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	<title>Das Unwort &#187; Unparteiisch</title>
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	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
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		<title>Sollen euch doch die Katholen holen!</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 21:10:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ungläubig]]></category>
		<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt ja viele Momente, in denen man sich fragt: &#8220;Haben die eigentlich noch alle Latten am Zaun?&#8221; Meistens sind mit &#8220;die&#8221; Politiker gemeint. Oder Taliban(1). Oder Manager(2). Neuerdings jedoch drängt sich die Frage auf: Gibt es noch Priester in der katholischen Kirche, die keine pädophilen Gewalttäter sind? Natürlich ist das leicht übertrieben. Und natürlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ja viele Momente, in denen man sich fragt: &#8220;Haben die eigentlich noch alle Latten am Zaun?&#8221; Meistens sind mit &#8220;<em>die</em>&#8221; Politiker gemeint. Oder Taliban<sup>(1)</sup>. Oder Manager<sup>(2)</sup>. Neuerdings jedoch drängt sich die Frage auf: Gibt es noch Priester in der katholischen Kirche, die <em>keine </em>pädophilen Gewalttäter sind?</p>
<p>Natürlich ist das leicht übertrieben. Und natürlich ist unser Blick durch die ach so bösen Medien getrübt. Das wird sich aber in Windeseile wieder ändern &#8211; spätestens, sobald eine neue Form der Vogelgrippe auftritt oder noch irgendein Staatsoberhaupt es fertigbringt, mit einem beliebigen Verkehrsmittel tödlich zu verunglücken.</p>
<p>Lasset mich aber eines sagen: Es ist schon sehr auffällig. Es ist schon <em>sehr </em>auffällig, wie und wie oft die schwarzen Schäfchen aus der katholischen Priesterschaft ihre Latten einsetzen.</p>
<p>Auffällig ist auch, dass sich der Vatikan heute genötigt sah, etwas klarzustellen, was jedem auch nur halbwegs vernünftig denkenden Menschen klar sein sollte: Kindesmissbrauch muss angezeigt werden.</p>
<p>Das ist ganz offensichtlich in der Kirche so bisher nicht praktiziert worden. Man möge sich das auf der Zunge zergehen lassen: Vergriff sich ein Priester an einem Kind, musste er nicht zwangsläufig damit rechnen, hinter Gitter zu kommen, weil sein Bischof den Deckel auf der Angelegenheit ließ.</p>
<p>Kombiniert man dies mit den Geschichten, die wir aus dem Vatikan schon kennen<sup>(3)</sup> und mit der Tatsache, dass sich Papst und Anhang noch immer beharrlich weigern, über die Abschaffung des Zölibats auch nur zu reden, oder gar über irgendeine effektive Annäherung an die Protestanten jeglicher Art, dann kommt man zu der Erkenntnis: <em>Ja</em>, der Zaun im Vatikan hat verdächtig wenig Latten. Modernisierung ist aber nicht in Sicht. Da mag der Papst noch so mildtätig lächeln.</p>
<p>Vielleicht braucht es ja noch ein paar Hundert Jahre, bis die katholische Kirche begreift, was um sie herum in der Welt geschieht. Oder noch länger. Vielleicht können ja alle Katholiken mal eine Runde beten &#8211; auf dass ihre geistlichen Führer erleuchtet werden. Bis dahin haben Eltern immerhin eine funktionierende Abschreckung, wenn die Kinder mal wieder nicht so wollen, wie sie sollen: &#8220;Jetzt esst aber eure Suppe, sonst kommen euch die Katholen holen!&#8221;</p>
<p>Unwort des Tages: Barmherzigkeit.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1084" class="footnote">Das sind auch Politiker, nur halt mit anderen Klamotten an</li><li id="footnote_1_1084" class="footnote">Das sind auch Taliban, nur halt mit anderen Klamotten an</li><li id="footnote_2_1084" class="footnote">Geschichten, in denen es um Holocaust-Leugner geht&#8230; oder um Kondomeinsatz bei HIV-Positiven&#8230;</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Die Welt steht Kopf &#8211; ein Rundumschlag</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 17:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[AP]]></category>
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		<description><![CDATA[Man darf die Welt wirklich keine zwei Sekunden aus den Augen lassen: Kaum habe ich mal einige Wochen keine Zeit, um mich ausführlich und gewohnt kritisch mit den Ereignissen unserer schönen Bundesrepublik zu beschäftigen und dadurch gleichsam einen unglaublichen Einfluss auf die tägliche Politik auszuüben, da drehen alle total durch. Ein Rundumschlag: Die FDP setzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man darf die Welt wirklich keine zwei Sekunden aus den Augen lassen: Kaum habe ich mal einige Wochen keine Zeit, um mich ausführlich und gewohnt kritisch mit den Ereignissen unserer schönen Bundesrepublik zu beschäftigen und dadurch gleichsam einen unglaublichen Einfluss auf die tägliche Politik auszuüben, da drehen alle total durch. Ein Rundumschlag:<span id="more-1031"></span></p>
<p>Die FDP setzt sich mit ihrer wahnwitzigen Idee durch, Hotelübernachtungen in Zukunft weniger zu besteuern. Weil das ja die Wirtschaft ankurbelt. Gilt aber nicht für das Frühstück, ist ja klar. Die Führungsriege der FDP scheint sich in einer rituellen Handlung den Hotel-Lobbyisten unterworfen zu haben. Aber das ist ja nichts Neues, denn wir Harry Potter-Fans wissen schon lange, dass man bei der Aufnahme in die FDP dem <a href="http://harrypotter.fassbar.de/?t=spells&amp;s=imperio" target="_blank">Imperius-Fluch</a> der Wirtschaftslobby unterworfen wird.</p>
<p>Das ZDF setzt seinen Chefredakteur Nikolaus Brender tatsächlich vor die Tür<sup>(1)</sup> und beraubt sich damit ganz offiziell seiner Unabhängigkeit. Chinesische Verhältnisse mitten in Europa. Schon komisch, irgendwie.<br />
Nachfolger ist, seit heute ganz offiziell, aber eigentlich schon vorher offensichtlich: Peter Frey. Aber das interessiert ohnehin keinen – Hauptsache, der Brender ist weg. Warum, weiß schon niemand mehr und darum scheint es auch nicht zu gehen. Hauptsache mitbestimmen. Womit bewiesen wäre: Es reicht auch schon ein Koch, um den Brei zu verderben.</p>
<p>Verkehrte Welt in Afghanistan: Der Herr Klein von der Bundeswehr will zwei von den Taliban entführte Tanklaster zerbomben lassen. Die Amerikaner fragen drei Mal nach: „Willst du das wirklich? Sollen wir nicht vielleicht erstmal warnen…?“<br />
Der Deutsche sagt: „Scheiß auf die Warnung, ich will Bomben sehen!“<br />
Die Amis tun wie befohlen. Viele Tote Zivilisten und große Verwirrung in Deutschland sind die Folge. Und ich dachte immer, die Amis sind die, die erst schießen und dann fragen…<br />
Die Kollegen von der Nachrichtenagentur AP sind am Nikolaustag wohl mit der Rute verprügelt worden und waren deswegen ein wenig durcheinander &#8211; anders ist folgender Satz in einer Meldung vom 6.12. nicht erklärbar:</p>
<blockquote><p>Außenministerin Hillary Rodham Clinton betonte in einem Interview, es sei zwar wichtig, Obama und andere Al-Kaida-Führer entweder zu fangen oder zu töten. Aber obwohl dies noch nicht gelungen sei, gebe es «enorme Fortschritte» im Kampf gegen den Terrorismus, sagte Clinton am Sonntag im Sender NBC.</p></blockquote>
<p>Vielleicht hegt Hillary ja tatsächlich noch etwas Groll gegen ihren Chef, weil er sie in den Vorwahlen geschlagen hat – ich bezweifle aber, dass sie im amerikanischen Fernsehen fordern würde, Obama kaltzumachen.<br />
Die Erkenntnis schlug dann auch irgendwann bei AP ein und man kabelte einige Stunden später noch eine kurze Richtigstellung an die Redaktionen. So viel Ordnung muss sein.<br />
Aus lauter Verzweiflung über diesen Fehler hat die deutsche AP sich dann selbst an die Konkurrenzagentur ddp verkauft. Sicher ist sicher.</p>
<p>Deutschlands Studenten drehen vollends am Rad und besetzen ihre eigenen Hörsäle. Der Geist der 68er weht durch die Unis, antik anmutender linker Muff und Endlos-Diskutieren inklusive. Und Hochschulrektorenchefin Wintermantel meint: Die Studenten sollen sich warm anziehen, denn sie tun Illegales. Und überhaupt ist Bachelor doch gar nicht schlimm, wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat.<br />
Die Politik findet es gut, was die Studenten tun:<br />
Richtig so, sagt Frau Schavan vom Bund. Aber: Die Länder seien Schuld und auch die Hochschulen.<br />
Richtig so, findet Herr Zöllner aus Berlin. Aber: Der Bund sei Schuld und auch die Hochschulen.<br />
Richtig so, meinen auch die Hochschulrektoren. Aber: Der Bund sei Schuld, die Länder, die Finanzkrise sowieso und auch die Vorsehung.<br />
Tja. Dann müssen wir die Zustände an den Unis also als gottgegeben hinnehmen. Oder was?</p>
<p>Die Welt steht Kopf! Man muss nur aus der richtigen Perspektive draufschauen.</p>
<p>Unwort des Tages: Potpourri.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1031" class="footnote">Ich erinnere an meinen <a href="http://www.das-unwort.de/2009/02/26/klungel-koch-mobbt-brillen-brender/" target="_blank">Beitrag vom 26. Februar</a></li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Wahlkampf, oder was?</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/08/25/wahlkampf-oder-was/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 17:18:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzte Bundestagswahl ist ja nun schon ein wenig her. Ich meine mich aber zu erinnern, dass es anno 2005 einen kontroverseren Wahlkampf gab als jetzt. Will sagen: Immerhin gab es einen. Wie sagte SPD-Obermeier Frank-Walter gestern so schön (in jedes Mikrofon, das man ihm hinhielt, und es waren viele): Er fühle sich wie ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_965" class="wp-caption alignleft" style="width: 263px"><img class="size-full wp-image-965" title="Kalte Himbeer-Progression / Foto: Thommy Weiss, &lt;a href=" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/08/himbeer.jpg" alt="Kalte Himbeer-Progression / Foto: Thommy Weiss, &lt;a href=" width="253" height="250" /><p class="wp-caption-text">Kalte Himbeer-Progression / Foto: Thommy Weiss, pixelio.de</p></div>
<p>Die letzte Bundestagswahl ist ja nun schon ein wenig her. Ich meine mich aber zu erinnern, dass es anno 2005 einen kontroverseren Wahlkampf gab als jetzt. Will sagen: Immerhin gab es einen.</p>
<p>Wie sagte SPD-Obermeier Frank-Walter gestern so schön (in jedes Mikrofon, das man ihm hinhielt, und es waren viele): Er fühle sich wie ein Marathonläufer. Er sei schon mal losgelaufen, aber die anderen kommen nicht hinterher.</p>
<p>Tatsächlich hat Angela augenscheinlich gerade keine Lust auf Wahlkampf. Sie tritt zwar gelegentlich mal irgendwo auf und brüllt Pathetisches ins Mikrofon (&#8220;Wir müssen die kalte Progression bekämpfen&#8230;!&#8221;<sup>(1)</sup> ). Aber konkret wird sie nie.</p>
<p>Und sonst macht auch keiner mit bei Steinmeiers Wahlkampf-Marathon. Beim gelben Guido klingt sowieso alles nach Wahlkampf, und das schon seit Jahren. Die Grünen haben noch kein zündendes Thema gefunden. Die Linken konzentrieren sich gerade auf die Landtagswahlen im Saarland und Thüringen und weiß der Geier wo noch überall. Pauli ist mit Selbst-Demontage beschäftigt. Und die Piraten werden außerhalb des Internets entweder nicht wahrgenommen oder belächelt. Der einzige, der kämpft, ist Steinmeier. Das wirkt reichlich bemüht.</p>
<p>Aber es ist ja auch noch ein bisschen Zeit bis zur Wahl. Vielleicht braucht Angies CDU dieses Jahr einfach ein bisschen länger. Man wird ja auch nicht jünger.</p>
