Wenn Laien Zeitung machen. Eine Tragödie.
Träumen Sie auch gelegentlich davon, eine eigene Zeitung zu haben? Es sich im Chefredakteur-Sessel gemütlich zu machen? Milliarden mit Anzeigen und Verkaufserlösen zu verdienen?
Stefan Kähmzow hat es fast geschafft. Er hat sich seinen Traum erfüllt und Schleswig-Holsteins erste und einzige Onlinezeitung geschaffen: Die Krabbenpost.
Welch gigantischer Name für eine Zeitung.
Wenn Sie diesen Namen verwunden haben, gehen Sie ruhig mal auf krabbenpost.de. Herr Kähmzow und seine zwei oder drei freiwilligen Mitarbeiter (ich hoffe doch mal, dass sie freiwillig mitarbeiten) stellen dort jeden Tag eine Handvoll Artikel über Dinge hinein, von denen sie meinen, dass sie uns interessieren könnten. Damit hat man sich nach eigenen Angaben einen Leserstamm von 7500 Lesern im Monat erstritten. Ich gehe mal davon aus, dass man mit “Lesern” die Sitevisits meint… die ja nicht gleichbedeutend sind mit echten Besuchern. Aber das weiß Herr Kähmzow wahrscheinlich nicht. Und: 7500 Besucher klingt auch besser als 750.
Dass das Interesse der Werbeindustrie wegen dieser bescheidenen Besucherzahl relativ gering ist, leuchtet ein. Man darf also mit ruhigem Gewissen davon ausgehen, dass die Onlinezeitung Krabbenpost die rotesten Zahlen der Wirtschaftsgeschichte schreibt. Man hat dort quasi das Rot neu erfunden.
Warum ist das so?
Stefan Kähmzow ist zwar Obermufti einer Zeitung, zum Redakteur geboren ist er jedoch nicht. Und seine fleißigen Bienchen augenscheinlich auch nicht. Und so finden sich in der Krabbenpost neben unglaublich ausgiebig und sorgfältig recherchierten Artikeln (die den Zeitgeist nahezu vergewaltigen, so nahe kommen sie ihm) auch einige kleine Fehlerchen. Grammatischer Art. Und so.
Außerdem vergewaltigt die Krabbenpost nicht nur den Zeitgeist, sondern auch so einige journalistische Prinzipien. Wenn man also genau sein will, ist die Krabbenpost keine Zeitung, sondern eher eine Ansammlung von Meinungen. Da steht dann zum Beispiel: “Wir fordern Minister Austermann auf…” Und das in einer, naja, Zeitung. Ich hoffe, dass das hier niemand liest, der bei einer Zeitung arbeitet, der bekäme dann wahrscheinlich einen Herzinfarkt.
Vielleicht ist es auch nur eine Frage der Perspektive. Vielleicht hat hier auch jemand den Journalismus neu erfunden. Man darf gespannt sein. Und hoffen, dass es nicht so ist.
Wenn Sie mal lachen wollen, lesen Sie diesen Artikel (unter der Prämisse, dass Sie eine Zeitung lesen!). Die Krönung ist der letzte Satz: “Krabbenpost geht davon aus, dass die angesprochenen Marktführer in den nächsten Jahren diese Position verlieren werden.” Haben Sie in einer beliebigen Zeitung schon mal etwas Ähnliches gelesen? “Die Süddeutsche Zeitung geht davon aus, dass auf jeden Tag eine Nacht folgt..” Oder: “Das Flensburger Tageblatt ist der Meinung, dass sich Ebbe und Flut ständig abwechseln.”
Eine Zeitung muss auch in einem gewissen Sinne neutral sein - nämlich derart, dass sie möglichst vielschichtig berichtet.
Interessanterweise finden sich in der Krabbenpost außergewöhnlich viele Statements der Linkspartei. Der Grund dafür könnte sein, dass Chefredakteur Kähmzow bis vor kurzem Schatzmeister der Lübecker Linkspartei war.
Aufschluss über diese gar lustige Verquickung von Inhalten der renommierten Krabbenpost und der politischen Meinung des Chefredakteurs gibt dieser Artikel. Der letzte Absatz – eine einzige Meinungsmache. Eine Art Pamphlet. Mit Journalismus hat das wenig bis nichts zu tun. Völlig unabhängig davon, ob es wahr ist, was da steht.
