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	<title>Das Unwort &#187; Unparteiisch</title>
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	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
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		<title>Die Welt steht Kopf &#8211; ein Rundumschlag</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 17:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
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		<description><![CDATA[Man darf die Welt wirklich keine zwei Sekunden aus den Augen lassen: Kaum habe ich mal einige Wochen keine Zeit, um mich ausführlich und gewohnt kritisch mit den Ereignissen unserer schönen Bundesrepublik zu beschäftigen und dadurch gleichsam einen unglaublichen Einfluss &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/12/10/die-welt-steht-kopf-ein-rundumschlag/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man darf die Welt wirklich keine zwei Sekunden aus den Augen lassen: Kaum habe ich mal einige Wochen keine Zeit, um mich ausführlich und gewohnt kritisch mit den Ereignissen unserer schönen Bundesrepublik zu beschäftigen und dadurch gleichsam einen unglaublichen Einfluss auf die tägliche Politik auszuüben, da drehen alle total durch. Ein Rundumschlag:<span id="more-1031"></span></p>
<p>Die FDP setzt sich mit ihrer wahnwitzigen Idee durch, Hotelübernachtungen in Zukunft weniger zu besteuern. Weil das ja die Wirtschaft ankurbelt. Gilt aber nicht für das Frühstück, ist ja klar. Die Führungsriege der FDP scheint sich in einer rituellen Handlung den Hotel-Lobbyisten unterworfen zu haben. Aber das ist ja nichts Neues, denn wir Harry Potter-Fans wissen schon lange, dass man bei der Aufnahme in die FDP dem <a href="http://harrypotter.fassbar.de/?t=spells&amp;s=imperio" target="_blank">Imperius-Fluch</a> der Wirtschaftslobby unterworfen wird.</p>
<p>Das ZDF setzt seinen Chefredakteur Nikolaus Brender tatsächlich vor die Tür<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2009/12/10/die-welt-steht-kopf-ein-rundumschlag/#footnote_0_1031" id="identifier_0_1031" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich erinnere an meinen Beitrag vom 26. Februar">1</a>)</sup> und beraubt sich damit ganz offiziell seiner Unabhängigkeit. Chinesische Verhältnisse mitten in Europa. Schon komisch, irgendwie.<br />
Nachfolger ist, seit heute ganz offiziell, aber eigentlich schon vorher offensichtlich: Peter Frey. Aber das interessiert ohnehin keinen – Hauptsache, der Brender ist weg. Warum, weiß schon niemand mehr und darum scheint es auch nicht zu gehen. Hauptsache mitbestimmen. Womit bewiesen wäre: Es reicht auch schon ein Koch, um den Brei zu verderben.</p>
<p>Verkehrte Welt in Afghanistan: Der Herr Klein von der Bundeswehr will zwei von den Taliban entführte Tanklaster zerbomben lassen. Die Amerikaner fragen drei Mal nach: „Willst du das wirklich? Sollen wir nicht vielleicht erstmal warnen…?“<br />
Der Deutsche sagt: „Scheiß auf die Warnung, ich will Bomben sehen!“<br />
Die Amis tun wie befohlen. Viele Tote Zivilisten und große Verwirrung in Deutschland sind die Folge. Und ich dachte immer, die Amis sind die, die erst schießen und dann fragen…<br />
Die Kollegen von der Nachrichtenagentur AP sind am Nikolaustag wohl mit der Rute verprügelt worden und waren deswegen ein wenig durcheinander &#8211; anders ist folgender Satz in einer Meldung vom 6.12. nicht erklärbar:</p>
<blockquote><p>Außenministerin Hillary Rodham Clinton betonte in einem Interview, es sei zwar wichtig, Obama und andere Al-Kaida-Führer entweder zu fangen oder zu töten. Aber obwohl dies noch nicht gelungen sei, gebe es «enorme Fortschritte» im Kampf gegen den Terrorismus, sagte Clinton am Sonntag im Sender NBC.</p></blockquote>
<p>Vielleicht hegt Hillary ja tatsächlich noch etwas Groll gegen ihren Chef, weil er sie in den Vorwahlen geschlagen hat – ich bezweifle aber, dass sie im amerikanischen Fernsehen fordern würde, Obama kaltzumachen.<br />
Die Erkenntnis schlug dann auch irgendwann bei AP ein und man kabelte einige Stunden später noch eine kurze Richtigstellung an die Redaktionen. So viel Ordnung muss sein.<br />
Aus lauter Verzweiflung über diesen Fehler hat die deutsche AP sich dann selbst an die Konkurrenzagentur ddp verkauft. Sicher ist sicher.</p>
<p>Deutschlands Studenten drehen vollends am Rad und besetzen ihre eigenen Hörsäle. Der Geist der 68er weht durch die Unis, antik anmutender linker Muff und Endlos-Diskutieren inklusive. Und Hochschulrektorenchefin Wintermantel meint: Die Studenten sollen sich warm anziehen, denn sie tun Illegales. Und überhaupt ist Bachelor doch gar nicht schlimm, wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat.<br />
Die Politik findet es gut, was die Studenten tun:<br />
Richtig so, sagt Frau Schavan vom Bund. Aber: Die Länder seien Schuld und auch die Hochschulen.<br />
Richtig so, findet Herr Zöllner aus Berlin. Aber: Der Bund sei Schuld und auch die Hochschulen.<br />
Richtig so, meinen auch die Hochschulrektoren. Aber: Der Bund sei Schuld, die Länder, die Finanzkrise sowieso und auch die Vorsehung.<br />
Tja. Dann müssen wir die Zustände an den Unis also als gottgegeben hinnehmen. Oder was?</p>
<p>Die Welt steht Kopf! Man muss nur aus der richtigen Perspektive draufschauen.</p>
<p>Unwort des Tages: Potpourri.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1031" class="footnote">Ich erinnere an meinen <a href="http://www.das-unwort.de/2009/02/26/klungel-koch-mobbt-brillen-brender/" target="_blank">Beitrag vom 26. Februar</a></li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Wahlkampf, oder was?</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 17:18:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzte Bundestagswahl ist ja nun schon ein wenig her. Ich meine mich aber zu erinnern, dass es anno 2005 einen kontroverseren Wahlkampf gab als jetzt. Will sagen: Immerhin gab es einen. Wie sagte SPD-Obermeier Frank-Walter gestern so schön (in &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/08/25/wahlkampf-oder-was/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_965" class="wp-caption alignleft" style="width: 263px"><img class="size-full wp-image-965" title="Kalte Himbeer-Progression / Foto: Thommy Weiss, &lt;a href=" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/08/himbeer.jpg" alt="Kalte Himbeer-Progression / Foto: Thommy Weiss, &lt;a href=" width="253" height="250" /><p class="wp-caption-text">Kalte Himbeer-Progression / Foto: Thommy Weiss, pixelio.de</p></div>
<p>Die letzte Bundestagswahl ist ja nun schon ein wenig her. Ich meine mich aber zu erinnern, dass es anno 2005 einen kontroverseren Wahlkampf gab als jetzt. Will sagen: Immerhin gab es einen.</p>
<p>Wie sagte SPD-Obermeier Frank-Walter gestern so schön (in jedes Mikrofon, das man ihm hinhielt, und es waren viele): Er fühle sich wie ein Marathonläufer. Er sei schon mal losgelaufen, aber die anderen kommen nicht hinterher.</p>
<p>Tatsächlich hat Angela augenscheinlich gerade keine Lust auf Wahlkampf. Sie tritt zwar gelegentlich mal irgendwo auf und brüllt Pathetisches ins Mikrofon (&#8220;Wir müssen die kalte Progression bekämpfen&#8230;!&#8221;<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2009/08/25/wahlkampf-oder-was/#footnote_0_960" id="identifier_0_960" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das klingt ein wenig wie eine delikate Nachspeise. &amp;#8220;Zum Dessert reichen wir heute kalte Himbeer-Progression an Pleiten-Parfait. W&uuml;nsche guten Appetit.&amp;#8221;">1</a>)</sup> ). Aber konkret wird sie nie.</p>
<p>Und sonst macht auch keiner mit bei Steinmeiers Wahlkampf-Marathon. Beim gelben Guido klingt sowieso alles nach Wahlkampf, und das schon seit Jahren. Die Grünen haben noch kein zündendes Thema gefunden. Die Linken konzentrieren sich gerade auf die Landtagswahlen im Saarland und Thüringen und weiß der Geier wo noch überall. Pauli ist mit Selbst-Demontage beschäftigt. Und die Piraten werden außerhalb des Internets entweder nicht wahrgenommen oder belächelt. Der einzige, der kämpft, ist Steinmeier. Das wirkt reichlich bemüht.</p>
<p>Aber es ist ja auch noch ein bisschen Zeit bis zur Wahl. Vielleicht braucht Angies CDU dieses Jahr einfach ein bisschen länger. Man wird ja auch nicht jünger.</p>
<p>Unwort des Tages: Marathon.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_960" class="footnote">Das klingt ein wenig wie eine delikate Nachspeise. &#8220;Zum Dessert reichen wir heute kalte Himbeer-Progression an Pleiten-Parfait. Wünsche guten Appetit.&#8221;</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Studiengebühren oder nicht? Uneinigkeit in der FDP</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 17:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
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		<category><![CDATA[FDP]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahl]]></category>

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		<description><![CDATA[CDU und FDP sind in Schleswig-Holstein überraschend von ihren Studiengebührenplänen abgerückt. Da das doch irgendwie gar nicht FDP-like ist, habe ich den FDP-Landtagsfraktionen anderer Bundesländer mal die entscheidende Frage gestellt: &#8220;Wie halten Sie&#8217;s mit den Studiengebühren?&#8221; Am 27.9. wird in &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/07/28/studiengebuhren-oder-nicht-uneinigkeit-in-der-fdp/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-918" title="fdp" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/07/fdp.jpg" alt="fdp" width="148" height="111" />CDU und FDP sind in Schleswig-Holstein überraschend von ihren Studiengebührenplänen abgerückt. Da das doch irgendwie gar nicht FDP-like ist, habe ich den FDP-Landtagsfraktionen anderer Bundesländer mal die entscheidende Frage gestellt: &#8220;Wie halten Sie&#8217;s mit den Studiengebühren?&#8221;<span id="more-913"></span></strong></p>
<p>Am 27.9. wird in Schleswig-Holstein der Landtag neu gewählt. CDU und FDP liegen in den Umfragen derzeit eindeutig vorn &#8211; die Studenten hierzulande werden sich also an den Gedanken gewöhnen müssen, Studiengebühren zu zahlen.</p>
<p>In einer panisch-pathetischen Mail an Presse und Landtagsfraktionen kreischt der aufgescheuchte Kieler AStA am 20. Juli:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Allgemeine Studierendenausschuss der Christian-Albrechts-Universität zu  Kiel betrachtet mit großer Sorge die Entwicklung hin zu  vorgezogenen Neuwahlen zum Landtag Schleswig-Holsteins. (&#8230;) Studiengebühren sind sozial ungerecht. (&#8230;) Insbesondere Abiturienten aus den  unteren Einkommensschichten werden effektiv vom Studium abgeschreckt. Es ist  zu erwarten, dass sich dies vor allem in wirtschaftlich schweren Zeiten  noch verstärken wird.  (&#8230;) Der AStA der Uni Kiel appelliert deshalb im Namen der Studierendenschaft der [Universität Kiel], vor allem an die Fraktionen von CDU und FDP, ihre Pläne  zur Hochschulpolitik und Einführung von Studiengebühren und  eines Hochschulfreiheitsgesetzes zu überdenken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Am 21. Juli dann die Überraschung: Carstensens CDU will doch keine Studiengebühren mehr. Allerdings nicht, weil die Konservativen erkannt hätten, dass die Abgaben widersinnig wären. Vielmehr geht es, wie so häufig, um die Wählergunst: Studiengebühren seien kein<a href="http://www.shz.de/home/top-thema/article/803/cdu-schwenkt-um-keine-studiengebuehr.html" target="_blank"> &#8220;Sympathiethema&#8221;</a>.</p>