<p>Unwort des Tages: Marathon.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_960" class="footnote">Das klingt ein wenig wie eine delikate Nachspeise. &#8220;Zum Dessert reichen wir heute kalte Himbeer-Progression an Pleiten-Parfait. Wünsche guten Appetit.&#8221;</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Magnus macht Mahmud Mut und die Grenzen des Internets</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/08/05/magnus-macht-mahmud-mut-und-die-grenzen-des-internets/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 19:50:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich mag die EU Mahmud Ahmadinedschad nicht. Nicht nur, weil er mehrmals laut und recht detailliert über die Vorteile einer Auslöschung Israels nachgedacht hat, sondern auch, weil Mahmud wohl nur deshalb als iranischer Präsident wiedergewählt wurde, weil er sich mit den wirklichen Machthabern im Iran(1) so gut versteht. Und die Machthaber verstehen sich ganz ausgezeichnet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich mag die EU Mahmud Ahmadinedschad nicht. Nicht nur, weil er mehrmals laut und recht detailliert über die Vorteile einer Auslöschung Israels nachgedacht hat, sondern auch, weil Mahmud wohl nur deshalb als iranischer Präsident wiedergewählt wurde, weil er sich mit den wirklichen Machthabern im Iran<sup>(1)</sup> so gut versteht. Und die Machthaber verstehen sich ganz ausgezeichnet mit der lokalen Polizei. Nein, was ein Zufall.</p>
<p>Derlei Zweifel über Mahmuds demokratische Gesinnung sind also durchaus angebracht und nachvollziehbar. Betrachtet man nun noch die Tatsache, dass er wohl auch noch heimlich nachts unter seinem Bett an einer Atombombe bastelt<sup>(2)</sup>, kommt man unweigerlich zu dem Schluss: Mahmud, du bist ein ganz und gar ungerechter Mensch. Ein Bösling. Ein garstiger Geselle. Mit Bart. <span id="more-931"></span></p>
<p>Ahmadinedschad hat also international einen ziemlich beschissenen Ruf. Wirklich mögen tut ihn niemand. Auch und besonders die EU nicht: Wütender Protest regte sich in Brüssel und den europäischen Hauptstädten, als die Contra-Ahmadinedschad-Bewegung, oder das, was eine solche hätte werden können, in Teheran niedergeknüppelt wurde.<sup>(3)</sup></p>
<p>Heute wurde Mahmud mal wieder als iranischer Präsident vereidigt. Eine Veranstaltung, an der normalerweise die hochrangigsten im Lande vertretenen Repräsentanten derjenigen Staaten teilnehmen, mit denen man diplomatische Beziehungen unterhält. Im Iran, so möchte man denken, würden die Botschafter der EU natürlich nicht kommen, um ein Signal zu setzen. Solidarität. Politischer Druck. Und so.</p>
<p>Nun stellt sich die Frage, was dann der schwedische Botschafter Magnus Wernstedt bei Mahmuds pompöser Zeremonie zu suchen hatte. Schweden hat momentan die Ratspräsidentschaft der EU inne &#8211; Magnus&#8217; Anwesenheit kann Mahmud also, wenn er will &#8211; und er will! &#8211; gehörig missverstehen. Nämlich als positives Zeichen aus der EU: &#8220;Mach mal so weiter. Wir finden&#8217;s doof, aber mach mal.&#8221; Denn einige andere EU-Staaten schickten ebenfalls ihre Botschafter.</p>
<p>Warum dies?</p>
<p>Frustrierenderweise ist genau dies Realpolitik. In den letzten Wochen wurde über den &#8220;Widerstand&#8221; im Iran viel geschrieben, gelabert und gesendet. Doch wird es im Iran keine Wende geben: Ahmadinedschad sitzt zu fest im Sattel, als dass die EU einen Bruch mit ihm riskieren könnte oder wollte. Genau dies haben die EU-Staaten heute, ob gewollt oder nicht, anerkannt. Sie werden von ihrem Konfliktkurs der letzten Wochen und Monate abrücken. Und im Iran wird alles so bleiben wie gehabt.</p>
<p>An diesem kleinen Beispiel lassen sich sehr anschaulich die Grenzen des Internets aufzeigen, von denen einige behaupten, dass es sie gar nicht gibt. Solidarisierungsaktionen von Twitter bis sonstwo haben der Demokratiebewegung im Iran augenscheinlich wenig bis gar nichts gebracht. Inzwischen interessiert das aber auch niemanden mehr &#8211; das Thema ist längst tot und in der Netzgemeinde der Schweinegrippe, Ullas Dienstwagen, der Bundesliga oder Lady Gagas Penis gewichen. Das Internet ist eben schnelllebig &#8211; ob nun für einen guten Zweck oder nicht.</p>
<p>Oder erinnert sich noch jemand an die Aktion <a href="http://www.free-burma.org" target="_blank">&#8220;Blogger für ein freies Burma&#8221;</a> von 2007? Die Situation dort ist immer noch so schlecht wie vorher; Suu Kyi ist immer noch beziehungsweise schon wieder in Haft. Besserung nicht in Sicht. Aber im Internet findet das Thema keine überdurchschnittliche Beachtung mehr. Web 2.0 &#8211; Fanatiker und Netjunkies sind stets schnell, wenn es darum geht, die traditionellen Medien und ihren Umgang mit eben solchen Ereignissen zu kritisieren. Doch ist die Netzgemeinde zwar sehr selbstbewusst, wenn es um Aktionen wie diese geht &#8211; etwas ausrichten konnte sie aber bisher nicht. Und es steht zu vermuten, dass das auch gar nicht ernsthaft beabsichtigt ist.</p>
<p>Unwort des Tages: Blogger für den Iran.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_931" class="footnote">einer Horde interessant gekleideter Geistlicher</li><li id="footnote_1_931" class="footnote">Zumindest sind die Amerikaner ganz ganz fest davon überzeugt. Oder habe ich jetzt ein Déja-vu?</li><li id="footnote_2_931" class="footnote">Wogegen übrigens auch noch so viele lustige grüne Twitter-Bildchen nichts haben ausrichten können. Erstaunlich.</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Studiengebühren oder nicht? Uneinigkeit in der FDP</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/07/28/studiengebuhren-oder-nicht-uneinigkeit-in-der-fdp/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 17:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Schleswig-Holstein]]></category>
		<category><![CDATA[Studienbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Studiengebühren]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>

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		<description><![CDATA[CDU und FDP sind in Schleswig-Holstein überraschend von ihren Studiengebührenplänen abgerückt. Da das doch irgendwie gar nicht FDP-like ist, habe ich den FDP-Landtagsfraktionen anderer Bundesländer mal die entscheidende Frage gestellt: &#8220;Wie halten Sie&#8217;s mit den Studiengebühren?&#8221; Am 27.9. wird in Schleswig-Holstein der Landtag neu gewählt. CDU und FDP liegen in den Umfragen derzeit eindeutig vorn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-918" title="fdp" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/07/fdp.jpg" alt="fdp" width="148" height="111" />CDU und FDP sind in Schleswig-Holstein überraschend von ihren Studiengebührenplänen abgerückt. Da das doch irgendwie gar nicht FDP-like ist, habe ich den FDP-Landtagsfraktionen anderer Bundesländer mal die entscheidende Frage gestellt: &#8220;Wie halten Sie&#8217;s mit den Studiengebühren?&#8221;<span id="more-913"></span></strong></p>
<p>Am 27.9. wird in Schleswig-Holstein der Landtag neu gewählt. CDU und FDP liegen in den Umfragen derzeit eindeutig vorn &#8211; die Studenten hierzulande werden sich also an den Gedanken gewöhnen müssen, Studiengebühren zu zahlen.</p>
<p>In einer panisch-pathetischen Mail an Presse und Landtagsfraktionen kreischt der aufgescheuchte Kieler AStA am 20. Juli:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Allgemeine Studierendenausschuss der Christian-Albrechts-Universität zu  Kiel betrachtet mit großer Sorge die Entwicklung hin zu  vorgezogenen Neuwahlen zum Landtag Schleswig-Holsteins. (&#8230;) Studiengebühren sind sozial ungerecht. (&#8230;) Insbesondere Abiturienten aus den  unteren Einkommensschichten werden effektiv vom Studium abgeschreckt. Es ist  zu erwarten, dass sich dies vor allem in wirtschaftlich schweren Zeiten  noch verstärken wird.  (&#8230;) Der AStA der Uni Kiel appelliert deshalb im Namen der Studierendenschaft der [Universität Kiel], vor allem an die Fraktionen von CDU und FDP, ihre Pläne  zur Hochschulpolitik und Einführung von Studiengebühren und  eines Hochschulfreiheitsgesetzes zu überdenken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Am 21. Juli dann die Überraschung: Carstensens CDU will doch keine Studiengebühren mehr. Allerdings nicht, weil die Konservativen erkannt hätten, dass die Abgaben widersinnig wären. Vielmehr geht es, wie so häufig, um die Wählergunst: Studiengebühren seien kein<a href="http://www.shz.de/home/top-thema/article/803/cdu-schwenkt-um-keine-studiengebuehr.html" target="_blank"> &#8220;Sympathiethema&#8221;</a>.</p>
<p>Bleibt noch die FDP. Eine Horde Menschen, die nichts lieber wollen als Studiengebühren, sollte man meinen.</p>
<p>Auch hier gibt es per Mail eine Überraschung: Die vom AStA formulierten Befürchtungen seien &#8220;gegenstandslos&#8221;, schreibt der parlamentarische Geschäftsführer der Kieler FDP-Fraktion, Ekkehard Klug, an den Kieler AStA<sup>(1)</sup>. Schließlich habe ein FDP-Landesparteitag schon Ende März beschlossen, &#8220;auf die Erhebung von Studiengebühren zu verzichten&#8221;.</p>
<p>Und tatsächlich: &#8220;Die Erfahrungen mit Studiengebühren zeigen, dass sich die Erwartungen, die in sie gesetzt wurden, nicht erfüllt haben. Mittlerweile wissen wir aus neuesten Untersuchungen, dass Studiengebühren den Zugang zu den Universitäten erschweren&#8221;, sagt Heiner Garg, der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kieler Landtag.</p>
<p>Und am 29. März hat die FDP Schleswig-Holstein doch tatsächlich beschlossen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Bildung ist für Liberale ein Bürgerrecht. Bildung ermöglicht die Entfaltung individueller Talente und Fähigkeiten. Sie ist die Grundlage für ein Leben in Selbstbestimmung. Durch Bildung gewinnt der Einzelne die Voraussetzung, sein Leben selbst gestalten und auch Verantwortung für sich und andere übernehmen zu können. (&#8230;) Aus all diesen Gründen ergibt sich, dass die Finanzierung von Bildung in erster Linie eine öffentliche Aufgabe ist. Das Studium an staatlichen Hochschulen soll daher grundsätzlich frei von Studiengebühren sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bemerkenswert auch folgende Erkenntnis (und man bedenke: Es handelt sich um die FDP!):</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Vorstellung, dass ein höheres Einkommen der Akademiker es alsgerecht erscheinen lässt, zusätzliche Gebühren zu erheben, wird von der beruflichen Realität vieler Arbeitnehmer mit Hochschulabschluss widerlegt.<br />
Tatsächlich ist in vielen Bereichen die Lohnsituation nicht besser als mit einer Ausbildung. (&#8230;) Die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen hat die Zeit- und Einkommenssituation von Studierenden während des Studiums meist negativ verändert. (&#8230;) Die FDP Schleswig-Holstein lehnt deshalb die Einführung allgemeiner<br />
Studiengebühren in Bundesländern ab, wo diese bisher nicht eingeführt wurden. Dies betrifft auch Schleswig-Holstein. Sie fordert ferner die Abschaffung solcher Gebühren dort, wo es diese bereits gibt. Die Mittel für<br />
die Studienfinanzierung sind aus dem allgemeinen Staatshaushalt aufzubringen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Da das nicht zu meinem Bild von der FDP passt und ich mir nicht vorstellen kann, dass die Mitliberalen in Restdeutschland mit dieser Einschätzung übereinstimmen, rufe ich bei den FDP-Landtagsfraktionen in den Bundesländern an, in denen die FDP an der Regierung beteiligt ist.</p>
<p><strong>Baden-Württemberg: </strong>Die routinierte Sekretärin würde mich gerne mit dem bildungspolitischen Referenten verbinden; der gute Herr Paulsen weilt jedoch nicht im Hause. Ob ich morgen noch mal anrufen könne? Können ja, allein der Wille fehlt.</p>