Ich verlasse nun die Gerade der Lästerei und lehne mich leicht nach links, um noch die Kurve zum Guten hin zu kriegen (dabei falle ich fast vom Stuhl):
Wie schön, dass sich ein Normalo wie Stefan Kähmzow, der vielleicht keinen so großen Schaden hat wie viele Journalisten und Blogger, Spaß daran hat, ein so altes Medium wie die Zeitung in das Internet zu übertragen. Ganz alleine, oder zumindest fast. Vielleicht ist das auch der einzige Weg, auf dem die Zeitung überleben kann, schließlich informieren sich schon [selbst recherchierte Zahl einfügen] Prozent der Deutschen online über die Nachrichtenlage. Und nein, das ist kein Versehen, dass die eckige Klammer da steht. Sie können ruhig auch mal ein bisschen selbst recherchieren. Finde ich. Sie werden mir später noch dafür dankbar sein!
Ich hoffe allerdings, dass dann, wenn Zeitungen später nur noch online verfügbar sind, diese Zeitungen von auf konservative Weise ausgebildeten Sprach-und-Fachprofis gemacht werden. Man müsste sonst um die deutsche Medienlandschaft noch mehr bangen als ohnehin schon.
Unwort des Tages: Krabbenpost.
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7. August 2007 um 12:19 Uhr
[...] Wenn Laien Zeitung machen. Eine Tragödie. « Das Unwort – Unseriöse, unerhört unpolitische Ungere… Journalismus auf Privatfernsehniveau. So etwas macht mir Angst. Richtige Angst! (tags: zeitung online) [...]
2. September 2007 um 14:57 Uhr
Guten Tag Herr… ach ja, sie wollen ja unbenannt bleiben, darum möchte ich Sie auch nicht aus Ihrem Versteck locken. Vielen herzlichen Dank für Ihren liebenswerten Kommentar, in dem ich ganze elf Rechtschreib-, bzw. Grammatikfehler gefunden haben. Dann über die Fehler anderer zu lästern, obwohl bekannt ist, dass die Presseartikel von den Verantwortlichen selbst per eMail versendet und nach einer kurzen inhaltlichen Prüfung veröffentlicht werden, ist sehr selbstbewusst. Das bewundere ich.
Ich habe heute einen Auszug aus unserer Statistik veröffentlicht, dem können Sie entnehmen, dass ich mehr Besucher haben, als Sie wahrscheinlich Hits. :D http://krabbenpost.de/?p=815
Da Sie sich ja genau über meine Person informiert haben und wissen, dass ich einmal Linkspartei.-Mitglied war, müssten Sie eigentlich auch wissen, was ich von Beruf bin und dass ich aufgrund meiner Ausbildung durchaus den Unterschied zwischen Besucher und Hits kenne. Aber ich denke, das wissen Sie und haben es nur weggelassen. Es ist eben der pure Neid, so bleibt einem eben nur das sinnentleerte Schreiben über “Papstmützen”.
Auch dürften Sie wissen, dass ich Herr Heilmanns Meinung keinesfalls teile. Wohl aber, dass ein renomiertes Magazin (Heise) den selben Inhalt eines Artikels herausbringt, wie wir es Monate zuvor getan haben. DAS nenne ich Erfolg. Aber finanziell ist der bei uns keinesfalls, denn wir möchten mit der Seite kein Geld verdienen, nein, wir tun dies nur aus Spaß an der Freud, denn in anderen Onlinemagazinen wird oft nicht immer die Wahrheit geschrieben. Wir geben Meinungen unverfälscht wieder. Schön, dass Sie dies so amüsant finden. Das tun wir manchmal auch. Aber es ist eben nicht unsere Meinung. Über diese finden Sie rein gar nichts auf der entsprechenden Seite. :D
Viele Grüße
Ihr großer Fan und Bewunderer
Stefan Kähmzow
5. September 2007 um 16:16 Uhr
Der Kommentar von Herrn Kähmzow ist von der Akismet-Spamabwehr eigenartigerweise als Spam eingestuft worden. Das habe ich nun heute zufällig bemerkt und den Kommentar deshalb erst jetzt wiederhergestellt.
5.9.07 16:04
–
Lieber Herr Kähmzow,
“Vielen herzlichen Dank für Ihren liebenswerten Kommentar, in dem ich ganze elf Rechtschreib-, bzw. Grammatikfehler gefunden haben.”
Muss ich da noch was zu sagen? :P
Ich kann mich übrigens nicht erinnern, jemals behauptet zu haben, von allen Fehlern frei zu sein. Aber ich kann mich irren… Wissen Sie, manchmal sagt man halt Dinge, an die man sich später partout nicht erinnert.
