlicher Schlag &amp;#8211; man sollte umgehend die Beitr&auml;ge erh&ouml;hen!">1</a>)</sup>, sondern auch ein PR-Gau erster Güte. Stuttgart 21 war in der letzten Woche erstaunlich präsent in den Medien. Und zwar ausschließlich negativ. Das Bild vom älteren Herrn, der aus den Augen blutet und weggetragen wird, geisterte durch die Medien. Dagegen kann auch der strahlendste Pressesprecher nichts mehr tun. Die Folge: Die munteren Baden-Württemberger zeigten ihrer Regierung den Stinkefinger. Bei der nächsten Landtagswahl hätten die Grünen gefühlte 80 Prozent. Das weckt dann tatsächlich auch noch den schläfrigsten Mappus aus dem Dornröschenschlaf.</p>
<p>Heiner Geißler soll es nun richten. Der Mann tatterte sich heute in sein neues Amt als Vermittler, und es ging gut los. Zunächst hatten die Gegner des Projektes gesagt, dass sie die Vermittlung akzeptieren. Ja, sogar auf die Forderung nach einem Baustopp während der Gespräche wollten sie verzichten, meldete die französische Nachrichtenagentur AFP. Dann, um 17 Uhr, tritt Geißler in Stuttgart vor die Presse. In den bunten Strauß von Mikrofonen spricht er, dass es während der Verhandlungen doch einen Baustopp gibt. Das sei mit den Konfliktparteien so abgesprochen. Die Welt staunt.</p>
<p>Nun ist es ja aber so, dass das Stadium der totalen Verwirrung per definitionem immer dann eintritt, wenn man es nicht erwartet. Zum Beispiel jetzt: Dass Mappus und Grube einen Baustopp im Grunde ihres Herzens nicht wollen, ist klar. Wie Geißler sie dazu gekriegt hat, dem zuzustimmen, weiß nur der Geier. Und Geier sind sehr schweigsame Tiere. Besonders in Baden-Württemberg.</p>
<p>Die Lösung des Problems kommt in diesem Falle von selbst und vervollständigt die Verwirrung: Einen Baustopp, sagen Mappus und Grube heute Abend unisono, werde es nicht geben. Grube sagt sogar, man habe noch gar nicht über Inhalte gesprochen. Mappus sagt, das Projekt werde wie geplant fortgesetzt. Da fragt sich der handelsübliche Bürger nun: Ja, ist derGei ßler denn schon greis im Gehirn oder wie kommt er auf die Idee eines Baustopps?</p>
<p>Man möge sich das einmal verdeutlichen: Das Land Baden-Württemberg, der Bund und die Bahn geben mindestens vier Milliarden Euro für ein Projekt aus und sind offenbar nicht fähig, eine gescheite Krisen-PR auf die Beine zu stellen. In Stuttgart scheint niemand mehr zu wissen, was Sache ist. Die Verwirrung ist komplett. Und die Presse wird immer schlechter, so das denn noch möglich ist.</p>
<p>Es ist zwar unterhaltsam zu sehen, wie viele neue Facetten die Akteure dieses Dramas an ihrer Geschichte noch finden. Langweilig wurde es nämlich bisher nie. Gleichzeitig packt mich aber auch das Mitleid. Freilich nicht mit den Bäumen im Schlossgarten, sondern mit dem armen Herrn Geißler, der offenbar in Rekordzeit gescheitert ist. Und mit Herrn Mappus, den nur noch ein erfolgreicher Krieg gegen Frankreich, ein Hochwasser oder ein plötzlicher Tod aller Grünenpolitiker vor der Abwahl retten kann. Und mit Herrn Grube und seiner Bahn, auf die die Menschen, <a href="http://www.das-unwort.de/2008/04/17/tamara-und-das-fegefeuer-oder-der-opnv-in-schleswig-holstein/" target="_blank"></a><a href="http://www.das-unwort.de/2007/11/13/vielen-dank-dass-sie-versucht-haben-mit-der-deutschen-bahn-zu-reisen/" target="_blank">mich </a>eingeschlossen, nun noch schlimmer schimpfen als je zuvor.</p>
<p>Aber irgendwie sind sie ja auch selber Schuld.</p>
<p>Unwort des Tages: Baustopp.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1264" class="footnote">Und auch für die Krankenkassen ein ziemlicher Schlag &#8211; man sollte umgehend die Beiträge erhöhen!</li></ol> <p><a href="http://www.das-unwort.de/?flattrss_redirect&amp;id=1264&amp;md5=fa1e4d2860e91b5295898876de98217f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.das-unwort.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zwei Euro siebzehn für Gott</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 17:52:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ungläubig]]></category>
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		<description><![CDATA[Ungläubigkeit ist wie ein Virus. Oder noch schlimmer: Es ist ein Gedanke, der, einmal ins Hirn eingepflanzt, wächst und wächst und den man nicht wieder los wird. Der sagt: Gott, Der Auf Alles Aufpasst Und Es Übrigens Auch Vorher Geschaffen &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/08/19/zwei-euro-siebzehn-fur-gott/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1249" class="wp-caption alignleft" style="width: 281px"><img class="size-full wp-image-1249" title="Gott" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/08/gott.jpg" alt="Die Scheinwerfer waren bestimmt teuer / Foto: Jan Christian Schneider, aboutpixel.de" width="271" height="180" /><p class="wp-caption-text">Die Scheinwerfer waren bestimmt teuer / Foto: Jan Christian Schneider, aboutpixel.de</p></div>
<p>Ungläubigkeit ist wie ein Virus. Oder noch schlimmer: Es ist ein Gedanke, der, einmal ins Hirn eingepflanzt, wächst und wächst und den man nicht wieder los wird. Der sagt: Gott, Der Auf Alles Aufpasst Und Es Übrigens Auch Vorher Geschaffen Hat, ist gar nicht wirklich existent. Oder zumindest nicht mehr an seiner Schöpfung interessiert. Vielleicht erschafft er auch gerade eine Parallel-Welt im Beta-Quadranten &#8211; mit Grottenolmen als vorherrschender Spezies<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/08/19/zwei-euro-siebzehn-fur-gott/#footnote_0_1247" id="identifier_0_1247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Grottenolme zweifeln nicht. Grottenolme klagen nicht. Sie beten nicht und denken kaum. Sie sind sehr gen&uuml;gsam und demzufolge f&uuml;r eine Gottheit quasi perfekte Kunden, weil sie so pflegeleicht sind. Und sie brauchen auch kein Licht, weswegen sich die Gottheit jenen d&auml;mlichen Spruch sparen kann, der nach einigen Tausend Jahren ohnehin nur noch f&uuml;r Flachwitze missbraucht wird, von wegen &amp;#8220;Haha, er fand den Schalter nicht&amp;#8230; ">1</a>)</sup>. Oder er ist in <a href="http://www.theonion.com/articles/god-hinting-at-retirement,17747/" target="_blank">Rente</a>.</p>
<p>Diese geradezu blasphemische Haltung hat mein verirrter Geist schon vor einer ganzen Weile eingenommen. Bisher hatte das keinerlei Folgen, denn in unserer westlichen Zivilisation von Popstars und Radiomoderatoren kann man ganz gut leben, ohne ständig auf eine Gottheit zu stoßen.<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/08/19/zwei-euro-siebzehn-fur-gott/#footnote_1_1247" id="identifier_1_1247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es sei denn, man h&auml;lt Dieter Bohlen f&uuml;r eine Gottheit, und ja, es soll Menschen geben, die das tun">2</a>)</sup> Da ich nun aber in die Reihen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/08/19/zwei-euro-siebzehn-fur-gott/#footnote_2_1247" id="identifier_2_1247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="sowie derjenigen Arbeitnehmerinnen, die zwar biologisch Arbeitnehmerinnen sind, sich jedoch wie Arbeitnehmer f&uuml;hlen und andersrum">3</a>)</sup> aufgenommen werde und demzufolge Gehaltsabrechnungen bekomme, drängt sich Gott, Der Alles Zusammenhält Und Es Übrigens Auch Vorher Geschaffen Hat, in den Vordergrund: Auf meiner Gehaltsabrechnung steht nämlich, dass ich Gott, Dessen Güte Und Finanzbedarf Unermesslich Ist,  Geld gegeben habe. Und zwar bisher 2,17 Euro Kirchensteuer. <span id="more-1247"></span></p>
<p>Ich möchte nicht geizig erscheinen &#8211; ich gebe gerne, und zwei Euro ist ja nicht viel. Und ich meine, man sollte Gott auch ruhig dankbar dafür sein, dass er das alles gemacht hat damals mit der Installation des Universums und dem Licht und dem magischen Hauch<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/08/19/zwei-euro-siebzehn-fur-gott/#footnote_3_1247" id="identifier_3_1247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Oder war das bei Final Fantasy?!">4</a>)</sup> und so. Das ist mir auch gut und gern zwei Euro wert. Aber erstens hat mich niemand um Erlaubnis gefragt, sich das Geld unter den göttlichen Nagel zu reißen und zweitens ist dann bei zwei Euro siebzehn auch bald mal Schluss.</p>
<p>Zudem muss man sich ja fragen, was Gott mit dem Geld anstellt, wo er doch nicht mal einen festen Wohnsitz hat, demzufolge auch keine Tapeten oder Möbelstücke kaufen muss, keine Miete zahlt und vermutlich, wenn er denn mal einkaufen geht, überall satte Rabatte bekommt. Ich wage also zu behaupten: Eigentlich braucht Gott gar kein Geld. Und sein selbsternanntes Bodenpersonal, also diese lustig gekleideten Menschen, die nur dann in den Schlagzeilen sind, wenn entweder Weihnachten oder Ostern ist oder sie schlimme Dinge mit Kindern anstellen, die will ich eigentlich nicht finanzieren. Zumindest nicht pauschal. Und nicht mit zwei Euro siebzehn.</p>
<p>Deswegen möchte ich aus der Kirche austreten. Weil es Gott, Der Alles, Also Auch Die Kirche, Geschaffen Hat, ja ohnehin nicht gibt. Und wenn doch, dann versteht er bestimmt, dass ich in dem Verein da nicht mehr mitmachen will. Wenn es Gott gibt, ist er vermutlich ohnehin schon lange selbst aus der Kirche ausgetreten.</p>
<p>Mein Problem ist meine Faulheit. Denn um die lustig gekleideten Menschen loszuwerden und mein Geld vor göttlichen Nägeln zu schützen, muss ich meine Lohnsteuerkarte aus den Fängen meines Arbeitgebers befreien, mit 10 Euro bewaffnet ins Standesamt gehen und dort eine Schwarze Messe zelebrieren oder sonstwie meine Gottlosigkeit unter Beweis stellen. Wobei mich nicht die Schwarze Messe stört, sondern eher die Öffnungszeiten des Standesamtes.</p>
<p>In den letzten Monaten wollte ich diesen wichtigen Schritt wirklich jede Woche unternehmen, aber ich bin bisher nicht dazu gekommen. Ob das wohl ein göttliches Zeichen ist?</p>
<p>Vermutlich nicht.</p>