<p><strong>Bayern: </strong>Zusammen mit der gut gelaunten Assistentin der Geschäftsführung (&#8220;Moin, moin!&#8221;) entdecke ich ein schwerwiegendes Problem beim bayrischen FDP-Fraktions-Mailserver. Irgendwann kommen wir doch noch zum Thema und ich zu meinem Gesprächspartner: Pressesprecher Rafael Freckmann wundern die unterschiedlichen Meinungen der FDP-Fraktionen nicht: Bildung sei nun mal Ländersache. Für Bayern jedenfalls gelte, was auf dem FDP-Flyer steht: &#8220;Studienbeiträge tragen dazu bei, die Qualität der Lehre und damit die Qualität der bayerischen Hochschulen weiter zu verbessern.&#8221; Und wie denn das Wetter in Kiel sei?</p>
<p><strong>Hessen: </strong>So ganz haben sich die Hessen vom Studiengebühren-Chaos in ihrem Lande wohl nocht nicht erholt: Pressesprecher Krause möchte angeblich zurückrufen, schweigt jedoch bisher.</p>
<p><em>Nachtrag 29. Juli:</em> Herr Krause ruft mich zurück und teilt mir mit, dass die hessische FDP laut Landesparteitagsbeschluss ganz offiziell gegen Studiengebühren für&#8217;s Erststudium ist.</p>
<p><strong>Niedersachsen: </strong>Die niedersächselnden Liberalen machen früher Feierabend als die Gelben im Rest der Republik: Hier erreiche ich niemanden.</p>
<p><strong>Nordrhein-Westfalen: </strong>Auf der Fraktionshomepage sind gefühlte fünfzig verschiedene Telefonnummern angegeben, die jedoch alle (bis auf eine) auf einen Anrufbeantworter umleiten, den ich erwartungsgemäß mit Nonsens fülle. Während mich die eifrige Telefonistin dann irgendwann zu meinem Gesprächspartner durchstellt, spielt ein gar konservatives Symphonieorchester pompöse klassische Musik &#8211; fast erwarte ich ein Gespräch mit der Bundeskanzlerin oder dem Papst. Jedoch meldet sich nur Florian Keisinger, Referent für Innovation, Wissenschaft, Forschung, Technologie und auch noch einige andere Dinge. Er spricht: &#8220;Wir betonen, dass es [in NRW] Studienbeiträge sind und keine Studiengebühren, weil sie nicht alle Kosten abdecken.&#8221; Etwa 260 Millionen Euro bekommen NRWs Hochschulen jährlich. Dabei sei es ihnen freigestellt, ob sie <span style="text-decoration: line-through;">Gebühren</span> Beiträge erheben oder nicht. Auf die Position der FDP Schleswig-Holstein angesprochen, kommt ein eindeutiges: &#8220;Das sehen wir anders.&#8221; Und: &#8220;Ich kannte die Meinung der FDP in Schleswig-Holstein auch nicht&#8230;&#8221; Im Übrigen solle es in NRW ab diesem Jahr ja Stipendien geben, die bis zu 10% der Studierenden unter die Arme greifen sollen. Auswahlkriterium? &#8220;Leistung&#8221;, sagt er da ungerührt.</p>
<p><strong>FDP-Bundestagsfraktion: </strong>Die gute Frau am anderen Ende der Leitung weiß gar nicht so recht, was sie mit mir machen soll. Ich einige mich schließlich mit mir selber darauf, die Informationen zu verwenden, die auf der Homepage stehen &#8211; auch wenn sie vom Oktober 2008 sind. Ob es denn etwas Neueres gebe? &#8220;Nee, dann gibt&#8217;s wohl nix Neueres.&#8221; Nun gut. Uwe Barth, der hochschulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, sagt also (im Oktober 2008), dass man der abschreckenden Wirkung von Studiengebühren (die seine FDP-Kollegen im Norden gerade zugegeben haben) mit verbesserter Beratung entgegentreten müsse. Er findet aber auch (im September 2008), dass &#8220;sich Studierwillige nicht von Studiengebühren abhalten lassen, ein Studium aufzunehmen.&#8221; Dann ist ja gut.</p>
<p>In Schleswig-Holstein (<em>Nachtrag 29. Juli:</em> und auch in Hessen) ist das dann wohl anders. Aber Bildung ist ja ohnehin Ländersache.</p>
<p>Eine Partei, viele Meinungen zu ein- und derselben Frage. Soll ja erlaubt sein. Unter Beachtung der Tatsache, dass die CDU in Schleswig-Holstein nun von Studiengebühren und der gerade erst eingeführten Trennung von Regional- und Gemeinschaftsschulen abrückt und die SPD in Schleswig-Holstein die ebenfalls gerade erst eingeführte Profiloberstufe wieder abschaffen will, werde ich das Gefühl nicht los, dass sich in der Bildungspolitik eine gewisse Beliebigkeit breitmacht. Die durch PISA geschockte Öffentlichkeit verlangt, dass die Politik etwas unternimmt &#8211; nur was das Richtige ist, scheint niemand zu wissen. Oder wissen zu wollen: Denn ein garantiert erfolgreicher Weg aus der Bildungsmisere könnte Geld kosten. Viel Geld.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_913" class="footnote">die Mail liegt mir vor</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Gulasch für Horst und Blumen für die Herde</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 21:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Samstag hat die Bundesversammlung mal wieder unseren Lieblingshorst zum Köhler Bundespräsidenten gemacht. So ganz glatt lief die hochoffizielle Prozedur aber nicht ab&#8230; irgendwer hatte da hinter den Kulissen schon mal vorsorglich zu viel Alkohol zu sich genommen (denn schließlich war ja auch letzter Bundesliga-Spieltag, öööööööiiii!!!!) und ließ sich durch die Pädagogik zu einem großen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_842" class="wp-caption alignleft" style="width: 288px"><img class="size-medium wp-image-842" title="Lecker Gulasch! / Foto: Markus Merz" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/05/gulasch-300x225.jpg" alt="Lecker Gulasch!" width="278" height="208" /><p class="wp-caption-text">Lecker Gulasch! / Foto: Markus Merz</p></div>
<p>Am Samstag hat die Bundesversammlung mal wieder unseren Lieblingshorst zum <span style="text-decoration: line-through;">Köhler</span> Bundespräsidenten gemacht. So ganz glatt lief die hochoffizielle Prozedur aber nicht ab&#8230; irgendwer hatte da hinter den Kulissen schon mal vorsorglich zu viel Alkohol zu sich genommen (denn schließlich war ja auch letzter Bundesliga-Spieltag, öööööööiiii!!!!) und ließ sich durch die Pädagogik zu einem großen Fehler verleiten. Und das kam so:</p>
<p>Irgendwann kurz vor der Mittagszeit sperrten die Bundestagsangestellten 1224 Wahlmänner und -frauen in den Plenarsaal des Bundestages ein (eigentlich waren es nur 1223, denn einer hatte lieber einen Herzinfarkt und konnte deswegen nicht kommen). Dazu kamen der <a href="http://www.ruhrfan.net/uploads/pics/lammert_norbert_01.jpg" target="_blank">Norbert</a>, seines Zeichens Präsident des Bundestages, und eine Horde Gäste auf den Besuchertribüne. <span id="more-841"></span></p>
<p>Nachdem also Norbert eine erquickliche Rede gehalten und die Bundesversammlung einige sinnbefreite Geschäftsordnungsanträge der vier armseligen rechten Wahlmänner abgelehnt hatte, begann die laaange Wahlprozedur, zu der jeder der 1224, nein 1223, Anwesenden einzeln aufgerufen wurde. <a href="http://www.tagebucharchiv.de/grafik,bilder/aktuelles/Horst_Koehler_2007.jpg" target="_blank">Horst</a> wurde das zu langweilig und er floh aufs Schloss  Bellevue, lecker Mittag essen, denn seine Köche hatten gar feines Gulasch gekocht. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Ich weiß, was Sie denken. Ich mag es auch nicht. Aber wir haben eben für so etwas keinen Sinn, Sie und ich. Wir sind ja nur <span style="text-decoration: line-through;">Burger</span> Bürger.</p>
<p>Ein paar Stunden später waren alle Stimmen gezählt und gefühlte fünf Millionen Menschen von gefühlten fünf Dutzend Reportern interviewt worden. Die Wahlherde wurde wieder eingesperrt und wartete nun auf das finale Lamm, den Norbert, der das Ergebnis verkündigen sollte. Norbert aber stand belämmert draußen vor der Tür und wartete seinerseits auf Horst, der ja gerade in Bellevue Gulasch aß. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Die Wahlherde scharrte schon mit den Hufen. <a href="http://www.spiegel.de/img/0,1020,153706,00.jpg" target="_blank">Wolfgang</a>, der mal Norberts Job gehabt hatte, sprach schon mit <a href="http://www.nrhz.de/flyer/media/11443/OskarLafontaineDLSolingen.jpg" target="_blank">Oskar</a>, der mal <a href="http://www.welt.de/multimedia/archive/00196/Franz-Muentefering-_196347g.jpg" target="_blank">Franzens</a> Job hatte, so langweilig war ihm. <a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Interview/2006/04/__Bilder/ulla-schmidt-will-ein-effektives-gesundheitssystem983314,property=poster.jpg" target="_blank">Ulla</a> schlief. <a href="http://www.mehrgenerationenhaeuser.de/coremedia/generator/mgh/de/__Bilder/Ursula_20von_20der_20Leyen_20neu,property=BigImage,slc=mgh_2Fde.jpg" target="_blank">Ursula</a> lackierte Fingernägel, nämlich die von <a href="http://de.timeturk.com/images/news/5153.jpg" target="_blank">Wolfgang</a>, denn der konnte nicht fliehen.</p>
<p>Nun hatte irgend ein pädagogischer Bundestagsangestellter die zündende Idee, man könne doch schon mal die fünfköpfige Bläsergruppe hineinschicken, die <em>nach </em>der Verkündigung des Wahlergebnisses die Nationalhymne spielen sollte, damit sich die arme Wahlherde nicht so langweilt.  Im Übrigen bekommen die Fraktionsvorsitzenden ja auch <em>nach </em>der Wahl immer Blumen, und die könnte man ja eigentlich auch schon mal reinschicken. Das erzeugt immer so eine tolle Stimmung, wenn Blumen überreicht werden&#8230; hach&#8230;</p>
<p>Und so enterten mit gigantischen Blasinstrumenten beladene Musiker den Plenarsaal, sehr zum Erstaunen der Wahlherde und auch der Weltpresse. Ihnen folgten einige verwirrt aussehende Bundestags-Damen mit überdimensionierten Blumensträußen. Die meisten machten nach zehn Schritten unverrichteter Dinge wieder kehrt, vielleicht ahnten sie, was sie da taten. Zwei Blumensträuße jedoch erreichten ihr Ziel: Oskar und Peter wurden beschenkt, bedankten sich artig und versteckten das Gestrüpp flugs unter ihren Tischen, in der Hoffnung, dass 1221 Abgeordnete und einige Hunderttausend Fernsehzuschauer vielleicht gerade nicht hingeguckt hatten oder alle temporär erblindet waren.</p>
<p>Denn was der Bundestagspädagoge in seinem Delirium nicht bedacht hatte, war, dass ja noch niemand das Wahlergebnis kannte und bisher noch alle davon ausgingen, dass ein zweiter Wahlgang möglich ist. Bläser und Blumen teilten der Welt und den Abgeordneten mit, dass schon der erste Wahlgang erfolgreich war. Und das hieß: Horst ist gewählt. Prompt standen dann die CDUler und FDPler auf und applaudierten für Horst, der von alldem nichts mitbekam und gerade vom Gulasch-Tisch in Bellevue aufstand. Norbert, dem vor der Tür langsam kalt wurde, hatte ihn nämlich angerufen.</p>
<p>Horst sprang nun dynamisch in seine Limousine, blieb aber im Berliner Verkehr stecken. Möglicherweise hat er nun das erste Mal in seinem Leben herzhaft geflucht &#8211; wahrscheinlich aber deswegen, weil er den Nachtisch in Bellevue nicht mehr essen konnte. Lecker Schokopudding. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Horst kam aber zum Glück irgendwann doch noch an, ging mit Norbert in den Plenarsaal und nahm seine Wahl zum Bundeshorst an (oh, Überraschung!). Dann wurde die Nationalhymne gesungen (oh, Überraschung!) und die Fraktionsvorsitzenden bekamen Blumensträuße (oh, Überraschung!) beziehungsweise holten ihre Blumensträuße unter den Tischen hervor.</p>
<p>Ich hoffe, dass die Protokollmenschen des Bundestages ihre Pädagogen zukünftig an eine etwas kürzere Leine nehmen. Das mutete doch zwischenzeitlich etwas seltsam an, das alles&#8230;</p>
<p>Aber egal. Glückwunsch, Horst. Mit Sahnehaube.</p>
<p>Unwort des Tages: Pädagoge.</p>
