Der Mai ist gekommen, die Bäume fallen um – Stöckchenlese

Dies ist ja ein Blog, wie Sie vielleicht wissen. Blogautoren untereinander haben die ungewöhnliche Angewohnheit, sich gegenseitig massive Hölzer an den Kopf zu werfen – sogenannte “Stöckchen”. “Stöckchen” ist natürlich nur eine sinnentleerte Metapher für einen Fragebogen, den der Autor dann auf seinem Blog veröffentlichen kann. Ich drücke mich um solche Dinge immer sehr gerne herum…

Heute hat es mich aber erwischt und ich bekam von Pas dieses Stöckchen. Ich hoffe, es bringt Ihnen allen einen erheblichen Erkenntnisgewinn.

4 Jobs, die du in deinem Leben hattest

Zunächst einmal war ich im Kindergarten auf einem Fest für die Dauer von etwa zehn Minuten für den Lolliautomaten zuständig. Man musste da in eine überdimensionale Kiste klettern und so tun, als ob man der Automat wäre, der nur dann Lollis herausgibt, wenn das draußen stehende, nach Lollis geifernde Kind den richtigen Hebel betätigt. Die Ära meiner Herrschaft in diesem Automaten zeichnete sich dadurch aus, dass der Automat über das Prozedere weniger Bescheid wusste als die Kunden. Ich wurde also nach bemerkenswert kurzer Zeit gechasst.

Ich finde auch durchaus, dass man mich während der 13 Jahre, die ich in der Schule verbracht habe, als Berufstätigen bezeichnen konnte. Meine Aufgaben waren zum Einen die Absorption von möglichst viel Wissen (quasi als großes Endziel), zum Anderen aber auch das Ausbilden einer zufriedenstellenden Persönlichkeit und ebenso das Ausbilden eines gewissen Fetischismus’ zur Verwendung von Nomina in Sätzen wie diesen; außerdem war ich jahrelang in der Betreuung älterer, verwirrter Lehrkräfte tätig. Ich wurde als Belohnung mit den verantwortungsvollen Aufgaben des Klassensprechers, Klassenbuchführers und auch des stellvertretenden Kurssprechers betraut.

Meinen größten Karrieresprung, auf den ich auch nach wie vor sehr stolz bin, machte ich vor einigen Jahren, als ich während einer sechswöchigen Pause vom Schuldienst zum Interims-Hotdogbrater im Hansa-Park befördert wurde. Die Vergütung dieser Tätigkeit war zwar verhältnismäßig bescheiden, dafür aber trug ich die Verantwortung für die Hotdog-Kunden am Stand “Schaukel”. Und das für ganze zwei Wochen. Danach wurde ich erneut befördert (denn die Kunden fanden meine kalten Hotdogs äußerst erquicklich und mein unglaubliches Engagement hatte sich im Park herumgesprochen). So wurde ich also zum offiziellen Tischdiensthelfer-Helfer im Selbstbedienungsrestaurant. Die Vergütung änderte sich glücklicherweise nicht. Die Uniform auch nicht.

Als vierten Job wähle ich mal meine Tätigkeit bei einem nicht zu nennenden Fernsehsender im letzten Jahr, der mir für sechs Wochen seine Türen öffnete. Ich entdeckte dort die ganze Welt des Praktikantenseins und kenne mich nun aus mit dem Stehen im Bild, dem Tragen von Stativen und der begrenzten Fähigkeit des Chefredakteurs, sich Namen zu merken. Wobei ich gerne zugebe, dass ich auch tatsächlich etwas gelernt habe (falls jetzt zufällig jemand mitliest…).