<p>Unwort des Tages: Halleluja.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1247" class="footnote">Grottenolme zweifeln nicht. Grottenolme klagen nicht. Sie beten nicht und denken kaum. Sie sind sehr genügsam und demzufolge für eine Gottheit quasi perfekte Kunden, weil sie so pflegeleicht sind. Und sie brauchen auch kein Licht, weswegen sich die Gottheit jenen dämlichen Spruch sparen kann, der nach einigen Tausend Jahren ohnehin nur noch für Flachwitze missbraucht wird, von wegen &#8220;Haha, er fand den Schalter nicht&#8230; </li><li id="footnote_1_1247" class="footnote">Es sei denn, man hält Dieter Bohlen für eine Gottheit, und ja, es soll Menschen geben, die das tun</li><li id="footnote_2_1247" class="footnote">sowie derjenigen Arbeitnehmerinnen, die zwar biologisch Arbeitnehmerinnen sind, sich jedoch wie Arbeitnehmer fühlen und andersrum</li><li id="footnote_3_1247" class="footnote">Oder war das bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Final_Fantasy" target="_blank">Final Fantasy</a>?!</li></ol> <p><a href="http://www.das-unwort.de/?flattrss_redirect&amp;id=1247&amp;md5=dc3d2b38e7cc574f80024f53ca97c700" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.das-unwort.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>In eigener Sache: Facebook und Flattr</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 20:51:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei Innovationen und ein Name bekloppter als der andere: Gesichtsbuch klingt nicht sonderlich schön, und Flattr erinnert mich eher an Durchfall als an die Revolution des Internets. Aber bitteschön, ich will mich dem nicht verschließen. Ich habe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/07/08/in-eigener-sache-facebook-und-flattr/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Innovationen und ein Name bekloppter als der andere: Gesichtsbuch klingt nicht sonderlich schön, und Flattr erinnert mich eher an Durchfall als an die Revolution des Internets. Aber bitteschön, ich will mich dem nicht verschließen.</p>
<p>Ich habe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion den sogenannten Facebook-Like-Button auf dieses Blog verfrachtet. Auf das leicht bläuliche Ding am Ende eines jeden Beitrages klicken Sie, wenn Sie bei Facebook angemeldet sind und einen Artikel besonders gut finden. Dann sieht die Welt nämlich, dass Sie ihn toll finden. Das hilft Ihnen (&#8220;Oh, er mag das Unwort, er hat also Geschmack!&#8221;) und mir (&#8220;Oh, er mag das Unwort, das muss eine gute Seite sein!&#8221;).<span id="more-1217"></span></p>
<p>Das orange-grüne Etwas unten rechts unter jedem Beitrag ist ein Flattr-Button. Flattr ist neu und noch nicht hip, weil es noch gar nicht offiziell gestartet ist &#8211; aber zumindest eins von beiden wird sich noch ändern. Flattr ist angetreten, um den beunruhigenden Umstand zu beheben, dass man mit Online-Journalismus derzeit im Grunde kein Geld verdienen kann. Im Grunde genommen wird sich das durch Flattr auch nicht ändern, aber das ist ja auch egal, denn die Idee ist gut. Und die geht so:</p>
<p>Wer sich bei <a href="http://flattr.com" target="_blank">Flattr</a> registriert, entscheidet, wie viel Geld er im Monat dafür ausgeben will, dass er im Internet Dinge liest/hört/sieht. Mindestbeitrag: zwei Euro. Wenn man im Internet auf einen total tollen Artikel, zum Beispiel diesen hier, stößt, kann man auf den Flattr-Button klicken und dadurch zum Ausdruck bringen, dass man den Artikel geil findet. Am Ende des Monats wird abgerechnet &#8211; das eingezahlte Geld wird an die angeklickten Seiten ausgeschüttet. Habe ich zwei Euro eingezahlt und 10 Artikel angeklickt, so entfallen auf jeden Artikel 20 Cent &#8211; abzüglich eines kleinen Betrages für Flattr, natürlich.</p>
<p>Sie sehen: Eine tolle Möglichkeit, um total freiwillig und ungezwungen Geld auszugeben.</p>
<p>Das klingt so weltfremd und bekloppt, dass es nur logisch ist, Flattr an genau dieser Stelle auszuprobieren.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small> <p><a href="http://www.das-unwort.de/?flattrss_redirect&amp;id=1217&amp;md5=f30b1b44642797f977d82761a937789b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.das-unwort.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Kabel Deutschlands Telefonbuch-Terror</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 13:28:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Callcenter]]></category>
		<category><![CDATA[Hotline]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich hatte neulich einen suizidalen Moment, in dem ich beschloss, den Telefon- und Internetanbieter zu wechseln. Ich ging im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte zu Kabel Deutschland.(1) Dazu füllte ich ein mehrseitiges Formular aus und kreuzte viele Dinge an. Unter anderem &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/07/01/kabel-deutschlands-telefonbuch-terror/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte neulich einen suizidalen Moment, in dem ich beschloss, den Telefon- und Internetanbieter zu wechseln. Ich ging im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte zu Kabel Deutschland.<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/07/01/kabel-deutschlands-telefonbuch-terror/#footnote_0_1208" id="identifier_0_1208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Fr&uuml;her sind Menschen mit kleinen, stinkenden, kaum wasserdichten Schiffen in See gestochen, nicht wissend, was sie erwartet. Und sie haben doch neue Kontinente entdeckt. &Auml;hnliches treibt mich um.">1</a>)</sup> Dazu füllte ich ein mehrseitiges Formular aus und kreuzte viele Dinge an. Unter anderem setzte ich ein Kreuz bei: &#8220;Wünschen Sie einen kostenlosen Eintrag ins Telefonbuch? &#8211; <em>Nein</em>.&#8221;</p>
<p>Dass mich Kabel Deutschland in der Auftragsbestätigung dazu beglückwünschte, einerseits zu Kabel Deutschland gewechselt zu sein und andererseits ins Telefonbuch eingetragen zu werden, wunderte mich kaum. Ich hatte sowas schon erwartet.</p>
<p>Ich hatte eigentlich beschlossen, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen &#8211; ob ich nun drinstehe oder nicht, ist ja im Grunde wurstegal &#8211; da bekam ich einen Brief von Kabel Deutschland. &#8220;Sehr geehrter Herr Kruse&#8221;, heißt es da, &#8220;Wie gewünscht, haben wir von Ihnen folgende Informationen [ins Telefonbuch] aufnehmen lassen&#8230; Haben Sie Fragen? Rufen Sie uns an <em>blabla</em>, viele liebe Grüße, Kabel Deutschland.&#8221;</p>
<p>Ich entsorgte den Brief und hielt die Angelegenheit für erledigt.</p>
<p>In den letzten zwei Wochen habe ich denselben &#8220;Hey, Sie stehen jetzt drin!&#8221;-Brief noch zwei Mal bekommen. Ich als vorbildlicher Kunde mache mir nun ernsthafte Sorgen im die Integrität des Computersystems der Firma und habe beschlossen, einfach mal bei Kabel Deutschland anzurufen.</p>
<p><span id="more-1208"></span></p>
<p>Das Wesen eines Unternehmens lässt sich an der Telefon-Warteschleife ablesen.<a href="http://www.das-unwort.de/2009/09/05/schlagergestampfe-bei-der-air-berlin/" target="_blank"> Air Berlin zum Beispiel</a> leidet unter Geschmacksverirrung im Endstadium. Kabel Deutschland versucht, mit rockigen Gitarrenklängen zu beeindrucken. Es misslingt.</p>
<p>&#8220;Guten Tag mein Name ist Sabine Säuselt was kann ich für sie tun.&#8221; Sie hat einen leicht ostdeutschen Akzent.</p>
<p>&#8220;Ja, Kruse hier, ich habe folgendes Problem, <em>blah</em>&#8230;  Sie können also jetzt gern aufhören, mir Briefe zu schicken, ich weiß nämlich inzwischen, dass ich im Telefonbuch stehe.&#8221;</p>
<p>&#8220;Uhh, ich wüsste jetzt auch nicht, wie ich das stoppen soll. Die Briefe werden vom Telefonbuchverlag direkt mit unserem Briefkopf verschickt, ich kann da gar nix machen. Sie könnten aber eine Beschwerdemail an uns schicken, dann wird Ihnen bestimmt geholfen&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;So wichtig ist mir das nun auch nicht, außerdem kriege ich auch gern Post. Und das ist ja nicht schlimm, wenn ich im Telefonbuch stehe, oder? Gibt&#8217;s dadurch irgendwelche Nachteile für mich?&#8221;</p>
<p>&#8220;Naja, ich weiß ja nicht, ob sie Geheimdienstler sind&#8230;?&#8221;</p>
<p>&#8220;&#8230; soweit ich weiß nicht, nein&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja dann. Mit den Daten wird ja ohnehin überall Handel getrieben&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Da haben Sie wohl Recht. Dann danke ich Ihnen recht herzlich dafür, dass Sie mir nicht helfen können, und wünsche Ihnen einen schönen Tag.&#8221;</p>
<p>Immerhin werde ich mich in der nächsten Zeit nicht darüber beklagen können, dass mir niemand schreibt und niemand an mich denkt. Denn Kabel Deutschland ist immer für mich da &#8211; man schreibt mir Briefchen und sorgt auch noch gleich dafür, dass ich öfter angerufen werde. Kunde, was willst du mehr!</p>
<p>Unwort des Tages: Telefonbucheintrag.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1208" class="footnote">Früher sind Menschen mit kleinen, stinkenden, kaum wasserdichten Schiffen in See gestochen, nicht wissend, was sie erwartet. Und sie haben doch neue Kontinente entdeckt. Ähnliches treibt mich um.</li></ol> <p><a href="http://www.das-unwort.de/?flattrss_redirect&amp;id=1208&amp;md5=57855e388f35a0ae8a68bd490d24bdfd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.das-unwort.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wenn Sandra sinnlos sabbelt</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2010/06/07/wenn-sandra-sinnlos-sabbelt/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 19:52:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Literatur der Romantik spiegelt sich die Stimmung des Protagonisten in der Art wider, wie die Natur im Text beschrieben wird. &#8220;Von der Nordsee her aufziehende dichte Wolkenfelder mit gelegentlichem Starkregen bei bis auf 14 Grad fallenden Temperaturen&#8221; trifft &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/06/07/wenn-sandra-sinnlos-sabbelt/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Literatur der Romantik spiegelt sich die Stimmung des Protagonisten in der Art wider, wie die Natur im Text beschrieben wird. &#8220;Von der Nordsee her aufziehende dichte Wolkenfelder mit gelegentlichem Starkregen bei bis auf 14 Grad fallenden Temperaturen&#8221; trifft meine Stimmung recht gut. Heute ist, sozusagen, ein romantischer Tag.</p>
