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	<title>Das Unwort &#187; Unistress</title>
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	<description>Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten</description>
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		<title>Da steht ein Zelt im Hörsaal.</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 19:56:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
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		<description><![CDATA[Ringvorlesungen sind stets ein Risiko. Gewissermaßen eine Art Überraschungsei für Studenten. Nur halt ohne Schokolade. Und ohne Spielzeug. Bei einer Ringvorlesung lädt irgendein angesehener Professor  Koryphäen seines Fachs &#8211; oder die, die er dafür halt &#8211; aus dem In- und Ausland(1) dazu ein, einen Vortrag zu irgendeinem Thema zu halten. Und so präsentiert sich den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_568" class="wp-caption alignleft" style="width: 258px"><a href="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/11/hoersaal.jpg"><img class="size-full wp-image-568" title="Schicke Bestuhlung in einem Hörsaal - lädt zum, ähm, Verweilen ein, nicht wahr? " src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/11/hoersaal.jpg" alt="Schickes, leeres Gestühl." width="248" height="185" /></a><p class="wp-caption-text">Schickes, leeres Gestühl.</p></div>
<p>Ringvorlesungen sind stets ein Risiko. Gewissermaßen eine Art Überraschungsei für Studenten. Nur halt ohne Schokolade. Und ohne Spielzeug.</p>
<p>Bei einer Ringvorlesung lädt irgendein angesehener Professor  Koryphäen seines Fachs &#8211; oder die, die er dafür halt &#8211; aus dem In- und Ausland<sup>(1)</sup> dazu ein, einen Vortrag zu irgendeinem Thema zu halten. Und so präsentiert sich den Studierenden jede Woche ein neuer Dozent mit einem neuen Thema. Für Nerds: Das ist ein bisschen so wie <a href="http://www.chatroulette.com/" target="_blank">Chatroulette</a>, nur langsamer und mit weniger Genitalien. Der Vorteil ist, dass man jede Woche einen neuen Typus Dozent vorgesetzt bekommt. Was gibt es da nicht alles zu sehen: Kirchennahe Leisesprecher, Powerpoint-Fetischisten in Anzügen, überforderte Frischlinge, nerdige Jungprofs und monotone Schnarchnasen. Zugegeben, diese Art der Abwechslung muss nicht unbedingt ein Vorteil sein. <span id="more-1221"></span></p>
<p>Dieses Mal ist ein besonderes Wesen zu Gast &#8211; nennen wir es Prof. Dr. Wieselbert Wabbel. Professor Wabbel spricht zum Thema &#8220;Pakistan&#8221; &#8211; ein sehr raumgreifendes Thema, aber das stört nicht weiter, denn dem ist er ganz offensichtlich in jeder Hinsicht gewachsen. Seine Erscheinung ist geprägt von einer Nase, die beachtlich schmal und lang zugleich ist; außerdem hat er grau melierte dunkle Haare mit einer angedeuteten Elvistolle. Und einen immensen Bauch. Ein Bauch, in dem Achtlinge bequem Platz fänden<sup>(2)</sup> Doch damit nicht genug: Irgendwie hat Herr Wabbel es zustande gebracht, ein sogar für ihn zu großes zelthaftes, blau-weiß gestreiftes Hemd anzuziehen. Als Herr Wabbel überraschend wendig zum Rednerpult schleicht, sieht es aus, als würde ein Heißluftballon zum Start vorbereitet.</p>
<p>Das Wesen in dem blauen Zelt bedankt sich nur kurz für die freundliche Begrüßung durch die Gastgeberin und legt ohne ein weiteres Wort sofort los<sup>(3)</sup>. Herr Wabbel hat zwar Notizen dabei, schaut aber während seines einstündigen Vortrages nicht ein einziges Mal hin. Vielmehr fokussiert er sofort und beständig die erste Sitzreihe, in der an Universitäten traditionell niemand sitzt.<sup>(4)</sup></p>
<p>Mit monotoner Stimme beginnt Herr Wabbel seinen Vortrag. Schon nach dem ersten Wort steigen zwei kurze Ärmchen wie kleine Ersatzballons in die Luft auf und fuchteln in zwei kleinen Kreisen links und rechts vom gigantischen Bauch umher. In den nächsten 60 Minuten haben sie dann genügend Gelegenheit, jede Art von Kreisen auszuprobieren: Links ein großer, langsamer Kreis, rechts ein kleiner, schneller und umgekehrt; zwei kleine, schnelle, hektische Kreise wahlweise links- oder rechts herum; eine Fallende-Axt-Geste mit links und ein Miniaturkreis mit rechts und so weiter. Der Kreativität von Wabbels Händen sind keine Grenzen gesetzt. Beeindruckenderweise bewegen sich seine Gliedmaßen total unabhängig vom Inhalt seines Vortrages. Als es dann aber um das pakistanische Militär geht, verfallen die Hände in gemeinsame ruckartige Bewegungen vor und zurück, mal nach links und mal nach rechts. Es sieht aus, als ob Herr Wabbel Basketball spielt und gelegentlich antäuscht.</p>
<p>Ich bin auf der einen Seite beeindruckt von der inhaltlichen Qualität des Vortrages, andererseits aber etwas irritiert durch diese äußere Erscheinung des Gastes: Ein raumgreifender Herr in einem gigantischen hellblauen Hemd mit Elvistolle und kurzen Ärmchen, die in der Luft herumkreisen, der &#8211; beständig und ohne Pause redend &#8211; die leeren Stühle der ersten Reihe anschaut. Es wirkt fast surreal.</p>
<p>Immerhin habe ich viel über Pakistan erfahren.</p>
<p>Unwort des Tages: Heißluftballon.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1221" class="footnote">In Wissenschafts- und Bildungsfragen zählen übrigens andere Bundesländer schon als Ausland</li><li id="footnote_1_1221" class="footnote">Vermutlich dächten die sogar noch über Nachwuchs nach, so viel Platz hätten sie.</li><li id="footnote_2_1221" class="footnote">Andere Gastdozenten haben die Angewohnheit, anfangs wortreich zu begründen, warum sie von dem ihnen eigentlich zugedachten Thema so stark abweichen und warum das &#8211; wie schade! &#8211; so viel länger dauern wird als eigentlich geplant, &#8220;und daher bitte ich um Nachsicht&#8221;</li><li id="footnote_3_1221" class="footnote">Egal, wie voll es ist.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Kampf dem θ</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 15:18:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Unübersehbar]]></category>
		<category><![CDATA[Aussprache]]></category>
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		<description><![CDATA[Was, fragen Sie sich jetzt, ist denn bitte das da? Ein Fleck auf dem Monitor? Eine durchgestrichene Null? Eine Pille? Die Unendlichkeit in vertikal?(1) Schauen Sie noch mal genau hin: θ Na, Erleuchtung gehabt? Es ist Griechisch. Und bevor Sie jetzt schreiend weglaufen: Es handelt sich hierbei zwar um den griechischen Buchstaben Theta, jedoch meine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was, fragen Sie sich jetzt, ist denn bitte das da? Ein Fleck auf dem Monitor? Eine durchgestrichene Null? Eine Pille? Die Unendlichkeit in vertikal?<sup>(1)</sup></p>
<p>Schauen Sie noch mal genau hin:</p>
<div style="font-size: 50px; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; text-align: center;">θ</div>
<p>Na, Erleuchtung gehabt? Es ist <a href="http://www.das-unwort.de/2008/05/14/vom-hahen-und-spahen/" target="_blank">Griechisch</a>. Und bevor Sie jetzt schreiend weglaufen: Es handelt sich hierbei zwar um den griechischen Buchstaben Theta, jedoch meine ich den Laut, den das Theta im internationalen phonetischen Alphabet symbolisiert, nämlich das englische Ti-Äitsch.</p>
<p>Erschreckend viele Mitbürgerinnen und Mitbürger haben eine geradezu panische Angst vor dem Ti-Äitsch. Seinetwegen vermeiden sie, wann immer möglich, Englisch zu sprechen, denn es könnte ja sein, dass man ein Wort mit diesem bösen Laut aussprechen muss. Wer sich seiner Unfähigkeit bewusst ist oder sämtliche linguistischen Bemühungen schon eingestellt hat, ignoriert das komplizierte Gezischel völlig und verwendet stattdessen überall ein weiches S. Die Folge ist ein ur-teutonischer Akzent &#8211; ein Klangerlebnis sondergleichen. <span id="more-1198"></span></p>
<p>Besonders kompliziert wird es, wenn der Teutone in seinem unterstützenswerten Bemühen, in die Tiefen der Anglistik einzudringen und Namen wie den des britischen Staatsoberhauptes in der <em>mother tongue</em> (sprich: massa tonk) auszusprechen, auf ein Wort trifft, das beide Laute, nämlich das schön geschwungene weiche S und das gemeingefährliche θ, miteinander verbindet. Zum Beispiel der urenglische Name Elizabeth. Damit ist nicht nur die adrett gekleidete alte Dame von der Insel mit den lustigen Hüten gemeint, sondern auch &#8211; ganz aktuell &#8211; eine Stadt in Südafrika, wo zur Zeit gelegentlich ein gut besuchtes Fußballspiel stattfindet. Am Namen Elizabeth haben sich schon Generationen von deutschen Hofreportern die Zunge zerbrochen &#8211; jetzt tun es ihnen die Sportreporter nach. Erstaunlich, zu welch einer Verwirrung dieser einfache Name in einem deutschen Mundraum führt<sup>(2)</sup>. Kollektiv, so habe ich das Gefühl, sagen Reporter und Kommentatoren:</p>
<p><a href="../elithebiss.mp3">http://www.das-unwort.de/elithebiss.mp3</a></p>
<p>Elithebiss.</p>
<p>Als ob sie sagen wollten: Ihr wisst schon, was gemeint ist, frickelt&#8217;s euch halt selbst zurecht.</p>
<p>Man muss aber auf der anderen Seite auch sagen, dass das θ ein ziemlich ungwöhnlicher Laut ist. Wie kommt man eigentlich auf sowas? War es in England möglicherweise einst Mode, die Zunge zwischen die Zähne zu stecken? Waren die Zungen der alten Briten möglicherweise länger, so dass sie geθwungen waren, S-Laute so auszusprechen? Oder hat sich einfach nur mal irgendein einflussreicher Engländer derart auf die Zunge gebissen, dass er nie wieder ordentlich reden konnte und seine <em>follower </em>((<a href="http://www.twitter.com/unwort" target="_blank">Huch, wie modern</a>!)) haben es ihm nachgemacht?</p>
<p>Mit θicherheit gibt es darauf eine etymologische Antwort<sup>(3)</sup>. Aber die ist langweilig.</p>
<p>Unwort des Tages: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BHaW-KxA0sg" target="_blank">North Cothelstone Hall</a>.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1198" class="footnote">Mathematikerwitz.</li><li id="footnote_1_1198" class="footnote">besser Mund- als Strafraum&#8230;</li><li id="footnote_2_1198" class="footnote">Ich bin ein serviceorientierter Blogger: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Etymologie" target="_blank">Bitteschön</a>.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Wenn Sandra sinnlos sabbelt</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2010/06/07/wenn-sandra-sinnlos-sabbelt/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 19:52:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Literatur der Romantik spiegelt sich die Stimmung des Protagonisten in der Art wider, wie die Natur im Text beschrieben wird. &#8220;Von der Nordsee her aufziehende dichte Wolkenfelder mit gelegentlichem Starkregen bei bis auf 14 Grad fallenden Temperaturen&#8221; trifft meine Stimmung recht gut. Heute ist, sozusagen, ein romantischer Tag. Und gleich Linguistik. Voll geil. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Literatur der Romantik spiegelt sich die Stimmung des Protagonisten in der Art wider, wie die Natur im Text beschrieben wird. &#8220;Von der Nordsee her aufziehende dichte Wolkenfelder mit gelegentlichem Starkregen bei bis auf 14 Grad fallenden Temperaturen&#8221; trifft meine Stimmung recht gut. Heute ist, sozusagen, ein romantischer Tag.</p>
<p>Und gleich Linguistik. Voll geil.</p>
<p>Ich fahre gerade mit meinem Fahrrad und gefühlten 50 Stundenkilometern einen Berg hinunter, da klingelt mein Handy.</p>
<p><em>[069661021...]</em></p>
<p>Frankfurter Nummer. Mir schwant Übles.</p>
<p>&#8220;Guten Tag, Herr Kruse, mein Name ist Sandra Sabblt von der AxelSpringerHubertBurdaMediaAGVerwaltung aus Frankfurt.&#8221;</p>
<p>Sandra sabbelt unbewegt vor sich hin, während ich stumm weiterradle. Einem entgegenkommenden Dozenten winke ich entgeistert zu. Er ignoriert mich.</p>
<p>&#8220;Herr Kruse, ich rufe Sie an, weil Sie vor einiger Zeit mal bei uns bei einem <strong><em>kostenlosen </em></strong>Gewinnspiel mitgemacht haben und dazu habe ich gerade mal ein paar Fragen&#8230;&#8221;</p>
