An anderer Stelle habe ich mich schon einmal darüber ausgelassen, dass Computer ja ach so unlogisch sind. Ich schwinge nun eine metaphorische Stehlampe und beleuchte einen ganz anderen Aspekt der mutierten Rechenmaschinen:
Ich behaupte, dass die Kommunikation von Mensch und Maschine mindestens genau so schwierig ist wie die Kommunikation von Mensch (Indonesier) zu Mensch (Inuit). Während der eine “Halong-halong patang barako pillu-pillu itschersapnanschwingi?!” sagt und damit zu fragen versucht, wo denn hier die nächste Toilette sei (er habe Durchfall), könnte es sein, dass “halong-halong” in der Sprache der Inuit “Du bist dumm wie eine Eisscholle” heißt. Die zwei Menschen haben also ein ernsthaftes Kommunikationsproblem. In diesem konkreten Falle ist das nicht schlimm, da sich Indonesier und Inuit selten begegnen. Tun sie es doch, bedienen sie sich entweder der englischen Sprache oder bringen sich gegenseitig um.
Bei Computern und Menschen ist das ähnlich.Der eine sagt: “Ich installiere hiermit ein neues Zeigegerät.” Dem Computer ist das komplett Wurst, weil er mit menschlicher Sprache nichts anfangen kann. Selbst wenn der Mensch sagen würde: “0100100101100011011010000010000001101001011011100111001101110100011000010110110001101
10001101001011001010111001001100101001000000110010101101001011011100010000001101110011
00101011101010110010101110011001000000101101001100101011010010110011101100101011001110
1100101011100101110010001110100″, was recht schwierig auszusprechen ist und etwas unhandlich klingt, jedoch dasselbe meint wie das Obige, selbst dann würde der Computer ihn nicht verstehen. Obwohl man ja denken könnte, dass er es eigentlich verstehen müsste, immerhin ist es ja binär.
Mensch muss Maschine das neue Zeigegerät quasi aufzwingen – durch das Eingreifen in das Hirn des Computers, das man bei Windows die Systemsteuerung nennt…
Nun hat man ja in jahrelanger Arbeit den Computern das Kommunizieren mit dem Menschen zumindest in Teilen beigebracht. Immerhin funktioniert es nun, dass wir von den Geräten gesagt bekommen, dass es ein Problem gibt. Das ist schon mal ein Vorteil. Nur leider gestaltet es sich meist recht schwierig, herauszufinden, worin das Problem denn nun genau liegt.

Dass die Parameterentität definiert werden muss, bevor sie verwendet wird, leuchtet ja noch ein. Wenn man nicht weiß, was es ist, kann man es nicht verwenden, ist ja klar. Aber bin ich als Benutzer nun dafür zuständig, meinem Gerät zu erklären, was eine Parameterentität ist? Soll ich ihm was aus dem Duden vorlesen, oder was?
Sowieso habe ich ja nur die Möglichkeit, Ja und Amen dazu zu sagen – es gibt ja nur den OK-Button. Oder ist diese Gestaltung nur für deutsche Benutzer…?

Das ist zwar schon besser, aber immer noch nicht verständlich. Immerhin gibt es hier keine unverständlichen Fremdwörter, aber dafür einige ungewöhnliche Formulierungen… “Speichrnn zu einer verlorenen Datei” – da hat sich wohl einer auf die Zunge gebissen, während er programmiert hat. Und dass Speichern Änderungen hervorruft, sollte eigentlich klar sein, oder?!
Aber ist ja auch egal, denn die Änderungen erscheinein nicht im Bild… oh neinneinnein!!!

Dieser Computer beherrscht bereits das sprachliche Mittel des Paradoxons: Das Format zum Speichern unterstütze das Speichern nicht. Und sowieso werde ja alles auf dem Basisbild vereinigtischt. Was auch immer das bedeutischen mag. Man beachtische auch die Kunstpause vor dem “Wollen Sie (ergänze hier: etwa) fortfahren?”
Ich bin geneigt, der Theorie von der Unmöglichkeit der Kommunikation zuzustimmen… aber nur in den verzweifeltesten Momenten.
Unwort des Tages: Speichrnn.

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“Vereinigtischt” ist ein tolles Wort! Klingt wie Geschlechtsverkehr auf dem Küchentisch, oder so. Man sollte mal eine lyrische Lesen von Fehlermeldungen andenken, Dada war ein Dreck dagegen. Bin absolut begeistertischt.
Ich auch – Spitsche!!!! ;-)
Aber so ist Windows. Man muß sich nur mal eine Stunde vor einen eingeschalteten PC setzen – man muß teilweise gar nichts machen und bekommt ganz automatisch die wundersamsten Meldungen angezeigt …
hihi, das erinnert mich sehr an das Moffem (Museum of Faulty Error Messages), das so Dinger wie “Es ist keine Tastatur angeschlossen, bitte F10 drücken zum Fortfahren” sammelt. hier entlang (mehrere Stunden Lachgarantie!)
@Frederic: Ich bin auch ein wahrer Fan des Wortes “vereinigtischt”. Ich werde demnächst an die Duden-Redaktion schreiben, sie mögen es doch mit aufnehmen… :-)
@Julia: Danke für den Link! Eine wirklich unterhaltsame Seite…
Hach, “Unbill” – so genial, Basti, auf sowas kommst auch nur du. :D
Unbill und Bill haben sich auf dem Tisch vereinigt und gegenseitig neutralisiert, ja?