<p>Bleibt noch die FDP. Eine Horde Menschen, die nichts lieber wollen als Studiengebühren, sollte man meinen.</p>
<p>Auch hier gibt es per Mail eine Überraschung: Die vom AStA formulierten Befürchtungen seien &#8220;gegenstandslos&#8221;, schreibt der parlamentarische Geschäftsführer der Kieler FDP-Fraktion, Ekkehard Klug, an den Kieler AStA<sup>(<a href="http://www.das-unwort.de/2009/07/28/studiengebuhren-oder-nicht-uneinigkeit-in-der-fdp/#footnote_0_913" id="identifier_0_913" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="die Mail liegt mir vor">1</a>)</sup>. Schließlich habe ein FDP-Landesparteitag schon Ende März beschlossen, &#8220;auf die Erhebung von Studiengebühren zu verzichten&#8221;.</p>
<p>Und tatsächlich: &#8220;Die Erfahrungen mit Studiengebühren zeigen, dass sich die Erwartungen, die in sie gesetzt wurden, nicht erfüllt haben. Mittlerweile wissen wir aus neuesten Untersuchungen, dass Studiengebühren den Zugang zu den Universitäten erschweren&#8221;, sagt Heiner Garg, der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kieler Landtag.</p>
<p>Und am 29. März hat die FDP Schleswig-Holstein doch tatsächlich beschlossen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Bildung ist für Liberale ein Bürgerrecht. Bildung ermöglicht die Entfaltung individueller Talente und Fähigkeiten. Sie ist die Grundlage für ein Leben in Selbstbestimmung. Durch Bildung gewinnt der Einzelne die Voraussetzung, sein Leben selbst gestalten und auch Verantwortung für sich und andere übernehmen zu können. (&#8230;) Aus all diesen Gründen ergibt sich, dass die Finanzierung von Bildung in erster Linie eine öffentliche Aufgabe ist. Das Studium an staatlichen Hochschulen soll daher grundsätzlich frei von Studiengebühren sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bemerkenswert auch folgende Erkenntnis (und man bedenke: Es handelt sich um die FDP!):</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Vorstellung, dass ein höheres Einkommen der Akademiker es alsgerecht erscheinen lässt, zusätzliche Gebühren zu erheben, wird von der beruflichen Realität vieler Arbeitnehmer mit Hochschulabschluss widerlegt.<br />
Tatsächlich ist in vielen Bereichen die Lohnsituation nicht besser als mit einer Ausbildung. (&#8230;) Die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen hat die Zeit- und Einkommenssituation von Studierenden während des Studiums meist negativ verändert. (&#8230;) Die FDP Schleswig-Holstein lehnt deshalb die Einführung allgemeiner<br />
Studiengebühren in Bundesländern ab, wo diese bisher nicht eingeführt wurden. Dies betrifft auch Schleswig-Holstein. Sie fordert ferner die Abschaffung solcher Gebühren dort, wo es diese bereits gibt. Die Mittel für<br />
die Studienfinanzierung sind aus dem allgemeinen Staatshaushalt aufzubringen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Da das nicht zu meinem Bild von der FDP passt und ich mir nicht vorstellen kann, dass die Mitliberalen in Restdeutschland mit dieser Einschätzung übereinstimmen, rufe ich bei den FDP-Landtagsfraktionen in den Bundesländern an, in denen die FDP an der Regierung beteiligt ist.</p>
<p><strong>Baden-Württemberg: </strong>Die routinierte Sekretärin würde mich gerne mit dem bildungspolitischen Referenten verbinden; der gute Herr Paulsen weilt jedoch nicht im Hause. Ob ich morgen noch mal anrufen könne? Können ja, allein der Wille fehlt.</p>
<p><strong>Bayern: </strong>Zusammen mit der gut gelaunten Assistentin der Geschäftsführung (&#8220;Moin, moin!&#8221;) entdecke ich ein schwerwiegendes Problem beim bayrischen FDP-Fraktions-Mailserver. Irgendwann kommen wir doch noch zum Thema und ich zu meinem Gesprächspartner: Pressesprecher Rafael Freckmann wundern die unterschiedlichen Meinungen der FDP-Fraktionen nicht: Bildung sei nun mal Ländersache. Für Bayern jedenfalls gelte, was auf dem FDP-Flyer steht: &#8220;Studienbeiträge tragen dazu bei, die Qualität der Lehre und damit die Qualität der bayerischen Hochschulen weiter zu verbessern.&#8221; Und wie denn das Wetter in Kiel sei?</p>
<p><strong>Hessen: </strong>So ganz haben sich die Hessen vom Studiengebühren-Chaos in ihrem Lande wohl nocht nicht erholt: Pressesprecher Krause möchte angeblich zurückrufen, schweigt jedoch bisher.</p>
<p><em>Nachtrag 29. Juli:</em> Herr Krause ruft mich zurück und teilt mir mit, dass die hessische FDP laut Landesparteitagsbeschluss ganz offiziell gegen Studiengebühren für&#8217;s Erststudium ist.</p>
<p><strong>Niedersachsen: </strong>Die niedersächselnden Liberalen machen früher Feierabend als die Gelben im Rest der Republik: Hier erreiche ich niemanden.</p>
<p><strong>Nordrhein-Westfalen: </strong>Auf der Fraktionshomepage sind gefühlte fünfzig verschiedene Telefonnummern angegeben, die jedoch alle (bis auf eine) auf einen Anrufbeantworter umleiten, den ich erwartungsgemäß mit Nonsens fülle. Während mich die eifrige Telefonistin dann irgendwann zu meinem Gesprächspartner durchstellt, spielt ein gar konservatives Symphonieorchester pompöse klassische Musik &#8211; fast erwarte ich ein Gespräch mit der Bundeskanzlerin oder dem Papst. Jedoch meldet sich nur Florian Keisinger, Referent für Innovation, Wissenschaft, Forschung, Technologie und auch noch einige andere Dinge. Er spricht: &#8220;Wir betonen, dass es [in NRW] Studienbeiträge sind und keine Studiengebühren, weil sie nicht alle Kosten abdecken.&#8221; Etwa 260 Millionen Euro bekommen NRWs Hochschulen jährlich. Dabei sei es ihnen freigestellt, ob sie <span style="text-decoration: line-through;">Gebühren</span> Beiträge erheben oder nicht. Auf die Position der FDP Schleswig-Holstein angesprochen, kommt ein eindeutiges: &#8220;Das sehen wir anders.&#8221; Und: &#8220;Ich kannte die Meinung der FDP in Schleswig-Holstein auch nicht&#8230;&#8221; Im Übrigen solle es in NRW ab diesem Jahr ja Stipendien geben, die bis zu 10% der Studierenden unter die Arme greifen sollen. Auswahlkriterium? &#8220;Leistung&#8221;, sagt er da ungerührt.</p>
<p><strong>FDP-Bundestagsfraktion: </strong>Die gute Frau am anderen Ende der Leitung weiß gar nicht so recht, was sie mit mir machen soll. Ich einige mich schließlich mit mir selber darauf, die Informationen zu verwenden, die auf der Homepage stehen &#8211; auch wenn sie vom Oktober 2008 sind. Ob es denn etwas Neueres gebe? &#8220;Nee, dann gibt&#8217;s wohl nix Neueres.&#8221; Nun gut. Uwe Barth, der hochschulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, sagt also (im Oktober 2008), dass man der abschreckenden Wirkung von Studiengebühren (die seine FDP-Kollegen im Norden gerade zugegeben haben) mit verbesserter Beratung entgegentreten müsse. Er findet aber auch (im September 2008), dass &#8220;sich Studierwillige nicht von Studiengebühren abhalten lassen, ein Studium aufzunehmen.&#8221; Dann ist ja gut.</p>
<p>In Schleswig-Holstein (<em>Nachtrag 29. Juli:</em> und auch in Hessen) ist das dann wohl anders. Aber Bildung ist ja ohnehin Ländersache.</p>
<p>Eine Partei, viele Meinungen zu ein- und derselben Frage. Soll ja erlaubt sein. Unter Beachtung der Tatsache, dass die CDU in Schleswig-Holstein nun von Studiengebühren und der gerade erst eingeführten Trennung von Regional- und Gemeinschaftsschulen abrückt und die SPD in Schleswig-Holstein die ebenfalls gerade erst eingeführte Profiloberstufe wieder abschaffen will, werde ich das Gefühl nicht los, dass sich in der Bildungspolitik eine gewisse Beliebigkeit breitmacht. Die durch PISA geschockte Öffentlichkeit verlangt, dass die Politik etwas unternimmt &#8211; nur was das Richtige ist, scheint niemand zu wissen. Oder wissen zu wollen: Denn ein garantiert erfolgreicher Weg aus der Bildungsmisere könnte Geld kosten. Viel Geld.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_913" class="footnote">die Mail liegt mir vor</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Gulasch für Horst und Blumen für die Herde</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 21:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Samstag hat die Bundesversammlung mal wieder unseren Lieblingshorst zum Köhler Bundespräsidenten gemacht. So ganz glatt lief die hochoffizielle Prozedur aber nicht ab&#8230; irgendwer hatte da hinter den Kulissen schon mal vorsorglich zu viel Alkohol zu sich genommen (denn schließlich &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/05/25/gulasch-fur-horst-und-blumen-fur-die-herde/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_842" class="wp-caption alignleft" style="width: 288px"><img class="size-medium wp-image-842" title="Lecker Gulasch! / Foto: Markus Merz" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/05/gulasch-300x225.jpg" alt="Lecker Gulasch!" width="278" height="208" /><p class="wp-caption-text">Lecker Gulasch! / Foto: Markus Merz</p></div>
<p>Am Samstag hat die Bundesversammlung mal wieder unseren Lieblingshorst zum <span style="text-decoration: line-through;">Köhler</span> Bundespräsidenten gemacht. So ganz glatt lief die hochoffizielle Prozedur aber nicht ab&#8230; irgendwer hatte da hinter den Kulissen schon mal vorsorglich zu viel Alkohol zu sich genommen (denn schließlich war ja auch letzter Bundesliga-Spieltag, öööööööiiii!!!!) und ließ sich durch die Pädagogik zu einem großen Fehler verleiten. Und das kam so:</p>
<p>Irgendwann kurz vor der Mittagszeit sperrten die Bundestagsangestellten 1224 Wahlmänner und -frauen in den Plenarsaal des Bundestages ein (eigentlich waren es nur 1223, denn einer hatte lieber einen Herzinfarkt und konnte deswegen nicht kommen). Dazu kamen der <a href="http://www.ruhrfan.net/uploads/pics/lammert_norbert_01.jpg" target="_blank">Norbert</a>, seines Zeichens Präsident des Bundestages, und eine Horde Gäste auf den Besuchertribüne. <span id="more-841"></span></p>
<p>Nachdem also Norbert eine erquickliche Rede gehalten und die Bundesversammlung einige sinnbefreite Geschäftsordnungsanträge der vier armseligen rechten Wahlmänner abgelehnt hatte, begann die laaange Wahlprozedur, zu der jeder der 1224, nein 1223, Anwesenden einzeln aufgerufen wurde. <a href="http://www.tagebucharchiv.de/grafik,bilder/aktuelles/Horst_Koehler_2007.jpg" target="_blank">Horst</a> wurde das zu langweilig und er floh aufs Schloss  Bellevue, lecker Mittag essen, denn seine Köche hatten gar feines Gulasch gekocht. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Ich weiß, was Sie denken. Ich mag es auch nicht. Aber wir haben eben für so etwas keinen Sinn, Sie und ich. Wir sind ja nur <span style="text-decoration: line-through;">Burger</span> Bürger.</p>
<p>Ein paar Stunden später waren alle Stimmen gezählt und gefühlte fünf Millionen Menschen von gefühlten fünf Dutzend Reportern interviewt worden. Die Wahlherde wurde wieder eingesperrt und wartete nun auf das finale Lamm, den Norbert, der das Ergebnis verkündigen sollte. Norbert aber stand belämmert draußen vor der Tür und wartete seinerseits auf Horst, der ja gerade in Bellevue Gulasch aß. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Die Wahlherde scharrte schon mit den Hufen. <a href="http://www.spiegel.de/img/0,1020,153706,00.jpg" target="_blank">Wolfgang</a>, der mal Norberts Job gehabt hatte, sprach schon mit <a href="http://www.nrhz.de/flyer/media/11443/OskarLafontaineDLSolingen.jpg" target="_blank">Oskar</a>, der mal <a href="http://www.welt.de/multimedia/archive/00196/Franz-Muentefering-_196347g.jpg" target="_blank">Franzens</a> Job hatte, so langweilig war ihm. <a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Interview/2006/04/__Bilder/ulla-schmidt-will-ein-effektives-gesundheitssystem983314,property=poster.jpg" target="_blank">Ulla</a> schlief. <a href="http://www.mehrgenerationenhaeuser.de/coremedia/generator/mgh/de/__Bilder/Ursula_20von_20der_20Leyen_20neu,property=BigImage,slc=mgh_2Fde.jpg" target="_blank">Ursula</a> lackierte Fingernägel, nämlich die von <a href="http://de.timeturk.com/images/news/5153.jpg" target="_blank">Wolfgang</a>, denn der konnte nicht fliehen.</p>