<p>Ich bremse, damit ich nicht von einem Anzugträger im bombastischen schwarzen Mercedes umgenietet werde und sage dann: &#8220;<a href="http://www.das-unwort.de/2008/03/13/bei-anruf-mord-der-bibliothekstragodie-dritter-teil/" target="_blank">Vor einiger Zeit hat mich mal eine Kollegin von Ihnen angerufen</a>. Die habe ich das gefragt, was ich Sie jetzt frage: Woher haben Sie denn eigentlich meine Handynummer?&#8221;<span id="more-1191"></span></p>
<p>&#8220;Ja, Herr Kruse, da ist ja dieses Gewinnspiel&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Unsinn. Warum bin ich denn bei Ihnen registriert, also was kaufe ich denn bei Ihnen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Das weiß ich nicht, ich bin ja in der Verwaltung und nicht in der Buchhaltung.&#8221;</p>
<p>Entweder hat Burda eine total perverse Unternehmensstruktur oder dies ist eine sorgfältig  zurechtgelegte Ausrede. Ich gehe von letzterem aus und frage genervt, während ich mit dem Handy am Ohr schwankend links abbiege<sup>(1)</sup>: &#8220;Und was soll ich bei Ihnen jetzt kaufen?&#8221;</p>
<p>Sandra Sabblt schweigt einen Moment, gibt den potenziellen Kunden aber doch noch nicht auf: &#8220;Zeitschriften!&#8221; Das Wort schwingt noch ein wenig zwischen der prä-regnerischen Kieler und der geschäftig-verschmutzten Frankfurter Luft hin und her.</p>
<p>Da entzündet sich bei Frau Sabblt plötzlich die hell leuchtende Fackel der Erkenntnis: &#8220;Aber Sie haben irgendwie kein Interesse, oder?&#8221;</p>
<p>&#8220;Naja&#8221;, schreie ich, um den gigantischen roten Bus der Nummer 81 zu übertönen, der mich gerade mit nur wenigen Millimetern Abstand überholt, &#8220;ich fahre gerade mit dem Fahrrad einhändig durch Kiel&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Oh!&#8221; &#8211; Sandra Sabblt hat einen Ausstiegsgrund gefunden &#8211; &#8220;ich lege sofort auf&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, brillante Idee.&#8221;</p>
<p>&#8220;Schönen Tag noch.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ebenso.&#8221;</p>
<p>Unwort des Tages: Herr Kruse.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1191" class="footnote">Ein Blondchen im roten Opel schaut mir dabei hinterher, als käme ich von einem anderen Stern &#8211; wohl noch nie einen telefonierenden Fahrradfahrer gesehen&#8230;</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Der Kampf um die Gesundheit</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2010/04/30/der-kampf-um-die-gesundheit/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 21:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
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		<category><![CDATA[Apotheke]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich gebe zu, es war eine schlechte Idee, mit Halsschmerzen am Sonntag um 4.30 Uhr zur Frühschicht zu gehen. Paracetamol sei Dank habe ich es zwar überstanden, wurde aber mit 40 Grad Fieber belohnt. 40 Grad ist im Grunde eine total tolle Temperatur: Alles ist so erfrischend egal. Dringende Dinge, die noch gemacht werden müssen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1155" class="wp-caption alignleft" style="width: 179px"><img class="size-full wp-image-1155" title="Foto: Matthias Balzer, pixelio.de" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2010/04/krank.jpg" alt="Foto: Matthias Balzer, pixelio.de" width="169" height="254" /><p class="wp-caption-text">Foto: Matthias Balzer, pixelio.de</p></div>
<p>Ich gebe zu, es war eine schlechte Idee, mit Halsschmerzen am Sonntag um 4.30 Uhr zur Frühschicht zu gehen. Paracetamol sei Dank habe ich es zwar überstanden, wurde aber mit 40 Grad Fieber belohnt.</p>
<p>40 Grad ist im Grunde eine total tolle Temperatur: Alles ist so erfrischend egal. Dringende Dinge, die noch gemacht werden müssen &#8211; egal! Die Bachelor-Arbeit &#8211; egal! Hausputz, Telefonanrufe, Rechnungen &#8211; egal! 40 Grad fühlt sich an wie eine Herde Hummeln. Und zwar überall.</p>
<p>Jeder hat seine eigene Methode, um mit solcherlei Temperaturen umzugehen. Ich neige dazu, plötzlich unmotiviert loszulachen. Oder mit hochrotem Kopf durch die Wohnung zu hüpfen.</p>
<p>Nach dem Fieber kommen die Halsschmerzen zweiten Grades. Das sind die, die das Drehen das Halses unmöglich machen. Auf einmal kann ich nur noch geradeaus starren. Leider steht da der Fernseher. Und das Nachmittagsprogramm in der deutschen Fernsehlandschaft ist wirklich grauenvoll. Wenn ich nicht schon krank wäre, würde ich es spätestens jetzt.</p>
<p>Ich ringe mich dazu durch, der Apotheke einen Besuch abzustatten. Ich stolziere durch die Stadt wie Robocop &#8211; Blicke nach links und rechts kann ich mir gar nicht leisten. Das Volk schaut mich bewundernd an und jubelt mir mit Blicken zu.<sup>(1)</sup></p>
<p>Meine erste Frage an die gutaussehende Apothekerin &#8211; denn ich weiß, es wird teuer &#8211; lautet: &#8220;Kann man hier mit Karte bezahlen?&#8221; Man kann. Ich schildere Chantal, so nenne ich sie in Gedanken, meine Gebrechen. Sie schaut mich bewundernd an<sup>(2)</sup> und fragt: <span id="more-1151"></span></p>
<p>&#8220;Aber sie haben nicht mal daran gedacht, zum Arzt zu gehen, nein?!&#8221; Ich würde den Kopf schütteln, müsste dazu aber den ganzen Oberkörper mitdrehen. Ich entscheide mich deshalb für ein einfaches</p>
<p>&#8220;Nein.&#8221;</p>
<p>Ich gebe Chantal 40 Euro für Nasentropfen, Taschentücher und ein Wundermittel gegen Halsschmerzen und gehe. Jetzt habe ich auch noch Schmerzen im Geldbeutel.</p>
<p>Im Literaturseminar ist es heiß. Schwitzende Studenten sollen über ein Thema diskutieren, das die meisten von ihnen nicht interessiert und von dem sie keine Ahnung haben. Trotzdem kommt ein angeregtes Gespräch auf der Basis von Nicht- und Halbwissen zustande. Ich leide still, aber effektiv.</p>
<p>Ein Kommilitone kommt in einem philosophischen Monolog zu der Erkenntnis: &#8220;Ich bin viel zu sehr in mir, ich hab gar nicht die Objektivität, um mich selbst zu verstehen!&#8221; Alles nickt beifällig. Ich bin in der Hölle.</p>
<p>Ich putze strafend laut meine Nase &#8211; und beschließe, doch zum Arzt zu gehen. Er soll mich gesund machen. Ich halte das hier nur aus, wenn ich mich auf andere Dinge konzentrieren kann und nicht gezwungen bin, bewegungslos dazusitzen und zuzuhören.</p>
<p>&#8220;Herr Kruse, was kann ich für Sie tun&#8221;, sagt der Herr Doktor und würdigt mich dabei keines Blickes. Ich frage mich, ob er bemerkt hätte, wenn ich anstatt auf dem Patientenstuhl auf der Fensterbank sitzen und meine Beine hinter dem Kopf verknoten würde.</p>
<p>Als Herr Doktor durch sein Diagnosegespräch erfährt, dass ich als Nachrichtensprecher beim Radiosender BlankoFM arbeite, erwacht sein Interesse. Doktor ist leidenschaftlicher BlankoFM-Hörer, erfahre ich, und auch der Sohn. Und wie ist denn das da überhaupt mit Praktikumsmöglichkeiten?</p>
<p>Gegen meine Unpässlichkeit gibt&#8217;s übrigens ein prima Antibiotikum. Ganz was Feines. &#8220;Funktioniert in 80 bis 85% der Fälle.&#8221;</p>
<p>Und ob ich eigentlich schon mal eine Nasenspülung ausprobiert hätte?</p>
<p>Ich unterdrücke meinen Weinreflex.</p>
<p>&#8220;<a href="^http://www.das-unwort.de/2009/08/10/kampf-den-korperflussigkeiten/" target="_blank">Ja, habe ich</a>. Es war&#8230; durchwachsen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Warten Sie mal kurz.&#8221; Sprach&#8217;s und stürmt aus dem Behandlungszimmer.</p>
<p>Er kehrt zurück. In seinen Händen: Eine 1A-Nasendusche.</p>
<p>Ich lächle schicksalsergeben.</p>
<p>&#8220;Schauen Sie mal&#8221;, sagt er, und erklärt mir die Nasendusche in wohlklingenden Worten. &#8220;Probieren Sie das mal aus. Mach&#8217; ich auch immer.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, Herr Doktor&#8221;, sage ich, lächle und gehe.</p>
<p>Immerhin hilft das prima Antibiotikum.</p>
<p>Unwort des Tages: Nase.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1151" class="footnote">Manche sagen, die Leute gaffen mich an und töten mich mit Blicken &#8211; aber die verstehen das nur nicht.</li><li id="footnote_1_1151" class="footnote">Manche sagen&#8230; naja&#8230;</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Studiengebühren oder nicht? Uneinigkeit in der FDP</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/07/28/studiengebuhren-oder-nicht-uneinigkeit-in-der-fdp/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2009/07/28/studiengebuhren-oder-nicht-uneinigkeit-in-der-fdp/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 17:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Unparteiisch]]></category>
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		<description><![CDATA[CDU und FDP sind in Schleswig-Holstein überraschend von ihren Studiengebührenplänen abgerückt. Da das doch irgendwie gar nicht FDP-like ist, habe ich den FDP-Landtagsfraktionen anderer Bundesländer mal die entscheidende Frage gestellt: &#8220;Wie halten Sie&#8217;s mit den Studiengebühren?&#8221; Am 27.9. wird in Schleswig-Holstein der Landtag neu gewählt. CDU und FDP liegen in den Umfragen derzeit eindeutig vorn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-918" title="fdp" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/07/fdp.jpg" alt="fdp" width="148" height="111" />CDU und FDP sind in Schleswig-Holstein überraschend von ihren Studiengebührenplänen abgerückt. Da das doch irgendwie gar nicht FDP-like ist, habe ich den FDP-Landtagsfraktionen anderer Bundesländer mal die entscheidende Frage gestellt: &#8220;Wie halten Sie&#8217;s mit den Studiengebühren?&#8221;<span id="more-913"></span></strong></p>
<p>Am 27.9. wird in Schleswig-Holstein der Landtag neu gewählt. CDU und FDP liegen in den Umfragen derzeit eindeutig vorn &#8211; die Studenten hierzulande werden sich also an den Gedanken gewöhnen müssen, Studiengebühren zu zahlen.</p>
<p>In einer panisch-pathetischen Mail an Presse und Landtagsfraktionen kreischt der aufgescheuchte Kieler AStA am 20. Juli:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Allgemeine Studierendenausschuss der Christian-Albrechts-Universität zu  Kiel betrachtet mit großer Sorge die Entwicklung hin zu  vorgezogenen Neuwahlen zum Landtag Schleswig-Holsteins. (&#8230;) Studiengebühren sind sozial ungerecht. (&#8230;) Insbesondere Abiturienten aus den  unteren Einkommensschichten werden effektiv vom Studium abgeschreckt. Es ist  zu erwarten, dass sich dies vor allem in wirtschaftlich schweren Zeiten  noch verstärken wird.  (&#8230;) Der AStA der Uni Kiel appelliert deshalb im Namen der Studierendenschaft der [Universität Kiel], vor allem an die Fraktionen von CDU und FDP, ihre Pläne  zur Hochschulpolitik und Einführung von Studiengebühren und  eines Hochschulfreiheitsgesetzes zu überdenken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Am 21. Juli dann die Überraschung: Carstensens CDU will doch keine Studiengebühren mehr. Allerdings nicht, weil die Konservativen erkannt hätten, dass die Abgaben widersinnig wären. Vielmehr geht es, wie so häufig, um die Wählergunst: Studiengebühren seien kein<a href="http://www.shz.de/home/top-thema/article/803/cdu-schwenkt-um-keine-studiengebuehr.html" target="_blank"> &#8220;Sympathiethema&#8221;</a>.</p>
<p>Bleibt noch die FDP. Eine Horde Menschen, die nichts lieber wollen als Studiengebühren, sollte man meinen.</p>
<p>Auch hier gibt es per Mail eine Überraschung: Die vom AStA formulierten Befürchtungen seien &#8220;gegenstandslos&#8221;, schreibt der parlamentarische Geschäftsführer der Kieler FDP-Fraktion, Ekkehard Klug, an den Kieler AStA<sup>(1)</sup>. Schließlich habe ein FDP-Landesparteitag schon Ende März beschlossen, &#8220;auf die Erhebung von Studiengebühren zu verzichten&#8221;.</p>
<p>Und tatsächlich: &#8220;Die Erfahrungen mit Studiengebühren zeigen, dass sich die Erwartungen, die in sie gesetzt wurden, nicht erfüllt haben. Mittlerweile wissen wir aus neuesten Untersuchungen, dass Studiengebühren den Zugang zu den Universitäten erschweren&#8221;, sagt Heiner Garg, der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kieler Landtag.</p>