4 Filme, die du immer wieder anschauen kannst

Ich schaue mir sowieso alle Filme immer wieder an, weil ich nach etwa zwei Monaten wieder vergessen habe, worum es geht und vor allem, wie es ausgeht. Wegen meiner fundierten pädagogischen Grundausbildung kann ich nun aber hinter die Kulissen dieser Frage schauen (Vorsicht, verunglückte Metapher) und nenne einfach mal vier Filme, die ich gut finde. Ich hoffe, ich weiß die Namen noch:

- Das fünfte Element: Aus irgendwelchen Gründen gefällt mir dieser Film wirklich gut…

- Findet Nemo: Ich mag die Pixars, und aus diesem Grunde geht’s auch gleich weiter mit

- Madagaskar, was wahrscheinlich gar nicht von Pixar ist. Das ist mir aber wurscht, ich mag’s trotzdem. Und auch

- Krieg der Welten, zugleich trotz und wegen Tom Cruise, dem man seine Rolle dort nicht abkauft. Trotzdem hat mich dieser Film beeindruckt, obwohl ich ihn nur im Fernsehen gesehen habe… wäre mal interessant, was Cinekie darüber denkt?!

Sowieso steht Krieg der Welten stellvertretend für eine ganze Menge anderer ernsthafter Filme, die mir nun leider gerade nicht einfallen. Schade auch…

4 Orte, an denen du (gern) gewohnt hast

Ich bin in meinem Leben schon ziemlich oft umgezogen, allerdings immer innerhalb unseres schönen Landes Schleswig-Holstein.

Mein Leben begann in einem abgeschiedenen Ort mit dem gar heimeligen Namen Wulfsmoor, in dem der Bürgermeister natürlich Wulf hieß. Norddeutsche Logik, liebe Leser.

Aus Gründen, die Sie hier nachlesen können, hat mir auch eine mehrjährige Stippvisite in Lübeck ganz gut gefallen.

Fast noch abgeschiedener als Wulfsmoor liegt das schöne Örtchen Itzehoe, das in Süddeutschland (also südlich der Elbe) niemand zu kennen scheint. Und im Ausland auch nicht. Glücklicherweise… Native speakers of English bekommen schon immer einen Lachanfall und wollen sich partout nicht wieder einkriegen, wenn sie den Namen dieses schönen Ortes hören: It’s a hoe…

Itzehoe ist ohnehin einen eigenen Beitrag wert. Bitte erinnern Sie mich beizeiten daran!

Inzwischen wohne ich in Kiel, was zwar etwas größer ist als Wulfsmoor, sich jedoch ansonsten nicht maßgeblich davon unterscheidet. Nur die Bürgermeisterin heißt anders, nämlich Volquartz. Warum sie so heißt, weiß sie wahrscheinlich selbst nicht. Vielleicht ist sie Raucherin?

4 Plätze, in denen du im Urlaub warst

Da wäre zunächst mal Amrum. Das ist allerdings schon ziemlich lange her und ich erinnere mich dort eigentlich nur noch an die nasseste Fahrradtour meines Lebens.

Womit wir beim nächsten Ort wären: Die zweitnasseste Tour war in England. Südengland. Zwei Wochen Regen, eine Woche Sonne, aber so richtig. England – ein Land der extremen Wetterverhältnisse.

Südfrankreich war auch wirklich sehr angenehm. Sowieso muss man das Mittelmeer ja zu seiner Existenz beglückwünschen… hach, das Fernweh.

Die Liebe meines Lebens heißt Kreta und ist groß und felsig. Aber sie hat zwei entscheidende Vorteile: Sie ist ganz schön heiß und kann nicht weglaufen. Sowieso kommt das weltbeste Olivenöl aus Kreta, kein Scherz. Allein das ist schon ein Grund, dort hinzufahren.

4 Webseiten, die du täglich besuchst

Von meiner Eigenen mal abgesehen wären da noch die Google News, über die ich mich zu informieren pflege. Das ist natürlich eine Schande für einen angehenden Journalisten, aber ich stehe dazu…

Konnas Blog bildet neben meinem Schreibtisch, dem Fernseher und dem Bett das Zentrum meines Lebens. Und, ach ja, die Universität…

Im Musiker-Board treibe ich mich ebenso häufig herum.

4 deiner Lieblingsessen

Das wirft die Frage auf, was denn die Mehrzahl von “Essen” ist? Sick, übernehmen Sie!

Ich bin ein großer Nudelfan, und zwar mit Vorliebe mit einer Soße aus Weißwein, Sahne und Schinken. Sehr lecker.

