I dream of kale, ääällääähiiijälääääh…
Es gibt Nächte, an deren Ende man zwar offiziell noch schläft, aber unterbewusst schon auf das Klingeln des Weckers wartet. So ganz geschäftsmäßig: “Oh, es klingelt – tut mir Leid, Herr Zaster, den Lotto-Scheck müssen Sie mir heute Nacht überreichen, ich muss gerade mal aufstehen.”
Trotz dieser Erwartung kann es im Traumland gegen Morgen immer noch recht spannend werden. Das habe ich heute am eigenen Leibe erfahren. Und ich schwöre, dass die Geschichte wahr ist, die ich Ihnen jetzt erzähle…
Nun ja, natürlich ist sie nicht wahr, aber ich habe sie wahrhaftig geträumt. Sie geht so:
Grundlos fahre ich mit meinem Vater, der in diesem Traum ein seltenes Gastspiel hat, und einer Bekannten in einem blauen, klapprigen VW-Bus über ein Kohlfeld. Die Bekannte ist tatsächlich nur eine Bekannte und hat in diesem Traum eigentlich nichts zu suchen, was mir während des Träumens auch gar plötzlich einfällt. Trotzdem verschwindet sie nicht – wie denn auch, sie sitzt ja mit uns im Bus. Nennen wir sie mal Erna.
Erna, Vater und Bastian Kruse (stud. phil.), rasen also in einem klapprigen Bus über ein Kohlfeld. Bedrückende Stimmung, vergleichbar mit einem der drei Bourne-Thriller. Die Kamera wackelt auch genauso.
Aus mir unerklärlichen Gründen verschwinden Erna und der Vater in einem Haus, das mitten auf dem Kohlfeld steht. Das wundert mein Traum-Ich natürlich überhaupt nicht (warum auch?), und so fahre ich selbstverständlich weiter über eine Kuppe – besser gesagt, eine Kohlkuppe. Wirklich ausnehmend viel Kohl hier, ob mir das was sagen soll?
Die Szenerie wechselt von Bourne zu “Der Pate”, denn hinter der Kuppe befindet sich ein Haus mit auffällig vielen auffälligen Wagen davor. Was diese Wagen jetzt auffällig macht, weiß ich nicht, aber mir ist sofort klar: Sie sind auffällig. Das Haus ist auffällig. Der Kohl ist auffällig. Das kann nur eins bedeuten: Das sind Terroristen! Uaaaah!
Ich reiße das Steuer herum und gebe panisch Gas in der festen Überzeugung, jetzt von Terroristen verfolgt zu werden. Dabei ermorde ich geschätzte 500 dunkelgrüne Kohlköpfe. Ein sehr gewaltsamer Traum.
Meine Fahrfähigkeiten halten sich in diesem Traum augenscheinlich in engen Grenzen, denn ich setze den himmelblauen VW-Bus geschmeidig in einen übergroßen Graben. Motor tot, nichts geht mehr. In höchster Panik und mit “Psycho”-Streichern im Hintergrund versuche ich, ein plötzlich auftauchendes Handy vom Boden zu fischen. Ich höre schon, wie neben mir ein Auto hält – zweifelsohne werde ich gleich von gnadenlosen Terroristenkugeln durchsiebt.
Geile Personifikation. Muss ich mir merken…
Das Handy geht natürlich nicht. Ich schreie trotzdem hinein, vielleicht hört mich ja wer. Wie schön, dass ich alleine zu schlafen pflege, denn sonst hätte irgend eine großbusige Frau mit wallend blondem Haar sicherlich mein versuchtes Telefongespräch mitgehört. Sie hätte mich eventuell für paranoid gehalten – und auch für ein wenig meschugge – wenn ich mit überschlagender Stimme von Terroristen in Kohlfeldern berichtet hätte…
Der Fahrer des Autos, das neben mir hält (die scheinen graben-resistente Autos zu haben), kurbelt seine Scheibe herunter. Terrorist, eindeutig. Er steckt mir einen Klischee-Revolver ins Gesicht.
Da erklingt von oberhalb des Grabens eine autoritäre Stimme: “Halt, sofort aussteigen!” (Original-Wortlaut, ich schwöre!) Mir kommt diese Stimme seltsam bekannt vor. Die Terroristen, denn das sind sie ja zweifelsohne, steigen wie ferngesteuert aus.
Oberhalb des Grabens erscheinen Frank-Walter Steinmeier und Barack Obama. Die bösen Buben strecken ihre Klischeewaffen weit von sich und sagen wie aus einem Munde: “Ausgestiegen!”
Da richten sie auf einmal allesamt ihre Waffen auf mich ahnungslosen Studenten und wollen mich gerade zu Kohl eindampfen, als von oben drei Schüsse ertönen – tatsächlich gewaltsam, dieser Traum. Aber meine Kohl-Terroristen sind hart im nehmen, sagen nur “Au” und fassen sich an Hintern und Arm, wobei sie leicht auf- und abhüpfen. Also doch nicht so gewaltsam.
“Ja, du kannst jetzt aufstehen!”, teilt mir mein Wecker klingelnd mit. Ich bin ihm dankbar, denn so einen Schwachsinn habe ich wirklich lange nicht mehr geträumt. Das schlägt sogar noch den Kinderhort Kruse, Kruse & Kruse um Längen.
Was wollen bloß Steinmeier und Obama gemeinsam im Kohlfeld? Und welchen Vorteil haben sie davon, mich aus den Fängen der Kohlmafia-Terroristen zu retten? Die Antwort kennt nur das Universum.
Unwort des Tages: I have a dream.