<p>Nun hatte irgend ein pädagogischer Bundestagsangestellter die zündende Idee, man könne doch schon mal die fünfköpfige Bläsergruppe hineinschicken, die <em>nach </em>der Verkündigung des Wahlergebnisses die Nationalhymne spielen sollte, damit sich die arme Wahlherde nicht so langweilt.  Im Übrigen bekommen die Fraktionsvorsitzenden ja auch <em>nach </em>der Wahl immer Blumen, und die könnte man ja eigentlich auch schon mal reinschicken. Das erzeugt immer so eine tolle Stimmung, wenn Blumen überreicht werden&#8230; hach&#8230;</p>
<p>Und so enterten mit gigantischen Blasinstrumenten beladene Musiker den Plenarsaal, sehr zum Erstaunen der Wahlherde und auch der Weltpresse. Ihnen folgten einige verwirrt aussehende Bundestags-Damen mit überdimensionierten Blumensträußen. Die meisten machten nach zehn Schritten unverrichteter Dinge wieder kehrt, vielleicht ahnten sie, was sie da taten. Zwei Blumensträuße jedoch erreichten ihr Ziel: Oskar und Peter wurden beschenkt, bedankten sich artig und versteckten das Gestrüpp flugs unter ihren Tischen, in der Hoffnung, dass 1221 Abgeordnete und einige Hunderttausend Fernsehzuschauer vielleicht gerade nicht hingeguckt hatten oder alle temporär erblindet waren.</p>
<p>Denn was der Bundestagspädagoge in seinem Delirium nicht bedacht hatte, war, dass ja noch niemand das Wahlergebnis kannte und bisher noch alle davon ausgingen, dass ein zweiter Wahlgang möglich ist. Bläser und Blumen teilten der Welt und den Abgeordneten mit, dass schon der erste Wahlgang erfolgreich war. Und das hieß: Horst ist gewählt. Prompt standen dann die CDUler und FDPler auf und applaudierten für Horst, der von alldem nichts mitbekam und gerade vom Gulasch-Tisch in Bellevue aufstand. Norbert, dem vor der Tür langsam kalt wurde, hatte ihn nämlich angerufen.</p>
<p>Horst sprang nun dynamisch in seine Limousine, blieb aber im Berliner Verkehr stecken. Möglicherweise hat er nun das erste Mal in seinem Leben herzhaft geflucht &#8211; wahrscheinlich aber deswegen, weil er den Nachtisch in Bellevue nicht mehr essen konnte. Lecker Schokopudding. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Horst kam aber zum Glück irgendwann doch noch an, ging mit Norbert in den Plenarsaal und nahm seine Wahl zum Bundeshorst an (oh, Überraschung!). Dann wurde die Nationalhymne gesungen (oh, Überraschung!) und die Fraktionsvorsitzenden bekamen Blumensträuße (oh, Überraschung!) beziehungsweise holten ihre Blumensträuße unter den Tischen hervor.</p>
<p>Ich hoffe, dass die Protokollmenschen des Bundestages ihre Pädagogen zukünftig an eine etwas kürzere Leine nehmen. Das mutete doch zwischenzeitlich etwas seltsam an, das alles&#8230;</p>
<p>Aber egal. Glückwunsch, Horst. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Unwort des Tages: Pädagoge.</p>
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		<title>Klüngel-Koch mobbt Brillen-Brender</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Feb 2009 21:19:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist, ganz offiziell, komplett unabhängig. Aber so richtig. Von vorn bis hinten, von oben bis unten. Nun ist es aber so, dass das, ganz inoffiziell, irgendwie gar nicht stimmt. Beim ZDF zum Beispiel werden die Hauptakteure auf &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/02/26/klungel-koch-mobbt-brillen-brender/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist, ganz offiziell, komplett unabhängig. Aber so richtig. Von vorn bis hinten, von oben bis unten. Nun ist es aber so, dass das, ganz inoffiziell, irgendwie gar nicht stimmt. Beim ZDF zum Beispiel werden die Hauptakteure auf dem Mainzer Lerchenberg streng nach einem politischen Farbschema vergeben. Das war früher so &#8211; und ist heute auch immer noch so.</p>
<p>Markus Schächter, seines Zeichens Intendant des ZDF, ein gutmütiger Mensch mit Bart und Brille, ist ein CDU-Mann. Sein Chefredakteur, Nikolaus Brender, ein gutmütiger Mensch mit Brille, jedoch ohne Bart, wird der SPD-Seite zugerechnet &#8211; und das, obwohl er ganz früher mal Mitglied der Jungen Union war.</p>
<p>Nun läuft Chefredakteur Brenders Vertrag im Frühjahr 2010 aus. Er hat das Recht, ein Jahr früher zu erfahren, ob er verlängert wird oder nicht &#8211; also <em>jetzt</em>. <span id="more-759"></span></p>
<p>Da drängelt sich der rasende Roland Koch, das hessische Stehaufmännchen, (zurück) in die erste Reihe und macht in einem <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E2A0EFC256F3F44AEA0E3668BCA1D9A07~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Interview mit der FAZ</a> seinem Unmut Luft: Der Brender müsse weg. Denn unter ihm hätten die ZDF-&#8221;heute&#8221;-Nachrichten 26 Prozent der Zuschauer verloren und lägen nun schon hinter RTL aktuell. Und sowieso seien die Quoten der ZDF-Sendungen wie &#8220;Auslandsjournal&#8221; und &#8220;heute-journal&#8221; ja echt lahm.</p>
<p>Koch beweist, dass er den doppelten Schock der Wahlniederlage und des plötzlichen Wiederaufstiegs zum gewählten Ministerpräsidenten sehr gut verkraftet hat und zu alter Form zurückkehrt: Das ist nämlich Unsinn.</p>
<p>Denn, dem <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/koch-ich/" target="_blank">Niggemeier</a> und <a href="http://satundkabel.magnus.de/artikel/tv-nachrichten-rtl-sieht-sich-vor-heute-im-zdf-ohne-3sat-zuschauer.html" target="_blank">dieser Seite</a> sei Dank: &#8220;heute&#8221; hat immer noch mehr Zuschauer als RTL. Koch übersah geflissentlich, dass 3sat die &#8220;heute&#8221;-Nachrichten ebenfalls überträgt.</p>
<p>Erstaunlich scheint ohnehin, dass Koch die Notwendigkeit des Brender-Absägens nur mit den Quoten des ZDF begründet. Auf einmal scheinen Quoten der absolute Maßstab für das öffentlich-rechtliche Fernsehen zu sein, obwohl gerade das ja eigentlich laut Politik nicht so sein sollte.</p>
<p>Koch und seine CDU-Folgemänner im ZDF-Verwaltungsrat scheinen aber weit und breit die einzigen zu sein, die Brenders journalistische Arbeit verabscheuungswürdig finden: Intendant Schächter, wir erinnern uns, im Grunde seines Herzens ein CDU-Mann, will auf der Verwaltungsratssitzung am 27.3. offiziell vorschlagen, Brenders Vertrag zu verlängern. Eine Entscheidung darüber müssen laut Satzung aber der Intendant und der Verwaltungsrat einvernehmlich treffen.</p>
<p>Gegen diese unverhohlene Einmischung aus der Politik wehren sich die erste Riege der ZDF-Journalisten: Kleber, Slomka, Illner, Knopp und viele Andere warnten in einem <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,609133,00.html" target="_blank">offenen Brief</a> an ihren Intendanten vor einer &#8220;gefährlichen Einmischung der politischen Parteien.&#8221;</p>
<p>Warum riskiert das CDU-Lager eine solche öffentliche Debatte, die sowohl das ZDF als auch den in die Bresche springenden Intendanten beschädigen muss?</p>
<p>Nikolaus Brender scheint intern mehr auf die Unabhängigkeit des Senders gepocht zu haben als seine Vorgänger, berichtet der <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,609108,00.html" target="_blank">Spiegel</a>. Allzu dreiste Einflussnahme aus der Politik sei unter Brender seltener geworden &#8211; nicht zuletzt deswegen, weil Brender Politiker immer gebeten habe, ihre Anliegen schriftlich vorzutragen.</p>
<p>Kurt Beck und &#8220;politische Kreise&#8221;, wie es die Welt ausdrückt, erkennen in dem Vorgehen gegen Brender aber noch einen anderen Grund: Wird Brenders Vertrag nicht verlängert, würde wohl Peter Frey nachrücken &#8211; der jetzige Leiter des Hauptstadtstudios gilt als SPD-nah. Für ihn würde dann wohl der CDU-nahe Peter Hahne die Leitung des Hauptstadtstudios übernehmen &#8211; möglich also, dass das das eigentliche Ziel der CDU ist.</p>
<p>Was sagt eigentlich die Bundesregierung zu dieser Geschichte? Diese brennende Frage konnte ich heute glücklicherweise dem stellvertretenden Regierungssprecher Thomas Steg stellen. Aber: &#8220;Die Bundesregierung ist damit nicht befasst.&#8221; Die Entscheidung solle in den zuständigen Gremien getroffen werden. Schweigen im Walde. Tragisch &#8211; da ist man Sprecher, darf dann aber nix sagen&#8230; Welch tragische Antithese.</p>
<p>Bei dieser Diskussion bleibt übrigens das Bewusstsein auf der Strecke, dass wir uns vom Ideal entfernen. Dem Ideal, dass über die Besetzung von Redakteursposten, ob Chef- oder nicht, kein Politiker entscheiden sollte. Falls Nikolaus Brenders Vertrag am 27.3. nicht verlängert wird, ist dies ein schwerer Rückschlag für die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.</p>
<p>Unwort des Tages: Politikerkreise.</p>
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		<title>Kabul, die Perle Zentralasiens</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/01/30/kabul-die-perle-zentralasiens/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 00:29:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe heute einen unglaublichen Aufstand veranstalten müssen, um meinen schönen Urlaub abzusagen, auf den ich mich schon seit Wochen freue. Aber da habe ich dann heute ganz zufällig gesehen: Das Auswärtige Amt warnt dringend vor Reisen nach Afghanistan! Das &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/01/30/kabul-die-perle-zentralasiens/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe heute einen unglaublichen Aufstand veranstalten müssen, um meinen schönen Urlaub abzusagen, auf den ich mich schon seit Wochen freue. Aber da habe ich dann heute ganz zufällig gesehen: <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Afghanistan/Sicherheitshinweise.html" target="_blank">Das Auswärtige Amt warnt dringend vor Reisen nach Afghanistan! </a></p>
<p>Das hat mich schon schockiert, muss ich sagen. Aber naja. Nun habe ich halt meine schöne Reise storniert&#8230;</p>
<p>Glaubt man dem <a href="http://www.focus.de/reisen/reisefuehrer/asien/tourismus-in-afghanistan-die-hoffnung-stirbt-zuletzt_aid_360201.html">Focus</a>, müssen in Afghanistan geradezu paradiesische Zustände herrschen. Und so ist es ja auch! Heerscharen von bunt bekleideten Bedienstinnen umsorgen den fettleibigen Touristen Tag und Nacht; das Essen ist reichhaltig, die Natur wunderschön, endlos, warm und voller verschiedener Farben; die lokalen Regierungsvertreter kümmern sich um jeden einzelnen Touristen mit einer rührenden Sorgfalt; die Geschäfte sind randvoll mit Waren aus aller Welt und auch auf den einheimischen Marktplätzen herrscht stets Bombenstimmung.</p>
<p>Gelegentlich kann das wachsame Auge sogar Gäste aus aller Herren Länder erkennen, die sich an der rauen Natur des Landes erfreuen! Kabul, die Perle Zentralasiens, wird in ihrer Friedfertigkeit nur vom heiligen Jerusalem und der wunderschönen Hafenstadt Gaza übertroffen. Was für ein atemberaubender Ort, der einen gleichsam zum Urlaub machen <strong>zwingt</strong>!</p>
<p>Und nun sehe ich, dass das Auswärtige Amt vor Ausflügen ins afghanische Ausland ausdrücklich warnt! Naja &#8211; so schlimm kann es ja nicht sein. Fliege ich halt nächstes Jahr hin! Da ist dort bestimmt wieder alles in Ordnung.</p>