Oder auch, und ich stehe dazu, mit Spinat. Spinat, liebe Kinder, ist gar nicht schlimm! Nur der Stuhl wird ein bisschen grün danach. Aber das macht ja nichts…

Und nein, ich meine nicht den Stuhl, auf dem du jetzt sitzt.

Chinesisches Kurzgebratenes aus dem Wok. Eine neumodische Erscheinung, zumindest bei uns, aber dafür sehr schmackhaft. Und schnell noch dazu. Und, ach ja, gesund. Sagt man.

Sowieso: Ein guter Entenbraten… mit Ananas?! Tut mir leid für die Ente, aber sie schmeckt nun mal wirklich gut…

4 Plätze, wo du gerne im Augenblick sein möchtest

Es gibt viele Gründe, warum ich nicht Philosophie studiere…

Wo möchte ich jetzt sein? Es wirkt reichlich deplaziert, sich jetzt in den sonnigen Süden zu wünschen, oder? Aber ich war wirklich sehr lange nicht mehr im Urlaub… Also:

- Urlaubsort 1: Auf Kreta. Vorzugsweise Südküste, ist schöner.

- Urlaubsort 2: Irgendwo außerhalb von Europa. China zum Beispiel.

- Urlaubsort 3: Pariiiiiiiiiiiiiiiiiis…

- Viertens: Existent, wird aber nicht verraten.

4 Blogger, denen du das Stöckchen weitergibst

Es mögen sich bitte vier Freiwillige finden, die dieses Stöckchen in die Welt hinaustragen… Viel Spaß dabei.

Unwort des Tages: Geheimniskrämerei.

Geschrieben am 11. Mai 2008 in Unkritisch

7 Kommentare zu „ Der Mai ist gekommen, die Bäume fallen um – Stöckchenlese

  1. Pas :

    sehr schön! Da macht einer aus Stöckchen tatsächlich noch was! Vor allem die Jobs fand ich lustig :D War also ein guter Wurf zu dir rüber!
    Das Weiterwerfen finde ich auch immer etwas blöd, aber es scheint ja so eine Pflicht zu sein…

  2. bastih :

    netter beitrag :D.

  3. Ina :

    4 dinge, die du nicht näher bezeichnet hast / nicht näher bezeichnen wolltest, die ich aber trotzdem weiß!!

    1. einen Film, den du NIE wieder anschauen wirst
    2. eine Webseite, die du auch des öfteren frequentierst (täglich vielleicht?)
    3. von wem du die Schinken-Grund-Soße hast
    4. Der vierte Ort

    Tja, eins könnt ihr euch aussuchen, das ich verrate.

    Aha, ihr wählt den Kinofilm: es handelt sich hierbei um “V wie Vendetta”
    (“Er war Wurstsalat” Oh ja, das war er…)

  4. Basti :

    Dieser Film war sowas von schlecht, ich wende mich mit Grausen.

    Naja, ich würde ihn vielleicht doch noch mal anschauen… des Lachens wegen… und der Nostalgie… ;-)

  5. konna :

    Was hast du denn gegen “V wie Vendetta”? So schlecht war der Film nun auch nicht. Ich glaube du bist da nur unter falschen Voraussetzungen rangegangen. :)

  6. Basti :

    Soweit ich mich erinnern kann, habe keinen hochgradig intelligenten Film erwartet. Die Dialoge waren aber teilweise wirklich hinterwäldlerisch und die ganze Geschichte und Aufmachung so offensichtlich unrealistisch… Wenn doch nur ein kleines bisschen Selbstironie dabei gewesen wäre, dann hätte ich’s ja akzeptiert. Aber so – nix für mich.

    Außerdem: Wie kann man einen Film drehen, dessen Hauptfigur während des gesamten Dauer des Films eine Maske trägt? Damit verzichtet man doch komplett auf diesen Charakter, oder nicht? Dramaturgisch, meine ich. Den hätte auch meine Oma spielen können und keiner hätte es gemerkt.

    Hoffentlich liest meine Oma das hier nicht…

  7. Ina :

    Oh ja, ich kann es mir richtig vorstellen wie deine Oma mit Maske in der Küche steht und diesen leckeren Blechkuchen mit Tiefkühlfrüchten backt.

    Jea Baby, “Sie war Himbeerkuchen!”

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