<p>Und gleich Linguistik. Voll geil.</p>
<p>Ich fahre gerade mit meinem Fahrrad und gefühlten 50 Stundenkilometern einen Berg hinunter, da klingelt mein Handy.</p>
<p><em>[069661021...]</em></p>
<p>Frankfurter Nummer. Mir schwant Übles.</p>
<p>&#8220;Guten Tag, Herr Kruse, mein Name ist Sandra Sabblt von der AxelSpringerHubertBurdaMediaAGVerwaltung aus Frankfurt.&#8221;</p>
<p>Sandra sabbelt unbewegt vor sich hin, während ich stumm weiterradle. Einem entgegenkommenden Dozenten winke ich entgeistert zu. Er ignoriert mich.</p>
<p>&#8220;Herr Kruse, ich rufe Sie an, weil Sie vor einiger Zeit mal bei uns bei einem <strong><em>kostenlosen </em></strong>Gewinnspiel mitgemacht haben und dazu habe ich gerade mal ein paar Fragen&#8230;&#8221;</p>
<p>Ich bremse, damit ich nicht von einem Anzugträger im bombastischen schwarzen Mercedes umgenietet werde und sage dann: &#8220;<a href="http://www.das-unwort.de/2008/03/13/bei-anruf-mord-der-bibliothekstragodie-dritter-teil/" target="_blank">Vor einiger Zeit hat mich mal eine Kollegin von Ihnen angerufen</a>. Die habe ich das gefragt, was ich Sie jetzt frage: Woher haben Sie denn eigentlich meine Handynummer?&#8221;<span id="more-1191"></span></p>
<p>&#8220;Ja, Herr Kruse, da ist ja dieses Gewinnspiel&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Unsinn. Warum bin ich denn bei Ihnen registriert, also was kaufe ich denn bei Ihnen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Das weiß ich nicht, ich bin ja in der Verwaltung und nicht in der Buchhaltung.&#8221;</p>
<p>Entweder hat Burda eine total perverse Unternehmensstruktur oder dies ist eine sorgfältig  zurechtgelegte Ausrede. Ich gehe von letzterem aus und frage genervt, während ich mit dem Handy am Ohr schwankend links abbiege<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/06/07/wenn-sandra-sinnlos-sabbelt/#footnote_0_1191" id="identifier_0_1191" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ein Blondchen im roten Opel schaut mir dabei hinterher, als k&auml;me ich von einem anderen Stern &amp;#8211; wohl noch nie einen telefonierenden Fahrradfahrer gesehen&amp;#8230;">1</a>)</sup>: &#8220;Und was soll ich bei Ihnen jetzt kaufen?&#8221;</p>
<p>Sandra Sabblt schweigt einen Moment, gibt den potenziellen Kunden aber doch noch nicht auf: &#8220;Zeitschriften!&#8221; Das Wort schwingt noch ein wenig zwischen der prä-regnerischen Kieler und der geschäftig-verschmutzten Frankfurter Luft hin und her.</p>
<p>Da entzündet sich bei Frau Sabblt plötzlich die hell leuchtende Fackel der Erkenntnis: &#8220;Aber Sie haben irgendwie kein Interesse, oder?&#8221;</p>
<p>&#8220;Naja&#8221;, schreie ich, um den gigantischen roten Bus der Nummer 81 zu übertönen, der mich gerade mit nur wenigen Millimetern Abstand überholt, &#8220;ich fahre gerade mit dem Fahrrad einhändig durch Kiel&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Oh!&#8221; &#8211; Sandra Sabblt hat einen Ausstiegsgrund gefunden &#8211; &#8220;ich lege sofort auf&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, brillante Idee.&#8221;</p>
<p>&#8220;Schönen Tag noch.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ebenso.&#8221;</p>
<p>Unwort des Tages: Herr Kruse.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1191" class="footnote">Ein Blondchen im roten Opel schaut mir dabei hinterher, als käme ich von einem anderen Stern &#8211; wohl noch nie einen telefonierenden Fahrradfahrer gesehen&#8230;</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Witzbrief von der AOK</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2010/05/31/ein-witzbrief-von-der-aok/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 15:39:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[AOK]]></category>
		<category><![CDATA[Bürohengst]]></category>
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		<description><![CDATA[Gesetzliche Krankenkassen sind im Allgemeinen nicht für ihren Humor bekannt. Ich bin also sozusagen ein Wunderkind, denn ich habe neulich einen witzigen Brief von der AOK bekommen. &#8220;Sehr geehrter Herr Kruse&#8220;, heißt es da. &#8220;Wie Sie wissen, bietet Ihnen Ihre &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/05/31/ein-witzbrief-von-der-aok/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gesetzliche Krankenkassen sind im Allgemeinen nicht für ihren Humor bekannt. Ich bin also sozusagen ein Wunderkind, denn ich habe neulich einen witzigen Brief von der AOK bekommen.</p>
<p><em>&#8220;Sehr geehrter Herr Kruse</em>&#8220;, heißt es da. &#8220;<em>Wie Sie wissen, bietet Ihnen Ihre AOK Schleswig-Holstein starke Leistungen.</em>&#8221;</p>
<p>Das ist mir zwar neu, aber wenn es da steht, muss es wohl so sein.</p>
<p>&#8220;<em>Für einige dieser Leistungen verlangt der Gesetzgeber vom Versicherten Eigenanteile.</em>&#8221;</p>
<p>Da hat sich aber ein AOK-Pädagoge viele Gedanken darüber  gemacht, wie man diesen Geldeintreiber-Brief so formulieren kann, dass der Kunde nicht austickt. Dieser Satz sagt mir, dass nicht etwa die AOK mein Geld will, weil sie schlecht kalkuliert hat oder ihren Bürohengsten zu viel Geld bezahlt &#8211; oh nein! Der <em>Gesetzgeber </em>ist Schuld, denn der hat ja bestimmt, dass der Versicherte einen Eigenanteil bezahlen soll. Ist ja ganz klar.</p>
<p>&#8220;<em>Sie haben von uns solche Leistungen erhalten:  Rettungsfahrt  vom 26.10.2009 bis 26.10.2009, Höhe der Leistung: 743,42 EUR, Eigenanteil: 10 EUR</em>&#8221;</p>
<p>Wie gnädig, dass man für so eine gigantische Rettungsfahrt im Wert von über 700 Euro nur 10 Euro selbst zahlen muss. Trotzdem habe ich noch eine Frage an die AOK. Deswegen rufe ich bei meiner persönlichen Ansprechpartnerin an &#8211; nennen wir sie Frau Schlumpf.<span id="more-1188"></span></p>
<p>&#8220;AOK Schleswig-Holstein mein Name ist Sabine Schlumpf was kann ich für Sie tun&#8221;, schnarrt Frau Schlumpf nach der obligatorischen <em>Blingblingbling, herzlich willkommen bei der AOK-Warteschleife</em> ins Telefon.</p>
<p>&#8220;Schönen guten Tag, Frau Schlumpf, Kruse, mein Name. Ich rufe an, weil ich von Ihnen einen witzigen Brief bekommen habe.&#8221;</p>
<p>Am anderen Ende der Leitung herrscht Stille. Frau Schlumpf hält mich wohl für übergeschnappt.</p>
<p>Dann: &#8220;Einen witzigen Brief?!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, Sie haben mir eine Krankenwagenfahrt im Oktober 2009  in Rechnung gestellt. Ich bin aber leider gar nicht mit dem Krankenwagen gefahren. Ich bin sozusagen noch nie mit einem Krankenwagen gefahren. Nicht mal auf dem Beifahrersitz.&#8221;</p>
<p>&#8220;Oh äh. Geben Sie mir doch mal Ihre Versichertennummer, Ihren Nachnamen und Ihre Blutgruppe&#8230;&#8221;</p>
<p>Ich tue wie vorgeschrieben.</p>
<p>&#8220;Und Sie sind sich sicher, dass Sie letztes Jahr im Oktober nicht&#8230;?&#8221; Frau Schlumpf zweifelt.</p>
<p>&#8220;Ja. Ich denke, ich würde mich daran erinnern.&#8221; Mein Gedächtnis ist zwar total löchrig, aber ich bin mir trotzdem sicher, dass ich nicht mit der Ambulanz abtransportiert wurde.</p>
<p>&#8220;Dann gebe ich das jetzt mal so in den Computer ein&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Hören Sie, Frau Schlumpf, ich könnte das auch einfach bezahlen und dann habe ich eine Fahrt im Krankenwagen gut bei Ihnen? Ich hätte Freitag noch Zeit, da könnte man doch &#8216;ne kleine Spritztour machen&#8230;&#8221;</p>
<p>Ein Wunder geschieht: Frau Schlumpf <em>lacht</em>. Da hat der Personaler aber einen gewaltigen Fehler gemacht. Ich werde einen Beschwerdebrief schreiben. Humor auf der Arbeit geht ja mal gar nicht.</p>
<p>&#8220;Nein, Herr Kruse, das geht leider nicht, haha!&#8221;</p>
<p>Ich nicke verständnisvoll durchs Telefon.</p>
<p>Frau Schlumpf versichert mir, dass die AOK mir keinen Gerichtsvollzieher auf den Hals hetzt, weil ich meine 10 Euro für die Rettungsfahrt nicht bezahlt habe. Ich glaube ihr. Man wird sehen, ob das ein Fehler war.</p>
<p>Unwort des Tages: Freifahrt im Krankenwagen</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Fahrkarte für den Autobot</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2010/05/24/fahrkarte-fur-den-autobot/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 21:48:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Autobot]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Fahrkahrte]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf der Suche nach einem Verkehrsmittel, das gerade nicht von Aschewolken oder Streiks betroffen ist, stößt der handelsübliche Zentraleuropäer schnell auf die Eisenbahn. Doch vor das ach so genüsslich-stressfreie Fahrvergnügen hat der liebe Gott den Erwerb eines Tickets gestellt. Das &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/05/24/fahrkarte-fur-den-autobot/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1183" class="wp-caption alignleft" style="width: 196px"><img class="size-full wp-image-1183" title="Autobot vor der Verwandlung / Foto Siegfried Fries, pixelio.de" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/05/fahrkarten.jpg" alt="Autobot vor der Verwandlung / Foto Siegfried Fries, pixelio.de" width="186" height="347" /><p class="wp-caption-text">Autobot vor der Verwandlung / Foto Siegfried Fries, pixelio.de</p></div>
