Ja, wo hängt er denn? Alle Jahre wieder dasselbe Spiel…

Der Christus hat einen guten PR-Berater. Denn jedes Jahr zu Ostern ist er in den Medien. Deutschlandweit!

Und dafür musste er lediglich gefoltert werden, sterben und wiederauferstehen! Es gibt Leute, die würden deutlich mehr tun als das, um eine vergleichbare Medienwirkung zu erzielen.

Zu Ostern müssen wir kritischen Medienkonsumenten also sehr gut aufpassen – es findet sich überall und unvermutet christliche Infiltration. Beweise?

Jedes Jahr setzt sich der Papst an das Kopfende des mit Schaulustigen Gläubigen vollgestopften Platzes und verkündet in 63 Sprachen, dass jetzt Ostern sei oder so ähnlich. Dabei ist davon auszugehen, dass englischsprachige Anwesende allenfalls erahnen können, was Benedikt meint, wenn er sagt: “Mäh se greß änd dschoi off se reisn Kreist bih wiss juh oll!”

Teile dieser Zeremonie finden sich in Nachrichtensendungen auf der ganzen Welt wieder, inklusive unserer Tagesschau! Skandal!!!

Und es geht noch weiter:

Einer plötzlichen Krankheit wegen war ich am Ostersonntag an Bett und Fernseher gefesselt. Ich fand Erschreckendes heraus: Die dreistündige Zeremonie auf dem Petersplatz wurde auf sage und schreibe drei Sendern live übertragen – ARD, Phoenix und BR! Das ist mehr Sendezeit als Angela Merkel jemals auch nur ansatzweise bekäme, wenn sie mit irrem Blick und nur mit rosa Plüschohren bekleidet vor die Kameras träte, um nach einer Bauchtanzeinlage die Trennung von ihrem Mann und nebenbei auch den totalen Krieg mit Liechtenstein bekanntzugeben. Oder etwas ähnlich Beklopptes.

Der Christus weilte in diesen Tagen sogar dort, wo man ihn am wenigsten vermutet: Bei Google, dem gottlosen Internetmonster. Und zwar ganz unaffällig und versteckt zwischen allerlei Alltagsmeldungen.

osternDiese den Regeln christlicher Metaphorik folgende Überschrift mutet zwischen den ganzen Sauf- und Sportmeldungen doch recht eigentümlich an. Man möchte sich fast fragen, was sie da eigentlich zu suchen hat.

Aber nun gut, es ist halt Ostern. Da kann sowas schon mal da hineinrutschen.

Wie gut, dass Ostern nun vorbei ist. Ich lese lieber Meldungen über heldenhafte amerikanische Frachtschiffkapitäne als über abstruse Lichter…

Unwort des Tages: Kyrie eleison.

Geschrieben am 13. April 2009 in Ungläubig, Unübersehbar

4 Kommentare zu „ Ja, wo hängt er denn? Alle Jahre wieder dasselbe Spiel…

  1. Moritz :

    Ich sag dir was: es liegt an der Rapper-Kette. Der Papst hat die gleiche Kette wie 50cent, deshalb darf er solang ins Fernsehen! Ein weiterer Grund sind seine vielen Homies und du hast ja schon festgestellt, dass mit denen nich zu spaßen ist – wenn die mal mit ihrem Massen-Rap loslegen…halleluja!

  2. Basti :

    Vielleicht sollten sich die ganzen Gangsta-Rapper von ihm noch ne Scheibe abschneiden, um erfolgreicher zu werden… Wir könnten Sido ja mal vorschlagen, seine nächste Single “Über Jesu Kreuz leuchtet das Licht der Auferstehung (yeah)” zu nennen. Und das yeah ist schon hart an der Grenze. Das sagt der Papst nämlich nur äußerst selten, und wenn er sagt, dann sagt er “jääh!”

  3. Aro :

    Falscher Titel. Ostern hing er ja nicht mehr, sondern spielte angeblich mit dem Fels vor seiner Höhle Riesen-Bowling. Der hatte schon was drauf, also bitte etwas weniger Neid!

  4. Ob die weniger Krankmeldungen und das Licht der Auferstehung was miteinander zu tun haben? Und wieso eigentlich Newsticker, als ob das nicht schon 2000 Jahre her wär … tztztz.

    Ich ignoriere ja Feiertage mit schöner Regelmäßigkeit.

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