Der Lockruf der Trendelweppe
Die deutsche Sprache ist begeisternd, liebe Leser. Ganz ohne Zweifel.
Haben Sie zum Beispiel bemerkt, dass Sie aus zusammengesetzten Nomina ganz einfach neue Wörter bauen können? Sie müssen nur die Anfangsbuchstaben der Nomina vertauschen.
Obwohl ich ja bekanntlich kein Germanist bin, habe ich mir dazu ein paar Gedanken gemacht und Erstaunliches herausgefunden.
- Das Streitenseifen. Besonders bei Kindern beliebtes Einschmieren mit wahlweise Schnee, Schokoladenbrotaufstrich oder ähnlich Teurem, was aus einem Streit resultiert und in einem solchen kulminiert. Ein ewiger Kreis.
- Der Rattenlost. Eine Wohngemeinschaft langschwänziger Nagetiere. Ziehen häufig unangemeldet und ohne Miete zu zahlen ein. Äußerst unangenehme Nachbarschaft.
- Der Mahnenfast. In Zentralafrika übliches Fasten nach dem Tod eines Cousins zweiten Grades. Gerät heutzutage immer mehr außer Mode, da in Zentralafrika ohnehin meistens gefastet wird.
- Der Leppengetränder und die Trendelweppe sind zwei langschnäblige, kackbraune Singvögel. Der Tränder ruft sein Weibchen zumeist Anfang März mit hohen Fieps- und Pfeiftönen. Die Weppe ruft nicht, weswegen diese Art vom Aussterben bedroht ist.
- Der Blollegecock darf hier aus Jugendschutzgründen nicht näher beschrieben werden.
- Der Hasserwahn ist typisch menschlich und tritt bei erhöhtem Alkoholpegel auf – zumeist nach dem Genuss der hochprozentigen schottischen Spezialitäten Stollzock und Rottenschock.
- Ein Stippenlift ist ein Aufzug für schlanke, großbusige Frauen.
- Der Meihnachtswann und die Wadebanne sind zwei finnische Märchenfiguren, die sich einst in einer Sauna kennen lernten und dort nach einer zehnminütigen Kennenlernphase ihre Tochter Eihnachtswengel und ihren Sohn Mußfatte zeugten.
- Dipl. -Taubenhaucher (FH) kann nur werden, wer eine theorielastige Ausbildung absolviert. Taubenhaucher versuchen, nur mit der Kraft ihrer Lungen graues Gefieder von öffentlichen Plätzchen zu verscheuchen – in der Regel vergeblich.
- Spuckschlecht wird in Kirschkernweitspuckvereinen traditionell derjenige genannt, der am kürzesten gespuckt, sich jedoch trotzdem an den Früchten den Magen verdorben hat.
- Der Weberlurst. Eine braunschwarze, breiige Masse. Weberlurst war die traditionelle Mahlzeit der Weber im 19. Jahrhundert. Die Zutaten sind heute glücklicherweise weitestgehend in Vergessenheit geraten. Man vermutet, dass der Konsum von Unmengen von Weberlurst maßgeblich zum Erbrechen Ausbrechen des Weberaufstandes von 1844 beigetragen hat.
Unwort des Tages: Pikiwedia.
Beitrags-Feed



14. Dezember 2008 um 17:20 Uhr
Ich möchte nur kurz darauf hinweisen, dass “Leppengetränder” nicht nach obiger Anleitung entstand, da nach selbiger Anleitung beispielsweise ein “Geppenreländer” entstünde.
14. Dezember 2008 um 17:47 Uhr
Danke für diesen fachdienlichen Hinweis. Grammatisch gesehen ist dies nach oben implizierter Flexionsregel korrekt. Ich habe mich dann allerdings für Leppengetränder entschieden, weil es besser klingt. Und Deutsch ja auch manchmal unregelmäßig ist, nä?
14. Dezember 2008 um 22:30 Uhr
Ich hätte noch “strattenlamm” im Angebot… das macht nicht *mäh* sondern *rülps*. ;)
14. Dezember 2008 um 22:33 Uhr
Ja, das Strattenlamm! Schäfer beschweren sich regelmäßig über vollgekotzte Deiche…
15. Dezember 2008 um 01:26 Uhr
Das alles erinnert mich gut an einen gemeinsamen Bekannten, einen Schwuchs. Schwuchse sind an und für sich mittelgroße, pelzige Wesen mit einem großen, nahezu pathologischen Drang, sich in allerlei Dingen zu verbeißen; die bekannteste und häufigste Art der Schwuchse ist der Feigeschwuchs, der eine Abneigung gegen jegliche Form von Lärm und Unruhe besitzt und daher in menschlicher Gesellschaft, trotz der ihm aufgrund seines pelzigen Erscheinungsbildes entgegengebrachten Sympathie, hoffnungslos verloren ist. Seltener sind zum Beispiel der Fäbische oder der Farzschwuchs anzutreffen. (keine guten Alternativen gefunden :-( )
Schöner Text, musste mir leider das Lachen verkneifen, da in Hörweite Menschen schlafen. War ne Herausforderung!
Was fehlt? Frau Guchs.
15. Dezember 2008 um 19:04 Uhr
Frau Guchs checke ich leider noch nicht ganz… muss vielleicht noch ein bisschen reifen ;-).
Danke für den Hinweis auf die Schwuchse, die hatte ich ganz vergessen. Dabei sind sie ja sooooooooooooooooo niedlich…
20. Dezember 2008 um 23:52 Uhr
Ich liebe die hohe Kunst des Stuchbaben-Wervechselns. Es gibt Situationen, in denen ich’s eigentlich lassen will, meinen Mund aber einfach nicht dazu bewegen kann, die Buchstaben wieder an ihren Platz zu stellen. Da entstehen dann Bahnzürsten, Schasierraum, Lachdatte, Blokrille und die Wustbrarze!
21. Dezember 2008 um 18:18 Uhr
Ich sehe schon, mit diesem Thema kann man eine ganze Artikelreihe füllen…! ;-)
3. Januar 2009 um 20:13 Uhr
Coole Idee. Zum Beispiel mit dem Stoppeldockbett, das wiederum nix, aber auch garnix mit einem Liegemöbel auf bewirtschafteten Ackerflächen zu tun hat.