Kardinals krasse Kakophonie – Meisners Kulturverständnis
Alle Menschen, die während ihrer Zeit, die sie hier auf unserer Erde verbringen dürfen, etwas Gutes für die heilige katholische Kirche tun, kommen in den Himmel. Dort sitzen sie dann zur Rechten Gottes, unseres allmächtigen Vaters (den ich hiermit herzlich grüße).
Nun hat der allmächtige Vater, wie wir wissen, unter uns unwürdigen Erdlingen so seine Lieblinge. Jesus zum Beispiel war so einer – nagut, das war ja nun auch sein Sohn, da kann man also in gewisser Weise von Familienbande sprechen. Des weiteren auf Gottes Bevorzugungsliste: Alle Menschen jüdischen Glaubens, denn sie sind ja – eigenen Angaben zufolge – das auserwählte Volk. Was ich hiermit ausdrücklich nicht infrage stelle, um politische Verwicklungen und Beifallsbekundungen aus der islamischen Ecke zu vermeiden.
Weiter: Der Papst, natürlich. Alle CDU-Politiker, logo. Stoiber auch. Alle Schreiberlinge von kreuz.net. Und, ach ja, das hohe Kirchenpersonal: Bischöfe, Erzbischöfe, Weihbischöfe, kleine Bischöfe, große Bischöfe, schwule Bischöfe, heterosexuelle Bischöfe, sowieso alle Bischöfe; außerdem Kardinäle, Kurienkardinäle, kleine Kardinäle, große Kardinäle… naja, und so weiter.
Diese ganzen bevorzugten Menschen holt der allmächtige Gott nach ihrem friedlichen Ableben ganz besonders schnell zu sich, auf dass sie im Himmel weiterwursteln mögen. Der Gott, der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde, der ist ja besonders fleißig, wie wir wissen (außer sonntags). Nun hat er leider, wenn ich mir diese leise Kritik erlauben darf, einen kleinen Fehler begangen: Er hat versucht, seinen Lieblingskardinal Meisner zu sich emporzuholen – mir unverständlich, aber bittesehr. Augenscheinlich hat der allmächtige Vater aber nur einen kleinen Teil von Hochwürden Meisner hinaufgebeamt, nämlich das Hirn. Anders kann ich mir Meisners eigenartige Worte anlässlich der Einweihung eines Museums, gesprochen im Kölner Dom, nicht erklären.
Eva Herman ist ja nun gerade über einen Nazi-Vergleich gestolpert; Kardinal Meisner scheint der blonden Eva anscheinend folgen zu wollen. Für bibelfeste Christen durchaus verständlich.
Aber muss das denn auf diese Weise geschehen?
“Dort, wo die Kultur von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kultus im Ritualismus und die Kultur entartet“, sprach Meisner in gewohnt weiser, weil weltfremder Weise. Entartete Kultur, soso. Wo haben wir denn das schon mal gehört, hmm?
Demnach ist also Kunst nur sinnvoll, wenn sie der Gottesverehrung dient. Na vielen Dank. Stellen Sie sich mal so eine Welt vor: Wo auch immer Kunst ist, dann dient sie dem Allmächtigen. Also: “Lobet den Herren” im Radio, Heiligenfiguren auf dem Marktplatz, Bibelaufführungen im Theater, Mel Gibson im Kino, Bibeln im Bücherladen und “Das Wort zum Sonntag” täglich 24 Stunden lang im Fernsehen. Für Meisner ist das vielleicht wünschenswert, aber für einen normalen Menschen wahrscheinlich eher weniger.
Ich glaube, das würde sogar Jesus zu viel werden. Ich bin mir sogar ziemlich sicher.
Unwort des Tages: Kulturkardinal.
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15. September 2007 um 00:02 Uhr
Wenn ich mal die Wise Guys zitieren darf:
“Der liebe Gott hat ganz bestimmt mit dir Erbarmen,
denn es steht geschrieben: “Selig sind die geistig Armen!”.
Doch manchmal frage ich mich: Wer soll dafür haften?
Kann der Himmel denn so viele Selige verkraften?”
Ja, manchmal macht man sich schon so seine Gedanken :)
15. September 2007 um 14:51 Uhr
Wieso bist du so pessimistisch? Er hat nur gesagt, dass Kultr einen Gott verehren soll – WELCHEN Gott hat er nicht gesagt. Mit anderen Worten: Du musst den Gegenstand deiner Kunst nur anbeten, dann geht das schon in Ordnung. Womit bewiesen wäre, dass Andy Warhol an die heilige Suppendose geglaubt hat!
13. Mai 2008 um 10:13 Uhr
(hüpft)
Ich muss nicht in den Himmel! Ich muss nicht in den Himmel!….