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4. März 2009 um 02:25 Uhr
Es spricht der Psychologe: “Klarer Fall, Sehnsucht nach Kohl…” Pfui.
4. März 2009 um 02:28 Uhr
Du bist ein Genie, ein traumdeuterisches!
4. März 2009 um 17:50 Uhr
Nu, was jetzt? Terroristen oder Kohlmafia? Und wenn Terroristen, welche Spezies? Mehr die Retro-RAF-Klasse oder modern bekopftucht?
Ich wüsste das gern genauer, denn es ist entscheidend: Wird Barack Obama in Afghanistan den Terrorismus in die Kohlfelder, pardon Wüste schicken oder spricht sich Frank Steinmeier für eine EU-Noteingreiftruppe in Italien aus?
Auf jeden Fall freut es mich, dass Obama und Steinmeier Seit an Seit auftauchen, dann werden wir die Bundestagswahl ja doch gewinnen – und Steinmeier wird Kanzler ;-)
4. März 2009 um 19:08 Uhr
Erschreckenderweise befand sich kein modern Geschirrhandtuch-bekopftuchter Terrorist im Kohlfeld. Insofern ließ mein Traum also ein wenig zu wünschen übrig… tsts, derart unrealistisch. Wir wissen ja, wie Terroristen aussehen müssen, nech?
Ey, das war aber keine Wahlprognose für diesen Herbst! Die gebe ich auch garantiert nicht ab.
Noch nicht.
Kommt noch ;-)
4. März 2009 um 19:50 Uhr
Danke Basti, das war grad die wunderbarste Auflockerung während eines tristen Abends vorm Bildschirm, an dem ich einen noch tristeren Taxt aus dem Spanischen übersetzen muss.
Herrlich.
Steinmeier und Obama..
Aber die vollbusige Blondine, die zwar nicht in deinem Traum vorkam, sondern in deiner.. sagen wir mal “kontrollierbaren Gedankenwelt”, finde ich um Längen interessanter!
:-D
5. März 2009 um 09:12 Uhr
Das kenne ich auch, man träumt und denkt das passiert wirklich alles. Wenn man dann endlich aufwacht, ist man froh, dass der Traum dann endlich vorbei ist. Aber unsere Träume haben immer etwas mit unserem wirklichen Leben gemeinsam, irgendeine Kleinigkeit musst du erlebt haben, dass ein Kohlfeld und Obama in deinem Traum aufgetaucht sind.
7. März 2009 um 14:21 Uhr
Ein gar herrlich schwachsinniger Traum – und er schlägt meinen bereits publizierten von der CDU-Pressekonferenz um Längen. Zudem ist er schwerer zu interpretieren.
Fühlst du dich von Frank-Walter, … öhm Tschuldigung, Frank Steinmeier und Barack Obama bedroht? Das würde uns ein Stückchen weiter bringen …;-)
7. März 2009 um 20:53 Uhr
Du träumst von CDU-Pressekonferenzen? Hm. So weit war ich noch nie. Vielleicht ist mein Interesse an der Poltik einfach noch nicht ausgereift genug ;-)
Fühle ich mich von Steinmeier bedroht? Nein, irgendwie nicht. Also, er läuft ja nicht direkt Gefahr, Bundeskanzler zu werden, deswegen habe ich ja auch keinerlei Grund, mich irgendwie bedroht zu fühlen… muahahahaha…
8. März 2009 um 00:22 Uhr
Jetzt fühle ich mich bedroht – von einem großen, schwarz-gelb gestreiften MERKEL ;-)
Ich gehe davon aus, dass ich jetzt schlecht schlafen und morgen mies gelaunt zum Stammtisch erscheinen werde. Basti, du bist schuld^^
8. März 2009 um 10:24 Uhr
Doch, doch. Ich habe tatsächlich von einer CDU-Pressekonferenz geträumt. Aber die Interpretation ist eben in dem Falle wesentlich einfacher:
http://romanmoeller.wordpress.com/2008/12/10/ronald-pofalla-ich-habe-getraumt-von-dir/
:D
Der Gag mit Steinmeier war gut! Aber du kannst dich ja auch von ihm bedroht fühlen, wenn er Außenminister ist … ;-)
9. März 2009 um 01:54 Uhr
@Timo: Du warst doch gar nicht schlecht gelaunt! ;-)
@romanmoeller: Ohweia… dein Traum ist ja inhaltlich gar nicht so schlecht. Und auch realistischer als meiner, denke ich. Wobei er sich wahrscheinlich trotzdem nicht erfüllen wird… ;-)
19. März 2009 um 08:35 Uhr
Wenigstens hatte dein Traum keine schwere Lebenskrise zur Folge. Mir ist nämlich vorgestern Nacht bewusst geworden, dass ich Stephen King auf nem Familientreffen nichts zu sagen hätte – das war hart.
Den Tag vorher hat sich LLCoolJ (Man kennt ihn noch aus schlechten schauspielerischen Leistungen und mittelmäßiger Musik) Mitte 60 eingeschlichen und gemeint, so hätte das bei ihm damals auch alles angefangen. Leider vergaß er zu erwähnen, was.
19. März 2009 um 13:19 Uhr
Wie sieht ein Familientreffen mit Stephen King aus? Fließt Blut? ;-)
Und warum träumst du von LLCoolJ!? Das ist doch mal einen Blogeintrag wert, finde ich. Also bei dir. :-)
19. März 2009 um 13:45 Uhr
Nein, er saß da halt und ich wollt was intelligentes sagen aber mir fiel nix ein … shit happens
Und frag ma nich weiter mit LLCoolJ, ich hab absolut keine Ahnung, nichtmal einen Schimmer einer selbigen O_o