<p>Und am 29. März hat die FDP Schleswig-Holstein doch tatsächlich beschlossen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Bildung ist für Liberale ein Bürgerrecht. Bildung ermöglicht die Entfaltung individueller Talente und Fähigkeiten. Sie ist die Grundlage für ein Leben in Selbstbestimmung. Durch Bildung gewinnt der Einzelne die Voraussetzung, sein Leben selbst gestalten und auch Verantwortung für sich und andere übernehmen zu können. (&#8230;) Aus all diesen Gründen ergibt sich, dass die Finanzierung von Bildung in erster Linie eine öffentliche Aufgabe ist. Das Studium an staatlichen Hochschulen soll daher grundsätzlich frei von Studiengebühren sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bemerkenswert auch folgende Erkenntnis (und man bedenke: Es handelt sich um die FDP!):</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Vorstellung, dass ein höheres Einkommen der Akademiker es alsgerecht erscheinen lässt, zusätzliche Gebühren zu erheben, wird von der beruflichen Realität vieler Arbeitnehmer mit Hochschulabschluss widerlegt.<br />
Tatsächlich ist in vielen Bereichen die Lohnsituation nicht besser als mit einer Ausbildung. (&#8230;) Die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen hat die Zeit- und Einkommenssituation von Studierenden während des Studiums meist negativ verändert. (&#8230;) Die FDP Schleswig-Holstein lehnt deshalb die Einführung allgemeiner<br />
Studiengebühren in Bundesländern ab, wo diese bisher nicht eingeführt wurden. Dies betrifft auch Schleswig-Holstein. Sie fordert ferner die Abschaffung solcher Gebühren dort, wo es diese bereits gibt. Die Mittel für<br />
die Studienfinanzierung sind aus dem allgemeinen Staatshaushalt aufzubringen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Da das nicht zu meinem Bild von der FDP passt und ich mir nicht vorstellen kann, dass die Mitliberalen in Restdeutschland mit dieser Einschätzung übereinstimmen, rufe ich bei den FDP-Landtagsfraktionen in den Bundesländern an, in denen die FDP an der Regierung beteiligt ist.</p>
<p><strong>Baden-Württemberg: </strong>Die routinierte Sekretärin würde mich gerne mit dem bildungspolitischen Referenten verbinden; der gute Herr Paulsen weilt jedoch nicht im Hause. Ob ich morgen noch mal anrufen könne? Können ja, allein der Wille fehlt.</p>
<p><strong>Bayern: </strong>Zusammen mit der gut gelaunten Assistentin der Geschäftsführung (&#8220;Moin, moin!&#8221;) entdecke ich ein schwerwiegendes Problem beim bayrischen FDP-Fraktions-Mailserver. Irgendwann kommen wir doch noch zum Thema und ich zu meinem Gesprächspartner: Pressesprecher Rafael Freckmann wundern die unterschiedlichen Meinungen der FDP-Fraktionen nicht: Bildung sei nun mal Ländersache. Für Bayern jedenfalls gelte, was auf dem FDP-Flyer steht: &#8220;Studienbeiträge tragen dazu bei, die Qualität der Lehre und damit die Qualität der bayerischen Hochschulen weiter zu verbessern.&#8221; Und wie denn das Wetter in Kiel sei?</p>
<p><strong>Hessen: </strong>So ganz haben sich die Hessen vom Studiengebühren-Chaos in ihrem Lande wohl nocht nicht erholt: Pressesprecher Krause möchte angeblich zurückrufen, schweigt jedoch bisher.</p>
<p><em>Nachtrag 29. Juli:</em> Herr Krause ruft mich zurück und teilt mir mit, dass die hessische FDP laut Landesparteitagsbeschluss ganz offiziell gegen Studiengebühren für&#8217;s Erststudium ist.</p>
<p><strong>Niedersachsen: </strong>Die niedersächselnden Liberalen machen früher Feierabend als die Gelben im Rest der Republik: Hier erreiche ich niemanden.</p>
<p><strong>Nordrhein-Westfalen: </strong>Auf der Fraktionshomepage sind gefühlte fünfzig verschiedene Telefonnummern angegeben, die jedoch alle (bis auf eine) auf einen Anrufbeantworter umleiten, den ich erwartungsgemäß mit Nonsens fülle. Während mich die eifrige Telefonistin dann irgendwann zu meinem Gesprächspartner durchstellt, spielt ein gar konservatives Symphonieorchester pompöse klassische Musik &#8211; fast erwarte ich ein Gespräch mit der Bundeskanzlerin oder dem Papst. Jedoch meldet sich nur Florian Keisinger, Referent für Innovation, Wissenschaft, Forschung, Technologie und auch noch einige andere Dinge. Er spricht: &#8220;Wir betonen, dass es [in NRW] Studienbeiträge sind und keine Studiengebühren, weil sie nicht alle Kosten abdecken.&#8221; Etwa 260 Millionen Euro bekommen NRWs Hochschulen jährlich. Dabei sei es ihnen freigestellt, ob sie <span style="text-decoration: line-through;">Gebühren</span> Beiträge erheben oder nicht. Auf die Position der FDP Schleswig-Holstein angesprochen, kommt ein eindeutiges: &#8220;Das sehen wir anders.&#8221; Und: &#8220;Ich kannte die Meinung der FDP in Schleswig-Holstein auch nicht&#8230;&#8221; Im Übrigen solle es in NRW ab diesem Jahr ja Stipendien geben, die bis zu 10% der Studierenden unter die Arme greifen sollen. Auswahlkriterium? &#8220;Leistung&#8221;, sagt er da ungerührt.</p>
<p><strong>FDP-Bundestagsfraktion: </strong>Die gute Frau am anderen Ende der Leitung weiß gar nicht so recht, was sie mit mir machen soll. Ich einige mich schließlich mit mir selber darauf, die Informationen zu verwenden, die auf der Homepage stehen &#8211; auch wenn sie vom Oktober 2008 sind. Ob es denn etwas Neueres gebe? &#8220;Nee, dann gibt&#8217;s wohl nix Neueres.&#8221; Nun gut. Uwe Barth, der hochschulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, sagt also (im Oktober 2008), dass man der abschreckenden Wirkung von Studiengebühren (die seine FDP-Kollegen im Norden gerade zugegeben haben) mit verbesserter Beratung entgegentreten müsse. Er findet aber auch (im September 2008), dass &#8220;sich Studierwillige nicht von Studiengebühren abhalten lassen, ein Studium aufzunehmen.&#8221; Dann ist ja gut.</p>
<p>In Schleswig-Holstein (<em>Nachtrag 29. Juli:</em> und auch in Hessen) ist das dann wohl anders. Aber Bildung ist ja ohnehin Ländersache.</p>
<p>Eine Partei, viele Meinungen zu ein- und derselben Frage. Soll ja erlaubt sein. Unter Beachtung der Tatsache, dass die CDU in Schleswig-Holstein nun von Studiengebühren und der gerade erst eingeführten Trennung von Regional- und Gemeinschaftsschulen abrückt und die SPD in Schleswig-Holstein die ebenfalls gerade erst eingeführte Profiloberstufe wieder abschaffen will, werde ich das Gefühl nicht los, dass sich in der Bildungspolitik eine gewisse Beliebigkeit breitmacht. Die durch PISA geschockte Öffentlichkeit verlangt, dass die Politik etwas unternimmt &#8211; nur was das Richtige ist, scheint niemand zu wissen. Oder wissen zu wollen: Denn ein garantiert erfolgreicher Weg aus der Bildungsmisere könnte Geld kosten. Viel Geld.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_913" class="footnote">die Mail liegt mir vor</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8230; und jetzt beugen &#8230; sehr gut! &#8230; noch etwas tiefer&#8230; !</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 18:48:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Beugung]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Verben]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutsch ist zwar eine schöne, aber auch eine ziemlich schwere Sprache. Das merkt man zum Beispiel daran, dass es bei zwei anscheinend ähnlichen Wörtern wie schwer und schwierig immer wieder Probleme in der Verwendung gibt, wie ich eben unglaublich anschaulich demonstriert habe. Und bei anscheinend und scheinbar übrigens auch. Wenden wir uns mit Grausen von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_891" class="wp-caption alignleft" style="width: 292px"><img class="size-medium wp-image-891" title="(Foto: Ugo Cei)" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/07/gym-300x260.jpg" alt="(Foto Ugo Cei)" width="282" height="245" /><p class="wp-caption-text">(Foto: Ugo Cei)</p></div>
<p>Deutsch ist zwar eine schöne, aber auch eine ziemlich schwere Sprache. Das merkt man zum Beispiel daran, dass es bei zwei anscheinend ähnlichen Wörtern wie <em>schwer </em>und <em>schwierig </em>immer wieder Probleme in der Verwendung gibt, wie ich eben unglaublich anschaulich demonstriert habe. Und bei <em>anscheinend </em>und <em>scheinbar </em>übrigens auch.</p>
<p>Wenden wir uns mit Grausen von Adjektiven und Adverbien ab und den Verben zu. Wie Sie wahrscheinlich wissen, gibt&#8217;s im Deutschen zwei Grüppchen von Verben: <span style="text-decoration: line-through;">Ost und West</span> starke und schwache. Die werden verschieden gebeugt. Ich demonstriere Ihnen das jetzt mal:</p>
<p>Ein schüchternes, zurückhaltendes, unterdrücktes, leicht zu beeinflussendes schwaches Verb ist zum Beispiel <em>kacken</em>. Setzt man dies ins Präteritum, so heißt es: <em>Er kackte</em>.<span id="more-884"></span></p>
<p>Ein aggressives, unterdrückendes, mächtiges, gewaltbehaftetes starkes Verb ist zum Beispiel <em>vertragen</em>. Setzt man dies ins Präteritum, so heißt es: <em>Er vertrug</em>.</p>
<p>Nachdem wir uns dies noch ein mal genau betrachtet haben, stellen wir ernüchtert fest: Es gibt einen Unterschied. Sehen Sie selber, nä? Fragen Sie aber nicht nach dem Grund des Unterschieds. Fragen Sie bei Sprache sowieso nie nach dem Grund. Sprache ist grundlos grundlos. Und zwar gründlich.</p>
<p>Ebenso ernüchtert stellen wir fest: Das Vorhandensein dieser beiden Verbgrüppchen hat nicht nur keinen Grund, sondern es ist auch noch in sich erschreckend unlogisch: <em>Verklagen </em>klingt wie <em>vertragen</em>, denkt man<sup>(1)</sup> und müsste doch nach demselben Prinzip gebeugt werden. Dementsprechend müsste es doch <em>er verklug </em>heißen, richtig?</p>
<p>Für die Legastheniker unter Ihnen: <em>Er verklug </em>ist aber <em>nicht </em>korrekt.</p>
<p>Ich habe somit nachgewiesen, dass das alles überhaupt keinen Sinn hat. Warum, könnten wir uns nun fragen, warum beugen wir unsere Verben gerade so und nicht anders? Die Antwort darauf ist einfach: Beugten wir anders, klänge es beschissen.</p>
<p>Stellen Sie sich vor, es gäbe nur starke Verben.<sup>(2)</sup> Was das für Folgen hätte! Ich habe da mal eine kleine Tabelle der erschreckendsten Veränderungen vorbereitet:</p>
<p></p>
<table class="wptable rowstyle-alt" id="wptable-1" >
	<thead>
	<tr>
		<th class="sortable" style="width:250px" align="left">Präsens</th>
		<th class="sortable" style="width:250px" align="left">Präteritum</th>
	</tr>
	</thead>
	<tr>
		<td style="width:250px" align="left">schmecken</td>
		<td style="width:250px" align="left">er schmock</td>
	</tr>
	<tr class="alt">
		<td style="width:250px" align="left">weiterleiten</td>
		<td style="width:250px" align="left">er litt weiter</td>
	</tr>
	<tr>
		<td style="width:250px" align="left">reifen</td>
		<td style="width:250px" align="left">er riff</td>
	</tr>
	<tr class="alt">
		<td style="width:250px" align="left">streben</td>
		<td style="width:250px" align="left">er stribb</td>
	</tr>
	<tr>
		<td style="width:250px" align="left">speisen</td>
		<td style="width:250px" align="left">er sposs</td>
	</tr>
	<tr class="alt">
		<td style="width:250px" align="left">wischen</td>
		<td style="width:250px" align="left">er wosch</td>
	</tr>
	<tr>
		<td style="width:250px" align="left">vergilben</td>
		<td style="width:250px" align="left">er vergolb</td>
	</tr>
	<tr class="alt">
		<td style="width:250px" align="left">erleuchten</td>
		<td style="width:250px" align="left">er erlauch</td>
	</tr>
	<tr>
		<td style="width:250px" align="left">spucken</td>
		<td style="width:250px" align="left">er spock</td>
	</tr>
	<tr class="alt">
		<td style="width:250px" align="left">schniefen</td>
		<td style="width:250px" align="left">er schnoff</td>
	</tr>
</table><p>
</p>
<p>Bei <em>drehen </em>und <em>flehen </em>müssten wir uns entscheiden: Beugen wir es wie <em>gehen </em>oder wie <em>sehen</em>? Oder gar wie <em>verstehen</em>? Die Resultate sind gleich bescheiden: Er <em>dring</em>, er <em>flah</em>, er <em>drand</em>.</p>
<p>Fazit: Seien wir froh, dass wir so beugen, wie wir beugen. Das ist zwar nicht logisch und auch für Fremdsprachler kaum nachvollziehbar, aber immerhin <em>klingt </em>es gut.</p>