Was die Statistik angeht: Da haben Sie doch tatsächlich im Oktober täglich durchschnittlich 378 Besucher gehabt, gratuliere. Von einer Auflage in Größe des SPIEGEL sind Sie also nicht mehr weit entfernt. Nur weiter so!
“Es ist eben der pure Neid, so bleibt einem eben nur das sinnentleerte Schreiben über “Papstmützen”.”
Neidisch bin ich nur auf Ihren unnachahmlichen Schreibstil, Herr Kähmzow. Sonst eigentlich eher nicht.
Außerdem finde ich das Thema Papstmützen sehr interessant. Auf der Krabbenpost findet sich sowas nicht! Oder?
“Auch dürften Sie wissen, dass ich Herr Heilmanns Meinung keinesfalls teile.”
Wer ist denn Herr Heilmann? Und was hat der mit der Krabbenpost zu tun?
“Wohl aber, dass ein renomiertes Magazin (Heise) den selben Inhalt eines Artikels herausbringt, wie wir es Monate zuvor getan haben. DAS nenne ich Erfolg.”
Herzlichen Glückwunsch. Da würde mich wirklich mal der Link interessieren. Nicht, dass ich es Ihnen nicht glaube, aber es wäre doch mal gut zu wissen, worum es in dem Artikel geht… Ich kann mir irgendwie so gar nicht vorstellen, dass man in der Heise-Redaktion morgens vor der Konferenz erstmal guckt, was denn die Krabbenpost so geschrieben hat. Aber Sie dürfen mich da gerne korrigieren.
“Wir geben Meinungen unverfälscht wieder.”
Das mag stimmen. Sie selektieren lediglich die Meinungen, die widergegeben werden. Auch nicht schlecht.
Das können Sie ja meinetwegen tun, es ist mir egal. Aber dann den Anspruch erheben, eine Zeitung zu sein… das wundert mich.
“Aber es ist eben nicht unsere Meinung. Über diese finden Sie rein gar nichts auf der entsprechenden Seite.”
Das stimmt nicht. Schauen Sie doch mal auf die von mir verlinkten Seiten. “Krabbenpost geht davon aus…” – das ist ja wohl Ihre Meinung, oder nicht?
Zum Abschluss noch mal eine kleine Stilblüte; die ist nun wirklich herzallerliebst (Krabbenpost vom 24.12.06): “Krabbenpost wünscht allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest. Aufgrund der dünnen Besetzung über die Feiertage werden wir ausschließlich über besonders wichtige Vorfälle berichten, d. h. wahrscheinlich gar nicht.”
Ich lasse das mal kommentarlos so stehen.
7. September 2007 um 15:45 Uhr
Es verwundert mich schon, dass sie Inhalte, die sie selbst zitiert haben, nicht richtig gelesen. So finden Sie den Link von Heise, als auch den Beitrag von Herrn Heilmann. :D Weiterhin gibt es Unterschiede zwischen Tippfehlern und Rechtschreib- und Grammatikfehler. Insofern. War recht amüsant. Vielen herzlichen Dank.
PS: Wir erheben keinen Anspruch groß, toll, schön (ok, das vielleicht doch) oder erfolgreich zu sein. Es ist nur ein kleines Hobby, das ehrenamtlich betrieben wird.
PSS: Oktober?
7. September 2007 um 16:04 Uhr
Dann wundern Sie sich mal.
Was ich damit ausdrücken wollte, war: Sie verweisen ja in Ihrem Kommentar auf einen Heise-Artikel und einen Herrn Hutzelmann. Wie soll denn ein unwissender Leser das nachvollziehen können, bitteschön? Weiß denn der unwissende Leser, welche Artikel auf der Krabbenpost ich gelesen habe bzw. welchen Artikel Sie meinen?
“Wir erheben keinen Anspruch groß, toll, schön (ok, das vielleicht doch) oder erfolgreich zu sein.”
Das ist doch mal ne Ansage. :P
“Oktober?”
Ich gebe zu, ich bin zu blöd zum Lesen. August müsste es heißen. In Gedanken ist bei mir anscheinend schon Oktober.
2. Oktober 2007 um 09:21 Uhr
Moin Moin,
“Druckfehler” sind das Salz in der Suppe. Nobody is perfect, wie der Lateiner sagt. Allerdings sollte man nicht über die Schreibfehler anderer Menschen lästern, wenn die eigenen derart massiv auftreten. Deswegen, unter anderem, tätige ich diesbezüglich keinerlei Kritik. Hauptsache die Betreiber von privaten Onlinezeitungen, wie auch immer, haben Freude am Schreiben. Parteien muss man nicht mögen. Auch nicht die Linkspartei. Engagiertes Schreiben verdient stets Applaus, finde ich.