<p>Auf der Suche nach einem Verkehrsmittel, das gerade nicht von <a href="http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,695053,00.html" target="_blank">Aschewolken</a> oder <a href="http://www.focus.de/panorama/welt/luftverkehr-nach-aschewolke-sorgt-streik-von-british-airways-fuer-flugausfaelle_aid_511728.html" target="_blank">Streiks</a> betroffen ist, stößt der handelsübliche Zentraleuropäer schnell auf die Eisenbahn. Doch vor das ach so genüsslich-stressfreie Fahrvergnügen hat der liebe Gott den Erwerb eines Tickets gestellt. Das kostet erstens Geld und ist zweitens gar nicht so einfach, da sich die Deutsche Bahn äußerst effizient davor drückt, dem Kunden seine Fahrkarte in einem persönlichen Gespräch zu verkaufen. Vielmehr möge der Kunde bitte eines dieser roten Monstren aufsuchen, die die Bahnhofsgebäude bevölkern und ein ganz klein wenig an schlecht designte <a href="http://www.divisionbell.com/uploaded_images/3d-autobot-797312.jpg" target="_blank">Autobots</a> erinnern.</p>
<p>Ich stehe gerade von einem Autobot herum, da tippt es mich auf die Schulter. Ich drehe mich um.</p>
<p>Ein kleines, weißhaariges Männlein in preiswerter Kleidung steht mit leicht derangiertem Blick vor mir und schaut mich mit weit aufgerissenen Augen an. Neben das Männlein drapiert sich eine genau so kleine, blonde Frau mit einer schwarzen Brille. Sie steckt in einer irritierenden, übergroßen signalroten Jacke. Heute haben Autobots anscheinend Ausgang.<span id="more-1181"></span></p>
<p>&#8220;Könn&#8217;n Sie uns wohl helfn? Wir wolln ne Karte lösen&#8221;, sagt das Männlein in so breitem Norddeutsch, dass ich sogar hier im geschäftigen Kieler Hauptbahnhof die endlose Weite der Tieflandschaft zu spüren glaube.</p>
<p>Akrobat, der ich bin, wische ich in Sekundenschnelle den entgeisterten Ausdruck von meinem Gesicht. Ich bin überzeugt, pfadfinderlich freundlich dreinzuschaun, als ich sage:</p>
<p>&#8220;Ja, gern.&#8221;</p>
<p>&#8220;Also sie &#8221; &#8211; er zeigt auf die signalrote Jacke &#8211; &#8220;will nach Eggernförde. Aber nich von hiä aus, nä, sonnern von Suchsdorf! Also sie brauch nur von Suchsdorf zahln. Weil is billigä, nä.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich verstehe.&#8221; Das tue ich wirklich. &#8220;Schauen Sie, drücken Sie hier auf die gelbe Schaltfläche, dann wählen Sie hier aus, dass Sie einen alternativen Abreiseort eingeben wollen, und da geben Sie dann ein&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Wäs? Moment&#8230;&#8221;</p>
<p>Ich komme mir vor wie der hyperintelligente Android Data, der einem ahnungslosen Klingonen den Schiffscomputer der Enterprise erklärt. Ich tue es noch einmal, und diesmal langsam. Das Männlein nickt zwar, aber ich glaube nicht, dass meine Erläuterungen bis in sein Innerstes vordringen, denn er sagt, just als ich als Abfahrtsort &#8220;Suchsdorf&#8221; eingebe:</p>
<p>&#8220;Ja aber sie zahlt ja nich von hiä, nä, sonnern von Suchsdorf&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Das steht ja auch da, sehen Sie, da steht&#8217;s.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ah.&#8221;</p>
<p>&#8220;So, das kostet jetzt sieben Euro zehn.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wäs, das kann abä nich sein, nä, weil die Hinfahrt hat ja nuä viä gekosset.&#8221;</p>
<p>&#8220;Haben Sie vielleicht eine Bahncard?&#8221;</p>
<p>Das Männlein schaut die signalrote Jacke an. Die schüttelt mit dem Kopf.</p>
<p>&#8220;Nä&#8221;, übersetzt das Männlein und schaut mich misstrauisch an. Das Vertrauen in meine Fähigkeiten als Autobot-Flüsterer scheint aus ihm zu weichen.</p>
<p>&#8220;Dann müssen Sie wohl leider die sieben Euro bezahlen&#8221;, stelle ich fest.</p>
<p>&#8220;Abä sie zahlt ja nuä von Suchsdorf, nä!&#8221;, beharrt das Männlein.</p>
<p>&#8220;Ja, das habe ich auch so eingegeben&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Abä dann kannas ja nich so teuä sein!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ähh.&#8221; Auf mehr habe ich keine Lust.</p>
<p>&#8220;Nä&#8230;&#8221;, spricht es und schüttelt mit dem Kopf,  nimmt seine Signaljacke unter den Arm und entschwindet.</p>
<p>Entgeisterung kehrt für einen kurzen Moment auf mein Gesicht zurück. Doch dann erinnere ich mich an <a href="http://www.das-unwort.de/2008/04/17/tamara-und-das-fegefeuer-oder-der-opnv-in-schleswig-holstein/" target="_blank">eines</a> <a href="http://www.das-unwort.de/2007/11/13/vielen-dank-dass-sie-versucht-haben-mit-der-deutschen-bahn-zu-reisen/" target="_blank">meiner</a> <a href="http://www.das-unwort.de/2007/09/25/alle-jahre-wieder-kommt-das-mehdornkind-auf-die-kunden-nieder/" target="_blank">Erlebnisse</a> im Zusammenhang mit der Bahn und weiß: Es liegt nicht an mir. Die Bahn ist schuld.</p>
<p>Unwort des Tages: Eggernförde.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Eyjafjallajökull, ein Berg mit Komplexen &#8211; eine Psychoanalyse</title>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 20:30:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Unübersehbar]]></category>
		<category><![CDATA[Asche]]></category>
		<category><![CDATA[Aschewolke]]></category>
		<category><![CDATA[Eyjafjallajökull]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>
		<category><![CDATA[Vulkan]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwie kann man ja auch verstehen, dass dem Eyjafjallajökull nach fast 200 stillen, friedfertigen Jahren der Kragen platzt. Stellen Sie sich nur mal die unglaublichen Kräfte vor, die dieses kleine Berglein im Schach halten musste, damit das friedliche Volk der &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/05/17/eyjafjallajokull-ein-berg-mit-komplexen-eine-psychoanalyse/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1169" class="wp-caption alignleft" style="width: 345px"><img class="size-full wp-image-1169" title="Welch wunderlicher Vulkan / Foto: Daniel Kempken, pixelio.de" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/05/vulkanbild.jpg" alt="Welch wunderlicher Vulkan / Foto: Daniel Kempken, pixelio.de" width="335" height="251" /><p class="wp-caption-text">Welch wunderlicher Vulkan / Foto: Daniel Kempken, pixelio.de</p></div>
<p>Irgendwie kann man ja auch verstehen, dass dem Eyjafjallajökull nach fast 200 stillen, friedfertigen Jahren der Kragen platzt. Stellen Sie sich nur mal die unglaublichen Kräfte vor, die dieses kleine Berglein im Schach halten musste, damit das friedliche Volk der Isländer ungestört der Entwicklung seiner eigentümlichen Sprache frönen konnte! Und jetzt auch noch die Finanzkrise! Island, entblößt vor aller Welt!<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/05/17/eyjafjallajokull-ein-berg-mit-komplexen-eine-psychoanalyse/#footnote_0_1166" id="identifier_0_1166" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Rein finanziell nat&uuml;rlich.">1</a>)</sup> Da kann man schon mal durchdrehen. Das müssen wir verstehen.</p>
<p>Eyjafjallajökull entschloss sich aus Frust dazu, eine Aschewolke 7000 Meter hoch in den schönen isländischen Himmel zu spucken. Quasi als Signal an die Welt: Seht her, ich bin unzufrieden. Das war gar nicht mal böse gemeint &#8211; zu subtileren Meinungsäußerungen ist ein 1666-Meter-Berg nun mal nicht in der Lage.<span id="more-1166"></span></p>
<p>So ein Berg, zumal mit einem hirnunterkühlenden Gletscher obendrauf, kann ja nicht vorhersehen, dass sein Frustprodukt Aschewolke dazu führt, dass Europa eine Woche durchdreht, keine Flugzeuge mehr fliegen dürfen, ein wirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe entsteht, Ramsauer sich mit der Lufthansa zankt und ein jeder in Europa auf einmal den Namen Eyjafjallajökull kennt<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/05/17/eyjafjallajokull-ein-berg-mit-komplexen-eine-psychoanalyse/#footnote_1_1166" id="identifier_1_1166" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Oder zumindest dessen erste drei Buchstaben">2</a>)</sup>. Und kann man es ihm verdenken, wenn es ihm gefällt? Ihm, dem handelsüblichen isländischen Vulkan, der nach 800 000 langweiligen Jahren auf einmal merkt, wie viel Macht er über diese komischen kleinen Wesen hat, die ständig in den Pfützen an seiner Flanke baden?</p>
<p>Endlich ist Island wieder wer! Die Welt schaut nicht mehr zornerfüllt nach Rejkjavik wie noch zu Zeiten der Finanzkrise, sondern vielmehr ängstlich in den Himmel. Der Eyjafjallajökull ist demzufolge ein patriotischer Vulkan. Ein Berg mit Nationalbewusstsein. Gestein mit Gedächtnis.</p>
<p>Eyjafjallajökull hat augenscheinlich Gefallen daran gefunden, uns arme Europäer mit seinen Ausscheidungen zu piesacken. Nun sind Geologen mit dem Fachergänzungskurs  Psychologie gefragt<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/05/17/eyjafjallajokull-ein-berg-mit-komplexen-eine-psychoanalyse/#footnote_2_1166" id="identifier_2_1166" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Endlich eine Aufgabe f&uuml;r die Zwei-Fach-Bachelors und Bacheloretten!">3</a>)</sup> &#8211; sie müssen dem Berg klarmachen, dass es so nicht weitergehen kann. All dies muss ein Ende haben. Sie müssen sich mit dem Vulkan auf einen Gesprächsort und eine Zeit einigen<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/05/17/eyjafjallajokull-ein-berg-mit-komplexen-eine-psychoanalyse/#footnote_3_1166" id="identifier_3_1166" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bei der Wahl des Ortes wird Eyjafjallaj&ouml;kull hart verhandeln">4</a>)</sup> und sich mit ihm an einen Tisch setzen. Die Geologen müssen auch auf die Sorgen des Berges eingehen. Sie müssen den Eyjafjallajökull fördern, aber auch fordern. Das funktioniert eigentlich immer.</p>
<p>Bis diese Gespräche zu einem Ergebnis gekommen sind (das kann dauern, denn Berge sprechen, ähnlich wie <a href="http://www.das-unwort.de/2009/02/15/wehret-den-wanderdunen-bundesregierung-greift-ein/" target="_blank">Wanderdünen</a>, sehr langsam), müssen wir, wenn wir fliegen wollen, noch mehr beten als ohnehin schon. Und in Anbetracht der Tatsache, dass die Aschewolke über Europa ja unglaublich dick und undurchdringlich zu sein scheint, müssen wir uns auch über Einschränkungen des Straßenverkehrs Gedanken machen. Ich empfehle dafür folgende neue Verkehrszeichen:</p>