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		<title>Klüngel-Koch mobbt Brillen-Brender</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Feb 2009 21:19:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist, ganz offiziell, komplett unabhängig. Aber so richtig. Von vorn bis hinten, von oben bis unten. Nun ist es aber so, dass das, ganz inoffiziell, irgendwie gar nicht stimmt. Beim ZDF zum Beispiel werden die Hauptakteure auf dem Mainzer Lerchenberg streng nach einem politischen Farbschema vergeben. Das war früher so &#8211; und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist, ganz offiziell, komplett unabhängig. Aber so richtig. Von vorn bis hinten, von oben bis unten. Nun ist es aber so, dass das, ganz inoffiziell, irgendwie gar nicht stimmt. Beim ZDF zum Beispiel werden die Hauptakteure auf dem Mainzer Lerchenberg streng nach einem politischen Farbschema vergeben. Das war früher so &#8211; und ist heute auch immer noch so.</p>
<p>Markus Schächter, seines Zeichens Intendant des ZDF, ein gutmütiger Mensch mit Bart und Brille, ist ein CDU-Mann. Sein Chefredakteur, Nikolaus Brender, ein gutmütiger Mensch mit Brille, jedoch ohne Bart, wird der SPD-Seite zugerechnet &#8211; und das, obwohl er ganz früher mal Mitglied der Jungen Union war.</p>
<p>Nun läuft Chefredakteur Brenders Vertrag im Frühjahr 2010 aus. Er hat das Recht, ein Jahr früher zu erfahren, ob er verlängert wird oder nicht &#8211; also <em>jetzt</em>. <span id="more-759"></span></p>
<p>Da drängelt sich der rasende Roland Koch, das hessische Stehaufmännchen, (zurück) in die erste Reihe und macht in einem <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E2A0EFC256F3F44AEA0E3668BCA1D9A07~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Interview mit der FAZ</a> seinem Unmut Luft: Der Brender müsse weg. Denn unter ihm hätten die ZDF-&#8221;heute&#8221;-Nachrichten 26 Prozent der Zuschauer verloren und lägen nun schon hinter RTL aktuell. Und sowieso seien die Quoten der ZDF-Sendungen wie &#8220;Auslandsjournal&#8221; und &#8220;heute-journal&#8221; ja echt lahm.</p>
<p>Koch beweist, dass er den doppelten Schock der Wahlniederlage und des plötzlichen Wiederaufstiegs zum gewählten Ministerpräsidenten sehr gut verkraftet hat und zu alter Form zurückkehrt: Das ist nämlich Unsinn.</p>
<p>Denn, dem <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/koch-ich/" target="_blank">Niggemeier</a> und <a href="http://satundkabel.magnus.de/artikel/tv-nachrichten-rtl-sieht-sich-vor-heute-im-zdf-ohne-3sat-zuschauer.html" target="_blank">dieser Seite</a> sei Dank: &#8220;heute&#8221; hat immer noch mehr Zuschauer als RTL. Koch übersah geflissentlich, dass 3sat die &#8220;heute&#8221;-Nachrichten ebenfalls überträgt.</p>
<p>Erstaunlich scheint ohnehin, dass Koch die Notwendigkeit des Brender-Absägens nur mit den Quoten des ZDF begründet. Auf einmal scheinen Quoten der absolute Maßstab für das öffentlich-rechtliche Fernsehen zu sein, obwohl gerade das ja eigentlich laut Politik nicht so sein sollte.</p>
<p>Koch und seine CDU-Folgemänner im ZDF-Verwaltungsrat scheinen aber weit und breit die einzigen zu sein, die Brenders journalistische Arbeit verabscheuungswürdig finden: Intendant Schächter, wir erinnern uns, im Grunde seines Herzens ein CDU-Mann, will auf der Verwaltungsratssitzung am 27.3. offiziell vorschlagen, Brenders Vertrag zu verlängern. Eine Entscheidung darüber müssen laut Satzung aber der Intendant und der Verwaltungsrat einvernehmlich treffen.</p>
<p>Gegen diese unverhohlene Einmischung aus der Politik wehren sich die erste Riege der ZDF-Journalisten: Kleber, Slomka, Illner, Knopp und viele Andere warnten in einem <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,609133,00.html" target="_blank">offenen Brief</a> an ihren Intendanten vor einer &#8220;gefährlichen Einmischung der politischen Parteien.&#8221;</p>
<p>Warum riskiert das CDU-Lager eine solche öffentliche Debatte, die sowohl das ZDF als auch den in die Bresche springenden Intendanten beschädigen muss?</p>
<p>Nikolaus Brender scheint intern mehr auf die Unabhängigkeit des Senders gepocht zu haben als seine Vorgänger, berichtet der <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,609108,00.html" target="_blank">Spiegel</a>. Allzu dreiste Einflussnahme aus der Politik sei unter Brender seltener geworden &#8211; nicht zuletzt deswegen, weil Brender Politiker immer gebeten habe, ihre Anliegen schriftlich vorzutragen.</p>
<p>Kurt Beck und &#8220;politische Kreise&#8221;, wie es die Welt ausdrückt, erkennen in dem Vorgehen gegen Brender aber noch einen anderen Grund: Wird Brenders Vertrag nicht verlängert, würde wohl Peter Frey nachrücken &#8211; der jetzige Leiter des Hauptstadtstudios gilt als SPD-nah. Für ihn würde dann wohl der CDU-nahe Peter Hahne die Leitung des Hauptstadtstudios übernehmen &#8211; möglich also, dass das das eigentliche Ziel der CDU ist.</p>
<p>Was sagt eigentlich die Bundesregierung zu dieser Geschichte? Diese brennende Frage konnte ich heute glücklicherweise dem stellvertretenden Regierungssprecher Thomas Steg stellen. Aber: &#8220;Die Bundesregierung ist damit nicht befasst.&#8221; Die Entscheidung solle in den zuständigen Gremien getroffen werden. Schweigen im Walde. Tragisch &#8211; da ist man Sprecher, darf dann aber nix sagen&#8230; Welch tragische Antithese.</p>
<p>Bei dieser Diskussion bleibt übrigens das Bewusstsein auf der Strecke, dass wir uns vom Ideal entfernen. Dem Ideal, dass über die Besetzung von Redakteursposten, ob Chef- oder nicht, kein Politiker entscheiden sollte. Falls Nikolaus Brenders Vertrag am 27.3. nicht verlängert wird, ist dies ein schwerer Rückschlag für die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.</p>
<p>Unwort des Tages: Politikerkreise.</p>
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		<title>Bodos Kahlschlag oder Qualität und Logik, das lesbische Pärchen</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/02/19/bodos-kahlschlag-oder-qualitat-und-logik-das-lesbische-parchen/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 23:14:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bodo Hombach kann kein Mathe. Das hat er mit etwa 40 Millionen Deutschen gemeinsam. Deswegen kann man ihm seine mathematische Legasthenie auch nicht vorwerfen. Bodo ist Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, zu der allein 33 Tages- und 18 Wochenzeitungen gehören. Auch das kann man ihm nicht vorwerfen, denn es ist ja sein Beruf. Kombiniert man nun aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bodo Hombach kann kein Mathe. Das hat er mit etwa 40 Millionen Deutschen gemeinsam. Deswegen kann man ihm seine mathematische Legasthenie auch nicht vorwerfen. Bodo ist Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, zu der allein 33 Tages- und 18 Wochenzeitungen gehören. Auch das kann man ihm nicht vorwerfen, denn es ist ja sein Beruf.</p>
<p>Kombiniert man nun aber Bodo Hombachs Mathelegasthenie mit seinem Beruf, seinem fehlenden Sinn für Logik und der, und da ist sie wieder, <strong>Finanzkrise</strong>, dann kommt dabei sowas heraus wie:</p>
<p>&#8220;WAZ-Mediengruppe streicht 300 Stellen.&#8221; Und das ist keine Ente, <em>quakquak</em>, sondern wirklich wahr. Uff.<span id="more-737"></span></p>
<p>Von den 891 Planstellen<sup>(1)</sup> der vier größten WAZ-Zeitungen will Bodo Hombach 300 streichen. Für alle Mathelegastheniker: Das ist ein Drittel. Bodo spart damit 32 Millionen Euro im Jahr. Die Leistung, die die verbliebene Schar von Mitarbeitern erbringen soll, ist selbstredend dieselbe wie vorher. Nur sind es nun halt einfach weniger Leute.</p>
<p>Dazu kommt noch, dass Bodo den Vertrag mit der Deutschen Presseagentur (dpa) nicht verlängert hat. Spart Geld.  Dass die dpa wegen ihrer wahren Flut an unwichtigen und gelegentlich auch wichtigen Tickermeldungen der Grundstock für jede Zeitung ist, weiß Bodo irgendwie nicht. Oder er hat es gekonnt verdrängt, denn er ist eigentlich im Grunde seines Herzens Fernmeldehandwerker. Was immer das auch ist.</p>
<p>Von Ferne meldet sich die Logik und schreit: &#8220;Das kann ja gar nicht gehen! Ein Drittel weniger Leute, aber dieselben Produkte wie vorher?! Wo bleibt denn da die Qualität?&#8221; Logik und Qualität hatten nämlich vor einiger Zeit mal eine heiße Affäre, weswegen die eine immer auf die andere aufpasst (und ja, sie sind lesbisch!), aber das ist eine andere Geschichte. Und ich weiß, Sie wollen jetzt lieber lesbische Geschichten lesen, denn ich kenne Sie, und ich weiß, wie Sie ticken. Aber das geht jetzt nicht, denn dies ist ein Artikel über Bodo Hombach, und der ist nicht lesbisch. Also noch ein bisschen Konzentration, wenn ich bitten darf.</p>
<p>Bodo hört jedenfalls das Schreien der Logik nicht und sagte doch heute tatsächlich, dass sich die Qualität durch die Sparorgie sogar <strong>verbessern</strong> wird. Denn es werden sogenannte Produktionsdesks eingeführt, die für mehrere Lokalredaktionen gleichzeitig Layout und Produktion erledigen. Somit bleibe für die Lokalredaktionen mehr Zeit zur Recherche. Wobei man dazu sagen muss, dass die WAZ alle Lokalredaktionen schließt, die Millionenverluste einfahren. Und das sind wohl nicht wenige.</p>
<p>Künftig soll es außerdem für die Zeitungen der WAZ <em>eine </em>(in Zahlen: 1, das ist die, die relativ bald nach Null kommt) Mantelredaktion geben. Und da setze man künftig &#8220;noch mehr auf die Qualität der Berichterstattung.&#8221;<sup>(2)</sup> Und worauf hast du vorher gesetzt, Bodo? Auf die nette Verpackung, oder was?</p>
<p>Also, Bodo. Ich weiß ja, dass die (düsteres Synthesizer-Wabern im Hintergrund) <strong>Finanzkrise </strong>ganz schlimm ist und dass du sparen musst. Das sehe ich gerne ein. Wenn du Stellen streichen musst, tu es, meinetwegen. Alle anderen tun es ja auch.</p>
<p>Aber, Bodo, erzähle mir nicht, dass sich dadurch die Qualität verbessert. Das ist nämlich Schwachsinn. Und wer als Medienmacher in Deutschland die dpa abbestellt, hat ohnehin irgendwas Grundlegendes noch nicht ganz verstanden.</p>
<p>Auch wenn die Einbrüche im Anzeigenmarkt der WAZ bös zugesetzt haben:  Erst diese Entscheidungen gegen die dpa und gegen die Mitarbeiter sind der Anfang vom Ende eines großen Medienkonzerns.</p>
<p>Unwort des Tages: Fernmeldehandwerker.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_737" class="footnote"><a href="http://www.netzeitung.de/medien/1278817.html" target="_blank">http://www.tagesspiegel.de/medien-news/WAZ;art15532,2733747</a></li><li id="footnote_1_737" class="footnote"><a href="http://www.netzeitung.de/medien/1278817.html" target="_blank">http://www.netzeitung.de/medien/1278817.html</a></li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Kabul, die Perle Zentralasiens</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/01/30/kabul-die-perle-zentralasiens/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 00:29:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe heute einen unglaublichen Aufstand veranstalten müssen, um meinen schönen Urlaub abzusagen, auf den ich mich schon seit Wochen freue. Aber da habe ich dann heute ganz zufällig gesehen: Das Auswärtige Amt warnt dringend vor Reisen nach Afghanistan! Das hat mich schon schockiert, muss ich sagen. Aber naja. Nun habe ich halt meine schöne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe heute einen unglaublichen Aufstand veranstalten müssen, um meinen schönen Urlaub abzusagen, auf den ich mich schon seit Wochen freue. Aber da habe ich dann heute ganz zufällig gesehen: <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Afghanistan/Sicherheitshinweise.html" target="_blank">Das Auswärtige Amt warnt dringend vor Reisen nach Afghanistan! </a></p>
