Das Unwort

Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten

 
 
 
 

Gargantula greift an!!!!!!!

Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Ich sitze vor dem Fernseher.

Auf meinem Schoß: Carolin.

(Raum für versaute Gedanken:                        )

Spezies: Katze.

(Ach soooo…!)

Wir schauen uns leicht gelangweilt das Programm eines beliebigen Privatsenders an, sind jedoch trotzdem mit uns und der Welt vollkommen im Reinen, da wir unsere Raubsäuger- bzw. Allesfresser-Gehirne nicht anderweitig beschäftigen müssen. Einer von uns schnurrt zufrieden. Der andere streichelt den einen.

Weiße Bescheid.

Da wird der Fernseher auf einmal leiser. Das Licht schwindet aus dem Zimmer; eine unbekannte Macht scheint uns unserer Lebenswärme gar plötzlich zu berauben. Es wird bitterkalt. Und ungemütlich noch dazu. Irgendwer scheint einen tiefen Synthesizer-Ton aus dem Off einzuspielen. Carolin und ich halten beide den Atem an und-

da erscheint plötzlich – GARGANTULA!!!!!!

Ein etwa sechs Zentimeter großes Monster von Spinne betritt mit gewaltigen Schritten aus einem Gewirr von haarigen Beinen die Szenerie,  stellt sich demonstrativ und unübersehbar vor den Fernsehschrank, schaut uns zwei verdutzte Wesen in Feierabendstimmung provozierend aus mehreren Augen an und scheint zu sagen: “Tretet mich tot, denn ich bin eine Spinne.”

Kruse in Panik, Katze im Halbschlaf.

Mein Hilferuf an das hochentwickelte und ach so gefährliche Raubtier mit den zentimeterlangen Reißzähnen, das träge auf meinem Schoß liegt, bewirkt nichts. Das Fernsehprogramm scheint interessanter zu sein als Gargantula, die immer noch provozierend regungslos und ohne jegliche Deckung vor dem Fernsehschrank weilt.  Sie scheint genau zu wissen, dass ich nicht aufstehen kann, um sie zu ermorden, da ich fünf Kilo Katze auf dem Schoß habe.

Ich beginne, die Katze sanft, aber bestimmt von meinem Schoß zu schubsen. Ich unterdrücke die Schmerzensschreie, die solch eine Prozedur stets mit sich bringt, da sich das Tier mit Gewalt in mein Bein krallt…

Widerwillig lässt sich Carolin, die tödliche Allzweckwaffe im Kampf gegen das Böse, auf den Boden setzen.

“Mach sie alle!”, muntere ich sie auf.

Doch der Blick der tödlichen Allzweckwaffe im Kampf gegen das Böse ist müde. Sie möchte lieber fernsehen.

Währenddessen verschwindet Gargantula laut lachend wieder hinter dem Fernsehschrank.

Die Allzweckwaffe im Kampf gegen das Böse trottet der Inkarnation des Bösen hinterher und schaut pflichtbewusst kurz unter dem Schrank nach. Dann schaut sie zu mir. Der Blick scheint zu sagen: “Tja, da kann man wohl nix machen. Und dabei war ich soo schnell.”

Und:

“Wo wir nun schon in Bewegung sind… ich hätte da Hunger…”

Unwort des Tages: Dosenöffner.

10 Kommentare zu “Gargantula greift an!!!!!!!”

  1. 1
    Johannes:

    Thihihihihi, sehr sehr toller Beitrag. Bin ja schon seit ein paar Tagen stiller Genießer der immer wieder erscheinenden Zeilen hier und freue mich immer beim Lesen. Kurz: es gefällt. Weiter so! [/Lob]

  2. 2
    Basti:

    Vielen Dank und willkommen in der Schar der offiziellen Mitleser… ;-)

  3. 3
    Aro:

    Cool, Du hattest Besuch von Spiderman? Trägt er immer noch seine fesche, hautenge Strumpfhose?

    P.S.
    Als militante Haushaltshilfe halt Deine Katze echt kläglich versagt, probier’s mal mit nem Hund.

  4. 4
    Moritz:

    Gratuliere zu dieser überdurchschnittlich feigen und faulen Katze :)

  5. 5
    Basti:

    Sagen wir mal, sie ist bequem…

    Vielleicht ein bisschen faul…

    Aber im Essen ist sie große Klasse.

  6. 6
    Moritz:

    Dann eben: feige, faul und fett …*duckundweg*

  7. 7
    Basti:

    Pass bloß auf, dooo!

    Für Katzenverhältnisse ist sie sogar einigermaßen schlank…

  8. 8
    Hikari:

    Wieso kommt mir das nur so bekannt vor. Meine Katze hätte nichtmal pflichtschuldigst unter den Schrank geguckt. Die wäre noch sich-ekelnd vor dem Vieh weggelaufen und hätte mich damit allein gelassen. Jede Wette.

  9. 9
    :

    Also meine beiden ‘Kätzchen’ hätten wohl ähnlich auf das Vieh (nicht-)reagiert… wobei die eine für die Verweigerung, die Spinne zu erlegen, und die andere für den Schrei nach der Dose zuständig wäre:
    Felicitas (Katze): “Du willst doch nicht ernsthaft, dass ich dieses eklige achtbeinige Etwas anfasse?! Pff, was für eine Zumutung, ich verlange zwei Stunden Dauerstreicheln als Kompensationsleistung!”
    Kater (Kater) (hat wie immer nicht wahrgenommen, dass überhaupt irgendwas passiert ist): “Bla.” – Nachdenkpause – “Hunger!”

  10. 10
    KK:

    *lache*…mein Henry wäre ein ebensolcher Held. Wenn die wie auch immer geartete “Beute” unter oder hinter einem Schrank in Deckung geht, verkündet er nach einem kurzen und meistens eher sehr halbherzigen, wie ich finde, Versuch sie doch noch zur Strecke zu bringen, ebenfalls recht schnell, dass die Jagd nunmehr beendet ist. Für ihn geht dieser nicht erfolgreiche Abschluß seines Vorhabens auch mit keinerlei Selbstwertminderung einher, stolz und selbstbewusst schreitet er von dannen und plant voller Zuversicht den nächsten Beutezug. Vielleicht sollte man sich an dieser Haltung wirklich ‘mal ein Beispiel nehmen?

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Unsinner

Bastian Kruse hat am gleichen Tag Geburtstag wie Martin Walser, Steve McQueen, Roland Koch und Nena. Geboren ist er im Gegensatz zu Vorigen im Jahre 1986 in den unendlich flachen Weiten Schleswig-Holsteins. Diese Weiten hat er bisher auch noch niemals für längere Zeit verlassen, und so wird er beim Anblick eines Berges jedes Mal von der Panik erfüllt, der Himmel könnte ihm auf den Kopf fallen.
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