<p>Unwort des Tages: Flüge nach Afghanistan, jetzt günstig buchen!!!!</p>
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		<title>Unwort des Jahres 2008: Eine Runde Mitleid für die Banken!</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 19:50:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Beispiel für bewundernswert kreatives journalistisches Wortgeschleuder ist kürzlich zum Unwort des Jahres geschlagen worden: &#8220;notleidende Banken&#8221;. Zur Begründung sprach die Jury, die aus Profi-Linguisten besteht, zur dpa: &#8220;Die Formulierung stellt das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2009/01/23/unwort-des-jahres-2008-eine-runde-mitleid-fur-die-banken/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beispiel für bewundernswert kreatives journalistisches Wortgeschleuder ist kürzlich zum Unwort des Jahres geschlagen worden: &#8220;notleidende Banken&#8221;. Zur Begründung sprach die Jury, die aus Profi-Linguisten besteht, zur dpa: &#8220;Die Formulierung stellt das Verhältnis von Ursachen    und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf.&#8221;</p>
<p>Ich finde, die übertreiben maßlos. Und ich finde, wir sollten wirklich Mitleid haben mit den Bankern. Ich wäre schließlich auch frustriert, wenn ich mal keine 60 Prozent Rendite mehr bekomme! Wenn ich mir den Kaviar und die brasilianischen Nutten nicht mehr leisten kann und deswegen auf Matjes und russische Nutten umsteigen muss! <span id="more-695"></span></p>
<p>Deswegen finde ich es auch komplett in Ordnung, dass die Gemeinschaft der Steuerzahler, vertreten durch Merkel, Steinbrück und -meier, den armen notleidenden Banken jetzt 500000000000 Euro hinterherschmeißt. Damit es den Bankern wieder gut geht! Und außerdem müssen wir an die Kaviarproduzenten im tiefsten Osteuropa denken. Wenn unsere Banker verarmen und dauerhaft keine Fischeier mehr kaufen, dann müssen die Störwilderer ja darben und eierlos dahinvegetieren, weil sie die Tiereier nicht mehr loswerden! Und das können wir wirklich nicht verantworten. Das geht ja gar nicht. Da müssen wir uns unserer Verantwortung bewusst sein!</p>
<p>Außerdem ist das Wohlergehen der deutschen Bankerinnern und Banker eine wichtige Voraussetzung für, äh &#8211; naja, für, äh &#8211; für das Wohlergehen der Banker! Und weil Deutschland schon immer ein Hort der Monokausalität war, reicht das als Begründung.</p>
<p>Ich bitte Sie, haben Sie mehr Mitleid mit Ihrer Bank! Sie mag vielleicht Ihr Geld ins isländische Eis geschossen, an der Wall Street verpulvert, in Waffengeschäfte angelegt oder an die Mafia verteilt haben &#8211; aber all das tut ihr gar fürchterlich Leid. Das müssen Sie verstehen! Und wenn der Staat jetzt 50000000000 Euro dazuschießt und die Banken selbst auch noch mal, hmm, sagen wir, 100 Euro, dann können wir die Krise gemeinsam meistern! Ja! Wir können! Und die Bank verspricht Ihnen auch, dass sich eine solche Krise nicht wiederholt. Ganz klar.</p>
<p>Klingt doch gut, oder? Also, machen Sie sich mal keine Gedanken mehr über die Finanzkrise und ein paar komische tattrige Linguisten, die so unsinnige Unwörter erfinden. Das regt Sie nur auf. Bleiben Sie ruhig. Denken Sie nicht nach. Die Banken werden es Ihnen danken.</p>
<p>Unwort des Tages: Kaviarkrise.</p>
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		<title>Scheiße ist auch politisch &#8211; Glückwunsch zum Welttoilettentag!</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/11/19/scheise-ist-auch-politisch-gluckwunsch-zum-welttoilettentag/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 20:27:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
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		<category><![CDATA[Toilette]]></category>
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		<category><![CDATA[Welttoilettentag]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Sie das nächste Mal auf Toilette gehen, dann bringen Sie Ihrer Toilette einen kleinen Reibekuchen mit. Spülen Sie ihn herunter und singen Sie dabei ein fröhliches Lied. Streicheln Sie zärtlich über die Klobrille. Und, ganz wichtig: Ersparen Sie Ihrer &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/11/19/scheise-ist-auch-politisch-gluckwunsch-zum-welttoilettentag/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sie das nächste Mal auf Toilette gehen, dann bringen Sie Ihrer Toilette einen kleinen Reibekuchen mit. Spülen Sie ihn herunter und singen Sie dabei ein fröhliches Lied. Streicheln Sie zärtlich über die Klobrille. Und, ganz wichtig: Ersparen Sie Ihrer Toilette heute die besonders großen Geschäfte.</p>
<p style="text-align: center;">Denn: Heute ist Welttoilettentag! Und das ist kein Scherz.</p>
<p style="text-align: left;">Am besten sind Sie heute also mal besonders freundlich zu dem Keramikteil, das sonst tagtäglich äußerst leidensfähig Ihre Exkremente beherbergt und fachgerecht entsorgt.<span id="more-579"></span></p>
<p style="text-align: left;">Der Welttoilettentag wurde im Jahre 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen. <em>(Ich schwöre, dass ich mir das jetzt nicht ausdenke, auch wenn es sich so anhört.)</em> Die UN fand den Vorschlag toll und begeht seitdem jährlich am 19.11. eben diesen feierlichen Welttoilettentag, wissen die Klosett-Experten von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Welttoilettentag" target="_blank">Wikipedia</a>.</p>
<p style="text-align: left;">Natürlich geht es darum, gründlich gesäuberte Scheißhäuser auf der ganzen Welt zu verbreiten und so weiter und so fort. Wegen der Hygiene [sprich: <em>Hügjehnä</em>] und den ganzen Krankheiten und so.  Alles sehr politisch. Sie sehen, liebe Leser, sogar Scheiße ist politisch.</p>
<p style="text-align: left;">Schon komisch, eigentlich. Wenn es um die Verbreitung der Demokratie geht, werden Kriege angefangen. Aber es kommt keiner auf die Idee, die Mongolei anzugreifen, um dort wohlriechende Toilettenhäuschen aufzustellen. Für die Nomaden, wenn die mal müssen. Die müssen ja auch irgendwo hinmachen.</p>
<p style="text-align: left;">In Analogie zum bei Lesern beliebten Katzencontent und zur Feier des Toilettentages veröffentliche ich hier ein bisschen <span style="text-decoration: line-through;">Kack</span>Keramikcontent: Das Klo eines Irish Pub in Hamburg-Harburg.</p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-580" title="Falls man nicht weiß, wohin damit... diese Toilette gibt bereitwillig Auskunft." src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/11/dick.jpg" alt="" width="491" height="654" /></p>
<p style="text-align: left;">Unwort des Tages: Scheiße.</p>
<p style="text-align: center;">
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zehn Methoden, Steinmeiers Chancen bei der Bundestagswahl zu erhöhen</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 21:06:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
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		<description><![CDATA[Barack Obama hat es in den USA vorgemacht: Change is possible! In der SPD macht man sich nun sicherlich Gedanken, ob Steinmeier dem Obama nachmeiern kann. Schließlich hat am Anfang auch irgendwie keiner an Obama geglaubt. Und nun steht er &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/11/07/zehn-methoden-steinmeiers-chancen-bei-der-bundestagswahl-zu-erhohen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-549" title="Kanzleramt. Schröder wollte rein, Steinmeier will auch. Dabei sieht das eigentlich ziemlich scheiße aus, das Gebäude..." src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/11/kanzleramt.jpg" alt="" width="322" height="252" />Barack Obama hat es in den USA vorgemacht: Change is possible!</p>
<p>In der SPD macht man sich nun sicherlich Gedanken, ob Steinmeier dem Obama nachmeiern kann. Schließlich hat am Anfang auch irgendwie keiner an Obama geglaubt. Und nun steht er da als Amerikas oberster Tellerwäscher &#8211; und darf George &#8220;Texas Ranger&#8221; Bush ablösen. Eine Aufgabe, um die ihn wenige beneiden. Trotzdem wollen alle, dass es endlich jemand tut.</p>
<p>Die SPD wird mir dankbar sein, denn ich habe für sie die zehn wirksamsten Methoden zusammengestellt,  Steinmeiers Chancen bei der Bundestagswahl drastisch zu erhöhen. Am sinnigsten wäre es, liebe Genossen, <strong>alle </strong>dieser Maßnahmen so früh wie möglich durchzuführen<span id="more-548"></span>.</p>
<p>1. Reduzieren Sie Steinmeiers Körpergewicht um 85%. Verpassen Sie ihm Kontaktlinsen. Färben Sie sowohl Haare als auch den Rest seines Körpers schwarz.</p>
<p>2. Bringen Sie ihm bei, dynamisch zu schreiten und nicht mit der Krawatte knapp über dem Boden entlang zu schlurfen. Sagen Sie ihm, dass er versuchen muss, eine Mischung aus Indiana Jones, James Bond und Shaft zu verkörpern. Machen Sie aus Steinmeier einen interessanten Menschen, nicht nur einen interessierten.</p>
<p>3. Sorgen Sie dafür, dass Steinmeier die Stimme bei Reden nicht nur senkt, sondern auch gelegentlich hebt. Das sorgt für Abwechslung und im günstigsten Falle für erhöhtes Zuschauerinteresse.</p>
<p>4. Sorgen Sie dafür, dass Steinmeier weniger von Politik redet und mehr über den Wechsel, den Traum, die Vorsehung (Vorsicht, vorbelastetes Wort: Synonym finden!) und die Bibel.</p>
<p>5. Verheiraten Sie Frank-Walter mit einer gutaussehenden Frau.</p>
<p>6. Benennen Sie Frank-Walter Steinmeier in Mehmet Rucücücürrücana um.</p>
<p>7. Veranstalten Sie einen pompösen Vorwahlkampf, in dem sich Steinmeier gegen eine weibliche innerparteiliche Gegnerin durchsetzen muss. Diese muss ebenfalls im Volk beliebt sein; nehmen Sie deswegen nicht Andrea Nahles oder Ulla Schmidt. Geeignet wäre zum Beispiel Heide Simonis. Die hätte sogar Zeit dafür.</p>
<p>8. Verhundertfünfzigfachen Sie Herrn Steinmeiers Wahlkampfbudget.</p>
<p>9. Killen Sie kurz vor der Bundestagswahl Steinmeiers Oma.</p>
<p>10. Lösen Sie eine weltweite FInanzkrise aus und hängen Sie sie der CDU an.</p>
<p>Ich bin gespannt, ob man in der SPD diese Ratschläge befolgt.</p>
<p>Tut ihr es nicht, liebe Genossen, dann sehe ich bei der Bundestagswahl schwarz, und zwar gewaltig. Welch erquickendes Wortspiel.</p>
<p>Unwort des Tages: SPD-Kanzlerkandidat.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>US-Wahl: Bush gewinnt in Florida</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/11/05/us-wahl-bush-gewinnt-in-florida/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 22:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wahlnacht hat begonnen: Das erste Ergebnis steht bereits fest. Mit einem hauchdünnen Vorsprung konnte sich George W. Bush in Florida vor dem Favoriten Barack H. Obama durchsetzen. So entfielen laut einem Eil-Gerichtsbeschluss des Obersten Gerichtshofes auf Bush 2 912 &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/11/05/us-wahl-bush-gewinnt-in-florida/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahlnacht hat begonnen: Das erste Ergebnis steht bereits fest. Mit einem hauchdünnen Vorsprung konnte sich George W. Bush in Florida vor dem Favoriten Barack H. Obama durchsetzen.</p>
<p>So entfielen laut einem Eil-Gerichtsbeschluss des Obersten Gerichtshofes auf Bush 2 912 850 Stimmen; für Obama stimmten 2 885 635, für den ebenfalls angetretenen Kriegsveteran John McCain 955 978 Wähler.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-545" title="Wahlergebnis Florida" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/11/florida.jpg" alt="" width="525" height="346" /></p>