<p>Das hat mich schon schockiert, muss ich sagen. Aber naja. Nun habe ich halt meine schöne Reise storniert&#8230;</p>
<p>Glaubt man dem <a href="http://www.focus.de/reisen/reisefuehrer/asien/tourismus-in-afghanistan-die-hoffnung-stirbt-zuletzt_aid_360201.html">Focus</a>, müssen in Afghanistan geradezu paradiesische Zustände herrschen. Und so ist es ja auch! Heerscharen von bunt bekleideten Bedienstinnen umsorgen den fettleibigen Touristen Tag und Nacht; das Essen ist reichhaltig, die Natur wunderschön, endlos, warm und voller verschiedener Farben; die lokalen Regierungsvertreter kümmern sich um jeden einzelnen Touristen mit einer rührenden Sorgfalt; die Geschäfte sind randvoll mit Waren aus aller Welt und auch auf den einheimischen Marktplätzen herrscht stets Bombenstimmung.</p>
<p>Gelegentlich kann das wachsame Auge sogar Gäste aus aller Herren Länder erkennen, die sich an der rauen Natur des Landes erfreuen! Kabul, die Perle Zentralasiens, wird in ihrer Friedfertigkeit nur vom heiligen Jerusalem und der wunderschönen Hafenstadt Gaza übertroffen. Was für ein atemberaubender Ort, der einen gleichsam zum Urlaub machen <strong>zwingt</strong>!</p>
<p>Und nun sehe ich, dass das Auswärtige Amt vor Ausflügen ins afghanische Ausland ausdrücklich warnt! Naja &#8211; so schlimm kann es ja nicht sein. Fliege ich halt nächstes Jahr hin! Da ist dort bestimmt wieder alles in Ordnung.</p>
<p>Unwort des Tages: Flüge nach Afghanistan, jetzt günstig buchen!!!!</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Unwort des Jahres 2008: Eine Runde Mitleid für die Banken!</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 19:50:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Beispiel für bewundernswert kreatives journalistisches Wortgeschleuder ist kürzlich zum Unwort des Jahres geschlagen worden: &#8220;notleidende Banken&#8221;. Zur Begründung sprach die Jury, die aus Profi-Linguisten besteht, zur dpa: &#8220;Die Formulierung stellt das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf.&#8221; Ich finde, die übertreiben maßlos. Und ich finde, wir sollten wirklich Mitleid [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beispiel für bewundernswert kreatives journalistisches Wortgeschleuder ist kürzlich zum Unwort des Jahres geschlagen worden: &#8220;notleidende Banken&#8221;. Zur Begründung sprach die Jury, die aus Profi-Linguisten besteht, zur dpa: &#8220;Die Formulierung stellt das Verhältnis von Ursachen    und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf.&#8221;</p>
<p>Ich finde, die übertreiben maßlos. Und ich finde, wir sollten wirklich Mitleid haben mit den Bankern. Ich wäre schließlich auch frustriert, wenn ich mal keine 60 Prozent Rendite mehr bekomme! Wenn ich mir den Kaviar und die brasilianischen Nutten nicht mehr leisten kann und deswegen auf Matjes und russische Nutten umsteigen muss! <span id="more-695"></span></p>
<p>Deswegen finde ich es auch komplett in Ordnung, dass die Gemeinschaft der Steuerzahler, vertreten durch Merkel, Steinbrück und -meier, den armen notleidenden Banken jetzt 500000000000 Euro hinterherschmeißt. Damit es den Bankern wieder gut geht! Und außerdem müssen wir an die Kaviarproduzenten im tiefsten Osteuropa denken. Wenn unsere Banker verarmen und dauerhaft keine Fischeier mehr kaufen, dann müssen die Störwilderer ja darben und eierlos dahinvegetieren, weil sie die Tiereier nicht mehr loswerden! Und das können wir wirklich nicht verantworten. Das geht ja gar nicht. Da müssen wir uns unserer Verantwortung bewusst sein!</p>
<p>Außerdem ist das Wohlergehen der deutschen Bankerinnern und Banker eine wichtige Voraussetzung für, äh &#8211; naja, für, äh &#8211; für das Wohlergehen der Banker! Und weil Deutschland schon immer ein Hort der Monokausalität war, reicht das als Begründung.</p>
<p>Ich bitte Sie, haben Sie mehr Mitleid mit Ihrer Bank! Sie mag vielleicht Ihr Geld ins isländische Eis geschossen, an der Wall Street verpulvert, in Waffengeschäfte angelegt oder an die Mafia verteilt haben &#8211; aber all das tut ihr gar fürchterlich Leid. Das müssen Sie verstehen! Und wenn der Staat jetzt 50000000000 Euro dazuschießt und die Banken selbst auch noch mal, hmm, sagen wir, 100 Euro, dann können wir die Krise gemeinsam meistern! Ja! Wir können! Und die Bank verspricht Ihnen auch, dass sich eine solche Krise nicht wiederholt. Ganz klar.</p>
<p>Klingt doch gut, oder? Also, machen Sie sich mal keine Gedanken mehr über die Finanzkrise und ein paar komische tattrige Linguisten, die so unsinnige Unwörter erfinden. Das regt Sie nur auf. Bleiben Sie ruhig. Denken Sie nicht nach. Die Banken werden es Ihnen danken.</p>
<p>Unwort des Tages: Kaviarkrise.</p>
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		<title>Scheiße ist auch politisch &#8211; Glückwunsch zum Welttoilettentag!</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 20:27:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Sie das nächste Mal auf Toilette gehen, dann bringen Sie Ihrer Toilette einen kleinen Reibekuchen mit. Spülen Sie ihn herunter und singen Sie dabei ein fröhliches Lied. Streicheln Sie zärtlich über die Klobrille. Und, ganz wichtig: Ersparen Sie Ihrer Toilette heute die besonders großen Geschäfte. Denn: Heute ist Welttoilettentag! Und das ist kein Scherz. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sie das nächste Mal auf Toilette gehen, dann bringen Sie Ihrer Toilette einen kleinen Reibekuchen mit. Spülen Sie ihn herunter und singen Sie dabei ein fröhliches Lied. Streicheln Sie zärtlich über die Klobrille. Und, ganz wichtig: Ersparen Sie Ihrer Toilette heute die besonders großen Geschäfte.</p>
<p style="text-align: center;">Denn: Heute ist Welttoilettentag! Und das ist kein Scherz.</p>
<p style="text-align: left;">Am besten sind Sie heute also mal besonders freundlich zu dem Keramikteil, das sonst tagtäglich äußerst leidensfähig Ihre Exkremente beherbergt und fachgerecht entsorgt.<span id="more-579"></span></p>
<p style="text-align: left;">Der Welttoilettentag wurde im Jahre 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen. <em>(Ich schwöre, dass ich mir das jetzt nicht ausdenke, auch wenn es sich so anhört.)</em> Die UN fand den Vorschlag toll und begeht seitdem jährlich am 19.11. eben diesen feierlichen Welttoilettentag, wissen die Klosett-Experten von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Welttoilettentag" target="_blank">Wikipedia</a>.</p>
<p style="text-align: left;">Natürlich geht es darum, gründlich gesäuberte Scheißhäuser auf der ganzen Welt zu verbreiten und so weiter und so fort. Wegen der Hygiene [sprich: <em>Hügjehnä</em>] und den ganzen Krankheiten und so.  Alles sehr politisch. Sie sehen, liebe Leser, sogar Scheiße ist politisch.</p>
<p style="text-align: left;">Schon komisch, eigentlich. Wenn es um die Verbreitung der Demokratie geht, werden Kriege angefangen. Aber es kommt keiner auf die Idee, die Mongolei anzugreifen, um dort wohlriechende Toilettenhäuschen aufzustellen. Für die Nomaden, wenn die mal müssen. Die müssen ja auch irgendwo hinmachen.</p>
<p style="text-align: left;">In Analogie zum bei Lesern beliebten Katzencontent und zur Feier des Toilettentages veröffentliche ich hier ein bisschen <span style="text-decoration: line-through;">Kack</span>Keramikcontent: Das Klo eines Irish Pub in Hamburg-Harburg.</p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-580" title="Falls man nicht weiß, wohin damit... diese Toilette gibt bereitwillig Auskunft." src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/11/dick.jpg" alt="" width="491" height="654" /></p>
<p style="text-align: left;">Unwort des Tages: Scheiße.</p>
<p style="text-align: center;">
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Zehn Methoden, Steinmeiers Chancen bei der Bundestagswahl zu erhöhen</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 21:06:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Barack Obama hat es in den USA vorgemacht: Change is possible! In der SPD macht man sich nun sicherlich Gedanken, ob Steinmeier dem Obama nachmeiern kann. Schließlich hat am Anfang auch irgendwie keiner an Obama geglaubt. Und nun steht er da als Amerikas oberster Tellerwäscher &#8211; und darf George &#8220;Texas Ranger&#8221; Bush ablösen. Eine Aufgabe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-549" title="Kanzleramt. Schröder wollte rein, Steinmeier will auch. Dabei sieht das eigentlich ziemlich scheiße aus, das Gebäude..." src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/11/kanzleramt.jpg" alt="" width="322" height="252" />Barack Obama hat es in den USA vorgemacht: Change is possible!</p>
<p>In der SPD macht man sich nun sicherlich Gedanken, ob Steinmeier dem Obama nachmeiern kann. Schließlich hat am Anfang auch irgendwie keiner an Obama geglaubt. Und nun steht er da als Amerikas oberster Tellerwäscher &#8211; und darf George &#8220;Texas Ranger&#8221; Bush ablösen. Eine Aufgabe, um die ihn wenige beneiden. Trotzdem wollen alle, dass es endlich jemand tut.</p>
<p>Die SPD wird mir dankbar sein, denn ich habe für sie die zehn wirksamsten Methoden zusammengestellt,  Steinmeiers Chancen bei der Bundestagswahl drastisch zu erhöhen. Am sinnigsten wäre es, liebe Genossen, <strong>alle </strong>dieser Maßnahmen so früh wie möglich durchzuführen<span id="more-548"></span>.</p>
<p>1. Reduzieren Sie Steinmeiers Körpergewicht um 85%. Verpassen Sie ihm Kontaktlinsen. Färben Sie sowohl Haare als auch den Rest seines Körpers schwarz.</p>
<p>2. Bringen Sie ihm bei, dynamisch zu schreiten und nicht mit der Krawatte knapp über dem Boden entlang zu schlurfen. Sagen Sie ihm, dass er versuchen muss, eine Mischung aus Indiana Jones, James Bond und Shaft zu verkörpern. Machen Sie aus Steinmeier einen interessanten Menschen, nicht nur einen interessierten.</p>
<p>3. Sorgen Sie dafür, dass Steinmeier die Stimme bei Reden nicht nur senkt, sondern auch gelegentlich hebt. Das sorgt für Abwechslung und im günstigsten Falle für erhöhtes Zuschauerinteresse.</p>
<p>4. Sorgen Sie dafür, dass Steinmeier weniger von Politik redet und mehr über den Wechsel, den Traum, die Vorsehung (Vorsicht, vorbelastetes Wort: Synonym finden!) und die Bibel.</p>
<p>5. Verheiraten Sie Frank-Walter mit einer gutaussehenden Frau.</p>
<p>6. Benennen Sie Frank-Walter Steinmeier in Mehmet Rucücücürrücana um.</p>
<p>7. Veranstalten Sie einen pompösen Vorwahlkampf, in dem sich Steinmeier gegen eine weibliche innerparteiliche Gegnerin durchsetzen muss. Diese muss ebenfalls im Volk beliebt sein; nehmen Sie deswegen nicht Andrea Nahles oder Ulla Schmidt. Geeignet wäre zum Beispiel Heide Simonis. Die hätte sogar Zeit dafür.</p>
<p>8. Verhundertfünfzigfachen Sie Herrn Steinmeiers Wahlkampfbudget.</p>
<p>9. Killen Sie kurz vor der Bundestagswahl Steinmeiers Oma.</p>
<p>10. Lösen Sie eine weltweite FInanzkrise aus und hängen Sie sie der CDU an.</p>
<p>Ich bin gespannt, ob man in der SPD diese Ratschläge befolgt.</p>
<p>Tut ihr es nicht, liebe Genossen, dann sehe ich bei der Bundestagswahl schwarz, und zwar gewaltig. Welch erquickendes Wortspiel.</p>