<table style="margin-top:15px;" border="0" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td width="50%">
<p><div id="attachment_1167" class="wp-caption alignnone" style="width: 273px"><img class="size-full wp-image-1167   " title="Sichtbehinderungen durch Vulkanausbruch mit Aschewolke" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/05/vulkan.jpg" alt="Sichtbehinderungen durch Vulkanausbruch mit Aschewolke" width="263" height="235" /><p class="wp-caption-text">Sichtbehinderungen durch Vulkanausbruch mit Aschewolke</p></div></td>
<td>
<p><div id="attachment_1168" class="wp-caption alignnone" style="width: 273px"><img class="size-full wp-image-1168   " title="Sichtbehinderungen durch Vulkanausbruch mit Aschewolke täglich gegen 13 Uhr" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/05/vulkan2.jpg" alt="Sichtbehinderungen durch Vulkanausbruch mit Aschewolke täglich gegen 13 Uhr" width="263" height="235" /><p class="wp-caption-text">Sichtbehinderungen durch Vulkanausbruch mit Aschewolke täglich gegen 13 Uhr</p></div></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Unwort des Tages: Vulkanasche.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1166" class="footnote">Rein finanziell natürlich.</li><li id="footnote_1_1166" class="footnote">Oder zumindest dessen erste drei Buchstaben</li><li id="footnote_2_1166" class="footnote">Endlich eine Aufgabe für die Zwei-Fach-Bachelors und Bacheloretten!</li><li id="footnote_3_1166" class="footnote">Bei der Wahl des Ortes wird Eyjafjallajökull hart verhandeln</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Der Kampf um die Gesundheit</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2010/04/30/der-kampf-um-die-gesundheit/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 21:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Apotheke]]></category>
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		<category><![CDATA[Fieber]]></category>
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		<category><![CDATA[Medikament]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich gebe zu, es war eine schlechte Idee, mit Halsschmerzen am Sonntag um 4.30 Uhr zur Frühschicht zu gehen. Paracetamol sei Dank habe ich es zwar überstanden, wurde aber mit 40 Grad Fieber belohnt. 40 Grad ist im Grunde eine &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/04/30/der-kampf-um-die-gesundheit/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1155" class="wp-caption alignleft" style="width: 179px"><img class="size-full wp-image-1155" title="Foto: Matthias Balzer, pixelio.de" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/04/krank.jpg" alt="Foto: Matthias Balzer, pixelio.de" width="169" height="254" /><p class="wp-caption-text">Foto: Matthias Balzer, pixelio.de</p></div>
<p>Ich gebe zu, es war eine schlechte Idee, mit Halsschmerzen am Sonntag um 4.30 Uhr zur Frühschicht zu gehen. Paracetamol sei Dank habe ich es zwar überstanden, wurde aber mit 40 Grad Fieber belohnt.</p>
<p>40 Grad ist im Grunde eine total tolle Temperatur: Alles ist so erfrischend egal. Dringende Dinge, die noch gemacht werden müssen &#8211; egal! Die Bachelor-Arbeit &#8211; egal! Hausputz, Telefonanrufe, Rechnungen &#8211; egal! 40 Grad fühlt sich an wie eine Herde Hummeln. Und zwar überall.</p>
<p>Jeder hat seine eigene Methode, um mit solcherlei Temperaturen umzugehen. Ich neige dazu, plötzlich unmotiviert loszulachen. Oder mit hochrotem Kopf durch die Wohnung zu hüpfen.</p>
<p>Nach dem Fieber kommen die Halsschmerzen zweiten Grades. Das sind die, die das Drehen das Halses unmöglich machen. Auf einmal kann ich nur noch geradeaus starren. Leider steht da der Fernseher. Und das Nachmittagsprogramm in der deutschen Fernsehlandschaft ist wirklich grauenvoll. Wenn ich nicht schon krank wäre, würde ich es spätestens jetzt.</p>
<p>Ich ringe mich dazu durch, der Apotheke einen Besuch abzustatten. Ich stolziere durch die Stadt wie Robocop &#8211; Blicke nach links und rechts kann ich mir gar nicht leisten. Das Volk schaut mich bewundernd an und jubelt mir mit Blicken zu.<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/04/30/der-kampf-um-die-gesundheit/#footnote_0_1151" id="identifier_0_1151" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Manche sagen, die Leute gaffen mich an und t&ouml;ten mich mit Blicken &amp;#8211; aber die verstehen das nur nicht.">1</a>)</sup></p>
<p>Meine erste Frage an die gutaussehende Apothekerin &#8211; denn ich weiß, es wird teuer &#8211; lautet: &#8220;Kann man hier mit Karte bezahlen?&#8221; Man kann. Ich schildere Chantal, so nenne ich sie in Gedanken, meine Gebrechen. Sie schaut mich bewundernd an<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/04/30/der-kampf-um-die-gesundheit/#footnote_1_1151" id="identifier_1_1151" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Manche sagen&amp;#8230; naja&amp;#8230;">2</a>)</sup> und fragt: <span id="more-1151"></span></p>
<p>&#8220;Aber sie haben nicht mal daran gedacht, zum Arzt zu gehen, nein?!&#8221; Ich würde den Kopf schütteln, müsste dazu aber den ganzen Oberkörper mitdrehen. Ich entscheide mich deshalb für ein einfaches</p>
<p>&#8220;Nein.&#8221;</p>
<p>Ich gebe Chantal 40 Euro für Nasentropfen, Taschentücher und ein Wundermittel gegen Halsschmerzen und gehe. Jetzt habe ich auch noch Schmerzen im Geldbeutel.</p>
<p>Im Literaturseminar ist es heiß. Schwitzende Studenten sollen über ein Thema diskutieren, das die meisten von ihnen nicht interessiert und von dem sie keine Ahnung haben. Trotzdem kommt ein angeregtes Gespräch auf der Basis von Nicht- und Halbwissen zustande. Ich leide still, aber effektiv.</p>
<p>Ein Kommilitone kommt in einem philosophischen Monolog zu der Erkenntnis: &#8220;Ich bin viel zu sehr in mir, ich hab gar nicht die Objektivität, um mich selbst zu verstehen!&#8221; Alles nickt beifällig. Ich bin in der Hölle.</p>
<p>Ich putze strafend laut meine Nase &#8211; und beschließe, doch zum Arzt zu gehen. Er soll mich gesund machen. Ich halte das hier nur aus, wenn ich mich auf andere Dinge konzentrieren kann und nicht gezwungen bin, bewegungslos dazusitzen und zuzuhören.</p>
<p>&#8220;Herr Kruse, was kann ich für Sie tun&#8221;, sagt der Herr Doktor und würdigt mich dabei keines Blickes. Ich frage mich, ob er bemerkt hätte, wenn ich anstatt auf dem Patientenstuhl auf der Fensterbank sitzen und meine Beine hinter dem Kopf verknoten würde.</p>
<p>Als Herr Doktor durch sein Diagnosegespräch erfährt, dass ich als Nachrichtensprecher beim Radiosender BlankoFM arbeite, erwacht sein Interesse. Doktor ist leidenschaftlicher BlankoFM-Hörer, erfahre ich, und auch der Sohn. Und wie ist denn das da überhaupt mit Praktikumsmöglichkeiten?</p>
<p>Gegen meine Unpässlichkeit gibt&#8217;s übrigens ein prima Antibiotikum. Ganz was Feines. &#8220;Funktioniert in 80 bis 85% der Fälle.&#8221;</p>
<p>Und ob ich eigentlich schon mal eine Nasenspülung ausprobiert hätte?</p>
<p>Ich unterdrücke meinen Weinreflex.</p>
<p>&#8220;<a href="^http://www.das-unwort.de/2009/08/10/kampf-den-korperflussigkeiten/" target="_blank">Ja, habe ich</a>. Es war&#8230; durchwachsen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Warten Sie mal kurz.&#8221; Sprach&#8217;s und stürmt aus dem Behandlungszimmer.</p>
<p>Er kehrt zurück. In seinen Händen: Eine 1A-Nasendusche.</p>
<p>Ich lächle schicksalsergeben.</p>
<p>&#8220;Schauen Sie mal&#8221;, sagt er, und erklärt mir die Nasendusche in wohlklingenden Worten. &#8220;Probieren Sie das mal aus. Mach&#8217; ich auch immer.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, Herr Doktor&#8221;, sage ich, lächle und gehe.</p>
<p>Immerhin hilft das prima Antibiotikum.</p>
<p>Unwort des Tages: Nase.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1151" class="footnote">Manche sagen, die Leute gaffen mich an und töten mich mit Blicken &#8211; aber die verstehen das nur nicht.</li><li id="footnote_1_1151" class="footnote">Manche sagen&#8230; naja&#8230;</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Wer hat hier Gold im Mund?!</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 20:16:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Morgenstund mag ja vieles in ihrem metaphorischen Mund haben; mit Sicherheit ist es aber nichts Wertvolles. Und erst recht kein Gold. Morgen ist eine Frage der Definition. Unter normalen Umständen würde ich behaupten, 3 Uhr sei Nacht. Wenn ich &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/04/20/wer-hat-hier-gold-im-mund/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Morgenstund mag ja vieles in ihrem metaphorischen Mund haben; mit Sicherheit ist es aber nichts Wertvolles. Und erst recht kein Gold.</p>
<p>Morgen ist eine Frage der Definition. Unter normalen Umständen würde ich behaupten, 3 Uhr sei Nacht. Wenn ich aber aus beruflichen Gründen gezwungen bin, um 3:30 Uhr aufzustehen, bezeichne ich es als frühen Morgen, um nicht depressiv zu werden.<br />
Ein Bestandteil der Definition von Morgen ist auch, wann man am Tag davor zu Bett ging. Normalerweise gehe ich zu einem Zeitpunkt schlafen, den ich eben schon als Morgen bezeichnet habe. Vor einem Tag aber, an dem ich die normale Schlafenszeit schon als Morgen bezeichnen muss, bin ich natürlich gezwungen, früher schlafen zu gehen, damit ich am Morgen überlebensfähig bin. Klar soweit?<br />
Deswegen kam es dazu, dass ich am Samstag um 22 Uhr schlafen ging. Just in jenem Moment, in dem Mehrzad Marashi auf RTL inmitten einer Horde wildgewordener Hintergrundtänzer &#8220;She&#8217;s Fresh&#8221; von Kool &amp; The Gang zum Besten gab. Das war mein Abschalt-Moment. Und das lag mehr an Marco Schreyls vergeblicher Suche nach immer mehr Superlativen, um die Geilheit der DSDS-Finalshow zu beschreiben, denn an Mehrzads Sangeskünsten. Hammermäßig.<span id="more-1141"></span></p>
