Das Unwort

Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten

 
 
 
 

Antrag auf Abschaffung zwischenmenschlich-positiver Emotionen

Das irdische Individuum Bastian J. Kruse,

erkennend, dass das Vorhandensein von Emotionen, die sich auf eine positive Weise an ein beliebiges Individuum der Art “homo sapiens” richten, das Leben auf dem Planeten Erde für alle Individuen jener Art unnötig schwierig gestaltet,

wissend, dass es viele Individuen gibt, die eben Erwähntes zwar wissen, es jedoch konsequent verdrängen,

von dem Gedanken beseelt, sowohl jene Individuen von ihren Irrtümern zu erlösen als auch das Leben auf dem Planeten Erde zu vereinfachen,

betonend, dass das Vorhandensein solchartiger zwischenmenschlicher Emotionen im Laufe der Geschichte schon zu Millionen gewaltsamer Konflikte geführt hat und aller Voraussicht nach noch führen wird,

der Überzeugung Ausdruck verleihend, dass sich die Art “homo sapiens” auch ohne solche Emotionen wird fortpflanzen können,

der weiteren Überzeugung Ausdruck verleihend, dass, falls letzteres nicht der Fall sein sollte, es dem Planeten Erde und der darauf hausenden Flora und Fauna durchaus zum Guten gereichte,

  1. fordert eine noch näher zu definierende oberste Instanz “Gott” auf, folgende Emotionen vom Planeten Erde zu entfernen:
  2. Emotionen, die

    • die kognitiven Fähigkeiten von Individuen der Art “homo sapiens” beschränken, behindern, zeitweise oder dauerhaft ausschalten und
    • die sprachlichen Fähigkeiten von Individuen dieser Art einschränken und
    • nahezu alle sonstigen Fähigkeiten von Individuen dieser Art, falls vorhanden, einschränken mit Ausnahme der Fähigkeit, lange, ausgiebig und effektiv zu leiden und
    • die dadurch charakterisiert sind, dass sie in einem Individuum eine unerklärliche und unüberwindbare Zuneigung zu einem anderen Individuum derselben Art hervorrufen, wodurch sowohl Tagwerk als auch übliches Leben des Individuums in den Hintergrund treten und
    • die somit zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen,
  3. hebt hervor, dass es der obersten Instanz “Gott” dankbar ist, mit der Einführung solcher Emotionen zur Unterhaltung der Menschheit beigetragen zur haben,
  4. kommt jedoch zu der Überzeugung, dass solcherlei Emotionen das Leben unnötig verkomplizieren und sie damit redundant sind,
  5. bedauert dies zwar,
  6. hofft aber weiterhin auf die Fürsorge der obersten Instanz “Gott”,
  7. legt jener obersten Instanz “Gott” jedoch dringend nahe, vor weiteren Experimenten stichhaltige Machbarkeitsstudien anfertigen zu lassen, die den einschlägigen Ansprüchen genügen,
  8. beantragt des Weiteren in diesem und den folgenden elf Jahren das Überspringen der Jahreszeit “Frühling”,
  9. beschließt, mit der Angelegenheit befasst zu bleiben.

7 Kommentare zu “Antrag auf Abschaffung zwischenmenschlich-positiver Emotionen”

  1. 1
    Jenni:

    Das irdische Individuum Jennifer s. Belitz stellt den Antrag das Dokument ebenfalls unterzeichnen zu dürfen.

  2. 2
    Basti:

    In Rekordzeit bearbeitet und gewährt.

  3. 3
    Jenni:

    Verbindlichsten Dank der Herr :)

  4. 4
    Sebastian:

    Wo bleibt denn da die Romantik? Neee, ich stelle Gegenantrag Fschrägstricheins, Anlage C, sämtliche Emotionen bestehen zu lassen, 1. zum sicheren Erhalt unserer Gattung, 2. weil’s auch für ein paar Lacher gut ist.
    Anhänglicher Antrag: Abschaffung des Herbstes sowie des Winters in weiten Teilen.

  5. 5
    hormuthsfrederic:

    “Es ist, was es ist, sagt die Liebe”.
    Der Beschluss unter 8. gibt Anlass zur Hoffnung.
    Auf die weiterführende Durchdringung dieses Blogs mit tiefergehender Emotionalität und eine, durch Ironie sympathischer Weise nur unzureichend verbrämte, wenn auch vorerst rudimentäre, aber doch durchaus respektable Gefühligkeit.

  6. 6
    Basti:

    Oben angetragene weiterführende Durchdringung mit tiefergehender Emotionalität wird vom Autor als nicht wünschenswert angesehen, da er sich nicht fähig sieht, über seine Gefühlswelt ausreichend zu reflektieren, um sie auf einem genügend abstrahierten Niveau in einem anspruchvollen Text als Ausgangspunkt und/oder Objekt der Berichterstattung zu verwenden.

    Es ergeht der Beschluss, der Formelhaftigkeit des Beschlusses in Punkt Schluss, ähh, 8, nachzugeben und mit jenem Beschluss die Angelegenheit zu beschließen.

  7. 7
    hormuthsfrederic:

    Klingt vernünftig.

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Unsinner

Bastian Kruse hat am gleichen Tag Geburtstag wie Martin Walser, Steve McQueen, Roland Koch und Nena. Geboren ist er im Gegensatz zu Vorigen im Jahre 1986 in den unendlich flachen Weiten Schleswig-Holsteins. Diese Weiten hat er bisher auch noch niemals für längere Zeit verlassen, und so wird er beim Anblick eines Berges jedes Mal von der Panik erfüllt, der Himmel könnte ihm auf den Kopf fallen.
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