<p>Unwort des Tages: Weitergelitten.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_884" class="footnote">Rein sprachlich natürlich. Nicht vom Inhalt her.</li><li id="footnote_1_884" class="footnote">Das klingt leicht rechtsradikal, ist aber im Grunde gar nicht so gemeint.</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>War doch gar nicht so gemeint&#8230;</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2009/07/02/war-doch-gar-nicht-so-gemeint/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 21:56:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich brauche einen hellsehenden Wecker. Es ist ja so, dass es bei diesen neuartigen Weckern mit Digitalanzeige diese erbauliche Snooze-Funktion gibt: Willibald Wecker klingelt, ich schlage ihn, er schweigt still und klingelt in fünf Minuten erneut. Sozusagen wie eine fürsorgliche Mutter(1)  (&#8220;Oooch Mama &#8230; nur noch fünf Minuten&#8230;&#8221;). Oder auch wie ein Geschlechts- bzw. Lebensabschnittspartner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_876" class="wp-caption alignleft" style="width: 254px"><img class="size-full wp-image-876" title="Was will Willibald Wecker wirklich? Wundersam." src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2009/07/willibald.jpg" alt="Was will Willibald Wecker wirklich? Wundersam." width="244" height="269" /><p class="wp-caption-text">Was will Willibald Wecker wirklich? Wundersam.</p></div>
<p>Ich brauche einen hellsehenden Wecker.</p>
<p>Es ist ja so, dass es bei diesen neuartigen Weckern mit Digitalanzeige diese erbauliche Snooze-Funktion gibt: Willibald Wecker klingelt, ich schlage ihn, er schweigt still und klingelt in fünf Minuten erneut. Sozusagen wie eine fürsorgliche Mutter<sup>(1)</sup>  (&#8220;Oooch Mama &#8230; nur noch fünf Minuten&#8230;&#8221;). Oder auch wie ein Geschlechts- bzw. Lebensabschnittspartner (&#8220;Ey du Sau, was weckst du mich so früh? Komm in fünf Minuten noch mal wieder!&#8221;). <span id="more-874"></span></p>
<p>Wenn man, so wie ich, zu blöd ist, zwischen Snooze und Aus-Schalter zu unterscheiden und aus Versehen den Aus-Schalter betätigt, dann gibt es folgendes Problem:</p>
<p>Willibald tut wie befohlen und meldet sich nie wieder<sup>(2)</sup> und das aufzuraffende Objekt (also ich) schläft. Stundenlang. Gnadenlos.</p>
<p>Danach:</p>
<p>Hochschrecken aus dem Schlaf.</p>
<p>Blick zu Willibald.</p>
<p>Schrecksekunde.</p>
<p>Fluch.</p>
<p>Willibald grinst hämisch.</p>
<p>Panik.</p>
<p>Keine Dusche. Kein Frühstück.</p>
<p>Aufbruch.</p>
<p>Hektisches Geradel.</p>
<p>Klopfen. Türöffnen.</p>
<p>40 Augenpaare gucken leicht erstaunt. Eines davon versucht sich an einem strengen Dozenten-Blick. Es misslingt.</p>
<p>Ich spreche: &#8220;Hi. I&#8217;m sorry&#8221;, grinse die zwei bösen Augen müde an und verschwinde in der ersten Reihe (denn es ist kein anderer Platz mehr frei).</p>
<p>Das alles könnte vermieden werden, wenn ich einen intelligenten Wecker hätte. Einen Wecker, der versteht, wenn ich das mit dem Ausschalten eigentlich gar nicht so meine. Der dann irgendwann einfach mal durchgreift und anstelle des üblichen &#8220;Düdelidüüt, düdelidüüt&#8230;&#8221; apokalyptisch Erweckendes wie zum Beispiel &#8220;Dragosta Din Tei&#8221; spielt. In wachsender Lautstärke.</p>
<p>Der genau weiß, wann ich eigentlich aufstehen muss. Und der mir auf die Finger haut, wenn ich dann auf Snooze drücken will.</p>
<p>Sowas will ich. Sind Erfinder im Raum?</p>
<p>Unwort des Tages: Morgenstund.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small><br>
<hr style="width: 20%; color: #eee;"><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_874" class="footnote">Es ist mir bewusst, dass Mütter nicht klingeln. Aber es geht ums Prinzip. Verstehen Sie.</li><li id="footnote_1_874" class="footnote">Vielleicht wundert er sich im Stillen: Warum will er, dass ich klingele, wenn er dann sowieso weiterpennt?!</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Sache mit der Motivation</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/12/17/die-sache-mit-der-motivation/</link>
		<comments>http://www.das-unwort.de/2008/12/17/die-sache-mit-der-motivation/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Dec 2008 13:45:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Blogjulklapp]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Folgenden finden Sie einen Gastbeitrag der Kollegin Hikari, der aus Konnas kreativer Idee eines Blogjulklapps resultiert. Die Motivation. Sie wird folgendermaßen erläutert bei Wikipedia: &#8220;Motivation (von lat. motus, „Bewegung“) bezeichnet &#8230; einen Zustand des Organismus, der die Richtung und die Energetisierung des aktuellen Verhaltens beeinflusst. Mit der Richtung des Verhaltens ist insbesondere die Ausrichtung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-651" title="Blogjulklapp" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/12/blog-julklapp.jpg" alt="Blogjulklapp" width="251" height="72" />Im Folgenden finden Sie einen Gastbeitrag der Kollegin <a href="http://hikari.twoday.net" target="_blank">Hikari</a>, der aus Konnas kreativer Idee eines <a href="http://konna.pytalhost.de/2008/11/11/blogjulklapp-2008-es-geht-wieder-los/" target="_blank">Blogjulklapps </a>resultiert.</em></p>
<p>Die Motivation. Sie wird folgendermaßen erläutert bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Motivation" target="_blank">Wikipedia</a>: &#8220;Motivation (von lat. motus, „Bewegung“) bezeichnet &#8230; einen Zustand des Organismus, der die Richtung und die Energetisierung des aktuellen Verhaltens beeinflusst. Mit der Richtung des Verhaltens ist insbesondere die Ausrichtung auf Ziele gemeint. Energetisierung bezeichnet psychische Kräfte, die das Verhalten antreiben. Ein Synonym von Motivation ist „Verhaltensbereitschaft“.&#8221;<br />
<span id="more-650"></span><br />
Motivation. Eine komische Sache. In vielen Bereichen der Forschung ist sie ein fester Bestandteil &#8211; einige haben ihr sogar einen speziellen Bereich gewidmet. Es gibt tausende Modelle zur Erklärung. 1000 Wege und Anleitungen, wie man sie steuern kann. Es gibt Trainer, Coaches, Techniken, Literatur. Es gibt Motivationssemester und Motivationsverlust. Ein unausschöpflicher Bereich des Menschen.</p>
<p>Woran das liegt? Nun, vielleicht zum Beispiel daran: &#8220;Meine Motivation rennt nackig mit &#8216;nem Cocktail über die Wiese&#8221;. Eine Gruppe im <a href="http://www.studivz.net" target="_blank">StudiVZ</a>.</p>
<p>Die Motivation, die wir im Alltag meist meinen, ist nicht die allgemeine Verhaltensbereitschaft oder die Tatsache, dass auch das Aufschieben unserer Arbeiten eine Motivation hat. Nein. Wenn wir von Motivation sprechen, dann meinen wir diese immer in Verbindung mit unseren Aufgaben &#8211; als Schüler, als Studenten, als Auszubildende oder als Berufstätige. Und meist, wenn wir nach ihr suchen, dann handelt es sich um eher negative Aufgaben. Und man ist plötzlich ganz motiviert, andere Dinge zu tun. Fenster putzen zum Beispiel. Oder unterm Bett staubsaugen. Einkaufen. Bücher abstauben. Handtücher falten. Servietten-Ringe basteln. Fotos einkleben. Egal &#8211; Hauptsache nur nicht das tun, was man tun sollte. Denn das ist ja Pflicht und wer will sich schon Pflichten hingeben?</p>
<p>Das wäre also der nächste Punkt &#8211; sobald es um Pflichten geht, rennt die Motivation schneller weg, als wir gucken können. Und dann stehn wir doof da und glotzen ihr sabbernd und lethargisch hinterher. Toll. Und das ist der Höhepunkt der Evolution, die Schöpfung Gottes. Was soll man dazu noch sagen?</p>
<p>Und so begeben sich tausende Menschen täglich auf die Suche nach der Motivation. Auf die Suche nach der Muse. Auf die Suche nach der Lösung ihrer blöden Pflichten &#8211; oder nach der Lösung, wie sie da am besten drum herum kommen.</p>
<p>Und während ich grübelte, was für eine Art Beitrag ich schreiben sollte, während ich die letzten Wochen grübelte, wie ich meine Motivation wieder finden könnte &#8211; hat es sich alles von allein gegeben. Es gibt Begebenheiten, die einen daran erinnern, warum man etwas angefangen hat. Und die zusätzlich daran erinnern, dass Pflichten auch Spaß machen können. Es kommt eben nur auf die Einstellung dazu an.</p>
<p><a href="http://hikari.twoday.net" target="_blank">Hikaris</a> Unwort des Tages: Motivationssuche.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Bildung ist ein prozessualer Begriff!!!</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Nov 2008 23:10:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Universität ist ein Hort des Wissens. Doch nicht nur das &#8211; die Universität beherbergt auch große Traditionen. Große Ansprüche. Große Egos. Besonders unter Geisteswissenschaftlern begegnet einem oft ein gewisser Habitus. Zum Beispiel die Tendenz zu Fremdwörtern. Habitus &#8211; ein Wort, das man beim Aldi nicht sagt. Und nicht mal bei Karstadt. Nur im Hörsaal, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-568" title="Schicke Bestuhlung in einem Hörsaal - lädt zum, ähm, Verweilen ein, nicht wahr? " src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/11/hoersaal.jpg" alt="" width="323" height="240" />Die Universität ist ein Hort des Wissens. Doch nicht nur das &#8211; die Universität beherbergt auch große Traditionen. Große Ansprüche. Große Egos.</p>
<p>Besonders unter Geisteswissenschaftlern begegnet einem oft ein gewisser Habitus. Zum Beispiel die Tendenz zu Fremdwörtern. Habitus &#8211; ein Wort, das man beim Aldi nicht sagt. Und nicht mal bei Karstadt. Nur im Hörsaal, da ist es etwas gern Gesagtes. Nominalisierte Partizipien vermag das erstaunte Ohr ebenfalls oft wahrzunehmen. Auch grammatische Fachbegriffe und rhetorische Stilmittel wie beispielweise Personifikationen werden oft eingesetzt. Und so. <span id="more-567"></span></p>
<p>&#8220;Bildung ist ein prozessualer Begriff!&#8221;, rief Prof. Dr. Horatschek der schnarchenden Studentenschaft in ihrer Vorlesung über den englischen Bildungsroman des 19. Jahrhunderts mit zur Faust geballter Hand zu. Was sie damit genau meint, führte sie in fünf weniger faustballenden Powerpoint-Folien aus. Eine geschlagene Stunde lang.</p>
<p>Was aber nun ein prozessualer Begriff tatsächlich ist &#8211; keine Peilung. Ist aber auch nicht wichtig, denn das Adjektiv &#8220;prozessual&#8221; ist mir in freier Natur eigentlich noch nie begegnet. Aber es klingt richtig cool, Frau Horatschek, <em>thumbs up</em>!</p>
<p>Um dem Selbstanspruch der Geisteswissenschaften gerecht zu werden, brauchte die auf Deutsch gehaltene Anglistikvorlesung noch eine Prise imaginärer Eloquenz. Und so zitierte Prof. Dr. Horatschek dann auch hingebungsvoll des Herrn Lothar Fietz&#8217; neueste Weisheit, die sich folgendermaßen liest:</p>
<p><em>&#8220;Die Voraussetzung von einheitlichen Kulturen sind erkenntnistheoretisch nicht relativierte oder problematisierte Ontologien, welche die Illusion objektiver Erkenntnis</em> <em>erzeugen, in der das problematische Verhältnis von Welt und Welterklärungsmodell verschwimmt oder bewußt verwischt wird. Ontologisierte Anschauungssysteme enthalten sich genauso wie die sie affirmativ umsetzende Literatur einer Erkenntnis und wahrheitstheoretischen Problematisierung eben jenes Verhältnisses und tragen so zu eine </em>[sic] <em>andauernde Reiffizierung und Stereotypisierung überholbarer Anschuungsmodelle bei.&#8221; </em></p>
<p>Es ist ja nun nicht so, dass man das auch einfacher sagen könnte, nicht wahr, Herr Fietz? Aber es gehört eben zum Habitus eines Herrn Fietz, die Texte so zu schreiben, dass man sie nur versteht, wenn man ähnlich gepolt ist wie er. Ich bin es nicht. Und der Rest meines Semesters auch nicht, wie ich dem Verhalten meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen (sagen Sie das zehn Mal hintereinander!) entnehmen kann. Einige sägen fleißig Eichenholz (zwar besonders hart, brennt aber angenehm lange), andere diskutieren Fachfremdes, schreiben SMS oder lesen die Tagespresse. Letztere sind Schuld, dass man diese Vorlesung also doch als Bildungsveranstaltung bezeichnen kann.</p>
<p>Fietz ist so weise, so erhaben gar, dass für ihn selbst die Regeln der deutschen Grammatik nicht mehr zu gelten scheinen &#8211; <em>nur Lothar Fietz darf</em> <em>&#8220;beitragen zu&#8221; mit dem Akkusativ konstruieren!</em> Sonst keiner! Oder &#8211; weniger spektakulär, aber wahrscheinlicher: Prof. Horatscheks unterbezahlte Tippse hat sich beim Erstellen der Folie verschrieben.</p>
