Oh mein Gott – noch ein Blog…
Wenn ich Lust hätte, zu recherchieren, würde hier als motivierender Einstieg in diesen Beitrag ein Satz stehen wie: “Derzeit gibt es im deutschsprachigen Internet etwa xy Blogs und jeden Tag kommen yz hinzu”.
Aus dem Konjunktiv können Sie ersehen, dass ich keine Lust habe. Trotzdem verfasse ich diesen Beitrag. Somit starten wir dieses Blog mit einem erstklassigen Paradoxon – das ist neu, das ist innovativ, das macht Spaß.
Dieses Blog ist eine unglaubliche Innovation! Eine Perle des Internets! Es behandelt, o Wunder, das, was uns wichtig ist, das, was uns alle am Leben erhält, das, was unser Leben auch erst lebenwert macht und wofür wir mit Freuden jederzeit unser armseliges und unwichtiges Leben hingäben – unser Heimatland. Unser einziges. Unser wahres. Nennen wir es beim Namen. Wir nennen es nicht Ismael, nicht DDR, nicht Doitsches Reik, nicht Dschörmanih, nein, wir nennen es Bundesrepublik Deutschland. Hier leben wir, hier arbeiten wir, hier – und das tun wir am meisten, am ausgiebigsten und am effektvollsten – leiden wir.
Dieses Leben, Arbeiten und Leiden und auch die Groß- und Kleinschreibung von Infinitiven wird dieses Blog beleuchten. Vornehmlich das Leben der Politikerinnen und Politiker, das Arbeiten der Arbeiterinnen und Arbeiter und das Leiden des ganzen deutschen Volkes, das man daran erkennt, dass es beim Lesen der Wörter “deutsches Volk” ein komisches Gefühl in der Magengegend verspürt.
Freuen Sie sich also auf ein innovatives, ermunterndes, hoffentlich zuweilen erheiterndes Blog, das eines nicht ist: unpolitisch.
Und nun geht’s los.
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