<p>Unwort des Tages: SPD-Kanzlerkandidat.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>US-Wahl: Bush gewinnt in Florida</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/11/05/us-wahl-bush-gewinnt-in-florida/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 22:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wahlnacht hat begonnen: Das erste Ergebnis steht bereits fest. Mit einem hauchdünnen Vorsprung konnte sich George W. Bush in Florida vor dem Favoriten Barack H. Obama durchsetzen. So entfielen laut einem Eil-Gerichtsbeschluss des Obersten Gerichtshofes auf Bush 2 912 850 Stimmen; für Obama stimmten 2 885 635, für den ebenfalls angetretenen Kriegsveteran John McCain [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahlnacht hat begonnen: Das erste Ergebnis steht bereits fest. Mit einem hauchdünnen Vorsprung konnte sich George W. Bush in Florida vor dem Favoriten Barack H. Obama durchsetzen.</p>
<p>So entfielen laut einem Eil-Gerichtsbeschluss des Obersten Gerichtshofes auf Bush 2 912 850 Stimmen; für Obama stimmten 2 885 635, für den ebenfalls angetretenen Kriegsveteran John McCain 955 978 Wähler.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-545" title="Wahlergebnis Florida" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/11/florida.jpg" alt="" width="525" height="346" /></p>
<p>Floridas oberster Richter Jens A. Bush sagte in CNN, der nächste Präsident stehe bereits fest. &#8220;Eine Fortsetzung der Wahl ist eigentlich gar nicht notwendig&#8221;, so Bush (Jens).</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Die totale Verweiblichung</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/10/10/die-totale-verweiblichung/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 21:36:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Freuet euch mit Wonne (Hendiadioyn [oder Tautologie? Antworten bitte in den Kommentaren!]), denn Tiefensee ist wieder da! Er sprach heute zu uns in der Tagesschau zum Thema Wir-müssen-mal-wieder-mehr-Geld-bezahlen-wenn-wir-uns-zu-fein-sind-die-Geschwindigkeitsbegrenzungen-einzuhalten: &#8220;Ich kämpfe darum, dass Raser und Rowdys auf unseren Straßen härter bestraft werden.&#8221; Abgesehen davon, dass ich mich frage, ob er meint, dass die Verkehrssünder auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freuet euch mit Wonne (Hendiadioyn [oder Tautologie? Antworten bitte in den Kommentaren!]), denn Tiefensee ist wieder da! Er sprach heute zu uns in der Tagesschau zum Thema Wir-müssen-mal-wieder-mehr-Geld-bezahlen-wenn-wir-uns-zu-fein-sind-die-Geschwindigkeitsbegrenzungen-einzuhalten: &#8220;Ich kämpfe darum, dass Raser und Rowdys auf unseren Straßen härter bestraft werden.&#8221; Abgesehen davon, dass ich mich frage, ob er meint, dass die Verkehrssünder auf den Straßen bestraft werden oder ob sie nur für etwas bestraft werden, was sie auf der Straße begangen haben, fällt mir Folgendes auf: Er sagte &#8220;Raser&#8221;. Er verwendete keine weibliche Form. Er sagte nicht &#8220;Raserinnen und Raser&#8221;. Warum nicht?<span id="more-506"></span></p>
<p>Politikerinnen und Politiker achten ja stets darauf, Personen sorgfältig zu verweiblichen, jedenfalls sprachlich. So sprach zum Beispiel Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel unlängst: &#8220;Und wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind.&#8221; Und Herr Verteidigungsminister Jung spricht ständig von &#8220;Soldatinnen und Soldaten&#8221;. Aber warum werden denn eigentlich negativ belegte Personenbegriffe nicht eingeweibt?</p>
<p>Es sagt doch keiner: &#8220;Die Zahl der Verbrecherinnen und Verbrecher muss reduziert werden&#8221; oder so. Habe ich jedenfalls noch nie gehört. Auch Raser scheinen ausschließlich männlich zu sein, ebenso wie Vergewaltiger, Mörder, Henker, Schläger, Kerzenständer&#8230;</p>
<p>Ich prangere das hiermit öffentlich an. Man möge sich dem annehmen und sich entscheiden, ob man die <span style="font-size: x-large;">totale Verweiblichung</span> der Personenbegriffe will oder doch lieber das generische Maskulinum. Mir wäre jedenfalls letzteres lieber. Dann wäre auch die Tagesschau geschätzte zwei Minuten kürzer.</p>
<p>Unwort des Tages: &#8220;Liebe Finninnen und Finnen, finden Sie nicht auch, dass&#8230;&#8221;</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Unser Obama heißt Steinmeier!</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/09/06/unser-obama-heist-steinmeier/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Sep 2008 20:12:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Herzlichen Glückwunsch, Frank-Walter Steinmeier, zur Kanzlerkandidatur der drittstärksten deutschen Partei, muahahahaha. Nein, im Ernst. Der Frank wurde heute zum Kanzlerkandidaten gekürt. Und morgen soll es sogar der SPD-Vorstand erfahren, oder so. Da fragt man sich doch, wer in der SPD eigentlich entscheidet. Der Zufall vielleicht. Das würde auch die gänzlich unsozialistischen Umfragewerte erklären&#8230; Nun also [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herzlichen Glückwunsch, Frank-Walter Steinmeier, zur Kanzlerkandidatur der drittstärksten deutschen Partei, muahahahaha.</p>
<p>Nein, im Ernst. Der Frank wurde heute zum Kanzlerkandidaten gekürt. Und morgen soll es sogar der SPD-Vorstand erfahren, oder so. Da fragt man sich doch, wer in der SPD eigentlich entscheidet. Der Zufall vielleicht. Das würde auch die gänzlich unsozialistischen Umfragewerte erklären&#8230;</p>
<p>Nun also Steinmeier. Eine bessere Wahl als Beck ist er wohl; das aber auch nur deswegen, weil meine Oma auch eine bessere Wahl als Beck wäre.</p>
<p>Damit möchte ich meine Oma nicht kompromittieren; ich liebe diesen Apfelkuchen mit Streuseln&#8230; aber als Kanzlerin hätte sie vielleicht nicht ganz so viel Ausstrahlung wie in den heimischen vier Wänden. Aber bestimmt mehr als Kurt &#8220;the ball&#8221; Beck.<span id="more-447"></span></p>
<p>Steinmeier gegen Merkel. Das ist das deutsche Duell um die Kanzlerschaft. Das ist wie Obama gegen McCain, nur eben auf deutsch. Und nicht ganz so pompös. Und es interessiert auch weniger Leute.</p>
<p>Steinmeier ist unser Obama. Unser Don Quijote, der, auf dem Klepper Müntinante reitend und von seinem fülligen Knappen Kurto Becka zwar konsequent, aber nörgelnd begleitet, gegen die merkelschen Windmühlen kämpft und sich dabei im tiefsten Mittelalter wähnt&#8230;</p>
<p>Ob mit Steinmeier-Quijote der große Change kommt, den Kollege Obama drüben den Amis andrehen will? Ich wage es zu bezweifeln. Dafür ist Steinmeier ein bisschen zu trocken. Leicht eingestaubt, könnte man sagen. Er ist zu langweilig. Er ist weiß, und zwar auch, was das Haupthaar angeht. Er ist unsportlich. Verheiratet. Eloquent.</p>
<p>Außerdem muss Steinmeier klein meiern, denn er hat nicht wie Obama eine von zwei großen Parteien hinter sich. Steinmeiers SPD zersetzt sich gerade selbst und bewegt sich, wenn der Trend so weitergeht, zum Zeitpunkt der Bundestagswahl knapp über der Wahrnehmungsgrenze.</p>
<p>Immerhin hat Frank-Walter Steinmeier mit dem transatlantischen Kollegen Barack Hussein Obama eins gemeinsam: Sie sind beide mit ihren Vornamen gestraft&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: Steinbeck.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Leben von 132 Euro im Monat?</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Sep 2008 21:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit 132 Euro im Monat kann man prima leben, denken sich Wissenschaftler im schönen Chemnitz. Jedenfalls steht das in einer Studie, die diese weltfremden Individuen vor einiger Zeit veröffentlichten. Der große Aufschrei kommt jetzt erst, nachdem die Geschichte sich so langsam von der Lokalpresse hochgeschlafen hat und heute in FAZ und Welt zu finden war. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit 132 Euro im Monat kann man prima leben, denken sich Wissenschaftler im schönen Chemnitz. Jedenfalls steht das in einer Studie, die diese weltfremden Individuen vor einiger Zeit veröffentlichten. Der große Aufschrei kommt jetzt erst, nachdem die Geschichte sich so langsam von der Lokalpresse hochgeschlafen hat und heute in <a href="http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E94EE0223D3614376945026FBD2CC4B48~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed" target="_blank">FAZ</a> und <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article2401331/Hartz-IV-Professor-verteidigt-umstrittene-Studie.html" target="_blank">Welt</a> zu finden war.</p>
<p>Der derzeitige Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger liegt bei 351 Euro. Es würden allerdings bei einem von den Experten höchstselbst zusammengestellten Warenkorb auch 132 Euro ausreichen. Berücksichtigt seien dabei weder Zigaretten noch Alkohol &#8211; was ich vertretbar finde &#8211; dafür jedoch ein Mindestmaß an kultureller Teilhabe. Denn aus einem Geflecht von Gesetzen und Gerichtsurteilen ergebe sich, dass der Sozialhilferegelsatz das &#8220;soziokulturelle Existenzminimum&#8221; sichern soll. Welch schönes Wort.</p>
<p>Da soll mir mal einer erzählen, wie das mit 132 Tacken im Monat funktionieren soll. Ich persönlich finde 351 Euro genug, habe derzeit weniger zur Verfügung. Ich glaube auch, dass man von 132 Euro im Monat leben kann. Aber <em>leben </em>ist nicht alles. Der Mensch ist keine Maschine, für die man immer einen genau festgelegten Posten an Ausgaben braucht, damit sie läuft. Menschliche Bedürfnisse lassen sich verdammt schlecht berechnen. Und sie lassen sich definitiv nicht für 132 Euro im Monat befriedigen.<span id="more-443"></span></p>
<p>Die kulturelle Teilhabe, die die sogenannten Experten in ihre Berechnungen mit einbeziehen, sieht folgendermaßen aus &#8211; und das ist jetzt kein Witz, jedenfalls keiner, den <em>ich </em>mir ausgedacht habe: Ein Jahresabonnement der Stadtbibliothek für 12 Euro. Schwuppdiwupp &#8211; damit sind Bücher, Zeitungen und Internet gleich mal abgedeckt. Für nur einen Euro im Monat.</p>
<p>Wer so einen Stuss von sich gibt, hat doch von der Lebenswirklichkeit der unteren Mittelschicht keine Ahnung.</p>
<p>Wie soll denn das auch gehen, wenn ich mich als C3-Professor mit Ich-weiß-nicht-wie-viel-Tausend Euro netto im Monat hinsetze und versuche, einen Katalog von Bedürfnissen zusammenzustellen. Bedürfnisse, die für mich als Professor seit Jahrzehnten ständig befriedigt sind. &#8220;Ach, Internet kann man ja auch in der Bibliothek machen&#8230; bestimmt&#8230; denk ich mal&#8230;&#8221;</p>
<p>Worum es da geht, sind Menschen. Und nur mal angenommen, man würde tatsächlich nur 132 Euro zur Verfügung haben &#8211; man könnte sich außer dem Nötigsten zum Leben <em>nichts </em>mehr leisten. Und das ist nicht das Leben, das unsereiner führen will, oder doch?</p>
<p>EIn Beispiel kommt mir in den Sinn. Eine Geschichte, die mein Pastor mit während des Konfirmandenunterrichts erzählt hat. Ob sie wahr ist? Ich denke.</p>
<p>Es wurde ein Versuch gemacht. Eine Gruppe neugeborener Säuglinge trennte man von ihren Müttern. Sie wurden mit allem versorgt, was man zum Leben braucht. Sie wurden gewaschen, gewickelt, gut ernährt. Aber man gab ihnen keinerlei Zuneigung. Man sprach kein Wort mit Ihnen. Man gab ihnen keine Liebe.</p>
<p>DIese Säuglinge entwickelten sich im Vergleich zu normal behandelten Kindern deutlich schlechter. Sie Waren anfälliger für Krankheiten. Sie waren deutlich dünner. Sie schrien öfter und länger. Hätte man die Studie konsequent bis zum Ende durchgeführt &#8211; die Kinder wären gestorben.</p>
<p>Unwort des Tages: Existenzminimum.</p>
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		<title>Alle Jahre wieder &#8211; nachhaltiges Wählen auf kommunaler Ebene</title>