<p>In regelmäßigen Abständen fühlt sich Prof. Horatschek genötigt, aus der Rolle der eloquent Vortragenden in die Rolle der entnervt Ermahnenden zu fallen, indem sie den finstersten möglichen Blick aufsetzt, über ihre Brille hinweg in die Gesichter der Studenten schaut (zumindest in die Gesichter derjenigen, deren Köpfe nicht auf den Tischen ruhen) und blafft: &#8220;Das wird mir hier zu unruhig.&#8221;</p>
<p>Komischerweise sagt sie da nicht: &#8220;Studentische Gespräche &#8211; wiewohl auf fachlicher Basis gewünscht &#8211; die über einen gewissen Lärmpegel hinausgehen, der von jedem Lehrenden anders definierbar ist, können den reibungslosen Ablauf der Vorlesung durchaus effektiv stören und sind deshalb im Interesse der Bildung zu unterlassen&#8221;.</p>
<p>Möglicherweise muss der Student von heute auch einfach eine gewisse Menge an bewusstseinserweiternden Mitteln zu sich genommen haben, um dem wirren Gefasel der Wissenschaftler effektiv und nachhaltig folgen zu können. Es wäre wert, es auszuprobieren. Freiwillige vor.</p>
<p>Ich schließe mit folgendem erleuchtenden Zitat des beliebten weißen Weisen Ulrich Seeber, der einst sprach (oder schrieb): <em>&#8220;Erst mit wachsender Innenlenkung wird das Selbst in den Mittelpunkt des Erlebens gerückt und erfährt sich vor dem Horizont wahlweiser Möglichkeiten seiner Existenzgestaltung.&#8221; </em></p>
<p>Weiße Bescheid.</p>
<p>Unwort des Tages: Reiffizierung überholbarer Anschauungsmodelle.</p>
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		<title>Zur Einordnung des jamaikanischen Kaltschnäuzigen Eckspringlers</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Oct 2008 23:41:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich freue mich, dass sich der beliebte Biologe Prof. Dr. Boris Brunft zu einem Gastbeitrag auf meinem Blog herabgelassen hat. Viel Spaß bei der Lektüre seiner kurzen Auslassung über die Einordnung des jamaikanischen Kaltschnäuzigen Eckspringlers. Der sich einst vom im nordamerikanischen Hochland lebenden Gewurstelten Ringelwurm durch allopatrische Artbildung separiert habende Kaltschnäuzige Eckspringler (hopfus cnaucus frigidus) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_511" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><img class="size-full wp-image-511" title="Boris Brunft" src="http://www.das-unwort.de/wp-content/uploads/2008/10/brunft.jpg" alt="Boris Brunft" width="290" height="338" /><p class="wp-caption-text">Prof. Dr. Boris Brunft</p></div>
<p><em>Ich freue mich, dass sich der beliebte Biologe Prof. Dr. Boris Brunft zu einem Gastbeitrag auf meinem Blog herabgelassen hat. Viel Spaß bei der Lektüre seiner kurzen Auslassung über die Einordnung des jamaikanischen Kaltschnäuzigen Eckspringlers.</em></p>
<p>Der sich einst vom im nordamerikanischen Hochland lebenden Gewurstelten Ringelwurm durch allopatrische Artbildung separiert habende Kaltschnäuzige Eckspringler (<em>hopfus cnaucus frigidus</em>) ähnelt phänotypisch dem hierzulande ansässigen Wald- und Wiesenhasen (<em>hasus cnactus</em>), jedoch auch dem etwas kleineren Nanking-Hasen (<em>hasus no hau</em>), von dem er sich lediglich durch die bemerkenswerte Größe sowie die Ausbildung der hinteren Gliedmaßen und die Ausbildung der Augenpartie unterscheidet.<span id="more-509"></span></p>
<p>Zusammen mit den zuvörderst genannten Organismen und dem gemeinhin gemein genannten französischen Feldhasen (<em>hasus &#8216;asus</em>), dessen Vorkommen auf Korsika mittlerweise durch neueste Forschungen zweifelsfrei belegt ist (Inselhopping) [1] sowie dem kleinen australischen Springkaninchen (<em>hopfus australicus</em>), dem Tasmanischen Hasenwolf (<em>hasus rabiatus</em>) und dem kleinwüchsigen Runzelhäschen aus dem tiefsten Uganda (<em>hasulus runculus parvus</em>) bildet der Kaltschnäuzige Eckspringler die Gattung der Hasia. Die Gattung bildet gemeinsam mit der Gattung der Cnuspria, zu der unter anderem der Gemeine Haushamster (<em>cnusprus crunchi</em>) und das ebenso gemeine hüpfende Wald-, Wiesen-, Baum-, Fluss-, Moor-, Marsch-, Geest und Berghörnchen (<em>cnusprus hopfus omnia et ubique</em>) sowie die stupide Feldmaus (<em>mauseles stupidus</em>) gehören, die Familie der Hüpfide.</p>
<p>Zu den homologen und gelegentlich auch analogen Merkmalen dieser Familie gehören die Membranen der Mitoprombien, die in einer signifikanten Rechtsdrehung gewurstelt sind &#8211; im Unterschied zum Beispiel zur Familie der Schlotteride, deren Membranen in sich geknottert sind, um die Wärme besser zu speichern.</p>
<p>Ursache für die Rechtsdrehung ist nach Molch [2] das doppelt gerasterte Bombodrom c-Molekül, das wegen seiner in sich linksseitig gekrisslten Struktur litotisch eine Rechtsdrehung möglich macht, indem es das ansonsten gern blockierende Glnprztpsstycipitin absorbiert und in Glasnostein umwandelt, das eine weitere Veränderung der inneren Zustände nicht mehr verhindern will.</p>
<p>Molch gelangt zu weiteren Erkenntnissen: Die Hasia seien stärker als bisher vermutet mit B2-Sumstiden wie Mücken (<em>parvus summsel</em>) und Extremistischen Dunkelmotten (<em>flens summsel magno cum terrore</em>) verwandt, da sie beide gleichermaßen keinerlei Licht- beziehungsweise Dunkelreaktion mit oder ohne ATP und NSDP zur Gewinnung von Lebenskraft (Animasität) verwendeten.</p>
<p>Fürderhin sei die Verwandtschaft zu handelsüblicher Trockenhefe nach einer ausführlichen Untersuchung frequentierter Aminosäuresequenzen im Polyeptidanteil des Cytochroms c äußerst nahe und betrage inzwischen hypothetischerweise weniger als 182 NndE [3]. Das ist deutlich weniger als noch vor 200 Jahren.</p>
<p>[1] d&#8217;Uepf, Jean-Claude Pierre Gérard: La Corse et les &#8216;ases &#8216;uepfendes: &#8216;opping des îles dans les temps modernes (avec des &#8216;ases). Marseille 2008.</p>
<p>[2] Molch, Mick: DIe hämischen Hasia. Pforzheim ²2003, S. 541ff. NB auch Anm. 63, S. 45.</p>
<p>[3] nicht näher definierbare Einheit</p>
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		<title>Die Geschichte von Karl, der sich zuerst mit Zwentibold und dann mit Giselbert anlegte und schließlich Herrscher von ganz Lothringen wurde</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 20:44:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es sind Geschichten, wie sie nur das Mittelalter schreibt. Und, darauf basierend, heutige Daily Soaps wie GZSZ beziehungsweise Telenovelas wie &#8220;Frieda im Glück&#8221;/&#8221;Laura mit Rock im Wald sich freut&#8221;/&#8221;Julias Weg zum Ruhm&#8221;/&#8221;Anjas neuer Matratzenladen&#8221; etc. Die Geschichte geht so: Da ist einer, der heißt Karl, der Sohn von Ludwig, der wiederum Sohn von Karl war. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind Geschichten, wie sie nur das Mittelalter schreibt. Und, darauf basierend, heutige Daily Soaps wie GZSZ beziehungsweise Telenovelas wie &#8220;Frieda im Glück&#8221;/&#8221;Laura mit Rock im Wald sich freut&#8221;/&#8221;Julias Weg zum Ruhm&#8221;/&#8221;Anjas neuer Matratzenladen&#8221; etc.</p>
<p>Die Geschichte geht so:</p>
<p>Da ist einer, der heißt Karl, der Sohn von Ludwig, der wiederum Sohn von Karl war. Ludwig starb, kurz bevor seine schöne Frau Adelheid (Tochter von Adalhard) seinen Sohn Karl gebären konnte. Weil sich aber Ludwig von seiner Frau Ansgard getrennt hat und noch zu ihren Lebzeiten seine zweite Frau Adelheid schwängerte, ist Karl ein Bastard.</p>
<p>Karl sollte eigentlich König werden, wie sein Vater (Ludwig) und dessen Vater (Karl). König wird aber erstmal ein Mann mit dem klangvollen Namen Odo, anerkannt durch Arnulf, der auch König ist. Fulko der Erzbischof und Heribert der Graf wollen aber Karl zum König machen, was auch Arnulf nach leichter Überredung einsieht. Arnulf aber wendet sich dann wieder gegen Karl und entscheidet sich für Odo, was Fulko und Heribert nicht toll finden. Nur Arnulfs Sohn Zwentibold bleibt bei Karl. Allerdings wenden sich nun auch Fulko und Herbiert gegen Karl, so dass er in die schönen lothringischen Lande fliehen muss. Aus Frust heiratet er die quirlige Frederun.<span id="more-339"></span></p>
<p>Weil Odo nun jedoch abnippelt, wird Karl doch König, was ihn sehr freut. Fulko wird sein Erzkanzler und Herivaeus, den auch Odo schon kannte und mochte, wird Notar.</p>
<p>Nun könnte alles gut sein, wäre da nicht der böse <em>Robert</em>, seines Zeichens Odos Sohn. Der wird gar plötzlich ganz mächtig und für Karl zu einer Gefarl, ähh, Gefahr. Zwischendrin segnet Frederun erst Ihren Mann und dann das Zeitliche.</p>
<p>Karl will aber auch Lothringen haben und wird dabei von Reginar unterstützt, muss sich dabei aber mit dem dort herrschenden Zwentibold anlegen. Das schafft Karl leider nicht so ganz, kann sich dafür aber mit Rollo, dem rolligen Wikingerkönig, einigen. Außerdem heiratet er die englische Schönheit Eadgifu Ogiva, deren Namen er nicht aussprechen kann, und schreiben auch nicht, aber das stört Eadgifu nicht, weil sie seine Sprache ohnehin nicht versteht.</p>
<p>Zwentibolds Herrschaft in Lothringen ist nun aber vorbei, und es fällt an Ludwig (einen anderen, nicht Karls Vater) beziehungsweise Ludwigs Herzog Gebhard, der mit Konrad verwandt ist. Der Herzog aber fällt im Kampf gegen die Ungarn, und Reginar, der ja auch in Lothringen ist, mag Ludwig und Konrad auf einmal nicht mehr. Als dann Ludwig den Löffel abgibt und Konrad zum König gewählt wird, lässt sich Reginar wieder von Karl helfen, der ja auch Lothringen will. Diesmal hat Karl Glück und darf in Lothringen weiterspielen.</p>
<p>Konrad ärgert sich gar sehr, während sich Karl und Reginar freuen. Ratbod allerdings, der Erzbischof von Beruf ist und der Reginar gar nicht abkann, wird auch von Karl eingestellt. Das Problem dieser Rivalität erledigt sich, als Reginar und auch Ratbod in seltener Eintracht kurz hintereinander über den Jordan gehen. Dem Ratbod folgt Ruotger nach und Reginars Sohn heißt Giselbert. Die sind gemeinschaftlich empört über den Aufstieg des Emporkömmlings Hagano, der vielleicht mit Frederun verwandt ist, vielleicht aber auch nicht.</p>
<p>Giselbert und seine Kumpanen finden Konrad doof, der ja König auf der anderen Seite ist. Der haucht allerdings nun sein Leben aus und ihm folgt nach ein Sachse namens Heinrich. Heinrich und Giselbert können sich besser leiden, was für Karl ungute Folgen hat. Denn Karl mag Hagano, aber alle anderen, also Giselbert und auch Heinrich, die mögen Hagano nicht. Doch die Wogen glätten sich noch einmal, weil Herivaeus, der immer noch lebt, gut reden kann.</p>
<p>Zwischendurch möchte auch Johann, der eine Papstmütze auf hat, noch etwas dazu sagen, und schreibt einen laaaaaaangen Brief, der eigentlich keinen interessiert, weil es da um so grundsätzliche Dinge geht wie &#8220;Wer darf denn eigentlich ein Bistum vergeben?&#8221;. Der Brief ist adressiert an Hermann, der Bischof ist und Heinrich mag. Heinrich hat also in Karls Gebiet eingegriffen, worüber sich Karl gar fürchterbar aufregt. Heinrich und Karl schließen mitten auf dem Rhein aber einen kleinen Vertrag und mögen sich wieder, was Karl aber nichts mehr nützt, weil er nämlich dann gestürzt wird, weil er Hagano, den er wirklich mag, ein Kloster schenken will, das aber seiner (also Karls) Tante Rothild gehört, der Tochter von Karl (also Karls Opa). Hugo, Roberts Sohn und Rothilds Schwiegersohn, zettelt einen Aufstand gegen Karl an, an dem sich auch Giselbert beteiligt. Robert wird jetzt König und keiner mag Karl mehr; Robert nippelt jetzt aber ab, als er gegen Karls Heer verliert, was Karl freut, ihm aber nichts bringt, weil er so blöd ist, sich von Heribert (einem anderen!) gefangennehmen zu lassen. Er wird ins Verlies geworfen und seine Frau Eadgifu Ogiva flieht mit einem Sohn, den sie noch schnell vorher geboren hat, nach England zu ihrem Vater Edward, der aber ein Jahr später vor Schreck stirbt (er hat eine hohe Latenzzeit). Jetzt wird Rudolf König, der Sohn von Richard und Schwiegersohn von Robert, der ja in der Schlacht gegen Karl abgenippelt war.</p>
