
Ja, wo laufen sie denn? / Foto: pixelio, Adolf Riess
Freut euch des Lebens und gedenkt derer, die es nicht können, weil sie nämlich tot sind. Denn gestern, liebe christliche Leser, war Fronleichnam. An Fronleichnam wird laut Wikipedia der “in der Eucharistie wahrhaft gegenwärtige Christus als Kommunion und Opferspeise” verehrt. Zu diesem Anlass schnallen die Katholiken Dinge, die sie schick/wertvoll/Respekt einflößend/geil finden, auf Bahren und tragen sie singend durch die Gegend. Davor und danach feiern sie Messen. Oder so.
An dieser Stelle würden sich die vielzitierten Besucher eines fremden Planeten wieder aus ihren fünf Augen gegenseitig erstaunt angucken und sich fragen, was zum Henker die ollen Anthropomorphen da unten schon wieder geraucht haben.
Davon mal ganz abgesehen und angesichts einer horrenden Summe von katholischen Feiertagen frage ich mich: Warum gibt es keinen Tag, an dem ganz bewusst kein Gott verehrt wird? Kein abgehalfterter christlicher Heiliger, kein muselmanischer Prophet, keiner der Millionen hinduistischer Götter…
Einen solchen Tag sollte man mal weltweit einführen. Man könnte ihn “Tag des Ungottes” nennen. Die Menschen würden dann natürlich nicht arbeiten, denn es ist ein Feiertag. Sie würden irgendwelche Orte aufsuchen, die nichts mit Religion zu tun haben, zum Beispiel ein Bordell… oder ein Raumschiff… ein Theater… eine Bank… und würden dort irgendwelche Handlungen vollziehen, die ebenfalls total unreligiös sind. Sie könnten sich auf mitgebrachte Teppiche fläzen und die Zunge gen Westen herausstrecken. Oder sie könnten “Lobe den Herren” rückwärts singen, was dann ungefähr so klingt:
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(Entdecken auch Sie die versteckten Botschaften! Die Illuminati haben uns in diesem Lied wer weiß wie viele Hinweise hinterlassen über ihre Anführer, ihre Essgewohnheiten, die Farbe ihrer Popel… Sie müssen nur Klingonisch können, um das alles zu entschlüsseln!)
Ich finde, wir sollten mal dafür eine Petition beim Bundestag einreichen. Und nicht immer für so Dinge wie “Befolgung der Vorgaben des Grundgesetzes bei der Bekämpfung von Kinderpronographie” oder so.
Unwort des Tages: Amen.

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xD
“Was zum Henker haben die ollen Anthropomorphen da unten schon wieder geraucht?” Berechtigte Frage, genialer Artikel, nachdenkenswerter Vorschlag! Allein für diesen Artikel hat es sich gelohnt, nachts um drei noch mal “kurz” ins Internet zu gehen^^
Der Ungott sei mit dir!
Was zum Henker die ollen Antropomorphen schon wieder geraucht haben? – Na Weihrauch natürlich. Soll angeblich unglaublich wirken – man sieht dreifaltige Gottheiten und lauter so’n Scheiß, aber die Nebenwirkungen sind halt auch nicht ohne. :D
Beim Tag es Ungottes wäre ich ja sofort dabei – aber sollte es nicht eigentlich Nerreh ned ebol heißen (so von wegen rückwärtsgelesen)?
Aber dieser Tag des Ungottes… haben da alle frei oder nur die Atheisten, festzumachen an der Tatsache, ob man aus der Kirche ausgetreten ist? :)
Aber bestimmt ist der Papst dagegen. In katholischen Regionen wird man also nicht freibekommen. Soll mir aber auch recht sein. ;)
Wahnsinnsaufnahme! Schade, dass ich heute keinen Brückentag habe (Vorteile eines protestantischen Bundeslandes), aber zum Aufheitern gibt es ja Basti :)
Die Petition ist in Vorbereitung!
@Timo: Nachts um drei noch mal “kurz” ins Netz. Das kenne ich… ach, was sind wir süchtig…
@Jü: Gute Frage. Ich habe mich dann dafür entschieden, nur jedes Wort rückwärts zu lesen und nicht alles… Ich dachte, es wäre dann besser und einfacher zu singen. Aber das stimmt wahrscheinlich nicht mal, weil sich die Silbenzahl ja nicht ändert, nur weil man es komplett rückwärts singt. Tja, da fehlte die göttliche Eingebung. Aber das ist ja auch kein Wunder, bei dem Thema.
