Ich schrieb ja schon einmal an anderer Stelle, dass ich gar fürchterbar vergesslich bin. Man muss sich eigentlich wundern, dass ich überhaupt in der Lage bin, alleine zu überleben… aber Unkraut vergeht halt nicht.
Wie dem auch sei – meine eigene Vergesslichkeit wurde mir heute wieder einmal unter Beweis gestellt. Da marschiere ich völlig in Gedanken versunken am Kieler Hauptbahnhof vorbei und fechte einen Kampf gegen den inneren Schweinehund, der mir wärmstens empfiehlt, sowohl einen Crêpe als auch eine leckere Waffel, einen Berliner und ein großes Eis zu essen. Da regt sich rechts neben mir auf einmal ein weibliches Stimmchen:
“Hey Basti, was machst du denn hier?!”
Ich drehe mich um und erblicke ein nicht unattraktives, mir auf seltsame Weise bekanntes Gesicht. Ich bin mir sicher, dass ich sie kennen muss und dass ich sie auch schon öfter gesehen und mit ihr gesprochen habe, aber ich weiß beim besten Willen nicht, woher…
“Ähh ja, ähehehe, hallo! Was machst denn du hier…?”
“Ja also, blah…”
Während sie mir erzählt, was sie hier macht, denke ich fieberhaft darüber nach, woher ich sie kenne. Und frage mich, ob ich sie nicht einfach fragen soll. Ich entscheide mich gegen Letzteres, komme aber bei Ersterem zu keinem Ergebnis.
Leider bin ich dann doch irgendwann gezwungen, meine hektischen Überlegungen zu unterbrechen und etwas zu antworten. Glücklicherweise schaffe ich es, etwas zu sagen, was nicht erkennen lässt, dass ich ihr eben nicht zugehört habe und auch gleichzeitig nicht weiß, wer sie eigentlich ist (im Nachhinein bin ich mir nicht mehr so sicher, dass sie es nicht gemerkt hat – ich muss doch eigentlich ausgesehen haben, als ob ich eben eine Polynomdivision im Kopf durchführen würde).
Als wir dann in unserem Smalltalk auf die Universität zu sprechen kommen, erinnere ich mich auch wieder daran, dass wir ein Semester lang zwei Stunden die Woche nebeneinander gesessen haben und eigentlich recht viel Spaß hatten. Das Gespräch wird von diesem Zeitpunkt an deutlich lebhafter, jetzt, da ich auch teilnehme…
Unwort des Tages: Was machst du denn hier?

Beitrags-Feed
Kennt jeder – das hat man immer mal wieder. Neulich hab ich ebenfalls in der Stadt eine weibliche Person gesehen, die ich kannte – nur wusste ich ebenfalls nicht woher. Da es hier zu keinem Gespräch kam, blieb die Frage leider unbeantwortet.
Ich war mit so jemandem im Urlaub.
Er ist Wassermann, eigentlich typisch für Wassermänner. Zur Pointe:
Ich hatte als Pointe deiner Geschichte erwartet, dass es sich bei der Person, der du begegnet bist und die dich gefragt hat: “Was machst d u denn hier?” um u deine Frau/Freundin handelte und dass du das nicht selbst entdeckt hättest, sondern dass ihr einer weiteren Person begegnet, die deine Frau fragt: “Du hier, mit deinem Mann?”