<p>Wenn dies nicht der derzeitige Stand der Forschungen zum westfränkischen König Karl III. wäre, könnte man meinen, das sei dem wirren Hirn eines unterbezahlten Drehbuchautors entsprungen. Das Mittelalter war, wie Sie sehen, nicht unbedingt nur düster, sondern auch Schauplatz etlicher Familientragödien und Intrigen. Verurteilen Sie unsere mittelalterlichen Vorfahren aber nicht zu schnell! Denn wer weiß, was Sie aushecken würden, wenn Sie Giselbert hießen&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: Karl.</p>
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		<title>Von schwulen Zwergen und blasenden Walen &#8211; ein linguistischer Artikel</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2008/07/16/von-schwulen-zwergen-und-blasenden-walen-ein-linguistischer-artikel/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 06:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erschreckend wenige Menschen befassen sich wirklich bewusst mit dem, was sie die meiste Zeit des Tages tun: reden. Sie nehmen einfach so hin, dass sie den Mund aufmachen und da dann unsinnige Laute herauskommen, die, klebt man sie in Gedanken zu Strukturen zusammen, mehr oder weniger Sinn ergeben. Sie nehmen einfach so hin, dass ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erschreckend wenige Menschen befassen sich wirklich bewusst mit dem, was sie die meiste Zeit des Tages tun: reden. Sie nehmen einfach so hin, dass sie den Mund aufmachen und da dann unsinnige Laute herauskommen, die, klebt man sie in Gedanken zu Strukturen zusammen, mehr oder weniger Sinn ergeben. Sie nehmen einfach so hin, dass ein Mensch, der möglicherweise nur eine Straße weiter wohnt, eine komplett andere Sprache spricht und nicht ein einziges Wort verstehen würde, wenn Sie hingingen und ihm einen Heiratsantrag machten (oder, etwas handfester, für die männlichen Leser: &#8230; ihm mit dem Tode drohten).</p>
<p>Lassen Sie sich gelegentlich mal fallen, liebe Leser, und schauen Sie sich an, was Sie da eigentlich den ganzen Tag lang reden. Achten Sie mal nicht auf den Inhalt der Sätze, die Sie verzapfen, da werden Sie nämlich bekloppt. Ich kenne das.</p>
<p>Achten Sie mal auf so Kleinigkeiten.</p>
<p>Zum Beispiel das, was der Brite so schön <em>compounding </em>nennt. Also das unmotivierte Aneinanderkleistern von Nomina, so dass die einen neuen Sinn ergeben. Zum Beispiel Handschuh. Ein Schuh für die Hand. Ist doch sinnig, oder? Leuchtet jedem sofort ein.</p>
<p>Die meisten dieser Wörter sind aber gar schrecklich zweideutig, wenn Sie es nur so wollen! Der Schreibtisch, zum Beispiel. Gar ein intelligentes Möbelstück?</p>
<p>Oder der Schreibtischtäter &#8211; ein sexueller Perversling mit einem Fetisch für hölzerne Unbeweglichkeit?</p>
<p>Und was für eine Art Wicht ist eigentlich ein Gleichgewicht? Ein Gleich-Geh-Wicht, also ein schwuler Zwerg? Oder einer, der gleich wieder geht, nachdem er gekommen ist, also ein sexfixierter Zwerg?<span id="more-330"></span></p>
<p>Entfernen wir uns von den Nomina und schauen in das Reich der Tiere. Die englische Kreativität beim Finden eines Begriffs für flatternde Falter habe ich <a href="http://www.das-unwort.de/2007/12/08/unwort-videocast-11/" target="_blank">an anderer Stelle</a> schon gelobt: <em>butterfly.</em> Man möge sich bildlich vorstellen, wie in goldene Alufolie verpackte englische Butter über grüne Wiesen fliegt.</p>
<p>Der deutsche Begriff ist jedoch nicht weniger seltsam: Schmetterling. Als ob man das höchst aggressive Verb <em>schmettern </em>mit einer verniedlichenden Endung entschärfen könnte! Schauen Sie sich mal so ein Schmetterding an &#8211; sieht der aus, als ob er durch die Luft <em>schmettert</em>? Er flattert doch eher, oder? Warum also nicht Flatterling?</p>
<p>Sie haben doch bestimmt auch alle Moby Dick gelesen. Sie wissen schon, den, den wir Ismael nennen sollen. Also nicht den Wal.</p>
<p>Da heißt es doch ständig &#8220;Wal! Da bläst er!&#8221;, wenn ein Wal gesichtet wird. Warum bedient sich der Mann im Krähennest solch yodaesken Satzbaus? Warum sagt er nicht einfach: &#8220;Hey yo, mal alle herhören, da unten schwimmt so&#8217;n Riesenvieh &#8216;rum!&#8221; oder auch walweise (haha) einfach nur: &#8220;Da bläst ein Wal!&#8221; Ich sage doch bei nahender blechernder Gefahr nicht &#8220;Auto! Da kommt es!&#8221; oder bei noch größerer, intellektueller Gefahr &#8220;Klausur! Morgen ist sie!&#8221;</p>
<p>Aber wirklich hinterfragt wird solch eine stilistische Fragwürdigkeit anscheinend nie. Ich wette mit Ihnen: Wenn Sie irgendwo in Norwegen oder sonstwo Whale-Watching betreiben und Sie begegnen auf See unverhofft einem mutierten, wasserbewohnenden Säugetier mit &#8216;ner ziemlich großen biologischen Masse, dann sagen Sie <em>garantiert </em>mit pathetischer Inbrunst: &#8220;Wal! Da bläst er!&#8221;</p>
<p>Selbst dann, wenn der Wal gar nicht bläst. Wetten?</p>
<p>Die deutsche Sprache ist interessanter, als Sie glauben, liebe Leser:</p>
<p>Noch mal zurück zu den Nomina. Wenn jetzt der Juan Carlos mit der Queen&#8230;, ist das dann ein Staatsakt? Und wenn ja: Was ist dann ein Gründungsakt?</p>
<p>Unwort des Tages: Gegengewicht.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Bizarre Grüße aus der Heraldik</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Apr 2008 13:36:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Überhaupt entwickelt jede Berufsgruppe, die etwas auf sich hält, seien es Maurer oder Buchhalter, mit der Zeit eine eigene Sprache, die mit möglichst vielen unverständlichen Fachbegriffen durchtränkt wird, damit auch ja niemand Fremdes etwas versteht. Heute am sehr frühen Morgen wurde ich in der Universität mit dem Phänomen der Heraldik konfrontiert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Überhaupt entwickelt jede Berufsgruppe, die etwas auf sich hält, seien es Maurer oder Buchhalter, mit der Zeit eine eigene Sprache, die mit möglichst vielen unverständlichen Fachbegriffen durchtränkt wird, damit auch ja niemand Fremdes etwas versteht.</p>
<p>Heute am sehr frühen Morgen wurde ich in der Universität mit dem Phänomen der Heraldik konfrontiert. Heraldik, für die 99%, die es nicht wissen: Das ist die Wissenschaft, die sich mit Wappen beschäftigt. Wohlgemerkt mit Wappen und nicht mit Fahnen oder gar Flaggen.</p>
<p>Die Heraldik ist genauso pervers und verkehrt herum wie die Mathematik. Ich erinnere mich noch an den Matheunterricht, in dem eigentlich immer gegen den Uhrzeigersinn gezählt und nummeriert wurde, weil das ja mathematisch so üblich sei (man möge mir widersprechen, falls nötig &#8211; die Mathematik ist nicht mein bevorzugter Lebensraum).<span id="more-154"></span></p>
<p>Genauso tun&#8217;s die Heraldiker: Wenn man einen Wappenschild betrachtet, so ist nicht etwa links links und rechts rechts, oh nein! Hier ist links rechts und rechts links. Dies hat nichts mit dem Geschlecht oder der Intelligenz der Heraldiker zu tun, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass man den Schild aus der Perspektive des Trägers betrachte. Sagen die Heraldiker.</p>
<p>Es gibt ja Milliarden von verschiedenen Dingen, die man sich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Schild schreiben kann. Jungfrauen, Hirschgeweihe, <a href="http://www.das-unwort.de/2007/06/29/folge-dem-christus-nach-jehovas-zeugen-feiern-rauschendes-glaubensfest-in-der-aol-arena/" target="_blank">den Christus</a>, Türmchen, Herzchen, Hasen, Eichhörnchen &#8211; es gibt nichts, was es nicht gibt. Auf dem offiziellen Wappen der Demokratischen Volksrepublik Korea prangt denn auch nebst anderen hochtrabenden technischen Errungenschaften stolz ein Strommast.</p>
<p>Das ist ja aber auch alles nicht so einfach. Die Wissenschaft oder auch die Kunst, ein Wappen richtig zu beschreiben, nennt man &#8211; aus welchem Grund auch immer, und es hat zumindest im heraldischen Sinne nichts Anzügliches  &#8211; die <em>Blasonierung</em>. Die bringt so lustige Formulierungen hervor wie &#8220;<em>vorn in rot ein linksgewendeter goldener Löwe</em>&#8221; oder &#8220;<em>vorne geschacht in Grün und Weiß, hinten in Silber ein aufgerichteter roter Panther.</em>&#8221; Heraldiker klingen also eigentlich immer ein bisschen so, als ob sie gerade auf LSD wären.</p>
<p>Wenn man nichts Anderes zu tun hat, möge man sich damit beschäftigen, habe ich mir heute Morgen gedacht. Es gibt ja Leute, die haben Freude daran. Bittesehr.</p>
<p>Was ich dann erfuhr, gab mir allerdings den Rest:</p>
<p>Heraldisch gesehen ist ein Löwe, der ja ziemlich oft auf Wappen auftaucht, ein Katzenvieh mit Mähne, das auf zwei Tatzen steht und zur Seite schaut. Also sowas wie der Löwe im Landeswappen von Thüringen:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap1.png"><img class="size-medium wp-image-193" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap1.png?w=259" alt="Wappen Thüringen" width="192" height="223" /></a></p>
<p>Das ist heraldisch gesehen ein normaler Löwe.</p>
<p>Dann gibt es noch den Leoparden. Der unterscheidet sich vom Löwen nur dadurch, Biologen müssen jetzt ganz stark sein, dass er nicht steht, sondern geht und außerdem noch nach vorne schaut. Eine Mähne hat er trotzdem, der Leopard. Zum Beispiel diese Viecher hier:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap2.png"><img class="size-medium wp-image-194" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap2.png?w=272" alt="Wappen England" width="215" height="237" /></a></p>
<p>Das ist das englische Wappen. Keine Ahnung, was die Engländer mit Leoparden zu tun haben, aber das ist ja ihre Sache.</p>
<p>Nun gibt es in der Heraldik noch zwei Dinge, die ich mir &#8211; versprochen! &#8211; nicht ausgedacht habe, nämlich den <em>gelöwten Leoparden</em> und den <em>leopardierenden Löwen</em>.</p>
<p>Der gelöwte Leopard ist ein Leopard, der zwar nach vorne schaut wie ein Leopard, jedoch steht wie in Löwe. Das gibt es zum Beispiel in der schönen thüringischen Stadt Remda. Genauer: Das gab es dort. Man hat das nicht etwa deshalb geändert, weil man herausfand, dass es weder in der Realität noch in gottverlassenen Käffern wie Remda gelöwte Leoparden gibt. Schuld am Tode dieses Wappens ist ein Anfall von Sparsamkeit. 1997 wurde Remda nämlich mit der Nachbargemeinde Teichel zusammengeschlossen. Und da gab&#8217;s dann natürlich auch ein neues Wappen, ist klar.</p>
<p>Hier also, in memoriam, nochmal der remdaische gelöwte Leopard:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wapremda.png"><img class="size-full wp-image-196" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wapremda.png" alt="Wappen Remda" width="198" height="237" /></a></p>
<p>Leopardierte Löwen dagegen sind Löwen, die zwar löwentypisch zur Seite schauen, jedoch leopardentypisch laufen. Die gibt es zum Beispiel in Dänemark:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap3.png"><img class="size-medium wp-image-195" src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap3.png?w=171" alt="Wappen Dänemark" width="171" height="300" /></a></p>
<p>Sie sehen, liebe Leser: Es gibt mehr Raubkatzen auf der Welt als sie denken. Einige schauen, andere stehen, und wieder andere haben ab- und eigenartige Farbkombinationen. Aber den Heraldiker stört das alles nicht. Hauptsache, man findet einen interessanten Namen dafür.</p>
<p>Unwort des Tages: Gelöwter Leopard.</p>
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		<title>Ich verzichte.</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Mar 2008 18:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch in den eigenen Hausarbeiten darf man leider nicht alles schreiben, was man möchte. Schade eigentlich. Copyright &#169; 2007-2009 This feed is for personal, non-commercial use only. The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://unwort.files.wordpress.com/2008/03/gall.jpg" alt="gall.jpg" /></p>
<p>Auch in den eigenen Hausarbeiten darf man leider nicht alles schreiben, was man möchte. Schade eigentlich.</p>