<p>Floridas oberster Richter Jens A. Bush sagte in CNN, der nächste Präsident stehe bereits fest. &#8220;Eine Fortsetzung der Wahl ist eigentlich gar nicht notwendig&#8221;, so Bush (Jens).</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Die totale Verweiblichung</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/10/10/die-totale-verweiblichung/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 21:36:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Freuet euch mit Wonne (Hendiadioyn [oder Tautologie? Antworten bitte in den Kommentaren!]), denn Tiefensee ist wieder da! Er sprach heute zu uns in der Tagesschau zum Thema Wir-müssen-mal-wieder-mehr-Geld-bezahlen-wenn-wir-uns-zu-fein-sind-die-Geschwindigkeitsbegrenzungen-einzuhalten: &#8220;Ich kämpfe darum, dass Raser und Rowdys auf unseren Straßen härter bestraft &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/10/10/die-totale-verweiblichung/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freuet euch mit Wonne (Hendiadioyn [oder Tautologie? Antworten bitte in den Kommentaren!]), denn Tiefensee ist wieder da! Er sprach heute zu uns in der Tagesschau zum Thema Wir-müssen-mal-wieder-mehr-Geld-bezahlen-wenn-wir-uns-zu-fein-sind-die-Geschwindigkeitsbegrenzungen-einzuhalten: &#8220;Ich kämpfe darum, dass Raser und Rowdys auf unseren Straßen härter bestraft werden.&#8221; Abgesehen davon, dass ich mich frage, ob er meint, dass die Verkehrssünder auf den Straßen bestraft werden oder ob sie nur für etwas bestraft werden, was sie auf der Straße begangen haben, fällt mir Folgendes auf: Er sagte &#8220;Raser&#8221;. Er verwendete keine weibliche Form. Er sagte nicht &#8220;Raserinnen und Raser&#8221;. Warum nicht?<span id="more-506"></span></p>
<p>Politikerinnen und Politiker achten ja stets darauf, Personen sorgfältig zu verweiblichen, jedenfalls sprachlich. So sprach zum Beispiel Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel unlängst: &#8220;Und wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind.&#8221; Und Herr Verteidigungsminister Jung spricht ständig von &#8220;Soldatinnen und Soldaten&#8221;. Aber warum werden denn eigentlich negativ belegte Personenbegriffe nicht eingeweibt?</p>
<p>Es sagt doch keiner: &#8220;Die Zahl der Verbrecherinnen und Verbrecher muss reduziert werden&#8221; oder so. Habe ich jedenfalls noch nie gehört. Auch Raser scheinen ausschließlich männlich zu sein, ebenso wie Vergewaltiger, Mörder, Henker, Schläger, Kerzenständer&#8230;</p>
<p>Ich prangere das hiermit öffentlich an. Man möge sich dem annehmen und sich entscheiden, ob man die <span style="font-size: x-large;">totale Verweiblichung</span> der Personenbegriffe will oder doch lieber das generische Maskulinum. Mir wäre jedenfalls letzteres lieber. Dann wäre auch die Tagesschau geschätzte zwei Minuten kürzer.</p>
<p>Unwort des Tages: &#8220;Liebe Finninnen und Finnen, finden Sie nicht auch, dass&#8230;&#8221;</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Unser Obama heißt Steinmeier!</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/09/06/unser-obama-heist-steinmeier/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Sep 2008 20:12:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Herzlichen Glückwunsch, Frank-Walter Steinmeier, zur Kanzlerkandidatur der drittstärksten deutschen Partei, muahahahaha. Nein, im Ernst. Der Frank wurde heute zum Kanzlerkandidaten gekürt. Und morgen soll es sogar der SPD-Vorstand erfahren, oder so. Da fragt man sich doch, wer in der SPD &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/09/06/unser-obama-heist-steinmeier/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herzlichen Glückwunsch, Frank-Walter Steinmeier, zur Kanzlerkandidatur der drittstärksten deutschen Partei, muahahahaha.</p>
<p>Nein, im Ernst. Der Frank wurde heute zum Kanzlerkandidaten gekürt. Und morgen soll es sogar der SPD-Vorstand erfahren, oder so. Da fragt man sich doch, wer in der SPD eigentlich entscheidet. Der Zufall vielleicht. Das würde auch die gänzlich unsozialistischen Umfragewerte erklären&#8230;</p>
<p>Nun also Steinmeier. Eine bessere Wahl als Beck ist er wohl; das aber auch nur deswegen, weil meine Oma auch eine bessere Wahl als Beck wäre.</p>
<p>Damit möchte ich meine Oma nicht kompromittieren; ich liebe diesen Apfelkuchen mit Streuseln&#8230; aber als Kanzlerin hätte sie vielleicht nicht ganz so viel Ausstrahlung wie in den heimischen vier Wänden. Aber bestimmt mehr als Kurt &#8220;the ball&#8221; Beck.<span id="more-447"></span></p>
<p>Steinmeier gegen Merkel. Das ist das deutsche Duell um die Kanzlerschaft. Das ist wie Obama gegen McCain, nur eben auf deutsch. Und nicht ganz so pompös. Und es interessiert auch weniger Leute.</p>
<p>Steinmeier ist unser Obama. Unser Don Quijote, der, auf dem Klepper Müntinante reitend und von seinem fülligen Knappen Kurto Becka zwar konsequent, aber nörgelnd begleitet, gegen die merkelschen Windmühlen kämpft und sich dabei im tiefsten Mittelalter wähnt&#8230;</p>
<p>Ob mit Steinmeier-Quijote der große Change kommt, den Kollege Obama drüben den Amis andrehen will? Ich wage es zu bezweifeln. Dafür ist Steinmeier ein bisschen zu trocken. Leicht eingestaubt, könnte man sagen. Er ist zu langweilig. Er ist weiß, und zwar auch, was das Haupthaar angeht. Er ist unsportlich. Verheiratet. Eloquent.</p>
<p>Außerdem muss Steinmeier klein meiern, denn er hat nicht wie Obama eine von zwei großen Parteien hinter sich. Steinmeiers SPD zersetzt sich gerade selbst und bewegt sich, wenn der Trend so weitergeht, zum Zeitpunkt der Bundestagswahl knapp über der Wahrnehmungsgrenze.</p>
<p>Immerhin hat Frank-Walter Steinmeier mit dem transatlantischen Kollegen Barack Hussein Obama eins gemeinsam: Sie sind beide mit ihren Vornamen gestraft&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: Steinbeck.</p>
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		<title>Alle Jahre wieder &#8211; nachhaltiges Wählen auf kommunaler Ebene</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/05/24/alle-jahre-wieder-nachhaltiges-wahlen-auf-kommunaler-ebene/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 May 2008 21:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Denken Sie doch mal daran, liebe Bürgerinnen und Bürger, sich zu freuen, dass Sie in einer Demokratie leben. Versuchen Sie es einfach mal. Beim Einkaufen. Oder beim Verharren im Wartezimmer (da haben Sie doch sowieso nichts zu tun). Oder beim &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/05/24/alle-jahre-wieder-nachhaltiges-wahlen-auf-kommunaler-ebene/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Denken Sie doch mal daran, liebe Bürgerinnen und Bürger, sich zu freuen, dass Sie in einer Demokratie leben. Versuchen Sie es einfach mal. Beim Einkaufen. Oder beim Verharren im Wartezimmer (da haben Sie doch sowieso nichts zu tun). Oder beim Geschlechtsverkehr.</p>
<p>Freuen Sie sich also, bürger Lieberinnen und Lieber, dass wir in einer Demokratie leben und es uns deshalb so gut geht.</p>
<p>Wegen dieser Einleitung könnte ich mich eigentlich von der SPD als Kandidat zur Bundespräsidentenwahl aufstellen lassen, nicht wahr? Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Thema, under Bürgerinnen lieber Bürg, ist die Wahl, die ja nun morgen stattfinden wird. Für diejenigen von Ihnen, die jetzt in Panik verfallen und sich selbst für ernsthaft dement halten: Es sind nur Kommunalwahlen, und zwar in Schleswig-Holstein.</p>
<p>Wie langweilig, denken Sie jetzt.</p>
<p>Aber nein, lieber Underinnen bürg Under, mitnichten! Sie wissen ja, die Wahlen sind wichtig. Sie sind gewissermaßen, um in etwas antiquierten Worten zu sprechen, die Tretmühlen unserer Demokratie. Es ist zwar anstrengend, hinzugehen, aber es geschieht für einen guten Zweck. Sie wissen schon. Kampf gegen rechts und so.<span id="more-163"></span></p>
<p>Wie das vor Wahlen immer so ist, haben politisch engagierte und/oder gut bezahlte Bürgerinnen und Bürger die Stadt mit Wahlplakaten zugepflastert. Und so hängen in Kiel jetzt streng frisierte CDU-Frauen neben dicklichen SPD-Kandidaten, die aussehen, als ob sie gerade dem Wacken Open Air-Festival entlaufen wären, umrahmt von erstaunlich besonnen aussehenden Grünen. An die FDP kann ich mich nicht erinnern.</p>
<p>Es gibt hier sogar einen CDU-Kandidaten, ich habe leider seinen Namen vergessen, der, glaubt man seinen Plakaten, sowohl für den Landtag als auch für den Kreistag kandidiert. Wie er das anstellen will, ist mir schleierhaft, zumal wir ja morgen gar nicht den Landtag wählen. Aber bitte sehr, versuchen kann er es ja gern. Ich sage nur: Hochmut kommt vor dem Fall!</p>
<p>Oder war&#8217;s <a href="http://frederichormuth.wordpress.com/" target="_blank">Hormuth</a>?</p>
<p>Kann nicht sein, denn der ist ja schon da&#8230;</p>
<p>Egal. Mündig und bürgerlich, wie ich bin, habe ich mir natürlich die Kommunalwahlprogramme jeder Partei, die ich für bedeutsam halte, zugelegt.</p>
<p>Naja &#8211; ich gebe zu, es war etwas anders. Ich ging friedlich durch die Fußgängerzone, als ich plötzlich hinterrücks von einer CDU-Wahlkämpferin angefallen wurde. Trotz ihrer wahrlich martialischen Berufsbezeichnung hatte sie nur beschränkt Grausames mit mir vor: Sie drückte mir das Kommunalwahlprogramm der CDU mitsamt EM-Planer in die Hand, während sie sagte: &#8220;Möchten Sie einen EM-Planer?&#8221;</p>
<p>Das ist schon symptomatisch, weil gelogen. Sie hätte ebensogut &#8220;Der Haifisch hat Zähne, und die trägt er im Gesicht&#8221; sagen können, das wäre genauso angebracht gewesen. Denn offensichtlich ging es ihr nicht um den EM-Planer, sondern um das Programm. Und sie hätte mich auch nicht zu fragen brauchen, da ich es ja schon in der Hand hatte, bevor sie anfing zu sprechen.</p>
<p>Derart überrumpelt wollte ich natürlich auch den anderen Parteien eine Chance geben und besorgte mir auch deren Programme.</p>
<p>Das Erste, was mir aufällt, ist: Die FDP hatte am wenigsten Lust. Es findet sich im liberalen Heftchen kein einziges Bild. Das Programm ist eine unmotivierte Aneinanderreihung von Buchstaben. Nicht mal zum Blocksatz konnte man sich im FDP-Denkerstübchen durchringen.</p>
<p>Das Programm der FDP habe ich also leider nicht gelesen, weil ich dazu keine Lust hatte.</p>
<p>Die CDU bezieht sich (wohl unwissend) auf <a href="http://www.das-unwort.de/2008/05/08/aktives-nachhaltiges-phrasendreschen/" target="_blank">einen meiner Artikel</a> und wirbt &#8220;<em>für ein nachhaltiges Kiel</em>&#8220;. Davon wird mir nachhaltig und effektiv übel. Aber immerhin gibt es viele Bilder, sogar teilweise bunt, und eine Menge lustiger Phrasen.</p>
<p>Die SPD hat sich augenscheinlich dieses Jahr eine große Runde von Finanzexperten eingeladen, die nach einer Behandlung mit bewusstseinserweiternden Mitteln zu dem Ergebnis gekommen sind, durch Folgendes die finanzielle Situation der Stadt verbessern zu können:</p>
<p>&#8220;Wir nutzen die kaufmännische Buchführung (Doppik) und entwerfen zur Konsolidierung der Finanzen ein Ressourcenverbrauchskonzept.&#8221;</p>
<p>Herzlichen Glückwunsch. Warum sich durch eine veränderte Art der Buchführung die Menge des zur Verfügung stehenden Geldes erhöht, erschließt sich wohl nur den zugedröhnten Finanzexperten. Trotzdem: Ein neues Konzept ist immer gut. Noch dazu eines mit solch einem schönen Namen.</p>
<p>In Kiel wird es im nächsten Jahr Geld regnen, denn: &#8220;Aufgabenkritik wird zu mehr Effizienz und Effektivität führen.&#8221;</p>
