Kommen wir zurück auf das beliebte Thema “Deutsche Jugend”. Die Deutsche Jugend, und nicht nur diese, hat ein großes Problem: Sie ist blind.
Allerdings beschränkt sich diese Blindheit nur auf Mülleimer. Irgendwo zwischen den Rezeptorzapfen im jugendlichen Auge und dem Gehirn muss ein Filter eingebaut sein, der so uncoole Dinge wie Mülleimer einfach ausblendet. Mangels Alternativen werden dann leergesüffelte Panschgetränkflaschen irgendwo in die Gegend gestellt…
So geschehen auf der Kieler Woche. Ich sitze nichtsahnend in ein hochphilosophisches Gespräch vertieft auf einer gemütlichen Betonbank, da kommt ein gar jugendliches Weibsbild daher, schaut mich ausdruckslos an und stellt eine bedrückend leere Bierflasche etwa 30 cm neben mich auf die Sitzgelegenheit. Auf mein freundliches “Danke!” ernte ich nur einen ausdruckslosen Blick. Vielleicht bahnte sich dieses so ungewöhnliche, weil uncoole und gänzlich unkrasse Wort gerade einen Weg durch das jugendlich-weibliche Gehirn, vom Innenohr am geschwollenen Alkoholabsorbator vorbei ins Sprachzentrum… das kann schon mal ein bisschen dauern. Der Sachverhalt scheint der Intelligenzbestie jedoch nicht zur Gänze klargeworden zu sein- jedenfalls entschwand dieser beängstigende Teil von Deutschlands Zukunft so schnell wieder, wie er gekommen war. Die zwei Flaschen blieben zurück – die eine zwar leer, aber aus Glas und ergo komplett emotionslos, die andere eher voll, aber aus Fleisch und Blut und ob der Vorkommnisse leicht erschüttert.
Was lernen wir daraus? Stellt mehr Mülleimer auf? Nein, das ist der ganz falsche Weg. Wir sollten mit einer großangelegten Bildungsinitiative reagieren, vielleicht in einem Umfang von drei bis vier Millionen Euro. Bibliotheksbusse wären da ein Anfang…
Unwort des Tages: Weibsbild.

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Ich kann mich dunkel entsinnen, das diese Unart des Wegschmeissens von Müll auf die Straße oder woanders hin (jedenfalls nicht in einen Mülleimer) in den 90ern noch viel schlimmer war (subjektiver Eindruck?). Aber Entwarnung kann man nicht geben und wird man auch nie geben können. Es gibt immer Idioten die besoffen oder auch nüchtern Mist verzapfen.
Ich glaube, das Dosenpfand hat einen nicht geringen Anteil daran, dass nun weniger rumliegt als vor einigen Jahren. Ich stimme dir da zu… trotzdem regt mich sowas auf… :-)
Natürlich regt mich sowas auch auf. Wie gesagt ist weniger Müll auf den Straßen kein Grund jetzt zu sagen: “Alles wieder in Butter!” – aber außer gedankenlose Leute überdeutlich daraufhinzuweisen kann man da auch nicht viel machen …