@Konna: Naja, da müssten natürlich alle frei haben. Weil es dann am lustigsten ist. Außer dem Papst natürlich…
@JuliaL49: Ich freue mich auf die Petition. Wir verändern die Welt. Yes, we can! Why can we can? Because they can’t!
Sehr schön!
Hast du schon mal darüber nachgedacht, dich der wahnsinnig hochkarätigen Jury von “Germanys next Showstar”, bestehend aus Verona Pooth und DJ Bobo, zu präsentieren? :-D
Sagt Bescheid, wenn die Petition fertig ist, ich möchte mitzeichnen! :)
Für einen Tag des Ungottes wäre ich auch! Wobei man allerdings schon sagen muss, dass man als Atheist/Agnostiker doch weit öfter frei hat als die ganzen frommen Christen. Wir bekommen ja die christlichen Feiertage mit, müssen aber nicht den ganzen Tag mit komischen Bahren rumrennen oder in der Kirche hocken und Blödsinn singen. Wir können solche Feiertage doch viel besser auskosten :)
Die Hörprobe … großartig! Wann erscheint die CD? Wann erscheint die CD? Wann erscheint die CD?
@Lena: Müssen die nicht auch tanzen bei Germanys Next Showstar? Das wäre hochblamabel… das wollt ihr nicht sehen. Das ist dann nicht mal mehr Satire, sondern nur noch peinlich.
@beetFreeQ: Wenn man es so sieht, dann haben wir tatsächlich mehr frei als die Gläubigen. Aber: Wir im Norden nicht!!!! Das ist ja eigentlich, pssst, der Sinn der Sache: Ich will einfach noch einen Feiertag mehr…
@Guido: Die CD erscheint erst, wenn du hier auf der Matte stehst und die zweite Stimme einsingst! ;-)
Man könnte sich auch fragen, was du rauchst um so geiles Zeuch zusammenzukriegen, aber das würde dieses Universum vermutlich überfordern.
Könntest du von dem Lied nicht eine rockigere Version machen? Drei Minuten lang und mit Gitarrensolo – das wär echt fett^^.
@Basti: Nur einen? Ich würde ja fast nur wegen der vielen Feiertage nach Augsburg (ist die einzige Stadt, die sogar nen eigenen Feiertag hat) ziehen… – aber das Meer hätte ich dann ja doch gern weiterhin in der Nähe – und die Ur-Bayern dagegen lieber nicht so in der Nähe ;)
Je mehr Feiertage, desto besser. Und wenn es sogar möglich ist, für bestimmte Städte eigene Feiertage einzurichten, dann muss von nun an die Kieler Woche definitiv frei sein… dass da keiner früher drauf gekommen ist…
@Moritz: Ich rauche nicht! Bzw. nichts, was aus diesem Universium stammt, insofern hast du recht.
Die rockigere Version wäre mal eine Idee… gibt es talentierte Gitarristen hier? Ich bin ein untalentierter.
also, ein kumpel von mir (halbengländer) rennt an fronleichnam durch die stadt und wünscht allen passanten lautstark einen “happy cadavre day!!!!!” …
lieber basti,
ersteinmal glückwunsch für das wort ungott!!!
gott ist ja auch nur ein wort. wort oder eine worterin?
gibt es einen ungott? ist es das nichts? wenn es ein nichts gibt, ist es dann auch eine existenz? kann man an den ungott glauben. ungefähr so: ich glaube an den ungott, der nicht existiert etc.
mit väterlichem gruß
haweka
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Jetzt bin ich bei Dir gelandet und das nur wegen deiner guten Sprüchen! Klasse gefällt mir hier ;-)
göttlich!
der artikel ist steil. eine super idee. ich musste wirklich lachen. ich bin sofort dabei, beim tag des ungottes. nur das bordell, das würde ich auslassen =P
Wow, steil als geil-Synonym in verbalnominalem Gebrauch hab ich ja noch nie gesehen… Danke, paleica! Eine Freude für jeden Corpus, dieser Kommentar. ;-)