Das Unwort

Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten

 
 
 
 

Gruselige Gespielinnen geben grundlos Gratis-Gurke gen Genuss-Genossenschaft

Kennen Sie “die Medienfrauen”? Ich auch nicht. Und Wikipedia auch nicht. Komisch eigentlich, denn die Medienfrauen sind wirklich wichtig für uns, unsere Gesellschaft und vor allen Dingen für die Heilige Inquisition Emanzipation.

Die Medienfrauen sind eine Ansammlung von Frauen, die bei der ARD, den an selbiger klebenden Rundfunkanstalten und beim ZDF arbeiten. Die treffen sich einmal im Jahr, feiern ein paar Tage lang, machen Stadtrundfahrten, essen eine Menge, besuchen einige Workshops, tauschen Weisheiten aus (Programm des diesjährigen Treffens) und vergeben zu guter Letzt die sogenannte “Saure Gurke”, einen Negativpreis, mit dem sie besonders frauenfeindliche Beiträge im öffentlich-rechtlichen Fernsehen honorieren. Dieses Jahr traf es die Köche Lafer und Lichter, die beim ZDF aus irgendwelchen Gründen eine eigene Sendung haben. Die haben doch tatsächlich in einer Sendung ihre weiblichen Gäste als, ich zitiere (ab 18), “Täubchen an seiner Seite” und “nougatgefüllte Marzipanpralinen auf zwei Beinen” angekündigt! Wie ungeheuerlich! Dass ich da gar nichts von mitbekommen habe, zeigt ja nur, wie chauvinistisch und diskriminierend ich bin und dass ich mir ja gar keine Gedanken mache um die ach so notwendige Emanzipation allen Weiblichen in unsere männerdominierte Gesellschaft.

Die Liste der PreisträgerInnen der “Sauren Gurke” liest sich übrigens wie ein WhoIsWho der deutschen Fernsehgeschichte. Quasi jeder hat das Teil schon mal gekriegt, das “heute journal” genauso wie der “Weltspiegel” und der “Tatort”.

Tja, das kommt eben dabei raus, wenn man eine Horde Frauen mit Langeweile ein Wochenende lang irgendwo einsperrt. Sie treiben die Emazipation voran…

Ich traue mich nicht, zu recherchieren, ob der Spaß von meinen Fernsehgebühren, ach nein, von meinen GEZ-Gebühren, GEZ-Gebühren, GEZ-Gebühren bezahlt wird. Da würde ich nämlich in meiner typisch chauvinistischen Manier ziemlich wütend werden.

Kleine amüsante Story nebenbei: Im Jahre 2005 ging den Medienfurien die Kreativität aus und sie vergaben die Gurke an den NDR als Ganzes, weil der ja sowieso per se frauenfeindlich ist (vielleicht, weil es der NDR heißt?). Die Gleichstellungsbeauftragte des NDR schickte den Preis aber wieder zurück mit dem Hinweis, er sei unbegründet…

Ich vergaß, zu erwähnen, dass sofort ein Zickenkrieg losbricht, wenn man eine Horde Frauen mit Langweile ein Wochenende lang irgendwo einsperrt…

Unwort des Tages: Emanzipation.

9 Kommentare zu “Gruselige Gespielinnen geben grundlos Gratis-Gurke gen Genuss-Genossenschaft”

  1. 1
    MuGo:

    Dieser Beitrag war… schwach! Mehr sag ich dazu jetzt mal nicht.

  2. 2
    Basti:

    Auch das muss es geben.

    Sonst noch jemand? :P

  3. 3
    romanmoeller:

    Na ja – du hast in bewährt überspitzer Manier auf gesellschaftliche Vorurteile, Klischees und damit automatisch auch Probleme aufmerksam gemacht. Natürlich darf mein weibliche Gäste nicht als “nougatgefüllte Marzipanpralinen auf zwei Beinen” ankündigen! Aber welchen Preis hat Karl Moik denn bekommen, als er die Italiener als Spaghettifresser beschimpft hat???

  4. 4
    MuGo:

    Wahrscheinlich den Preis für Zivilcourage der NPD-Fraktion Sachsen…

  5. 5
    Basti:

    Du verstehst mich, Roman, das finde ich gut. *seufz*

    Aber warum darf man weibliche Gäste denn nicht so ankündigen? Es kommt darauf an, finde ich. Ich könnte mir durchaus vorstellen, einen weiblichen Gast so zu begrüßen. Auf ironische Weise. Natürlich nicht im Ernst, das ist ja Blödsinn.
    Was ist an einer nougatgefüllten Marzipanpraline so schlimm? Ich stelle mir das äußerst lecker vor, muss ich sagen.

    Da finde ich Moiks Zitat schlimmer. Wobei Spaghetti auch lecker sind.

  6. 6
    MuGo:

    Ähm, hast du schon mal Lafer irgendwie gesehen? Der hat das nicht ironisch gemeint, es sei denn, die Frau war fett!

    Und naja, es gibt Frauen, die finden das vielleicht süß; aber die wählen auch CSU wegen der tollen Familienpolitik. Also sorry, ich find das jetzt vielleicht auch ein wenig seltsam, das zu prämieren, aber ich hab das nicht gesehen, kann es mir allerdings gut vorstellen. Außerdem tut es niemandem weh, wenn so ein Preis verliehen wird. Also muss ich natürlich grinsen, wenn du plötzlich so tust, als sei es verderblich und denke mir so meinen Teil. Ob das richtig ist, ist eine andere Frage, aber es nun mal so…

  7. 7
    Basti:

    Ja ich kenne den Herrn Lafer… hab den Mal bei Kerner gesehen. Die kochen ja gelegentlich am Freitagabend, und ich bin da mal reingeraten.
    Du meinst, der Herr Lafer hat es nicht ironisch gemeint, hast es aber nicht gesehen. Das scheint mir wenig logisch, muss ich sagen :-).

    Natürlich tut es niemandem weh, die “Saure Gurke” zu kriegen. Aber es tut auch niemandem weh, wenn ich die reine Existenz dieses Preises als belustigend empfinde, um es mal gelinde auszudrücken. Eine etwas abartige Frucht der Emazipation (oder des Phänomens, das sich für Emanzipation hält). Strange Fruit…

  8. 8
    romanmoeller:

    Falls er es ironisch gemeint hat, war es aus meiner Sicht immer noch mindestens einfalls- und niveaulos. Was den Preis betrifft, ist es natürlich insbesondere dann heftig, wenn er durch unsere Steuergelder mitbezahlt wird. Falls ihn irgendjemand aus eigener Tasche bezahlt, ist es mir egal. Der Preis ginge mir in dem Falle sowas wo auch immer vorbei …

  9. 9
    MuGo:

    Menschenkenntnisse, Basti, Menschenkenntnisse! Da muss man sowas gar nicht mehr für sehen. Oder glaubst du, ich wäre nur ein fehlerbehafteter Mensch wie alle Anderen?^^

    Und sonst schließe ich mich Roman an.

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Unsinner

Bastian Kruse hat am gleichen Tag Geburtstag wie Martin Walser, Steve McQueen, Roland Koch und Nena. Geboren ist er im Gegensatz zu Vorigen im Jahre 1986 in den unendlich flachen Weiten Schleswig-Holsteins. Diese Weiten hat er bisher auch noch niemals für längere Zeit verlassen, und so wird er beim Anblick eines Berges jedes Mal von der Panik erfüllt, der Himmel könnte ihm auf den Kopf fallen.
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