<p>Sonntag, 3:30 Uhr. Der Wecker klingelt.<br />
<a href="http://www.das-unwort.de/2009/01/07/wenn-gurgula-mal-nicht-mehr-kann/" target="_blank">Das erste Wort des Tages</a> ist immer ein Schimpfwort. Je früher der Tag, desto wüster das Wort. 3:30 Uhr ist sehr früh. Um diese Zeit aufzustehen, ist wie Realitätsverlust ohne Einfluss starker Drogen. Es ist, als ob ich mir selber beim Schlafwandeln zusehe. Ich sehe mir also dabei zu, wie ich als erste Amtshandlung den RTL-Teletext aufmache, um zu sehen, wer gewonnen hat. Mein Gewissen ist zu abwesend, um mir Vorwürfe zu machen.</p>
<p>Mehrzad. Gut.</p>
<p>Und die Mega-Monster-Aschewolke über Europa ist immer noch da. Jo, läuft. Meine Fähigkeit zur Empathie ist eingeschränkt.</p>
<p>Nach dem Duschen erkläre ich mich selbst für wach, ohne dafür einen angemessenen Grund zu haben. Ich erkläre mich sogar für so wach, dass ich um 3:55 Uhr frühstücke. Dabei schaue ich eine N24-Dokumentation über das Oktoberfest. Denn es ist zu früh für Frühstücksfernsehen. Und es ist Sonntag.</p>
<p>Ich entschließe mich dazu, meine Vorhänge erst aufzumachen, wenn ich von der Arbeit wiederkomme. Das ist so gegen 13 Uhr. Ich bin deprimiert. Normalerweise ziehe ich die Vorhänge nämlich tatsächlich um jene Zeit auf &#8211; aber ohne vorher zu arbeiten.</p>
<p>Draußen ist es kalt und dunkel und langweilig. Außer mir ist in dieser Stadt mit über 200 000 Einwohnern noch keiner unterwegs. Die Ampeln sind aus. Dafür sind die Amseln an &#8211; anscheinend Frühaufsteher. Piepen wie mein Antivirus-Programm bei einem besonders ernstzunehmenden Virus. Vielleicht Vogelgrippe?</p>
<p>Auf dem Weg in die Redaktion stelle ich mir um 4:15 Uhr die Frage aller Fragen: &#8220;Warum denn eigentlich?&#8221; Da der Weg so angenehm kurz ist, komme ich nicht mehr zum Antworten. Es hat aber was mit Geld zu tun. Und Karriere. Und Spaß. Aber für sowas ist es vielleicht noch ein bisschen früh.</p>
<p>Unwort des Tages: Mein Name ist Bastian Kruse, guten Morgen.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Huch!</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2010/03/20/huch/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 16:07:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun wird&#8217;s ja auch mal Zeit, dass ich hier mal wieder senfe, ehe noch jemand behauptet, ich sei von einem Flugzeughangar erschlagen oder von Naomi Campbell totgefönt worden. Nein, ich lebe, liebe Leser, und ich stelle mit Erstaunen und Entsetzen &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2010/03/20/huch/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun wird&#8217;s ja auch mal Zeit, dass ich hier mal wieder senfe, ehe noch jemand behauptet, ich sei von einem Flugzeughangar erschlagen oder von Naomi Campbell totgefönt worden. Nein, ich lebe, liebe Leser, und ich stelle mit Erstaunen und Entsetzen fest, dass es hier sehr still war die letzte Zeit.</p>
<p>Als Blogger verfällt man dann in den Automatismus, sofort zu sagen: &#8220;Das wird sich natürlich bald ändern, Leute, alles wird gut, keine Panik&#8221; &#8211; ganz so, als ob man beim Jüngsten Gericht einen besseren Platz im Himmel zugesprochen bekäme, wenn man ein fleißiger Blogger war.<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/03/20/huch/#footnote_0_1080" id="identifier_0_1080" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wenn jemand zweifelsfrei beweisen kann, dass dem so ist, dann m&ouml;ge er mir bitte sofort bescheid sagen, damit ich noch mal schnell zehn Artikel heraushaue.">1</a>)</sup> Es ist aber so, dass es sich nicht ändern wird, zumindest nicht bis nächste Woche.</p>
<p>Denn wisset, liebe Leser, im Grunde meines Herzens bin ich ein unglaublich beschäftigtes, ja quasi prominentes Wesen. Ich verdiene Milliarden von Euro, und die Muße, mir genau zu überlegen, was ich mit dem Geld mache &#8211; in Airbus- oder Toyota-Aktien investieren oder, ach ja, die Telekom &#8211; diese Muße also habe ich nur, wenn ich mir sehr viel Zeit zum Überlegen nehme. Denn Geld lähmt das Hirn. Das ist<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2010/03/20/huch/#footnote_1_1080" id="identifier_1_1080" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="pseudo-">2</a>)</sup>wissenschaftlich erwiesen!</p>
<p>Dementsprechend wünsche ich Ihnen allen einen wunderschönen Frühlingsanfang und freue mich, Sie Anfang April wiederzusehen, wenn es wieder heißt:</p>
<p>&#8230;</p>
<p>äh</p>
<p>&#8230;</p>
<p><strong>Unwort</strong>.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1080" class="footnote">Wenn jemand zweifelsfrei beweisen kann, dass dem so ist, dann möge er mir bitte sofort bescheid sagen, damit ich noch mal schnell zehn Artikel heraushaue.</li><li id="footnote_1_1080" class="footnote">pseudo-</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich (w, 21, schlank) suche Verstand (Aussehen egal)</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/12/09/ich-w-21-schlank-suche-verstand-aussehen-egal/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 17:29:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Lesen Sie nun einen Gastbeitrag des Kleinods auf Odyssee, der aus Konnas kreativer Idee eines Blogjulklapps resultiert. Man kennt es ja. Jedes Jahr, selbe Zeit, schmeißt irgendeine Einkaufskette eingeschmolzene Osterhasen in Form des buckligen Santa in den Raum. Startschuss. Von &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/12/09/ich-w-21-schlank-suche-verstand-aussehen-egal/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-651" title="Blogjulklapp" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/12/blog-julklapp.jpg" alt="Blogjulklapp" width="251" height="72" />Lesen Sie nun einen Gastbeitrag des <a href="http://kleinodyssee.blogspot.com/" target="_blank">Kleinods auf Odyssee</a></em><em>, der aus Konnas kreativer Idee eines <a href="http://www.gedankendeponie.net/2009/11/30/blogjulklapp-2009-die-artikel/" target="_blank">Blogjulklapps</a> resultiert.</em></p>
<p>Man kennt es ja. Jedes Jahr, selbe Zeit, schmeißt irgendeine Einkaufskette eingeschmolzene Osterhasen in Form des buckligen Santa in den Raum. Startschuss. Von heute auf morgen Unruhe in den Straßen; wegen eines einzigen braunen Batzens in roter Aluminiumfolie. Fest der Liebe, ja, es ist nah, es ist schön, es blinkt und funkelt &#8211; who cares? Als hätte das Kind aus den Ravensburger-Puzzle-Werbungen auf sein gigantisches Becken gehauen und mit seinem diabolischem Kinderschokolade-Grinsen jedem klar gemacht:</p>
<p><em>Hey, du Pisser – Auch du musst lieben!</em> <span id="more-1034"></span></p>
<p>Geschenkekram, verquollene Straßen, okay, kennen wir, wissen wir, haben wir uns im Leben bereits 3000 Stunden die Ohren von bejammern lassen. Aber was geht eigentlich mit den Liebesdudes? Denen, die – oh, diese Abartigen, diese Unwürdigen! – keinen Partner beim Weihnachtshuddelduddelzeremoniell besitzen? Lasst uns hypen, weinen, verlachen und fiese Salzprisen in die Wunden streuen! Herrgott, die stehen alleine da! Tiefsinnige Sprüche wie „Na Micha, jetzt wird’s aber langsam höchste Zeit, was?“ sind Standardausrüstung, „Weihnachten wieder solo, Alter?“ schon Fickdich-Niveau für Fortgeschrittene. Ein ganz reizender Spruch, so liebenswert, dass man demjenigen, der ihn abballert, gern den Kandisapfel direkt in sein verfluchtes Maul stopfen will. Weihnachten ist Druck. Aber verdammt harter Druck. Die Welt wird ein kuscheliges blaues Schmusekissen und du stehst daneben. Ein bisschen mitschmusen wär schon geil, klar, aber es sind eben alle so blöde Schweine &#8211; und du so zart und allein. Meine Fresse. Von mir aus gäb’s Kloppe für alle Seiten: Für die hypende Partnerschaftsgesellschaft mit ihrem schwulen Sheepworld-Kissen und für den zittrigen Jammersingle mit seinem Drall zum Verzweiflungsakt. Am besten gleichzeitig, mit Schmackes. Aber auf mich hört ja keiner. Sitze ich doch gestern im Café, nippe unschuldig am Latte und verschlucke mich auf einmal mirnichtsdirnichts an einigen ganz reizenden Exemplaren in der Spalte für Kontaktanzeigen meiner Lektüre:</p>
<p><strong>„Hallo Single Mädels. Ich suche für meinen schüchternen Kumpel ein nettes Mädchen. Er ist Chemiestudent, 25 Jahre ju…“</strong></p>
<p>Halt! Lassen wir uns das einmal auf der Zunge zergehen: Ein 25-jähriger Chemiestudent ist zu schüchtern, um eine anonyme Kontaktanzeige in einem Campusanzeiger selbst zu veröffentlichen. Applaus! Verdammt!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>„Architektin der Liebe gesucht! Der Aufbau einer festen Beziehung benötigt ein starkes Fundament. Hast du Lust und Kraft, mit mir (m, 27) den Weg zu ebnen? ;-)“</strong></p>
<p>Pseudo-intellektuelle Metaphern sind ja sowas von uncool.</p>
<p><strong>„NachtWolf (m, 23, stubenrein) sucht sie (17 bis 26) für blind date (alles kann, nichts muss) zum gemeinsamen Vollmond-anheulen im Kerzenschein und evtl. Kuscheleinheiten austauschen.“</strong></p>
<p>Welch hochexplosive Bombe erotischer und romantischer Kunst. „NachtWolf“ (what) möchte den Vollmond anheulen (the). Im, wir halten uns fest, Kerzenschein (fuck). Ein Text, so frei von jeglichen Klischees, dass man ihn umarmen will. Schlüssig. Immerhin ist er stubenrein.</p>
<p>Den Latte wieder zur Hand genommen, sinnierte ich über Gott und die Welt. Lässt Weihnachten junge, partnerlose Menschen zu Weichmuttis verkommen? Suhlt sich jede Sau im Dreck niedrigsten Niveaus, weil standardisierte Weihnachtsbilder zum Partnercatch drängeln? Erleben wir ein Winterwonderland voller Schwachmaten („Ich, m, 25, suche Kuschelmaus für knuddelige Momente“), umhüllt von zarter Alpenmilchschokolade?</p>