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		<pubDate>Sat, 24 May 2008 21:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Denken Sie doch mal daran, liebe Bürgerinnen und Bürger, sich zu freuen, dass Sie in einer Demokratie leben. Versuchen Sie es einfach mal. Beim Einkaufen. Oder beim Verharren im Wartezimmer (da haben Sie doch sowieso nichts zu tun). Oder beim Geschlechtsverkehr. Freuen Sie sich also, bürger Lieberinnen und Lieber, dass wir in einer Demokratie leben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Denken Sie doch mal daran, liebe Bürgerinnen und Bürger, sich zu freuen, dass Sie in einer Demokratie leben. Versuchen Sie es einfach mal. Beim Einkaufen. Oder beim Verharren im Wartezimmer (da haben Sie doch sowieso nichts zu tun). Oder beim Geschlechtsverkehr.</p>
<p>Freuen Sie sich also, bürger Lieberinnen und Lieber, dass wir in einer Demokratie leben und es uns deshalb so gut geht.</p>
<p>Wegen dieser Einleitung könnte ich mich eigentlich von der SPD als Kandidat zur Bundespräsidentenwahl aufstellen lassen, nicht wahr? Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Thema, under Bürgerinnen lieber Bürg, ist die Wahl, die ja nun morgen stattfinden wird. Für diejenigen von Ihnen, die jetzt in Panik verfallen und sich selbst für ernsthaft dement halten: Es sind nur Kommunalwahlen, und zwar in Schleswig-Holstein.</p>
<p>Wie langweilig, denken Sie jetzt.</p>
<p>Aber nein, lieber Underinnen bürg Under, mitnichten! Sie wissen ja, die Wahlen sind wichtig. Sie sind gewissermaßen, um in etwas antiquierten Worten zu sprechen, die Tretmühlen unserer Demokratie. Es ist zwar anstrengend, hinzugehen, aber es geschieht für einen guten Zweck. Sie wissen schon. Kampf gegen rechts und so.<span id="more-163"></span></p>
<p>Wie das vor Wahlen immer so ist, haben politisch engagierte und/oder gut bezahlte Bürgerinnen und Bürger die Stadt mit Wahlplakaten zugepflastert. Und so hängen in Kiel jetzt streng frisierte CDU-Frauen neben dicklichen SPD-Kandidaten, die aussehen, als ob sie gerade dem Wacken Open Air-Festival entlaufen wären, umrahmt von erstaunlich besonnen aussehenden Grünen. An die FDP kann ich mich nicht erinnern.</p>
<p>Es gibt hier sogar einen CDU-Kandidaten, ich habe leider seinen Namen vergessen, der, glaubt man seinen Plakaten, sowohl für den Landtag als auch für den Kreistag kandidiert. Wie er das anstellen will, ist mir schleierhaft, zumal wir ja morgen gar nicht den Landtag wählen. Aber bitte sehr, versuchen kann er es ja gern. Ich sage nur: Hochmut kommt vor dem Fall!</p>
<p>Oder war&#8217;s <a href="http://frederichormuth.wordpress.com/" target="_blank">Hormuth</a>?</p>
<p>Kann nicht sein, denn der ist ja schon da&#8230;</p>
<p>Egal. Mündig und bürgerlich, wie ich bin, habe ich mir natürlich die Kommunalwahlprogramme jeder Partei, die ich für bedeutsam halte, zugelegt.</p>
<p>Naja &#8211; ich gebe zu, es war etwas anders. Ich ging friedlich durch die Fußgängerzone, als ich plötzlich hinterrücks von einer CDU-Wahlkämpferin angefallen wurde. Trotz ihrer wahrlich martialischen Berufsbezeichnung hatte sie nur beschränkt Grausames mit mir vor: Sie drückte mir das Kommunalwahlprogramm der CDU mitsamt EM-Planer in die Hand, während sie sagte: &#8220;Möchten Sie einen EM-Planer?&#8221;</p>
<p>Das ist schon symptomatisch, weil gelogen. Sie hätte ebensogut &#8220;Der Haifisch hat Zähne, und die trägt er im Gesicht&#8221; sagen können, das wäre genauso angebracht gewesen. Denn offensichtlich ging es ihr nicht um den EM-Planer, sondern um das Programm. Und sie hätte mich auch nicht zu fragen brauchen, da ich es ja schon in der Hand hatte, bevor sie anfing zu sprechen.</p>
<p>Derart überrumpelt wollte ich natürlich auch den anderen Parteien eine Chance geben und besorgte mir auch deren Programme.</p>
<p>Das Erste, was mir aufällt, ist: Die FDP hatte am wenigsten Lust. Es findet sich im liberalen Heftchen kein einziges Bild. Das Programm ist eine unmotivierte Aneinanderreihung von Buchstaben. Nicht mal zum Blocksatz konnte man sich im FDP-Denkerstübchen durchringen.</p>
<p>Das Programm der FDP habe ich also leider nicht gelesen, weil ich dazu keine Lust hatte.</p>
<p>Die CDU bezieht sich (wohl unwissend) auf <a href="http://www.das-unwort.de/2008/05/08/aktives-nachhaltiges-phrasendreschen/" target="_blank">einen meiner Artikel</a> und wirbt &#8220;<em>für ein nachhaltiges Kiel</em>&#8220;. Davon wird mir nachhaltig und effektiv übel. Aber immerhin gibt es viele Bilder, sogar teilweise bunt, und eine Menge lustiger Phrasen.</p>
<p>Die SPD hat sich augenscheinlich dieses Jahr eine große Runde von Finanzexperten eingeladen, die nach einer Behandlung mit bewusstseinserweiternden Mitteln zu dem Ergebnis gekommen sind, durch Folgendes die finanzielle Situation der Stadt verbessern zu können:</p>
<p>&#8220;Wir nutzen die kaufmännische Buchführung (Doppik) und entwerfen zur Konsolidierung der Finanzen ein Ressourcenverbrauchskonzept.&#8221;</p>
<p>Herzlichen Glückwunsch. Warum sich durch eine veränderte Art der Buchführung die Menge des zur Verfügung stehenden Geldes erhöht, erschließt sich wohl nur den zugedröhnten Finanzexperten. Trotzdem: Ein neues Konzept ist immer gut. Noch dazu eines mit solch einem schönen Namen.</p>
<p>In Kiel wird es im nächsten Jahr Geld regnen, denn: &#8220;Aufgabenkritik wird zu mehr Effizienz und Effektivität führen.&#8221;</p>
<p>Entweder ist das ein Euphemismus für die Reduzierung von Ausgaben oder eine mir unbekannte Methode des Gelddruckens.</p>
<p>Die Grünen beschäftigen augenscheinlich einige Autoren in ihren Reihen. Anders kann ich mir den grünen Roman nicht erklären, den ich da lesen musste&#8230;</p>
<p>Die Grünen sind übrigens für die Wiedereinrichtung einer Straßenbahn in Kiel. Die gab es schon mal, die Bahn &#8211; in den 80er Jahren wurde sie jedoch aus mir völlig schleierhaften Gründen abgerissen.</p>
<p class="MsoNormal">Natürlich braucht es dafür einen schönen Namen. Einen, der dynamisch ist und zugleich modern. Der Weltoffenheit ausdrückt. Die Grünen nennen es &#8220;StadtRegionalBahn&#8221; und verfallen DerSelbenKrankheitWieDieDeutscheBahnAG. Da gibt es ja auch nur noch ServicePoints, RestaurantWagen und FahrKartenAutomaten.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Die Stadtregionalbahn ist übrigens &#8220;mit 356 Millionen Euro Investitionskosten sehr kostengünstig.“</p>
<p class="MsoNormal">Den Gagschreiber der Grünen will ich auch!</p>
<p><span style="font-size:12pt;"> </span></p>
<p>Weiterhin wird stolz berichtet: &#8220;Einen großen Erfolg unserer Politik stellt die innovative Bauausstellung (InBA) 2008 mit dem Schwerpunkt &#8216;energetisches Bauen&#8217; dar. &#8221;</p>
<p>Mit kleinen Schritten zum Ziel. Deswegen mag ich Kommunalpolitik so gerne&#8230; es geht um Spielplätze, Videokameras und Ausstellungen. Es muss sehr frustrierend sein, damit Wahlkampf führen zu müssen.</p>
<p>Was ist eigentlich &#8220;energetisches Bauen&#8221;? Das klingt ein wenig nach einer Selbsthilfegruppe für Architekten&#8230;</p>
<p>Liebe Bürgerinnen und Bürger. Trotz all dem Schmu, der in den Kommunalwahlprogrammen steht, trotz all der -innen und -ins, die Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Kielerinnen und Kieler, ins Auge kriechen und Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Zusammenhang der Sätze kaum mehr gedanklich durchdringen lassen: Gehen Sie zur Wahl. Denn nur dort haben Sie die Wahl, ahahaha.</p>
<p>Im Ernst: Wenn Sie sich amüsieren wollen, lesen Sie mal Wahlprogramme. Nirgends werden Sie so viele Phrasen finden, so viel Schönklingendes Wohlschmeckendes Positives, aber auch irgendwie Nichtssagendes: Im Land der Wahlprogramme, dort, wo man den Sinn des Satzes nach den Sprachfiguren ausrichtet. Und das Ganze dann, im Unterschied zu Thomas Mann, doch irgendwie schlecht klingt:</p>
<p>&#8220;Die Serviceorientierung des Jobcenters muss weiter verbessert und den Bürgerinnen und Bürgern die Sicherheit gegeben werden, hier nicht nur gefordert, sondern auch sinnvoll gefördert zu werden.&#8221;</p>
<p class="MsoNormal">&#8220;Nicht nur Floskeln, sondern auch wohl formulieren!&#8221;, möchte man da rufen&#8230;</p>
<p class="MsoNormal">Ich habe morgen die Qual der Wahl. Ich werde den wählen, der am besten Deutsch kann.</p>
<p class="MsoNormal">Unwort des Tages: Kielerinnen und Kieler.</p>
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		<title>Aktives, nachhaltiges Phrasendreschen</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/05/08/aktives-nachhaltiges-phrasendreschen/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 May 2008 21:02:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie schön, dass der Mensch fähig ist, zu sprechen. &#8220;Langage&#8221; nannte das der berühmte Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure. Warum auch immer. Das u hat er vielleicht vergessen und uns deswegen ein neues Fachwort beschert&#8230; er war halt Wissenschaftler. Und dazu noch einer, der sich freiwillig mit Linguistik beschäftigte. Solche Menschen ekeln mich geradezu an&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie schön, dass der Mensch fähig ist, zu sprechen. &#8220;Langage&#8221; nannte das der berühmte Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure. Warum auch immer. Das u hat er vielleicht vergessen und uns deswegen ein neues Fachwort beschert&#8230; er war halt Wissenschaftler. Und dazu noch einer, der sich freiwillig mit Linguistik beschäftigte. Solche Menschen ekeln mich geradezu an&#8230;</p>
<p>Glücklicherweise sind die Fieberträume des Saussure nicht Thema dieses Artikels. Es geht vielmehr um  unsere typisch deutsche Angewohnheit, im Bewusstsein unserer eigenen Wichtigkeit sofort und als hätte man einen Schalter umgelegt hochgestochen und sinnentleert daherzufaseln, sobald wir um ein Statement gebeten werden.</p>
<p>Haben Sie schon mal zu Ihrem Geschlechtspartner gesagt: &#8220;Ich trage mich mit dem Gedanken, unsere zwischenmenschliche Beziehung am heutigen Abend auf effektive Weise nachhaltig aktiv zu gestalten&#8221;?  Oder beim Schlachter: &#8220;Zur Befriedigung eines aus dem Instinkt erwachsenen menschlichen Bedürfnisses und zur Ankurbelung und nicht zuletzt auch Aufrechterhaltung des Stoffwechsels, der mich und auch Sie am Leben erhält und in Zukunft erhalten muss, soll, darf und kann, erwerbe ich hiermit zweihundertundneunzig Gramm feinsten Hackfleisches, das vor einiger Zeit aus sowohl Schweine- als auch Rindfleisch zusammengeführt worden ist.&#8221;<span id="more-157"></span></p>
<p>So redet doch keiner! Aber sobald die Leute Abgeordneter im Kreis-, Land- oder Bundestag oder Pressesprecher bei der Wurstwasser AG sind, beim Amt arbeiten (und sei es als Papierschneidemaschinenbediener) oder aus irgend einem anderen Grund im Beruf einen Anzug tragen, fangen sie an, sinnlose Phrasen zu dreschen. Ohne, dass es nötig wäre oder jemandem hilft. Das scheint ganz einfach mit dem Beruf verwoben zu sein. So, als ob es im Arbeitsvertrag eine Klausel gäbe: &#8220;Der Arbeitnehmer hat sich in der Öffentlichkeit möglichst verwaschen, unpräzise und hochgestochen auszudrücken.&#8221;</p>
<p>Achten Sie mal darauf, was die Politiker bei den O-Tönen in den Nachrichten sagen. Achten Sie auf so schöne Worte wie &#8220;nachhaltig&#8221;, &#8220;effektiv&#8221;, &#8220;aktiv&#8221; und &#8220;ergebnisoffen&#8221;.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-200" style="margin-right:10px;" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/05/cont.jpg?w=300" alt="" width="286" height="159" />Ein wunderschönes Beispiel heute in der Tagesschau. Thema Contergan. Die verantwortliche Firma Grünenthal hat sich dazu durchgerungen, den Opfern des Medikaments die ungeheure Summe von 50 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. O-Ton von Pressesprecherin Annette Fusenig, die so hingebungsvoll lächelte, als ob Contergan ein Aphrodisiakum sei und sie es gerade teste:</p>