<p>Entweder ist das ein Euphemismus für die Reduzierung von Ausgaben oder eine mir unbekannte Methode des Gelddruckens.</p>
<p>Die Grünen beschäftigen augenscheinlich einige Autoren in ihren Reihen. Anders kann ich mir den grünen Roman nicht erklären, den ich da lesen musste&#8230;</p>
<p>Die Grünen sind übrigens für die Wiedereinrichtung einer Straßenbahn in Kiel. Die gab es schon mal, die Bahn &#8211; in den 80er Jahren wurde sie jedoch aus mir völlig schleierhaften Gründen abgerissen.</p>
<p class="MsoNormal">Natürlich braucht es dafür einen schönen Namen. Einen, der dynamisch ist und zugleich modern. Der Weltoffenheit ausdrückt. Die Grünen nennen es &#8220;StadtRegionalBahn&#8221; und verfallen DerSelbenKrankheitWieDieDeutscheBahnAG. Da gibt es ja auch nur noch ServicePoints, RestaurantWagen und FahrKartenAutomaten.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Die Stadtregionalbahn ist übrigens &#8220;mit 356 Millionen Euro Investitionskosten sehr kostengünstig.“</p>
<p class="MsoNormal">Den Gagschreiber der Grünen will ich auch!</p>
<p><span style="font-size:12pt;"> </span></p>
<p>Weiterhin wird stolz berichtet: &#8220;Einen großen Erfolg unserer Politik stellt die innovative Bauausstellung (InBA) 2008 mit dem Schwerpunkt &#8216;energetisches Bauen&#8217; dar. &#8221;</p>
<p>Mit kleinen Schritten zum Ziel. Deswegen mag ich Kommunalpolitik so gerne&#8230; es geht um Spielplätze, Videokameras und Ausstellungen. Es muss sehr frustrierend sein, damit Wahlkampf führen zu müssen.</p>
<p>Was ist eigentlich &#8220;energetisches Bauen&#8221;? Das klingt ein wenig nach einer Selbsthilfegruppe für Architekten&#8230;</p>
<p>Liebe Bürgerinnen und Bürger. Trotz all dem Schmu, der in den Kommunalwahlprogrammen steht, trotz all der -innen und -ins, die Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Kielerinnen und Kieler, ins Auge kriechen und Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Zusammenhang der Sätze kaum mehr gedanklich durchdringen lassen: Gehen Sie zur Wahl. Denn nur dort haben Sie die Wahl, ahahaha.</p>
<p>Im Ernst: Wenn Sie sich amüsieren wollen, lesen Sie mal Wahlprogramme. Nirgends werden Sie so viele Phrasen finden, so viel Schönklingendes Wohlschmeckendes Positives, aber auch irgendwie Nichtssagendes: Im Land der Wahlprogramme, dort, wo man den Sinn des Satzes nach den Sprachfiguren ausrichtet. Und das Ganze dann, im Unterschied zu Thomas Mann, doch irgendwie schlecht klingt:</p>
<p>&#8220;Die Serviceorientierung des Jobcenters muss weiter verbessert und den Bürgerinnen und Bürgern die Sicherheit gegeben werden, hier nicht nur gefordert, sondern auch sinnvoll gefördert zu werden.&#8221;</p>
<p class="MsoNormal">&#8220;Nicht nur Floskeln, sondern auch wohl formulieren!&#8221;, möchte man da rufen&#8230;</p>
<p class="MsoNormal">Ich habe morgen die Qual der Wahl. Ich werde den wählen, der am besten Deutsch kann.</p>
<p class="MsoNormal">Unwort des Tages: Kielerinnen und Kieler.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Aktives, nachhaltiges Phrasendreschen</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/05/08/aktives-nachhaltiges-phrasendreschen/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 May 2008 21:02:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie schön, dass der Mensch fähig ist, zu sprechen. &#8220;Langage&#8221; nannte das der berühmte Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure. Warum auch immer. Das u hat er vielleicht vergessen und uns deswegen ein neues Fachwort beschert&#8230; er war halt Wissenschaftler. Und &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2008/05/08/aktives-nachhaltiges-phrasendreschen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie schön, dass der Mensch fähig ist, zu sprechen. &#8220;Langage&#8221; nannte das der berühmte Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure. Warum auch immer. Das u hat er vielleicht vergessen und uns deswegen ein neues Fachwort beschert&#8230; er war halt Wissenschaftler. Und dazu noch einer, der sich freiwillig mit Linguistik beschäftigte. Solche Menschen ekeln mich geradezu an&#8230;</p>
<p>Glücklicherweise sind die Fieberträume des Saussure nicht Thema dieses Artikels. Es geht vielmehr um  unsere typisch deutsche Angewohnheit, im Bewusstsein unserer eigenen Wichtigkeit sofort und als hätte man einen Schalter umgelegt hochgestochen und sinnentleert daherzufaseln, sobald wir um ein Statement gebeten werden.</p>
<p>Haben Sie schon mal zu Ihrem Geschlechtspartner gesagt: &#8220;Ich trage mich mit dem Gedanken, unsere zwischenmenschliche Beziehung am heutigen Abend auf effektive Weise nachhaltig aktiv zu gestalten&#8221;?  Oder beim Schlachter: &#8220;Zur Befriedigung eines aus dem Instinkt erwachsenen menschlichen Bedürfnisses und zur Ankurbelung und nicht zuletzt auch Aufrechterhaltung des Stoffwechsels, der mich und auch Sie am Leben erhält und in Zukunft erhalten muss, soll, darf und kann, erwerbe ich hiermit zweihundertundneunzig Gramm feinsten Hackfleisches, das vor einiger Zeit aus sowohl Schweine- als auch Rindfleisch zusammengeführt worden ist.&#8221;<span id="more-157"></span></p>
<p>So redet doch keiner! Aber sobald die Leute Abgeordneter im Kreis-, Land- oder Bundestag oder Pressesprecher bei der Wurstwasser AG sind, beim Amt arbeiten (und sei es als Papierschneidemaschinenbediener) oder aus irgend einem anderen Grund im Beruf einen Anzug tragen, fangen sie an, sinnlose Phrasen zu dreschen. Ohne, dass es nötig wäre oder jemandem hilft. Das scheint ganz einfach mit dem Beruf verwoben zu sein. So, als ob es im Arbeitsvertrag eine Klausel gäbe: &#8220;Der Arbeitnehmer hat sich in der Öffentlichkeit möglichst verwaschen, unpräzise und hochgestochen auszudrücken.&#8221;</p>
<p>Achten Sie mal darauf, was die Politiker bei den O-Tönen in den Nachrichten sagen. Achten Sie auf so schöne Worte wie &#8220;nachhaltig&#8221;, &#8220;effektiv&#8221;, &#8220;aktiv&#8221; und &#8220;ergebnisoffen&#8221;.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-200" style="margin-right:10px;" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/cont.jpg?w=300" alt="" width="286" height="159" />Ein wunderschönes Beispiel heute in der Tagesschau. Thema Contergan. Die verantwortliche Firma Grünenthal hat sich dazu durchgerungen, den Opfern des Medikaments die ungeheure Summe von 50 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. O-Ton von Pressesprecherin Annette Fusenig, die so hingebungsvoll lächelte, als ob Contergan ein Aphrodisiakum sei und sie es gerade teste:</p>
<p>&#8220;Unsere Haltung in dem Fall ist ganz <em>eindeutig</em>: Contergan <em>ist </em>und <em>bleibt </em>Teil unserer Firmengeschichte. Das bedeutet für uns, dass wir hier moralische Verantwortung übernehmen und unsere <span style="text-decoration:underline;"><strong><em>freiwillige</em></strong></span> (hier schreit sie fast) Einzahlung von <strong>fünfzig!!!!!!! </strong>(man kann die Ausrufezeichen förmlich hören)<strong> </strong>Millionen Euro ist ein <em>substantieller </em>Beitrag, um die Lebenssituation der Betroffenen <em>nachhaltig </em>und <em>dauerhaft </em>zu verbessern.&#8221;</p>
<p>Politikersprech aus dem Munde einer Frau im besten Alter. Warum tut sie das? Warum redet sie so? Warum sagt sie, die Haltung sei <em>eindeutig</em> ? Hat der Redakteur ihr vorgeworfen, mit gespaltener Zunge zu reden? Warum ist die Verantwortung <em>moralisch</em>? Ist die nicht immer moralisch? Oder gibt es auch unmoralische Verantwortung? Warum ist der Beitrag <em>substantiell</em>?  Wie verbessert man denn eine Situation <em>nachhaltig </em>und <em>dauerhaft</em>?</p>
<p>Das ist, mit Verlaub, Laberkram. Es ist einfach eine schlechte Angewohnheit, die die gute Frau da von den Politikern abgeguckt hat. Und die wiederum setzen auf die Psyche: &#8220;Aktiv gestalten&#8221; klingt einfach besser als &#8220;mitmachen&#8221;, und ein paar eingestreute Worte wie &#8220;substantiell&#8221; und &#8220;effektiv&#8221; machen nun mal den Eindruck, als wäre man unendlich wichtig und hätte ein wachsames Auge auf alle Probleme unseres Landes.</p>
<p>Ich finde ja: Wenn man nichts weiß, sollte man einfach mal die Klappe halten und die nunmehr entstandene  Stille effektiv und auch nachhaltig genießen.</p>
<p>Unwort des Tages: Substantiell.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Jetzt ist es raus: Muslime sind normal!!!!</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 21:52:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Studie]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist kaum zu fassen, mit welch bahnbrechender Erkenntnis die Kollegen von der Onlineredaktion der Deutschen Welle uns heute wieder überraschen. Da wird pompös getitelt: &#8220;Deutsche Muslime nicht radikaler als Nichtmuslime&#8220;. Herzlichen Glückwunsch, kann ich da nur sagen. Was für &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2007/12/21/jetzt-ist-es-raus-muslime-sind-normal/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist kaum zu fassen, mit welch bahnbrechender Erkenntnis die Kollegen von der Onlineredaktion der Deutschen Welle uns heute wieder überraschen. Da wird pompös getitelt: &#8220;<a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3016153,00.html" target="_blank"><b>Deutsche Muslime nicht radikaler als Nichtmuslime</b></a>&#8220;. Herzlichen Glückwunsch, kann ich da nur sagen. Was für ein Wunder. Da muss wohl einer sämtliche Früchte des Baumes der Erkenntnis zunächst geerntet und dann geraucht haben.</p>
<p>Warum, frage ich mich, sollten denn auch Muslime radikaler sein als Deutsche, die einer lustigeren Religion frönen? Will mir hier einer erzählen, das Christentum sei friedlich, oder was?</p>
<p>Die unglaubliche Überschrift der Deutschen Welle verdanken wir einer Studie zur Gewaltbereitschaft deutscher Muslime. Das ist ja schon mal eine äußerst gefährliche Studie, weil sie entweder das Bild zerstören könnte, das erschreckend viele Deutsche von Muslimen zu haben scheinen (nämlich das der langbärtigen, turbanbehaupteten, dunkelhäutigen, gewalttätig dreinblickenden, hageren Gestalten, die eine Kalaschnikow geschultert haben und in ihren Mägen Bomben produzieren, die sie auf Kommando ausscheiden können) oder eben jenes Bild bestätigen und die arme Bevölkerung und besonders Herrn Rolle-Rolle-Schäuble in Panik versetzen könnte.<span id="more-120"></span></p>
<p>Ich rate Ihnen, lieber Leser: Pfeifen Sie alle Studien in den Wind. Zu deutsch: Scheißen sie darauf. Mit Wucht.</p>
<p>&#8220;Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.&#8221; Und dass das auch für Zitate gilt, zeigt die Tatsache, dass dieses Zitat wohl nicht, wie landläufig behauptet, von Winston Churchill stammt. Leider hat wer auch immer diesen Spruch einst absonderte damit Recht. Überlegen Sie mal, wie viele Statistiken oder Studien es gibt. Man ist versucht, ihnen zu glauben, weil es ja Zahlen sind. Es ist Mathematik, also ist es logisch, da kann man ja nichts falsch machen.</p>
<p>Stimmt leider nicht. Gerade neulich wieder, irgendwo in Ostdeutschland (war es Sachsen? Oder Sachsen-Anhalt? Ich verwechsele die beiden immer&#8230; ist ja sowieso dasselbe) &#8211; jährliche Statistik über Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund. Gar plötzlich war die Zahl dieser Straftaten in diesem Jahr um 99,5 Prozent oder so gesunken. Haha, möchte man meinen, die Sachsen haben&#8217;s endlich begriffen. Aber nein &#8211; man hat nur die Kriterien verändert, was nun eine rechtsextreme Straftat ist und was nicht. Wie aussagekräftig ist also diese Studie?</p>