<p>Glotzt nicht so romantisch, hat einmal der Godfather allen Theaters – Bertold Brecht – gepfiffen. <em>Macht</em> nicht so ein Theater, pfeife ich. Fest der Liebe, das ist ungleich Fest des Partners. Das ist Familie. Das ist Freundschaft. Feiern wir doch auch mal Michi und nicht nur Schatzi. Weil er so loyal ist, so liebenswert, so genau richtig für uns. In einer Zeit fieser Partnerfindungsmöglichkeiten können wir uns doch mal an den Händen nehmen. Ganz ohne Schmalz, ganz ohne Favoriten, ganz selbstverständlich. Platz im Herzen schaffen, neben Schatz. Einfach feiern, was kein oller Spruch, keine wirre Krampfigkeit, keine aufgesetzte Weichspülerphrase uns geben kann. Einfach Loyalität. Einfach wahre Liebe. Romantikfrei.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Angriff der Teigwaren</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/11/23/angriff-der-teigwaren/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 17:38:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>

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		<description><![CDATA[Große Aufregung heute im geschäftigen ICE von Berlin nach Hamburg: Ein herrenloses Gepäckstück wurde gefunden! Eingepackt in gar buntes Geschenkpapier! Was kommt einem da sofort in den Sinn? Natürlich, hier sind Terroristen am Werk. Mitten im brandenburgischen Niemandsland. Ist doch &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/11/23/angriff-der-teigwaren/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Große Aufregung heute im geschäftigen ICE von Berlin nach Hamburg: Ein herrenloses Gepäckstück wurde gefunden! Eingepackt in gar buntes Geschenkpapier!</p>
<p>Was kommt einem da <em>sofort </em>in den Sinn?</p>
<p>Natürlich, hier sind <strong>Terroristen </strong>am Werk. Mitten im brandenburgischen Niemandsland. Ist doch eindeutig!</p>
<p>Also: 150 Passagiere raus, Bundespolizei rein. Die Terrorismus-Experten finden nach gewissenhafter Entfernung des Geschenkpapiers und eingehender Untersuchung des Inhalts schließlich heraus: Es ist ein Kuchen<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2009/11/23/angriff-der-teigwaren/#footnote_0_1024" id="identifier_0_1024" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Leider melden die Nachrichtenagenturen nicht, was f&uuml;r ein Kuchen&amp;#8230;">1</a>)</sup>.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>DER TERROR-KUCHEN AUF DEM WEG NACH HAMBURG!</strong></p>
<p>Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn man ihm nicht das Handwerk gelegt hätte. Aber gut, dass die Polizei auf uns aufpasst. Ich fühle mich sicher.</p>
<p>Unwort des Tages: Gefahrenpotenzial.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1024" class="footnote">Leider melden die Nachrichtenagenturen nicht, was für ein Kuchen&#8230;</li></ol>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Herzlichen Glückwunsch&#8230; der 9. November</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/11/09/herzlichen-gluckwunsch-der-9-november/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2009/11/09/herzlichen-gluckwunsch-der-9-november/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 19:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[9. November]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Mauer]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Mauer]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe die Artikelserie &#8220;Herzlichen Glückwunsch&#8221;, in der längst vergessene oder auch gänzlich unbekannte Jahrestage zelebriert werden, in letzter Zeit sträflich vernachlässigt. Welcher Tag wäre geeigneter, um dies zu ändern, als dieser 9. November. Selbst der Hinterwäldlerischste von Ihnen(1) weiß &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/11/09/herzlichen-gluckwunsch-der-9-november/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe die Artikelserie &#8220;Herzlichen Glückwunsch&#8221;, in der längst vergessene oder auch gänzlich unbekannte Jahrestage zelebriert werden, in letzter Zeit sträflich vernachlässigt. Welcher Tag wäre geeigneter, um dies zu ändern, als dieser 9. November. Selbst der Hinterwäldlerischste von Ihnen<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2009/11/09/herzlichen-gluckwunsch-der-9-november/#footnote_0_1013" id="identifier_0_1013" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich m&ouml;chte demjenigen nicht zu nahe treten, denn zweifelsohne hat es auch was Gutes, in Hinterwald zu wohnen. Fragen Sie mich nicht, was, aber irgendwas gibt es immer.">1</a>)</sup> weiß durch den medialen Terror dieser Tage, dass vor zwanzig Jahren die Mauer fiel. Aber damit nicht genug &#8211; Sie werden sehen, am 9. November ist im Grunde alles passiert, was für die deutsche Geschichte irgendwie von Bedeutung ist.<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2009/11/09/herzlichen-gluckwunsch-der-9-november/#footnote_1_1013" id="identifier_1_1013" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich &uuml;bertreibe an dieser Stelle ein wenig, aber ich finde, das macht den Text lebendiger.">2</a>)</sup></p>
<p>Die Idee eines deutschen Nationalstaates ist ja nicht so sonderlich neu; die gab es schon im Jahre 1848. Damals gab&#8217;s nicht nur ein Deutschland, sondern ganz viele kleine. Das fanden einige Leute total doof und haben ein Parlament wählen lassen, das in Frankfurt tagte. Einer der Parlamentarier war Robert Blum. Den haben die, die das Parlament ihrerseits doof fanden, am 9. November 1848 in Wien erschossen. Das ist wichtig, weil das Parlament 1849 aufgelöst wurde und es zunächst Essig war mit einem (mehr oder weniger) demokratischen deutschen Gesamtstaat. Wenn der Blum noch gelebt hätte, wäre das garantiert anders gewesen, ist klar. Muss ja so sein, sonst wäre der <strong>9. November 1848</strong> ja kein wichtiges Datum.<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2009/11/09/herzlichen-gluckwunsch-der-9-november/#footnote_2_1013" id="identifier_2_1013" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Schon Nostradamus hatte ja gesagt, dass der 9. November 1848 ein wichtiges Datum sein wird, weil ein Robertus Bluoml hingerichtet werden wird. Wissenschaftler erkl&auml;ren sich den Schreibfehler im Nachnamen durch &Uuml;berlieferungsfehler oder dadurch, dass sich Nostradamus mit dem Hammer auf den Finger gehauen hat. Jedenfalls muss ja der 9. November 1848 ein wichtiges Datum gewesen sein, weil das ja Nostradamus schon gesagt hatte.">3</a>)</sup> <span id="more-1013"></span></p>
<p>Im November 1918 geht es dem inzwischen vereinten Deutschland ziemlich schlecht, weil sein Kaiser Willi so blöd war, den Österreichern zu erlauben, einen Krieg gegen die Serben anzufangen. Willi hat leider nicht ganz begriffen, dass er damit einen Weltkrieg auslöst &#8211; das darf er nun ausbaden. Passenderweise verkündet dann auch Prinz Max von Baden, seines Zeichens Reichskanzler, am<strong> 9. November 1918</strong>, dass der Kaiser abdankt. Und im Übrigen solle doch jetzt der Ebert von der SPD lieber Reichskanzler sein, auf Wiedersehen.</p>
<div id="attachment_1017" class="wp-caption alignleft" style="width: 288px"><img class="size-full wp-image-1017" title="Scheidemann rufend im Fenster / Foto: Bundesarchiv" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/11/scheidemann.jpg" alt="Scheidemann rufend im Fenster / Foto: Bundesarchiv" width="278" height="332" /><p class="wp-caption-text">Scheidemann rufend im Fenster / Foto: Bundesarchiv</p></div>
<p>Ebert ist erstmal schockiert, da ergreift sein Parteifreund Philipp Scheidemann &#8211; ja, er heißt so-  die Gelegenheit, steigt ins Fenster des Reichstagsgebäudes und ruft die Republik aus. Was auch immer es bedeutet, jedenfalls ist das Deutsche Reich, denn so heißt es ja noch, von dem Zeitpunkt an ganz offiziell Republik. Schade, dass Scheidemann mit der Idee nicht so allein ist, denn auch ein Kommunist namens Karl Liebknecht will eine Republik, aber bitte eine Räterepublik. Er hat allerdings gerade kein bequemes Fenster zur Verfügung, deswegen stellt er sich in den Tiergarten. Zwei Leute wollen die Republik, aber welche Art von Republik, darauf können sie sich partout nicht einigen. Also schießen sie erstmal ein wenig herum und killen ein paar Zivilisten. Das bringt sie der Lösung zwar nicht näher, aber macht einen guten und geschichtlichen Eindruck &#8211; der 9. November 1918. Geschichte zum Anfassen. Und Deutschland ist eine Republik, Hurra.</p>
<p>Am <strong>9. November 1923</strong> will ein kleiner schnauzbärtiger Mann mit großen Plänen und einem mächtigen Knacks im Hirn die Republik, inzwischen gab man ihr den wohlklingenden Namen &#8220;Weimarer Republik&#8221;, wieder abschaffen. Denn er mag sie nicht. Und er hat ein paar Leute um sich geschart, die die Weimarer Republik auch nicht mögen. Adolf Hitler möchte gern von München nach Berlin marschieren &#8211; möglichst schnell und möglichst im Triumph. Und natürlich werden sich ihm ganz viele Leute ganz schnell anschließen, ist ja klar.</p>
<p>Adolf kommt doch nicht ganz so weit wie geplant und wird mit seinen Kumpanen mitten in München von der Polizei zusammengeschossen. Er will sich, vor Heldenmut strotzend, schnell aus dem Staub machen, wird aber trotzdem verhaftet. Und zu einer witzigen, weil lachhaft kurzen &#8220;Haftstrafe&#8221; verurteilt.</p>
<p>Nicht nur, aber auch deswegen können Adolfs Helfer am <strong>9. November 1938 </strong>die Reichspogromnacht anzetteln. Denn irgendwer, man weiß bis heute nicht, wer, hat den kleinen Österreicher mit den großen Plänen 1933 zum Reichskanzler gemacht.</p>
<p>Nun hat Deutschland ein Problem, ist irgendwie aber trotzdem der Meinung, die Lösung für alle Probleme gefunden zu haben, und die Schuldigen übrigens auch: die Juden. Und zwar alle. Logo. Deswegen werden am 9. November 1938 Synagogen, Wohnungen und Geschäfte zerstört; dem Ganzen fallen mehrere Hundert Menschen zum Opfer.</p>