<p>&#8220;Unsere Haltung in dem Fall ist ganz <em>eindeutig</em>: Contergan <em>ist </em>und <em>bleibt </em>Teil unserer Firmengeschichte. Das bedeutet für uns, dass wir hier moralische Verantwortung übernehmen und unsere <span style="text-decoration:underline;"><strong><em>freiwillige</em></strong></span> (hier schreit sie fast) Einzahlung von <strong>fünfzig!!!!!!! </strong>(man kann die Ausrufezeichen förmlich hören)<strong> </strong>Millionen Euro ist ein <em>substantieller </em>Beitrag, um die Lebenssituation der Betroffenen <em>nachhaltig </em>und <em>dauerhaft </em>zu verbessern.&#8221;</p>
<p>Politikersprech aus dem Munde einer Frau im besten Alter. Warum tut sie das? Warum redet sie so? Warum sagt sie, die Haltung sei <em>eindeutig</em> ? Hat der Redakteur ihr vorgeworfen, mit gespaltener Zunge zu reden? Warum ist die Verantwortung <em>moralisch</em>? Ist die nicht immer moralisch? Oder gibt es auch unmoralische Verantwortung? Warum ist der Beitrag <em>substantiell</em>?  Wie verbessert man denn eine Situation <em>nachhaltig </em>und <em>dauerhaft</em>?</p>
<p>Das ist, mit Verlaub, Laberkram. Es ist einfach eine schlechte Angewohnheit, die die gute Frau da von den Politikern abgeguckt hat. Und die wiederum setzen auf die Psyche: &#8220;Aktiv gestalten&#8221; klingt einfach besser als &#8220;mitmachen&#8221;, und ein paar eingestreute Worte wie &#8220;substantiell&#8221; und &#8220;effektiv&#8221; machen nun mal den Eindruck, als wäre man unendlich wichtig und hätte ein wachsames Auge auf alle Probleme unseres Landes.</p>
<p>Ich finde ja: Wenn man nichts weiß, sollte man einfach mal die Klappe halten und die nunmehr entstandene  Stille effektiv und auch nachhaltig genießen.</p>
<p>Unwort des Tages: Substantiell.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Böhmer weiß (als Einziger): DDR ist Schuld an Kindermorden!</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/02/24/bohmer-weis-als-einziger-ddr-ist-schuld-an-kindermorden/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Feb 2008 18:47:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, Sie müssten ein Leben als Politiker führen. Sie hätten zwar eine Menge Geld, jedoch keine Zeit, dafür aber eine fette Plauze. Sie müssten ständig irgendwelche Tagungen besuchen, Reden schwingen, die irgendwer für Sie schreibt (im schlimmsten Fall müssten Sie die Reden auch noch selbst schreiben, oweiowei..); Sie müssten argumentieren, dementieren, proskribieren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stellen Sie sich vor, Sie müssten ein Leben als Politiker führen. Sie hätten zwar eine Menge Geld, jedoch keine Zeit, dafür aber eine fette Plauze. Sie müssten ständig irgendwelche Tagungen besuchen, Reden schwingen, die irgendwer für Sie schreibt (im schlimmsten Fall müssten Sie die Reden auch noch selbst schreiben, oweiowei..); Sie müssten argumentieren, dementieren, proskribieren, annulieren, verkomplizieren, Fensterschlieren&#8230; All das. Reden, reden, reden, den ganzen Tag.</p>
<p>&#8220;Warum schreibt der so ein fürchterliches, abgedroschenes Klischee in einen solch tollen Text?&#8221;, fragen Sie sich.</p>
<p>Ich, als guter Christ, versuche nur, den armen Herrn Wolfgang Böhmer, seines Zeichens Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, zu rechtfertigen. Wenn man berufsmäßig so viel redet wie Herr Böhmer und seine Kollegen, dann kann da nämlich auch mal was schiefgehen. Sollte zwar nicht, aber kann ja mal sein. Böhmer ist nämlich in einem Interview mit dem linken Schmierblatt &#8220;Focus&#8221; eine interessante Formulierung entwichen. Nach dem Grund für die ungewöhnliche Anhäufung von Kindermorden in Ostdeutschland gefragt, sprach er, und die Weisheit quoll ihm förmlich aus allen Körperöffnungen: <span id="more-136"></span><i>&#8220;Ich erkläre mir das vor allem mit einer leichtfertigeren Einstellung zu werdendem Leben in den neuen Ländern. Für manche ostdeutsche Frau ist eine Kindstötung anscheinend ein Mittel der Familienplanung.&#8221; </i>Das sei eine Folge der Abtreibungspolitik in der DDR.</p>
<p>Dort konnten Frauen nach 1972 bis zur zwölften Woche ihre Schwangerschaft abbrechen &#8211; ohne Begründung. Einziger Unterschied zu heutigem BRD-Recht: Eben jene Begründung, verknüpft mit einer kleinen obligatorischen Beratungseinheit. Das klammert Böhmer aber aus. Ebenso die Tatsache, dass es nicht nur in Ostdeutschland Morde an Kindern gegeben hat.</p>
<p>Durch diese geistige Diarrhoe unterstellt er sämtlichen ostdeutschen Frauen eine unbändige Lust am Morden von Minderjährigen. Und stellt eben jenes Morden ganz nebenbei auf eine Schwelle mit der (legalen!) Abtreibung, wie sie in unserem freien Land praktiziert wird.</p>
<p>Böhmer ist in der CDU, und dort wettert man traditionell besonders heftig gegen das  DDR-Regime (und versucht, den politischen Gegner in dieselbe Ecke zu stellen &#8211; das ist bei einigen Parteien auch nicht allzu schwer, zugegeben). Auch das permanente Sticheln gegen legale Abtreibung ist man von dort bereits gewohnt &#8211; es geht, höre her, o Christenheit, um den Schutz ungeborenen Lebens. Dagegen kann man ja auch gar nichts sagen (wenn man nicht will). Wenn dann jedoch so ein Unsinn dabei herauskommt, muss man sich fragen, ob der Herr Böhmer sich nicht vielleicht mal ein paar unbezahlte Wochen Urlaub nehmen sollte. Er könnte ja derweil von Frau Simonis vertreten werden, die ja jetzt arbeitlos ist, seit sie die Mauschelei bei UNICEF nicht mehr ertrug&#8230;</p>
<p>Hoffen wir jedenfalls, dass die deutsche Medienlandschaft den Herrn Böhmer am Leben lässt. Hier und dort erklingen bereits erste Rücktrittsforderungen. Aber das gehört ja zum Spielchen, zum politischen.</p>
<p>Also: Durchhalten, Wolfgang, das schaffst du schon! Manchmal muss man nur eben einfach mal den Mund halten&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: Kindstötung als Mittel zur Familienplanung.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Jetzt ist es raus: Muslime sind normal!!!!</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 21:52:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Fundamentalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist kaum zu fassen, mit welch bahnbrechender Erkenntnis die Kollegen von der Onlineredaktion der Deutschen Welle uns heute wieder überraschen. Da wird pompös getitelt: &#8220;Deutsche Muslime nicht radikaler als Nichtmuslime&#8220;. Herzlichen Glückwunsch, kann ich da nur sagen. Was für ein Wunder. Da muss wohl einer sämtliche Früchte des Baumes der Erkenntnis zunächst geerntet und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist kaum zu fassen, mit welch bahnbrechender Erkenntnis die Kollegen von der Onlineredaktion der Deutschen Welle uns heute wieder überraschen. Da wird pompös getitelt: &#8220;<a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3016153,00.html" target="_blank"><b>Deutsche Muslime nicht radikaler als Nichtmuslime</b></a>&#8220;. Herzlichen Glückwunsch, kann ich da nur sagen. Was für ein Wunder. Da muss wohl einer sämtliche Früchte des Baumes der Erkenntnis zunächst geerntet und dann geraucht haben.</p>
<p>Warum, frage ich mich, sollten denn auch Muslime radikaler sein als Deutsche, die einer lustigeren Religion frönen? Will mir hier einer erzählen, das Christentum sei friedlich, oder was?</p>
<p>Die unglaubliche Überschrift der Deutschen Welle verdanken wir einer Studie zur Gewaltbereitschaft deutscher Muslime. Das ist ja schon mal eine äußerst gefährliche Studie, weil sie entweder das Bild zerstören könnte, das erschreckend viele Deutsche von Muslimen zu haben scheinen (nämlich das der langbärtigen, turbanbehaupteten, dunkelhäutigen, gewalttätig dreinblickenden, hageren Gestalten, die eine Kalaschnikow geschultert haben und in ihren Mägen Bomben produzieren, die sie auf Kommando ausscheiden können) oder eben jenes Bild bestätigen und die arme Bevölkerung und besonders Herrn Rolle-Rolle-Schäuble in Panik versetzen könnte.<span id="more-120"></span></p>
<p>Ich rate Ihnen, lieber Leser: Pfeifen Sie alle Studien in den Wind. Zu deutsch: Scheißen sie darauf. Mit Wucht.</p>
<p>&#8220;Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.&#8221; Und dass das auch für Zitate gilt, zeigt die Tatsache, dass dieses Zitat wohl nicht, wie landläufig behauptet, von Winston Churchill stammt. Leider hat wer auch immer diesen Spruch einst absonderte damit Recht. Überlegen Sie mal, wie viele Statistiken oder Studien es gibt. Man ist versucht, ihnen zu glauben, weil es ja Zahlen sind. Es ist Mathematik, also ist es logisch, da kann man ja nichts falsch machen.</p>
<p>Stimmt leider nicht. Gerade neulich wieder, irgendwo in Ostdeutschland (war es Sachsen? Oder Sachsen-Anhalt? Ich verwechsele die beiden immer&#8230; ist ja sowieso dasselbe) &#8211; jährliche Statistik über Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund. Gar plötzlich war die Zahl dieser Straftaten in diesem Jahr um 99,5 Prozent oder so gesunken. Haha, möchte man meinen, die Sachsen haben&#8217;s endlich begriffen. Aber nein &#8211; man hat nur die Kriterien verändert, was nun eine rechtsextreme Straftat ist und was nicht. Wie aussagekräftig ist also diese Studie?</p>
<p>Genau. Man kann damit eine wunderbare Bücherbrennung veranstalten. Das kommt in Sachsen immer besonders gut an.</p>
<p>Die Statistik über die Gewaltbereitschaft der Muslime hat ebenfalls die Aussagekraft eines Dieter-Bohlen-Liedtextes, nämlich keine. Wir erfahren (der Deutschen Welle zufolge), dass deutsche Muslime nicht gewaltbereiter sind als der deutsche Rest. Das hätte ich Ihnen auch sagen können (gratis). Wir erfahren, sogar, &#8220;dass sich Muslime in Deutschland gar nicht so sehr von der nichtsmuslimischen Bevölkerung unterscheiden.&#8221; Noch so eine bahnbrechende Erkenntnis.</p>
<p>Nun wird&#8217;s aber eigenartig: Die taz titelt mit &#8220;<a href="http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/abschied-von-einer-idylle/?src=AR&amp;cHash=d9d82a577f" target="_blank">Abschied von einer Idylle</a>&#8221; und schreibt: &#8220;Eine neue Studie kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, dass junge Muslime auffällig gewaltbereit sind. &#8221;</p>
<p>Ich habe zehn Mal nachgeschaut, beide Quellen beziehen sich tatsächlich auf ein und dieselbe Studie.</p>
<p>Wenn Sie also das nächste Mal in den Nachrichten hören, was für Zahlen gestiegen  oder gesunken sind, wer oder was gerade stagniert oder wo es wieder eine neue Statistik zum Thema &#8220;Wurstsalatproduktion im Todenfelder Land&#8221; gibt, dann seien Sie bitte vorsichtig und führen Sie sich vor Augen,  dass das keine gottgegebenen  Gesetze sind (so wie die zehn Gebote oder die Verfassung der Vereinigten Staaten), sondern dass da ein paar Leute in einem Kabuff sitzen und gegen Honorar etwas Intelligentes aufzuschreiben versuchen.</p>
<p>Quellenkritik nennt man das im historischen Fachjargon. Dürfen Sie aber auch getrost weglassen.</p>
<p>Und was den Umgang mit Muslimen angeht: Schauen Sie doch einfach mal, ob der Muslim Ihnen sympathisch ist, mit dem Sie sich gerade unterhalten. Das ist aussagekräftiger als jede Statistik.</p>
<p>Unwort des Tages: Studie des Bundesinnenministers.</p>
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