Neutrale Zeitungen sind entweder Ringeltauben oder hat es noch nie und wird es nie geben. Von Menschen geführte Federstriche beinhalten ein gewisses Naturell an Einfärbung. Gerade das macht das Menschliche aus.
Ergo, jeder Menschen mit sichtbarem Interesse am Tagesgeschehen bereichert das Internet. Freuen wir uns doch alle über das Geschriebene. Und, die Schrift ist die eminenteste Erfindung der Menschheit. Mit der Gutenberg Bibel begann eine mehr als revolutionäre Bewegung. Was wir daraus machen, steht auf auf einem ganz anderern Pergament.
Gruss aus dem frischen und sommerlich wirkenden Norden
2. Oktober 2007 um 14:33 Uhr
Danke für diese philosophischen Zeilen, denen ich zustimme. Zumindest den meisten davon.
Schreiben ist toll, schreiben ist schön, da gebe ich Ihnen Recht; Hauptsache, es erfreut sich jemand am Schreiben und beschrieben werden. Was mich stört, ist der Selbstanspruch “Zeitung”. Ich finde, damit geht ein gewisses Qualitätsmerkmal einher, oder nicht? Wenn ich eine Seite betrachte, die vorgibt, eine Zeitung zu sein, dann erwarte ich doch auch, dass ich eine Zeitung geboten bekomme. Und da hat die Krabbenpost meiner Meinung nach noch leichten Nachbesserungsbedarf.
2. Oktober 2007 um 23:02 Uhr
Nun, früher gab es kaum private Zeitungen. Meist nur Schülerzeitungen. Eventuell einige Vereinszeitungen. Das Internet ermöglichte die “schnelle Onlinezeitung”. Jeder, der über Webspace verfügt, nutzt das neue Medium auf recht unterschiedliche Weise. Allgemein sind Journalismus und Zeitungen eng miteinander verbandelt. Mittlerweile schiessen die “Freien Journalisten” wie Pilze aus dem Boden. Es wird immer erkennbare Unterschiede zwischen Journalisten der “alten Schule” und dem Internet Journalismus geben. In meiner Eigenschaft als reiner “Privatmensch” macht es ab und an Freude sich dem Jonglieren mit Worten zu widmen, ohne einen Anspruch auf Professionalität oder bestenfalls Amateuerliga zu erheben. Philosophisch? Danke für die virtuellen Blumen. Auf den Gedanken kam ich bisher nicht, dass meine Inhalte zuweilen in die Nähe der Philosophie geraten könnten. Obwohl die rein philosophische Behandlung von Tagesthemen mit politischen Inhalten ein interessanter Gedanke darstellt. Im ZDF gibt es die Sendung “Das philosophische Quartett”. Ein wahres Feuerwerk an Wortgewalten. Nein, hier im Internet findet sich meist leichtere Kost, was kein Fehler sein muss. Viele Menschen erwecken den Eindruck nicht an Inhalten auf hohem Niveau wirklich interessiert zu sein. Beispiele dazu gibt es in Foren und auf diversen Plattformen der Meinungsbildung. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Krabbenpost eine Internetseite mit individuellem Erscheinungsbild ist. Persönlich gibt es auf meiner Bastelseite keinen Hinweis auf die Eigenschaft “Zeitung”. Eine Zeitung im herkömmlichen Sinne erfordert viel Personal und noch mehr Arbeit. Nennen wir es doch einfach das Pendant einer Zeitung im Light-Stil. Solange die Hobbywerker im “Non-Commercial” Bereich bleiben, erscheint mir dies eine gute Sache zu sein. Ich sehe darin eine Aufforderung an Menschen selbst aktiv zu werden. All dies trägt zur Meinungsbildung bei. Gerade in Zeiten wie diese. Politik ohne Befähigung die Bevölkerung direkt anzusprechen. Gut vorstellbar, dass hier Brücken geschlagen werden (könnten). Und was Links oder Rechts von der politischen Mitte betrifft … . Politik der heutigen Art wird die jetzigen und kommenden Probleme nicht lösen. Aber das braucht Generationen bis die Menschen allgemein diese Erkenntnis erlangen, verstehen, begreifen und annehmen. In der Zwischenzeit basteln wir alle an unseren Seiten mit oder ohne Zusatzbezeichnung “Zeitung”. Inklusive Fehler in der Rechtschreibung.