<p>Nach diesem dunklen Kapitel gibt es mal wieder mehrere Staaten auf deutschem Boden. Diesmal nicht 287, sondern nur zwei. Aber die meisten finden, dass auch das schon ein bisschen viel ist. Und es sind so verdächtig viele Russen da &#8211; nein, das kann nicht gut sein. Und dann kommen die SEDler auch noch irgendwie auf die Idee, eine Mauer zu bauen, obwohl doch niemand die Absicht hatte, eine Mauer zu errichten. Mitten durch Berlin. Die Idee ist so beschissen und absurd, der Plan so beknackt, dass er auf Dauer nicht funktionieren kann &#8211; trotzdem macht man&#8217;s. Und der Hinweis sei erlaubt: Die Idee, Mauern zu bauen und dadurch Frieden und Sicherheit herzustellen, ist auch heute noch nicht so ganz überwunden. Natürlich ist es schwierig, aus der Geschichte zu lernen, wenn man nicht hinhört, wenn die Geschichte schreit. Und die Geschichte schreit am <strong>9. November 1989</strong> ziemlich laut, und zwar in Gestalt eines stammelnden Günter Schabowski, der auf der berüchtigten Pressekonferenz vom 9. November auf die Frage, wann es denn nun zu den Reiseerleichterungen komme, blubbert: &#8220;Nach meiner Kenntnis&#8230; ist das sofort, unverzüglich.&#8221; Und sich wundert, das alles aufspringt, um die Meldung über den Ticker zu geben.</p>
<p>Es war also &#8216;ne Menge los am 9. November. Und so wie&#8217;s aussieht, war es heute etwas ruhiger. Ist ja auch mal ganz nett.</p>
<p>Unwort des Tages: Schutzwall.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1013" class="footnote">Ich möchte demjenigen nicht zu nahe treten, denn zweifelsohne hat es auch was Gutes, in Hinterwald zu wohnen. Fragen Sie mich nicht, was, aber irgendwas gibt es immer.</li><li id="footnote_1_1013" class="footnote">Ich übertreibe an dieser Stelle ein wenig, aber ich finde, das macht den Text lebendiger.</li><li id="footnote_2_1013" class="footnote">Schon Nostradamus hatte ja gesagt, dass der 9. November 1848 ein wichtiges Datum sein wird, weil ein Robertus Bluoml hingerichtet werden wird. Wissenschaftler erklären sich den Schreibfehler im Nachnamen durch Überlieferungsfehler oder dadurch, dass sich Nostradamus mit dem Hammer auf den Finger gehauen hat. Jedenfalls <em>muss</em> ja der 9. November 1848 ein wichtiges Datum gewesen sein, weil das ja Nostradamus schon gesagt hatte.</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Air Berlin, der letzte Versuch &#8211; eine Flughafen-Odyssee</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/10/29/air-berlin-der-letzte-versuch-eine-flughafen-odyssee/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2009/10/29/air-berlin-der-letzte-versuch-eine-flughafen-odyssee/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 23:21:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Air Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Flug]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafen]]></category>
		<category><![CDATA[Verspätung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hätte wissen müssen, dass diese meine Reise unter keinem guten Stern steht. Ich hätte schlauer sein müssen. Denn: Schon das Buchen des letzten Fluges mit der Air Berlin war ein kleines Abenteuer. Trotzdem habe ich mich dazu hinreißen lassen, &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/10/29/air-berlin-der-letzte-versuch-eine-flughafen-odyssee/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1006" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/10/airberlin2-300x228.jpg" alt="" width="275" height="209" />Ich hätte wissen müssen, dass diese meine Reise unter keinem guten Stern steht. Ich hätte schlauer sein müssen. Denn: Schon das Buchen des letzten Fluges mit der Air Berlin war ein <a href="http://www.das-unwort.de/2009/09/05/schlagergestampfe-bei-der-air-berlin/" target="_blank">kleines Abenteuer</a>. Trotzdem habe ich mich dazu hinreißen lassen, noch mal mit der schicken roten Airline zu fliegen. Diesmal nach Stuttgart. Abflug: 9:35 Uhr.</p>
<p>Weil ich einen schön frühen Flug gebucht habe, damit ich den Tag in Stuttgart gewinnbringend nutzen kann, muss ich natürlich auch früh aufstehen. 5:30 Uhr. Doch die Laune ist blendend, denn Kruse geht auf Reisen. Der Taxifahrer ist kompetent, weil schweig- und genügsam. Das Wetter ist schön, es strahlen sowohl Sonne als auch Reisender in den Morgen hinein, erstere gut gelaunt wie immer, letzterer total fertig und zerknautscht. Aber was soll&#8217;s. Grins.</p>
<p>7:42 Uhr, ich treffe total pünktlich am Flughafen ein. Eine Air-Berlin-Checkin-Frau nimmt mir mein Gepäck ab und teilt mir einen schönen Fensterplatz zu. Rein kommunikationsmäßig ist das etwas schwierig, weil sie zwar Deutsch spricht, jedoch einen derartig ausgeprägten französischen Akzent hat, dass ich &#8211; im interkulturellen Dialog bewandert &#8211; mehr errate denn verstehe, was sie wohl meint. Spätestens hier hätte ich Verdacht schöpfen können. Habe ich aber nicht.<span id="more-1005"></span></p>
<p>Sicherheitskontrolle. Wie gewohnt finden die Hamburger meine illegale Kontaktlinsenflüssigkeit nicht. Wenn ich jetzt das Flugzeug in die Luft hätte sprengen wollen, dann hätte ich können, denn&#8230; !</p>
<p>Nach einem überteuerten Frühstück (den Preis ignoriere ich gekonnt) begebe ich mich zum Gate. Boarding time: 8:50 Uhr. Perfekte Pünktlichkeit. Da kommt die Französin angelaufen &#8211; nennen wir sie Brigitte, aber bitte französisch ausgesprochen, also eher <em>Brischiht</em><sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2009/10/29/air-berlin-der-letzte-versuch-eine-flughafen-odyssee/#footnote_0_1005" id="identifier_0_1005" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="mit weichem sch, ganz wichtig!">1</a>)</sup> . Brischiht klemmt sich also hinter das Mikrofon und haucht etwas hinein, was ich nicht verstehe. Dass sich die Boarding time auf dem Monitor auf einmal auf 11:35 Uhr ändert, verstehe ich aber sehr wohl. Und das Brischiht mir jetzt einen Essensgutschein geben will, damit es mir bei der nun folgenden Wartezeit auch ja gut ergehe.</p>
<p>Ich ärgere mich ausführlich und gehe danach noch mal frühstücken. Zeit genug habe ich ja. Ich kippe Kaffee. Außerdem suche ich den Boardingbereich nach Internetterminals ab. Ich verbringe eine halbe Stunde im Internet, für 10 Cent die Minute. Ich laufe von Gate C 08 bis Gate A 38 und wieder zurück (Verdauungsspaziergang). Ich setze mich hin. Ich stehe wieder auf. Ich kaufe den Spiegel. Ich lese. Ich gehe auf Klo. Ich gehe zu Gate A 22. Ich beobachte Lufthansa-Passagiere in freudiger Erwartung ihres Fluges nach München. Ich gehe bei Gate A 22 auf Klo. Ich gehe wieder zurück.</p>
<p>Das Abfluggate hat sich geändert, erfahre ich. C 23, s&#8217;il vous plaît, sagt Brischiht. Aber bitte erst um 14:00 Uhr. Denn: Das Flugzeug, mit dem die freundlichen Franzosen von der Air Berlin mich eigentlich nach Stuttgart fliegen wollten, ist von Nagetieren befallen worden. Leider hat man gerade keine Ersatzmaschine zur Hand, weswegen man jetzt eine andere Fluggesellschaft mit dem Flug beauftragen wird. Und das dauert. Und um unser Verständnis wird gebeten.</p>
<p>Ich habe zwar Verständnis, aber keine Lust mehr. Ich bin jetzt satt und habe zu viel Zeit &#8211; zwei Dinge, die ich in meinem Alltag nicht kenne. Ich bin überfordert. Was also tun?</p>
<p>Zunächst esse ich etwas. Dann besuche ich noch einmal A 22. Auf dem Weg dorthin gehe ich irgendwo auf Klo, wo ich noch nicht war. Bei A 22 hat sich nichts geändert, außer dass die Lufthansa-Maschine nach München schon vor drei Stunden losgeflogen ist. Die sind früher in München als ich hier überhaupt wegkomme. Ich hätte zu Fuß nach Stuttgart gehen sollen.</p>
<p>Ich schaue auf die Uhr: Nur noch zwei Stunden.</p>
<p>Ich gehe nach unten zu den Gepäckbändern und durchbreche polternd die Tür zum Ankunftsbereich. 26 Augen schauen mich erstaunt an; ein verwahrloster Mittdreißiger hält mir hoffnungsvoll ein kleines Schild &#8220;Dräger&#8221; hin. Ich lehne dankend ab, denn ich gehöre diesem Verein nicht an. Ich will eigentlich bloß weg, aber man lässt mich nicht.</p>
<p>Ich fahre aus Jux und Dollerei Rolltreppe. Ich lasse mich von American-Express-Card-Anwerbern zudröhnen. Ich spreche die Lautsprecheransagen mit. Ich mache den Sicherheitscheck noch mal. Wieder durchbreche ich mit meiner Waffe aus Kontaktlinsenflüssigkeit die Mauer der hamburgischen Security.<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2009/10/29/air-berlin-der-letzte-versuch-eine-flughafen-odyssee/#footnote_1_1005" id="identifier_1_1005" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Habe die Geschichte dem Spiegel angeboten, aber der wollte nicht. ">2</a>)</sup> Immer noch zu viel Zeit.</p>
<p>Schließlich ende ich da, wo keiner hin will, aber irgendwie doch alle landen: Wartend am Gate. C 23. Dabei bleibt&#8217;s. Meine stete Begleiterin: Brischiht. Sie sagt uns alle Viertelstunde, dass &#8220;Ihr Flugsseug noch nischt in Stuttgarrt losgeflogen ist&#8221; und dass es noch etwas dauert.</p>
<p>Um 15 Uhr heben wir dann endlich ab. Und kommen, o Wunder, heil in Stuttgart an. Mit einer Fluggesellschaft, die ich nicht kannte: Blue Wings. Die fliegen sonst bevorzugt Ziele in Russland, der Türkei, Libanon und Syrien an. Wisst ihr bescheid.</p>
<p>Schön, dass ich so früh aufgestanden bin und den Tag in Stuttgart so gut nutzen konnte. Es war mir eine Freude.</p>
<p>Nächstes Mal gehe ich zu Fuß.</p>
<p>In <a href="http://www.das-unwort.de/2009/09/05/schlagergestampfe-bei-der-air-berlin/" target="_blank">offiziellen Air Berlin-Song</a> behauptet die piepsige Sängerin schüttelreimend:</p>
<blockquote><p>Flugzeuge im Bauch, im Blut Kerosin, kein Sturm hält sie auf, uns’re Air Berlin.</p></blockquote>
<p>Das mag schon sein, aber wir wissen nun, wer die Air Berlin aufhalten kann. Sie sind klein und braun, und sie sind das</p>
<p>Unwort des Tages: Nagetiere.</p>
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<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1005" class="footnote">mit weichem sch, ganz wichtig!</li><li id="footnote_1_1005" class="footnote">Habe die Geschichte dem Spiegel angeboten, aber der wollte nicht. </li></ol>]]></content:encoded>
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