<p>Genau. Man kann damit eine wunderbare Bücherbrennung veranstalten. Das kommt in Sachsen immer besonders gut an.</p>
<p>Die Statistik über die Gewaltbereitschaft der Muslime hat ebenfalls die Aussagekraft eines Dieter-Bohlen-Liedtextes, nämlich keine. Wir erfahren (der Deutschen Welle zufolge), dass deutsche Muslime nicht gewaltbereiter sind als der deutsche Rest. Das hätte ich Ihnen auch sagen können (gratis). Wir erfahren, sogar, &#8220;dass sich Muslime in Deutschland gar nicht so sehr von der nichtsmuslimischen Bevölkerung unterscheiden.&#8221; Noch so eine bahnbrechende Erkenntnis.</p>
<p>Nun wird&#8217;s aber eigenartig: Die taz titelt mit &#8220;<a href="http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/abschied-von-einer-idylle/?src=AR&amp;cHash=d9d82a577f" target="_blank">Abschied von einer Idylle</a>&#8221; und schreibt: &#8220;Eine neue Studie kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, dass junge Muslime auffällig gewaltbereit sind. &#8221;</p>
<p>Ich habe zehn Mal nachgeschaut, beide Quellen beziehen sich tatsächlich auf ein und dieselbe Studie.</p>
<p>Wenn Sie also das nächste Mal in den Nachrichten hören, was für Zahlen gestiegen  oder gesunken sind, wer oder was gerade stagniert oder wo es wieder eine neue Statistik zum Thema &#8220;Wurstsalatproduktion im Todenfelder Land&#8221; gibt, dann seien Sie bitte vorsichtig und führen Sie sich vor Augen,  dass das keine gottgegebenen  Gesetze sind (so wie die zehn Gebote oder die Verfassung der Vereinigten Staaten), sondern dass da ein paar Leute in einem Kabuff sitzen und gegen Honorar etwas Intelligentes aufzuschreiben versuchen.</p>
<p>Quellenkritik nennt man das im historischen Fachjargon. Dürfen Sie aber auch getrost weglassen.</p>
<p>Und was den Umgang mit Muslimen angeht: Schauen Sie doch einfach mal, ob der Muslim Ihnen sympathisch ist, mit dem Sie sich gerade unterhalten. Das ist aussagekräftiger als jede Statistik.</p>
<p>Unwort des Tages: Studie des Bundesinnenministers.</p>
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		<title>SKANDAL! WWF WILL KÜHEN DAS FURZEN VERBIETEN!</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2007/11/18/skandal-wwf-will-kuhen-das-furzen-verbieten/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Nov 2007 21:30:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sagen Sie selbst: Kann ein so friedlich dreinschauendes Tier wie eine handelsübliche Kuh ein Killer sein? Ein Klimakiller gar? Können diese Augen lügen? Der WWF ist jedenfalls davon überzeugt. Von dort erschallen energische Rufe nach einer Emissionssteuer für Landwirte. Dabei &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2007/11/18/skandal-wwf-will-kuhen-das-furzen-verbieten/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left">Sagen Sie selbst: Kann ein so friedlich dreinschauendes Tier wie eine handelsübliche Kuh ein Killer sein? Ein Klimakiller gar? Können diese Augen lügen?</p>
<p>Der WWF ist jedenfalls davon überzeugt. Von dort erschallen energische Rufe nach einer Emissionssteuer für <em>Landwirte. </em></p>
<p>Dabei geht es eigentlich nicht um die Landwirte selbst, sondern um ihre Kühe. Denn die furzen. Und das stinkt. Das stinkt sogar dem WWF, denn Kuhfurz enthält Methan, und Methan wirkt 21 Mal so stark auf die Atmosphäre wie Kohlendioxid. <strong>Kuhfurz stinkt also tatsächlich zum Himmel.  Und zwar so richtig.</strong><span id="more-107"></span></p>
<p>Die Frage ist doch: Was können denn die Kühe dafür? Immerhin enthält auch ein herkömmlicher Menschenfurz Methan, wenn natürlich auch nicht so viel wie ein Kuhfurz.</p>
<p>Ich stelle mir jedoch die Frage, ob es vielleicht ein klein wenig übertrieben sein könnte, die Verdauungsgase von einer Gruppe unschuldiger, milchproduzierender, großäugiger und großeutriger Säugetiere mit einer Steuer zu belegen, weil sie das Klima schädigt. Ich finde das, sagen wir mal, ein wenig eigentümlich.</p>
<p>Es könnte sinnvoller sein, bei der Bekämpfung der Gasemissionen dort anzufangen, wo am meisten Methan und, nebenbei gesagt, auch Kohlendioxid in die Luft gefurzt, geblasen und gesprüht wird, nämlich in den Furzenden Staaten von Amerika. Denn dort nähern sich sogar schon die Menschen vom Gewicht her ihren Kühen an. Und sondern auch annähernd so viel heiße Luft ab. Gelegentlich sogar durch die obere Ladeluke.</p>
<p>Was der WWF nicht weiß: Nicht nur die Kühe geben sich exzessiv der Lust des Methanablassens hin. Nein, auch etwas kleinere, flauschigere Tiere sondern gelegentlich ekelerregende Gase ab. Zumindest verstehe ich so folgende Suchanfrage, die einen verzweifelten Internetsurfer auf das Blog vom Kollegen <a href="http://konna.pytalhost.de" target="_blank">Konna </a>führte:</p>
<p><em>&#8220;Meine Katze furzt und stinkt was tun?&#8221;</em></p>
<p>Da hilft nur beten.</p>
<p>Oder mal kräftig gegenanstinken. Katzen sind lernfähig.</p>
<p>Unwort des Tages: Furz.</p>
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		</item>
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		<title>Alle Jahre wieder kommt das Mehdornkind auf die Kunden nieder&#8230;</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2007/09/25/alle-jahre-wieder-kommt-das-mehdornkind-auf-die-kunden-nieder/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 14:04:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fahrpreiserhöhung]]></category>
		<category><![CDATA[Mehdorn]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; und zieht ihnen das Geld mit Wucht aus der Tasche: Endlich wird das Bahnfahren wieder teurer. Mir war schon ganz langweilig &#8211; schließlich gab es seit einem dreiviertel Jahr keine Erhöhung der Fahrpreise mehr. Um durchschnittlich 2,9 Prozent sollen &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2007/09/25/alle-jahre-wieder-kommt-das-mehdornkind-auf-die-kunden-nieder/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; und zieht ihnen das Geld mit Wucht aus der Tasche: Endlich wird das Bahnfahren wieder teurer. Mir war schon ganz langweilig &#8211; schließlich gab es seit einem dreiviertel Jahr keine Erhöhung der Fahrpreise mehr.</p>
<p>Um durchschnittlich 2,9 Prozent sollen die Preise im Nah- und Fernverkehr nun steigen, heißt es heute. Auch Bahncards und Sitzplatzreservierungen sollen teurer werden.</p>
<p>Eigentlich lohnt es sich nicht wirklich, sich darüber aufzuregen, denn dann würde man seine Gesundheit ernsthaft gefährden &#8211; schließlich hat die Bahn in den letzten Jahren JEDES Jahr die Preise erhöht.</p>
<p>Natürlich seien die Energie- und Personalkosten wieder gestiegen. Das mag ja auch sein. Nur sollten die Bahnpreismacher, wer immer sie auch sein mögen, sich einmal vor Augen halten, wie teuer Bahnfahren jetzt schon ist. Und es ist, im Vergleich mit dem europäischen Ausland, exorbitant teuer. Da hilft auch ein Labyrinth von Spartarifen nichts, das erwiesenermaßen nicht mal Bahnangestellte jemals verstanden haben.</p>
<p>Seien wir realistisch: Die Bahn kommt zwar meistens pünktlich, gelegentlich aber auch mal überhaupt nicht. Das Personal ist in der Regel gleichgültig bis unfreundlich, die Züge laut, stinkig, schmutzig und heruntergekommen. Und trotzdem ist Bahnfahren unglaublich teuer und in den meisten Fällen im direkten Vergleich zum Auto oder gar dem Flugzeug nicht im geringsten konkurrenzfähig.</p>
<p>Ich stand neulich vor der Entscheidung, wie ich nach Stuttgart reise. Ich habe mich über die Bahntarife informiert und bin fast vom Stuhl gefallen: Eine achteinhalbstündige Bahnfahrt nach Stuttgart hätte mich 119 Euro gekostet. One way.</p>
<p>Mein einstündiger Flug, den ich dann gebucht habe, kostet 100 Euro. Hin und zurück.</p>
<p>Noch Fragen, Herr Mehdorn?</p>
<p>Und jetzt kommen Sie mir nicht mit der Umwelt. Ich würde ja auch liebend gern Bahn fahren und meinetwegen auch die paar Stunden zusätzliche Reisezeit in Kauf nehmen, aber<em> for heaven&#8217;s sake</em> nicht dann, wenn ich dafür auch noch doppelt so viel bezahlen muss. Und das <strong>vor </strong>der diesjährigen Preiserhöhung. Tut mir ja leid für die Umwelt, aber ich bin kein Krösus.</p>
<p>Alle reden sie davon, den Verkehr auf die Schiene verlagern zu wollen. Und gleichzeitig geht es um die Privatisierung der Bahn, was das Streben nach geilen Bilanzen und damit Preiserhöhungen zur Folge hat. Das ist genauso schwachsinnig wie Studiengebühren einzuführen, um damit mehr Menschen zum Studieren bewegen zu wollen.</p>
<p>Logik scheint nicht die Stärke der Entscheider in dieser Bundesrepublik zu sein. Schade eigentlich.</p>
<p>Unwort des Tages: Die Bahn.</p>
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		</item>
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		<title>Der Herr Beck hat eine Erleuchtung.</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2007/08/25/der-herr-beck-hat-eine-erleuchtung/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Aug 2007 17:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Herr Beck hatte eine Idee. Die SPD, deren Chef der Herr Beck ist, liegt nämlich zur Zeit in einem historischen Umfragetief. Ob das an Angela Merkels unerwartet lustigem Regierungsstil oder an der Tatsache liegt, dass die Deutschen nach 16 &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2007/08/25/der-herr-beck-hat-eine-erleuchtung/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Herr Beck hatte eine Idee. Die SPD, deren Chef der Herr Beck ist, liegt nämlich zur Zeit in einem historischen Umfragetief. Ob das an Angela Merkels unerwartet lustigem Regierungsstil oder an der Tatsache liegt, dass die Deutschen nach 16 Jahren Kohl einfach keinen Dicken mehr als Kanzler wollen, sei dahingestellt. Um aus diesem Umfragetief wieder herauszukommen, braucht die SPD ein ganz tolles Thema. Zum Beispiel den Mindestlohn. Der ist aber inzwischen auch ein bisschen durchgekaut, schließlich geistert er schon lange durch Politik und Medien und macht die CDU ganz wuschig. Etwas Neues musste her, dachte sich der Herr Beck, und da hatte er die Idee:</p>
<p>Die <em>Wehrpflicht</em>. Die muss weg.<span id="more-51"></span></p>
<p>Als die SPD mit der CDU in Koalitionsverhandlungen stand, da waren die Genossen noch anderer Meinung. Schließlich waren da die Umfragewerte auch nicht so schlecht wie jetzt. Im Koalitionsvertrag steht dann auch nichts von einer Abschaffung der Wehrpflicht. Denn das wäre ja auch mit der militanten, Verzeihung, mit der das Vaterland tapfer verteidigenden CDU nicht zu machen gewesen.</p>
<p>Natürlich spricht Herr Beck jetzt auch nicht von einer Abschaffung der Wehrpflicht, denn das wäre ja dann auch ein offener Bruch des Koalitionsvertrages. Und das geht ja nun gar nicht. Nein, der Herr Beck hat aus den Tiefen seines Körpers den Sinn für die Diplomatie ausgegraben und plädiert nun öffentlichkeitswirksam für eine freiwillige Wehrpflicht. Und das geht so: Es sollen nur noch diejenigen Wehrfähigen eingezogen werden, die das auch wollen. Der Rest kann tun und lassen, was er will. Der Vorteil: Es bedarf keiner Verfassungsänderung.</p>
<p>Die Bevölkerung findet&#8217;s gut, sagen die Umfragen. Die Bundeswehr nicht, sagt der Bundeswehrverband. Das habe nichts mit Wehrgerechtigkeit zu tun, heißt es da.</p>