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		<title>Bei Anruf Mord &#8211; Der Bibliothekstragödie dritter Teil.</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Mar 2008 20:59:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Waren Sie schon einmal in einer Bibliothek? Kennen Sie diese Stille, die von nichts durchbrochen wird als dem gelegentlichen friedfertigen Geräusch, das ein sanft Umblätternder erzeugt? Kennen Sie das Gefühl, umgeben zu sein von hunderten von Gedankenfäden, die begierig Lesende aus dem Geschriebenen der weisesten ihrer Vorväter hinaussaugen? Das Rauschen von Gedankenströmen, Flüssen gleich, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Waren Sie schon einmal in einer Bibliothek? Kennen Sie diese Stille, die von nichts durchbrochen wird als dem gelegentlichen friedfertigen Geräusch, das ein sanft Umblätternder erzeugt? Kennen Sie das Gefühl, umgeben zu sein von hunderten von Gedankenfäden, die begierig Lesende aus dem Geschriebenen der weisesten ihrer Vorväter hinaussaugen? Das Rauschen von Gedankenströmen, Flüssen gleich, die sich aus einem unerschöpflichen Meer den Weg bahnen in die unergründlichen, aufnahmebereiten Hirne wissbegieriger Studenten&#8230; das Knistern der Spannung in Ihren Ohren, das das zunächst langsame, doch dann zunehmend orgastisch anschwellende Gefühl einer sich ankündigenden Erleuchtung begleitet&#8230;</p>
<p><i>Ringdiggadaginggindabumrabbadababbadababbadabumraggadagängdäng&#8230;</i></p>
<p>Das Handy, das die letzten vier Stunden kommentar- und lautlos in meiner linken Hosentasche damit beschäftigt war, meine primären Geschlechtsorgane mit Strahlen zu verseuchen, meldet sich mit gefühlten 148 Dezibel zu Wort. Meine Gedanken kehren schlagartig aus den Wirren des Jahres 260 n. Chr. zurück. Ich springe panikartig auf, reiße das heulende Handy aus meiner Tasche und klappe es auf.<span id="more-141"></span></p>
<p><i>[Nr. unterdrückt]</i></p>
<p>Ich kann die Blicke nur erahnen, die gerade auf mir lasten und mir die schlimmsten Krankheiten, den grausamsten Tod und Merkel als Schwiegermutter wünschen. Ich haste zwischen den Massen toten Papiers vorbei in Richtung Bibliotheksvorraum,  schnauze dabei genervt wie nie in den Hörer (aber gleichzeitig leise &#8211; das soll mir mal einer nachmachen!): &#8220;Ja!?&#8221;</p>
<p>&#8220;Herr Kruse&#8221;, meldet sich eine freundliche weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung, &#8220;Sie haben ja vor gar nicht allzu langer Zeit mit meiner Kollegin Frau Schnickenhagen  gesprochen. Erinnern Sie sich daran?&#8221;</p>
<p>Inzwischen habe ich den Bibliotheksvorraum erreicht, der glücklicherweise nicht ganz so bevölkert ist. Trotzdem stehe ich da mit meinem Handy am Ohr und werde begafft wie ein bunter Hund. Das liegt möglicherweise an einem übergroßen Schild, das ein stilisiertes Mobiltelefon zeigt, das unübersehbar martialisch mit roter Farbe durchgestrichen wurde. Ich versuche, mich davor so zu postieren, dass das Schild einerseits nicht mehr zu sehen ist, ich andererseits aber so davorstehe, dass ich nötigenfalls immer noch behaupten kann,  es nicht gesehen zu haben. Es misslingt.</p>
<p>&#8220;Nein, ich kann mich daran nicht wirklich erinnern. Worum geht es denn.&#8221;  Der letzte Satz war ein Fehler. Das fällt mir allerdings erst auf, als es schon zu spät ist.</p>
<p>Frollein röchelt sich kurz Luft in die Raucherlunge und spricht: &#8220;Ja, Herr Kruse, ich erzähle es Ihnen dann noch einmal kurz, ja? Es gibt da ein paar Firmen, wie zum Beispiel BMW und Neckermann und <i>[Liste um andere Firmennamen erweitern]</i>,<i> </i>die eine Sonderverlosung <i>blah</i> viele Gewinne, Herr Kruse <i>blah </i>aber das sind natürlich nicht irgendwelche Gewinne, also keine Eierkocher oder so, nein Herr Kruse, das können Gewinne sein wie Autos oder Reisen oder halt auch einfach Geldgewinne, Herr Kruse <i>blah </i>Gewinngarantie <i>blah </i>! Wenn Sie nicht gewinnen, bekommen Sie natürlich von uns Ihr Geld zurück, Herr Kruse, das ist ja ganz klar <i>blah</i> und das für nur 19,80 Euro im Monat und&#8230;&#8221;</p>
<p>Da schreite ich dann doch ein. Ich kümmere mich inzwischen nicht mehr um mein Dasein als bunter Hund. Ich versuche trotzdem, leise, aber eindringlich und autoritär  zu sprechen und zugleich nicht wie ein entlaufener Psychopath zu klingen. Es misslingt.</p>
<p>&#8220;Was mich eigentlich interessiert, ist, woher Sie meine Nummer haben.&#8221;</p>
<p>&#8220;Aber Herr Kruse, Sie haben doch schon einmal bei uns mitgespielt!&#8221;</p>
<p>&#8220;Habe ich!?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, Ja!&#8221;</p>
<p>Das ist gelogen. Ich habe bei Frollein noch nie mitgespielt. Ich bin mir nämlich trotz meines bescheidenen Erinnerungsvermögens sicher, noch niemals 19,80 Euro im Monat für eine äußerst eigentümliche Mischung aus Werbung und Gewinnspiel aus dem Fenster geschmissen zu haben. Das mag daran liegen, dass sich in meinem Kot äußerst selten Geldstücke verstecken. Und falls doch, bin ich mir zu fein, sie herauszufischen. Das sollte ich Frollein mal erzählen; mache ich aber nicht, denn im Falle einer Überrumpelung siegt bei mir noch immer die Freundlichkeit. Ich spreche also folgende freundliche Worte, jedoch mit Mordgedanken:</p>
<p>&#8220;Danke für die Info, aber ich habe daran momentan kein Interesse.&#8221;</p>
<p>&#8220;Aber das verstehe ich jetzt nicht, Herr Kruse&#8221;, es klingt einstudiert, &#8220;denn das ist doch für Sie, Herr Kruse, eine Geschichte völlig ohne Risiko, nä?&#8221;</p>
<p>Morden über das Telefon ist derzeit noch nicht ohne weiteres möglich, und so kann Frollein also auch heute Abend wieder zu Justin ins Bett steigen. Wobei Justin das Kind ihres davongelaufenen Mannes ist, nicht der Mann selbst.</p>
<p>&#8220;Wissen Sie, ich habe für sowas gerade überhaupt keine Zeit, ich bin nämlich gerade in der Universitätbibliothek.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach so, ähihihihihi.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, danke, tschüs.&#8221;</p>
<p>Ich klappe entrüstet mein Handy zusammen, nicke der Zuschauerschar freundlich zu und kehre verstört zur Fachliteratur über den armen und zugleich unendlich glücklichen Kaiser Gallienus zurück. Arm deswegen, weil er von seinen eigenen Generälen hinterrücks ermordet wurde. Und unendlich glücklich, weil er mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit kein Mobiltelefon besessen haben dürfte.</p>
<p>Wenn ich denjenigen erwische, der meine Handynummer an diese Firma verkauft hat, drehe ich ihm persönlich den Hals um. Und danach lese ich ihm mein Geschriebenes über Gallienus vor. Er wird ja so leiden, das können Sie sich gar nicht vorstellen.</p>
<p>Unwort des Tages: Sie, Herr Kruse.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<title>O Gallienus, where are thou? Der Bibliothekstragödie zweiter Teil.</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Mar 2008 20:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Mensch ist ja ein Raubtier (biologischerdings zwar eher ein Allesfresser, so wie der hier). Er ist aber gelegentlich auch ein wenig beschränkt und zweckentfremdet sich selbst. Er jagt zum Beispiel nicht mehr wüste Wildschweine oder schmackhafte Schuppentiere, sondern garstig Geschriebenes. Was hat denn der geraucht, fragen Sie nun und haben Recht mit Ihrer Skepsis. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Mensch ist ja ein Raubtier (biologischerdings zwar eher ein Allesfresser, so wie <a href="http://www.denkfabrik-info.de/mediac/400_0/media/aasgeier.jpg" target="_blank">der hier</a>). Er ist aber gelegentlich auch ein wenig beschränkt und zweckentfremdet sich selbst. Er jagt zum Beispiel nicht mehr wüste Wildschweine oder schmackhafte Schuppentiere, sondern garstig Geschriebenes.</p>
<p>Was hat denn der geraucht, fragen Sie nun und haben Recht mit Ihrer Skepsis. Es ist so: Ich bin dieser Tage quasi <i>gezwungen</i>, den geistigen Ergüssen mir gänzlich unbekannter Personen hinterherzujagen, und das auch noch in einer beängstigenden Umgebung. Ich suche also Bücher in unserer Universitätsbibliothek. Genauer: In der Seminarbibliothek der Klassischen Altertumskunde. <span id="more-138"></span></p>
<p>Ich bin dazu nun nicht von Frau Salesch oder so verurteilt worden (das wäre ja noch einigermaßen verständlich), nein, ich habe es mir fast schon <i>ausgesucht</i>, will sagen, ich tue es <i>freiwillig</i>. Das muss man sich mal vorstellen! Aber was tut man nicht alles für einen Bachelor in Geschichte.</p>
<p>Ich orientierungsloser Drittsemester sitze nun also seit einer Woche jeden Tag vor den ächzenden Rechnern im Bibliotheksvorraum und filtere die kryptischen Suchergebnisse nach Brauchbarem. Es geht nämlich um Gallienus, liebe Leser. Gallienus, ein römischer Kaiser, von dessen Existenz Sie bisher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts gewusst haben. Und genau das ist auch das Problem, das der gute Gallienus hat &#8211; im Grunde interessiert sich eigentlich kein Schwein für ihn. Das mag daran liegen, dass er in einer Zeit lebte, in der das Römische Reich alle paar Monate den Kaiser gewechselt hat (eine Tradition, die im heutigen Italien fortlebt).</p>
<p>Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Menschen, die sich aus irgendeinem Grunde dazu berufen fühlen, Bücher über Gallienus zu schreiben. Normalerweise möchte man solche Menschen entweder ignorieren oder wegsperren, in diesem Falle jedoch muss ich doch tatsächlich nach ihren geistigen Ergüssen Ausschau halten. In der hinreißenden Ordnung unseres universitären Buchsuchprogramms finde ich auch tatsächlich einige Bücher, die sich mit Gallienus beschäftigen oder zumindest so tun, als ob. Das Ernstbleiben fällt mir allerdings schwer (noch dazu in einer streng überwachten Bibliothek, wo man ja bekanntermaßen standrechtlich erschossen wird, wenn man auch nur laut furzt), und das auch noch aus verschiedenen Gründen: Da scheint es doch tatsächlich einen Forscher namens Schlumberger zu geben, den man sich natürlich zweifelsohne als kleinen blauen Mann mit weißer Mütze vorzustellen hat; außerdem scheint die Gallienus-Forschung Menschen mit nur <i>einem Namen</i> vorbehalten zu sein: Alföldi. Da gibt es dann einen A. Alföldi, der ein bahnbrechendes Werk über die &#8220;Weltkrise&#8221; des dritten Jahrhunderts verfasste, da gibt es eine M. R. Alföldi, die sich vornehmlich der antiken Münzkunde verschrieben hatte. Verschrieben hat sich auch der nächste Alföldi, aber bei seinem Namen: Alföldy nennt sich der Autor des bombastischen Werkes &#8220;Die Krise des Römischen Reiches: Geschichte, Geschichtsschreibung&#8230;&#8221; und so weiter. Und diese drei sind augenscheinlich nicht mal miteinander verwandt! Die einzige Verbindung scheint tatsächlich die Faszination für Gallienus und Kumpanen zu sein (und die Tatsache, dass sie alle drei aus Ungarn kommen. Was bedeutet, dass sie doch verwandt sind, aber lassen wir das).</p>
<p>Nun hatte ich tatsächlich mal ein Buch gefunden, das zu lesen ich erträumte (&#8220;The Numbering of the victories of the emperor Gallineus and of the loyality of his legions&#8221;, der Schreibfehler scheint zum Buch dazuzugehören), natürlich von S.M. A. Alföldi persönlich. Es scheint jedoch tatsächlich so etwas wie eine höhere Gerichtsbarkeit zu geben, denn: Wie eben von mir gewünscht, hat man den Alföldi tatsächlich weggesperrt. <b>In die Geschlossene</b>. Leider aber nur sein Buch, nämlich in das sogenannte <i>Geschlossene Magazin.</i></p>
<p>Begleiten wir B. Kruse, stud. phil., auf seinem Weg in den Fettnapf.</p>
<p>B. Kruse fragt sich, nachdem er in der großen Zentralbibliothek eine geschlagene Viertelstunde vor dem Übersichtsplan campiert hat: <i>Wo ist das geschlossene Magazin</i>? Man bedenke: B. Kruse fragt sich. Er denkt nicht. Er fragt nur.</p>
<p>Und so fragt er, der er einst sein Abitur gemacht hat, die freundliche Frau mit dem modischen Kurzhaarschnitt an der Auskunft (die in der Zentralbibliothek polternd <b>WEGWEISUNG</b> genannt wird): &#8220;Entschuldigung, ich suche das geschlossene Magazin&#8230;&#8221;, und erntet einen Blick, als ob er soeben aus jenem entflohen wäre.</p>
<p>Da klickt es bei B. Kruse, stud. phil., Abiturschnitt 2,5, und er vollendet hastig seinen Satz: &#8220;&#8230; oder heißt es geschlossenes Magazin, weil man da nicht &#8216;reindarf?&#8221;</p>