2. Oktober 2007 um 23:40 Uhr
Herr Bischof, Sie haben die Erkenntnis des Jahrhunderts gewonnen und in schier unglaubliches Eloquenz versprachlicht: “Allgemein sind Journalismus und Zeitungen eng miteinander verbandelt.”
Da kann ich nur sagen: Hut ab! ;-)
Die “Freien Journalisten” schießen deshalb wie Pilze aus dem Boden, weil es in der Medienbranche für neue Kräfte so gut wie keine Festanstellungen mehr gibt. Das ist heute anders als früher, da wurde man noch eingestellt. Heute nicht mehr. Da gibbet nur noch freie Mitarbeiter, wenn es hochkommt, dann sog. “freie feste” Mitarbeiter. Das hat für die Firmen den Vorteil, dass sie keine Sozialabgaben zahlen müssen.
Außerdem ist der Begriff “Journalist” keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder Mensch kann und darf sich Journalist nennen. Sie, ich, Stefan Kähmzow… einfach jeder.
Definitiv ist die Krabbenpost eine Internetseite mit individuellem Erscheinungsbild. Wenn auch nun nicht so innovativ, dass es schmerzt, aber immerhin. Das Unwort ist ja designtechnisch auch nicht der letzte Schrei…
Wie gesagt, stören tut mich aber der Anspruch, den die Krabbenpost stellt. Nämlich der, eine Zeitung zu sein. Nämlich der, in der Lage zu sein, die Welt zu verändern: “Krabbenpost fordert Minister Austermann auf, blabla…”. Das, muss ich gestehen, belustigt mich. Deshalb obiger Artikel.
“Ich sehe darin eine Aufforderung an Menschen selbst aktiv zu werden.”
Ich auch. Wie ich am Ende des Artikels schon schrieb: Schön, dass er es tut.
14. Januar 2008 um 14:23 Uhr
Mein Gott, Mr. Basti! Was ist los? Haben Sie eine schlechte Kindheit gehabt, ist die Frau weg gelaufen oder finden Sie keine andere Beschäftigung, als sich über andere Menschen her zu machen?
Lassen Sie dem Herrn Kähmzow seine Zeitung, auch wenn Sie meinen, das es keine Zeitung wäre. Na und ?
Ich habe 25 Jahre für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften geschrieben und dabei allerlei kennen gelernt. Einer der herausragendsten Journalisten (mit Hauptschulabschluss) und Learning by doing Menschen war Friedrich Nowottny. Er fing auch mal klein an und hatte Leute um sich herum, die ihn zunächst nur belächelten.
Wenn Sie es besser können, als Herr Kähmzow, dann machen sie es bitte besser und vor…
14. Januar 2008 um 15:32 Uhr
Vielen Dank für Ihre Sorge um meine Kindheit, aber ich kann mich da eigentlich nicht beklagen.
Die Frau ist auch nicht wirklich weggelaufen, auch wenn ich es verstehen könnte. Und ich habe durchaus Anderes zu tun, als mich mit Herrn Kähmzow und Ihnen zu beschäftigen. Dass ich es aber trotzdem tue, zeigt Ihnen, welch ausgeprägt masochistische Seite ich habe.
Ich habe ja auch nichts dagegen, wenn Herr Kähmzow eine Krabbenpost macht. Aber es ist nun mal so, dass man mit Kritik rechnen muss, sobald man etwas im Internet oder sonstwo veröffentlicht und dafür gelobt werden will. Geht mir genauso – ich schreibe mir ja auch die Finger wund und werde dafür kritisiert. Alles ganz normal. Basisdemokratisch, könnte man sagen.
Da, finde ich, ist nichts Schlimmes dabei. Dass die Kritik nun mal so ausfällt wie oben, gehört zum Konzept dieses Blogs dazu und das hat Herr Kähmzow denke ich auch schon ganz gut verstanden, denn sonst hätte er mich bereits geteert und gefedert.
Und natürlich haben Sie recht, jeder fängt mal irgendwo an. Herr Kähmzow hat halt mit einer unterhaltsamen Onlinezeitung angefangen. Herr Nowottny mit einem Hauptschulabschluss. Und ich mit diesem Blog. Eigentlich sind wir drei doch gar nicht so verschieden…
18. April 2008 um 11:14 Uhr
Schönes Schlusswort. :)
MfG Stefan Kähmzow