<p>Dass das derzeitige System so weit von Wehrgerechtigkeit entfernt ist wie Herr Beck von einer Karriere als Balletttänzerin, verschweigt man dort natürlich. Ganz ganz ganz ganz vorsichtige, weil offizielle Schätzungen besagen, dass derzeit <em>50% der Wehrfähigen</em> (exclusive Kriegsdienstverweigerer, wohlgemerkt) eingezogen werden. Man darf davon ausgehen, dass es tatsächlich deutlich weniger sind. Denn Wehrdienst kostet Geld. Und zwar eine Menge. Wer also von Anfang an weiß, dass er Zivildienst machen will und das der Bundeswehr bei der Musterung auch sagt, der wird eingezogen und muss Zivildienst machen. Die anderen habe eine große Chance, entweder gleich ausgemustert zu werden oder von der Bundeswehr nach der Musterung nie wieder zu hören. So geht das schon seit Jahren, und von Jahr zu Jahr werden prozentual gesehen weniger junge Männer eingezogen. Wehrgerechtigkeit ist also schon seit Jahrzehnten eine Utopie, die nichtsdestotrotz immer wieder zur Verteidigung der Wehrpflicht angeführt wurde und wird.</p>
<p>Becks Vorschlag schlug bei der CDU ein wie eine Bombe, man pocht dort reflexartig auf den Koalitionsvertrag. Was da drin steht, müsse ja gelten.</p>
<p>Der Wehrbeauftragte des Bundestages, ein Mensch mit dem lustig-arktischen Namen Reinhold Robbe, spricht sich ebenfalls für eine Beibehaltung der Wehrpflicht aus: Alles andere sei doch zu teuer. Das zeigten ja Erfahrungen in anderen Ländern wie Italien, Frankreich und Spanien (an dieser Stelle wird ausnahmsweise mal nicht Finnland als Beispiel genannt &#8211; kein Wunder, es ist sind ja auch Negativbeispiele&#8230;). Und sowieso: &#8220;Millionen von Männern haben Wehrdienst geleistet. Ich finde, der Wehrdienst ist der Kitt des gesellschaftlichen Solidarsystems.&#8221;¹</p>
<p>Schade, dass ich in der Presse keine Begründung für diesen letzten Satz finden kann, sie würde mich ernsthaft interessieren. Ich frage mich, was die Gesellschaft davon hat, wenn einige junge Männer, statt ins Berufsleben einzusteigen, Gehorsam und Geballer beigebracht bekommen. Vielleicht mit einem kleinen Seitenblick auf die Killerspiel-Diskussion wage ich mal zu behaupten: Es könnte sogar kontraproduktiv sein.</p>
<p>Die Wehrpflicht ist ein Auslaufmodell. Ein teures, unsinniges Auslaufmodell, das unnötigerweise einige junge Männer 9 Monate ihres Lebens kostet. Diese Erkenntnis hat sich schon in vielen Staaten dieser Erde ausgebreitet &#8211; nur bei uns wissen es mal wieder nur die Menschen auf der Straße, nicht aber die Menschen auf den gemütlichen blauen Stühlen im Bundestag. Mal sehen, wie lange es dauert, bis die das auch erkennen.</p>
<p>Vielleicht klappt&#8217;s ja wirklich und Herr Beck geht mit diesem seinem Vorschlag in den Bundestagswahlkampf 2009. Das tut er aber nur dann, wenn die SPD dann immer noch schlechte Umfragewerte hat. Denn darum geht&#8217;s. Es geht ja nicht etwa um die Gerechtigkeit.</p>
<p>Unwort des Tages: Gehorsam.</p>
<p>&#8212;&#8212;</p>
<p>¹ zitiert nach <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E995E1B0FE6614EBA8175E459FF064A60~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">faz.net</a></p>
<address> </address>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fußballfans in Ekstase: Endlich ein Sieg für Pauli&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jul 2007 21:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; zumindest ist das der bescheidene Plan der rothaarigen Stimmungskanone aus Bayern. Sie wissen, von wem ich rede, oder? Die Frau Pauli, die Anfang diesen Jahres den Rhetor des Jahrhunderts zum Quasi-Abdanken gewissermaßen fast schon beinahe gezwungen hat? Die Frau &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2007/07/15/fusballfans-in-exstase-endlich-ein-sieg-fur-pauli/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; zumindest ist das der bescheidene Plan der rothaarigen Stimmungskanone aus Bayern. Sie wissen, von wem ich rede, oder? Die Frau Pauli, die Anfang diesen Jahres den Rhetor des Jahrhunderts zum Quasi-Abdanken gewissermaßen fast schon beinahe gezwungen hat? Die Frau Pauli, die sich danach effektvoll die Lederhandschuhe überstreifte (auch über Regionen ihres Körpers, wo Handschuhe normalerweise nicht hingehören) und dabei auch noch fotografiert wurde? Natürlich war das alles so nicht beabsichtigt&#8230;</p>
<p>Dass bei einer solchen unequemen Politikerin sämtliche Herzkatheter und künstliche Knie- und Hüftgelenke der etablierten CSU-Männer unkontrolliert zu zucken anfangen, kann man sich denken. Von dieser Frau geht eine nicht unerhebliche Gefahr für die CSU-Führung aus, das hat man sogar dort schon verstanden.<span id="more-43"></span></p>
<p>Aber ich bin wieder zu schnell.</p>
<p>Also, die Frau Pauli kandidiert jetzt in ihrem charaktereigenen Größenwahn für den Parteivorsitz der CSU (aus irgendeinem Grund scheint dieses Amt für sie also erstrebenswert zu sein). Sie müsste wissen, dass sie keine Chance hat. Wahrscheinlich weiß sie es auch. Wenn nicht, ist sie in der richtigen Partei gelandet.</p>
<p>Es geht ihr aber um ein Signal. Ach, was sag&#8217; ich. Ein <em>Fanal</em>, gewissermaßen ein Hallo-Wach-Ruf für die, ähh, anderen Kräfte in der CSU. Zum Beispiel die weiblichen Kräfte, die ja in der CSU traditionell ausgeklammert werden (wegen des fortschrittlichen Frauenbildes nach Prof. E. Herman, &#8220;Frau gehört insgeheim ins Heim an den Herd&#8221;, Stuttgart 2006, Verlag Schronk &amp; Borst). Oder die Linken.</p>
<p>Übrigens ein gutes Beispiel für das Stilmittel des Paradoxons: Die Linken aus der CSU.</p>
<p>Oder die, die das alte Stoiber-Huber-Beckstein-Seehofer-Geklüngel satt haben. Wenn Pauli die tatsächlich alle hinter sich vereinen könnte, dann würde sie stante pede zur Vorsitzenden gewählt. Das Problem ist, dass nur CSU-Mitglieder stimmberechtigt sind. Daher gestaltet sich das doch etwas schwieriger&#8230;</p>
<p>Nun gut, Frau Pauli hat also trotz meiner Eyecatcher-Überschrift zwar nicht gewonnen und wird es wohl auch nicht tun, aber immerhin war sie mal in den Medien. Bundesweit. Und ziemlich lange. Und vor allem hat sie uns vor noch mehr Jahren Stoiber bewahrt.</p>
<p>Es könnte sein, dass die gute Frau Pauli nach Ihrer Wahlniederlage im September in der Versenkung verschwindet. Oder zur SPD wechselt, was in diesen Zeiten auf dasselbe hinauskommt. Oder zu den Grünen.</p>
<p>Die haben aber schon eine militante Rothaarige, die sich gern in den Mittelpunkt stellt. Vielleicht kann Frau Pauli Frau Roth ja ablösen. Wenn das ginge, wäre ich Frau, ähh froh.</p>
<p>Genug gemeckert. Lassen wir doch im September einfach die CSUler wählen und schauen uns an, wer obsiegt.</p>
<p>Und dann kümmern wir uns um wichtigere Dinge. Ich habe zum Beispiel immer noch Tauben im Garten.</p>
<p>So eine Rothaarige ist doch bestimmt eine gute Vogelscheuche&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: Pauli.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Skandal! Köhler will Wahl!</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jun 2007 15:35:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[Unübersehbar]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun ist Sabine Christiansen von uns gegangen. Aber nicht für lange, sie kommt nämlich wieder, 2008 in der ARD. Und dieses Jahr schon auf CNBC &#8211; wirklich sicher sind wir vor ihr also noch nicht. Interessantester, weil einziger Gast in &#8230; <a href="http://www.das-unwort.de/2007/06/26/skandal-kohler-will-wahl/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist Sabine Christiansen von uns gegangen. Aber nicht für lange, sie kommt nämlich wieder, 2008 in der ARD. Und dieses Jahr schon auf CNBC &#8211; wirklich sicher sind wir vor ihr also noch nicht.</p>
<p>Interessantester, weil einziger Gast in der letzten Sendung von Frau Christiansen am letzten Sonntag war Bundespräsident Horst Köhler. Der hat natürlich sehr viel erzählt, schließlich ist er Politiker. Er hat viel über sich erzählt und auch darüber, wie toll Frau Christiansen ist, aber er hat noch etwas viel Wichtigeres gesagt: &#8220;<span class="p">Ich glaube, dass es kein schlechtes Modell wäre, den Bundespräsidenten direkt zu wählen</span>&#8220;.</p>
<p>Das ist neu, das ist innovativ, das ist <em>shocking!</em> Die Koalition war <em>not amused</em>. Das werte doch den Präsidenten nur auf, meinte man dort. Das Volk gewönne den Eindruck, &#8220;<span class="p">dass der Bundespräsident erhebliche administrative Macht und Einfluss hätte, den er nach der Verfassung nicht hat</span>&#8220;, knurrte Christian &#8220;Wuffi&#8221; Wulff, seines Zeichens Minister<em>präsident</em> Niedersachsens.</p>
<p><span class="p">Gewohnt eloquent meldete sich die grüne Roth zu Wort: &#8220;Bei der Präsidentenwahl würde ich das bisherige Modell für richtig halten. Das ist unser Beschluss.&#8221; Wessen Beschluss? Waren die Grünen 1949 dabei, als das Grundgesetz ausgearbeitet wurde? Oder wie? </span></p>
<p>Egal. Es geht hier ja nicht um die Grünen.</p>
<p>Ja, worum geht es eigentlich? Wenn diese Frage in einem politischen Zusammenhang gestellt wird, kann man in 65% der Fälle antworten (in Fragen, die das deutsch-polnische Verhältnis betreffen, sind es sogar 100%): <em>Um den Nationalsozialismus.</em></p>
<p>Nachdem Adolf sich endlich selbst beseitigt und das noch nicht existente Deutschland die ersten Besatzungsjahre und eine kleine Währungsreform überstanden hatte, machte man sich mit Zustimmung von 3/4 der Alliierten daran, eine Verfassung zu erarbeiten. Die nannte man allerdings Grundgesetz, weil sie ja keine Verfassung sein sollte (die sollte es erst in einem vereinigten Deutschland geben). Die Väter und Mütter des Grundgesetzes setzten sich also zusammen und erdachten eine Verfassung, die die oft zitierten <em>Lehren aus Weimar</em> ziehen sollte.</p>
<p>Die Weimarer Verfassung scheiterte nämlich unter anderem an der immensen Machtfülle des Reichspräsidenten (der konnte nämlich zum Beispiel ganz alleine kreative Gesetze erlassen). Das Staatsoberhaupt des neuen Deutschland, da war man sich einig, dürfe auf keinen Fall eine solche Macht besitzen. Deswegen erleichterte man dieses Amt <strong>radikal</strong> um viele Befugnisse und bestimmte, dass der Bundespräsident, denn so sollte er fortan heißen, von der Bundesversammlung gewählt werden soll &#8211; auf keinen Fall vom Volk, so wie <strong>Reichspräsident Hindenburg </strong>oder gar, Vorsicht jetzt, <strong>Hitler!</strong></p>
<p>Das ist der Grund dafür, dass unser Staatsoberhaupt zwar unser Staatsoberhaupt ist, aber nicht viel mehr tun darf als warnend den runzligen Zeigefinger in die Fernsehkameras zu halten und an irgendwen aus irgendeinem Grunde zu appellieren oder Orden zu verleihen oder Geld nach Afrika zu schicken oder oder oder&#8230;</p>
<p>Das ist ja auch in Ordnung so, schließlich hat das auch einen geschichtlichen Hintergrund. Präsidiale Republiken wie Frankreich oder die USA stehen vielleicht auf einer fiktiven Demokratieskala nicht ganz so hoch wie unser tolles föderales System.</p>
<p>Wäre aber eine Direktwahl des Präsidenten nicht wünschenswert? Würde sie vielleicht dazu führen, dass die Politikverdrossenheit ein wenig nachlässt? Denn momentan ist das Interesse am Bundespräsidenten denkbar gering &#8211; wie sollte es auch anders sein?</p>
<p>Schaden kann eine Direktwahl eigentlich nicht, denn der Bundespräsident wäre nicht auf einmal potenter als vorher.</p>
<p>Na immerhin hat der Herr Köhler nun eine Diskussion losgetreten, auch wenn absehbar ist, dass diese wie so oft zu keinem Ergebnis führt. Oder aber zu dem Ergebnis: Status quo.</p>
<p>Und damit meine ich nicht die Band.</p>
<p>Unwort des Tages: Bundesversammlung.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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