<p>Das zustimmende Nicken des Kurzhaarschnitts in Kombination mit einem mitleidigen Blick macht B. Kruse bewusst, dass er in einem erstaunlichen Fettnapf watet. In dem Bewusstsein, letzteren kaum noch vergrößern zu können, lässt er sich noch schnell erklären, wie man sich ein Buch aus der GESCHLOSSENEN ausleiht und verlässt fluchtartig den Raum.</p>
<p>Dieser Tage wälze ich also verdammt viele verdammt alte Bücher auf der Suche nach Informationen über Gallienus (derer gibt es übrigens nicht viele) und die Dinge, die Gallienus im Römischen Reich getan oder auch nicht getan hat. Dazu gibt es, wie auch sonst, unzählige Meinungen. Selbst der dreiköpfige Hund Alföldi/y scheint sich uneins zu sein und vertritt drei verschiedene Meinungen. Ich bin der Überzeugung: Hätte Gallienus ein Buch über sich geschrieben (wenn er denn schreiben konnte), er hätte noch eine andere Meinung vertreten.</p>
<p>Manchmal wünscht man sich, eine praktische zusammenklappbare Zeitmaschine zu haben. Die stellt man dann an seinem Arbeitsplatz in der Bibliothek auf den Tisch, beamt sich mal eben zu Gallienus, dem ollen Stecher, fragt ihn, warum er denn nun diese Heeresreform durchführt, wundert sich über seinen Gesichtsausdruck und seine Antwort (&#8220;Was denn für eine Heeresreform???&#8221;), beamt sich wieder zurück, bevor Gallienus gewalttätig wird, ignoriert die entsetzten Blicke des Bibliothekspersonals und schreibt eine Hausarbeit mit dem Titel &#8220;Alföldi/ys Irrtum: Gallienus, der Reformunwillige&#8221;. Danach bekommt man sowohl Pulitzer- als auch Nobelpreis, heiratet eine schöne, wenn auch blöde Frau, zeugt schöne, wenn auch blöde Kinder und setzt sich in einem Haus in Südfrankreich zur Ruhe (von Frau und Kindern).</p>
<p>Das Leben könnte so einfach sein.</p>
<p>Isses aber nicht.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Gallienus, wo bist du????</p>
<p>Gallienus!!!!!</p>
<p>Aaaaahhhh&#8230;</p>
<p>Unwort des Tages: Alföldi.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; 2007-2009<br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> CF2958A3-04DA-49E6-93EB-62DF09E42D85)</small>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>O book, where are thou? &#8211; Eine Bibliotheks-Odyssee</title>
		<link>http://www.das-unwort.de/2007/11/08/o-book-where-are-thou-eine-bibliotheks-odyssee/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Nov 2007 22:43:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Basti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unistress]]></category>
		<category><![CDATA[Unseriös]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Odyssee]]></category>
		<category><![CDATA[Signatur]]></category>
		<category><![CDATA[Suche]]></category>

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		<description><![CDATA[Da sag noch mal einer, studieren sei nicht gefährlich. Ich ahnungsloser kleiner Student, in meinem Wesen friedfertig und niemandem etwas Böses wollend, bin heute in die Bibliothek gegangen. Und zwar nicht irgendeine Bibliothek, o nein, sondern in die Fachbibliothek für Anglistik an unserer Universität. Die Fachbibliothek für Anglistik gibt es eigentlich gar nicht, sondern sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da sag noch mal einer, studieren sei nicht gefährlich.</p>
<p>Ich ahnungsloser kleiner Student, in meinem Wesen friedfertig und niemandem etwas Böses wollend, bin heute in die Bibliothek gegangen. Und zwar nicht irgendeine Bibliothek, o nein, sondern in die Fachbibliothek für Anglistik an unserer Universität. Die Fachbibliothek für Anglistik gibt es eigentlich gar nicht, sondern sie besteht vielmehr aus einem Flickenteppich an wahllos auf einen riesigen, mehrstöckigen Raum verteilten Regalen. Dazwischen mischen sich Regale mit Büchern aus zahlreichen anderen Fächern. Amerikanistik, zum Beispiel. Kanadistik. Französisch. Katalanisch. Rumänisch. Weiß der Geier was sonst noch alles.</p>
<p>Ich bahne mir also meinen Weg vorbei an der geifernden Bibliothekswächterin, die meinen Bibliotheksausweis als Pfand bei sich behält (denn ich könnte ja mit einem Arm voller kostbarer Bücher aus dem Fenster springen).</p>
<p>Gut vorbereitet, wie ich als Erstsemester nun mal bin, weiß ich auch schon die Signatur des von mir gesuchten Buches: Sie lautet 001 MEY Eng. Herzlichen Glückwunsch.<span id="more-102"></span></p>
<p>Nachdem ich den mehrstöckigen Raum also betreten habe, sehe ich als erstes zu meiner Linken ein paar Regale mit offenkundig englischen Büchern, die nach Jahrhunderten geordnet sind. Das bringt mir nicht viel, weil ich ja nur die Signatur meines Buches weiß, aber nicht, in welchem Jahrhundert der Autor gelebt hat. Ich gehe unbeirrt weiter. Und finde eine Treppe tiefer einen gar illustren Haufen von Regalen mit Aufschriften wie &#8220;800&#8243; oder &#8220;427.1&#8243;. Das ist doch schon mal schön, hier scheint es nach Nummern geordnet zu sein. Ich suche also die Nummer 001. Die gibt es natürlich nicht. Dafür scheint es die Nummern 800 bis 899 umso öfter zu geben.</p>
<p>Ich gehe noch eine Treppe tiefer. &#8220;American Fiction&#8221;, heißt es da auf den Regalen, die sich mir monströs entgegenrecken. Ja weiß denn ich, ob es American Fiction ist, was ich suche??? Ich weiß doch nur die Signatur!</p>
<p>Noch eine Treppe tiefer. Das Licht ist schummrig, ich sehe eine große, hagere Gestalt, die in einem Abstand von etwa 30 Zentimetern vor einem großen Regal steht und bewegungslos auf eine bestimmte Stelle dieses Regals starrt. Ich biege panisch nach links und befinde mich in einem Haufen von Linguistikbüchern. Mit einer gar kryptischen Signatur. Auch hier nichts von 001 zu sehen. Zumal es kein linguistisches Werk ist, das ich suche. Glaube ich. Ich gehe wieder auf den Hauptgang zurück. Der hagere Kerl steht immer noch dort und starrt das Regal an. Er hat sich nicht bewegt.</p>
<p>Ob das einer dieser grusligen Lehramtsstudenten ist, die ihr Erstes Staatsexamen nicht geschafft haben und nun dazu verdammt sind, auf ewig ein Leben in der Uni zu fristen? Schnell gehe ich geradeaus weiter, in der Hoffnung, vielleicht einen hell erleuchteten, wohl temperierten Raum zu finden, über dem in großer, gut lesbarer Schrift ein Schild mit der der Nummer 001 prangt.</p>
<p>Fehlanzeige. Es wird noch dunkler. Es riecht muffig. Ich sehe einen kleinen, vergilbten Zettel, auf dem &#8220;Lichtschalter&#8221; steht. Haha, sehr witzig.</p>
<p>Ich schaue auf die Regale &#8211; alles mir unbekannte Signaturen &#8211; und außerdem scheint es um alte deutsche Literatur zu gehen. Also die andere Richtung. Es wird nicht heller. Es muffelt immer noch. Die Signaturen werden kryptischer, die Bücher auch &#8211; ich stoße auf ein eingestaubtes, altes Buch mit braunem Einband. Es scheint wohl auf Sanskrit zu sein, denn egal, wie ich es auch drehe, die Schrift darin sieht immer so aus, als würde ich es falsch herum halten.</p>
<p>Ich stelle es schnell wieder zurück und eile weiter. Ich gelange in einen hell erleuchteten Raum, der wohltemperiert ist. Das ist schon mal gut. Nur leider hat sich dort die portugiesische Literatur versammelt. Mit Sekundärlitatur.</p>
<p>Brauche ich nicht. Ich entdecke nach hektischer Suche eine kleine Treppe, die ich kurz entschlossen auch benutze. Ich bin auf einmal im obersten Stockwerk. Blicke mich verstohlen um&#8230; vielleicht ist hier ja die Signatur 001? Doch alles, was ich sehen kann, sind Regale über Regale mit französischen Büchern. Das muss man sich mal vorstellen. Da stehe ich zwischen 20 000 französischen Büchern, die irgendwie alle grün eingebunden sind, zumindest kommt es mir so vor, und suche ein kümmerliches kleines englisches Machwerk. Mit einer Signatur. Aber hier bin ich wohl falsch. Die Franzosen an den Arbeitstischen gucken mich schon ganz entsetzt an.</p>
<p>Ich schleiche mich weiter. An weißen Regalen mit obskuren Nummern vorbei. Vorbei an emsig arbeitenden Menschen, die die Bücher über katalanische Suffixe und galizische Adverbien anscheinend äußerst inspirierend finden. Ich ekele mich ein wenig. Und ergreife die Flucht.</p>
<p>Wieder nach unten. Englische Bücher &#8211; o Heimat! &#8211; jedoch geordnet nach Jahrhunderten. Hier war ich doch schon mal!  Naja, vielleicht habe ich die 001 ja nur übersehen.</p>
<p>Pustekuchen. Ich gehe denselben Weg noch mal ab (spare mir allerdings die Ausflüge zur Linguistik und in die anderen Gruselkammern). 800, 427.1 &#8211; 4, 820, 801, 820 (nochmal?), 810, 870. Mit Mathematik haben sie&#8217;s hier nicht so. Aber kein Wunder, das ist ja auch eine romanistische Bibliothek.</p>
<p>Als ich nun zum dritten mal bei Shakespeare (&#8220;16. Jahrhundert!&#8221; grinst mir das Schild am Regal stolz entgegen) angekommen bin, sehe ich den Plan. Der Bibliotheksplan. Die Rettung. Der <span style="font-style:italic;">deus ex machina</span>. Alles wird gut.</p>
<p>Ich stürze dem Plan entgegen (möglichst ohne Geräusch, schließlich bin ich ja in einer Bibliothek). Ich sehe: Viele Striche (das sind die Regale), noch mehr Striche (das sind die Treppenstufen), noch mehr Striche (das sind noch mehr Regale) und einige Zahlen. Bei der Amerikanistik stehen gar keine Zahlen. Die geben anscheinend sogar zu, dass sie keine Ordnung in ihrer Bibliothek haben.</p>
<p>Ansonsten finde ich die schon bekannten Nummern &#8211; stets um die 800 herum.</p>
<p>Panik kommt in mir auf. Ich entschließe mich, um Hilfe zu schreien &#8211; doch halt, du bist ja in einer Bibliothek. Ich schaue mich also hilfesuchend um. Es ist kaum jemand zu sehen &#8211; nur aus dem oberen Stockwerk schauen ein paar Franzosen, die an ihren Arbeitstischen sitzen, missbilligend und mit gerümpfter Nase auf mich Verlassenen hinab.</p>
<p>Mir reichts. Ich gehe jetzt professionelle Hilfe holen. Ich marschiere festen Schrittes ins obere Stockwerk, denn da wohnen die freundlichen Mitarbeiterinnen der Bibliothek, das weiß ich (nur zufällig). Ich flehe um Hilfe. Ich schildere meine verfahrene Situation. Ich setze meinen Hundeblick auf.</p>
<p>Und tatsächlich, ich werde erhört. Blondie und ich machen uns auf den Weg, das Buch mit der hehren Signatur 001 MEY Eng zu suchen.</p>
<p>Um es kurz zu machen: Wir finden es nicht.</p>
<p>&#8220;Ist ja komisch, dass das hier nicht ist&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach ja&#8230;?!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich bin ja auch erst seit September hier&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Argh!&#8221;</p>
<p>&#8220;Was?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nichts, nichts&#8230;&#8221;</p>
<p>Ich widerstehe dem Drang, mit meinem Kopf gegen das Regal &#8220;American Fiction&#8221; zu hämmern.</p>
<p>Wir finden immerhin das Regal &#8220;070&#8243;. Das ist dem Ziel zwar schon näher, als ich war und in meinem Leben jemals gekommen wäre, nur wirklich weiter bringt es mich nicht.</p>
<p>Nun ist es Blondie zu viel. Sie beschließt mit fester Stimme: &#8221; Ich frage jetzt Frau Wrmblmzmbl.&#8221; (Den Namen der Bibliothekswächterin habe ich bis heute nicht verstanden, obwohl ich ihn schon öfter gehört habe).</p>
<p>Frau Wrmblzmbl schaut Blondie amüsiert an. Und als Blondie fragt: &#8220;Wissen Sie, wo 001 ist?&#8221;, da sagt sie schlicht: &#8220;Ja.&#8221;</p>
<p>Und deutet auf den Zeitschriftenraum, 5 Meter Luftlinie von ihrem Schreibtisch entfernt.</p>
<p>Blondie zeigt mir noch schnell den Zeitschriftenraum und entschwindet wieder. Ich bin nun allein mit einer Horde englischer Zeitschriften in einem gut beleuchteten, wohl temperierten Raum. Jedes Buch hier trägt die Signatur 001 (die Zeitschriften sind mit einem dicken &#8220;Z&#8221; gebrandmarkt)&#8230; es ist ein bisschen wie im Himmel&#8230; sehr friedlich&#8230; nur das leise Summen und Surren der Neonleuchten&#8230;</p>
<p>Ich schnappe mir Buch 001 MEY Eng (English and American Literatures) und frage mich, wieso <span style="font-style:italic;">Bücher </span>mit der Signatur 001 im <span style="font-style:italic;">Zeitschriften</span>raum stehen. Aber das versteht wohl nur Frau Wrmblzmbl.</p>
<p>Unwort des Tages: Deutsche Ordnung.</p>
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